D
Günter Dahl & Klaus Lempke (Herausgeber)

Die großen Krankheiten unserer Zeit

Die großen Krankheiten unserer Zeit (1966)
Heyne (1967)

Basiert auf einer Stern-Serie (ach ja, es gab eine gute alte Zeit, in der der Stern lesbar war, in der ich ihn sogar regelmäßig gekauft habe - bis Preis und Lesedauer in keinem vernünftigem Verhältnis zueinander standen. Es gibt ja Leute, die meinen mit dem Stern sei es nach den Hitler-Tagebüchern bergab gegangen. Für mich ging es seit dem Ende von Jimmy, das Gummipferdmit dem Stern bergab.)

Das Buch bringt 27 Krankheiten auf den damals bekannten Stand, u.a. Diabetes, Migräne, Epilepsie und Krebs.
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Bill Davidson

President Kennedy selects six brave Presidents

President Kennedy selects six brave Presidents (1962)
Popular Library (1962)

Wahrscheinlich ist das Buch nie auf Deutsch erschienen, obwohl es auch für einen Botnanger (oder andere Deutsche) nicht uninteressant ist. Immerhin erhält man einen Blick auf sechs amerikanische Präsidenten - aus der Sicht einen (damals) amtierenden Präsidenten.

Daß das Bändchen darüber hinaus auch noch gut bebildert ist, mach es um so wertvoller.
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David Stuart Davies

Shadows of Sherlock Holmes

Shadows of Sherlock Holmes (1998)
Wordworth (1998)
* 1946
Davies ist ein Spezialist für Sherlock Holmes.

David Stuart Davis: Shadows of Sherlock Holmes
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Davies versammelt Vorgänger von Holmes und vor allem sehr viele Epigonen. Die Qualität der Geschichten ist schwankend. Einige sind kaum lesbar, andere ganz ordentlich.

  • The purloined letter (Edgar Allen Poe - Aus The gift for 1845 (1844))
  • The biter bit (Wilkie Collins - Aus The Atlantic Monthly (1858))
  • The stolen cigar-case (Francis Bret Harte - Aus Pearson's Magazine (Dezember 1900)
  • A princess's vengeance (Catherine Louisa Pirkis - Aus Ludgate Magazine (Mai 1893)
  • The absent-inded coterie (Robert Barr - Aus The Saturday Evening Post (Mai 1905))
  • The swedish match (Anton Tschechow - 1883)
  • The secrets of the black brotherhood (Dick Donovan [James Edward Preston Muddock] - Aus The strand magazine 21 (September 1892)
  • The episode of the diamond links (Grant Allen - Aus The strand magazine 67 (Juli 1896)
  • A clever capture (Guy Clifford [Arthur Guy Roberts] - ?)
  • Nine points of the law (Ernest William Hornung - Aus Cassell's Magazine (September 1898))
  • The stirn outside the Café Royal (Clarence Rook - Aus The Harmsworth Magazine Volume 1 1898-9 (1899))
  • The duchess of Wiltshire's diamonds (Guy Boothby - Aus Pearson’s Magazine (Februar 1897))
  • The problem of dressing room A (Jacques Futrelle (1907))
  • The hundred-thousand-dollar robbery (Hesketh Prichard (1913))
  • The Surrey cattle-maiming mystery (Herbert Jenkins (vor 1920))
  • The Ghost at Massingham Mansions (Ernest Bramah (1923))
  • Sexton Blanke and the time-killer (Anonymus - Aus Union Jack 1071 (April 1924))
  • One possessed (Ernest William Hornung - (vor 1914))
  • The great pearl mystery (Baronin Emma Orczy (?))

Gedanken während der Lektüre

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Tom DeFalco

The Amazing Spider-Man - Die Welt des Netzschwingers

Spider-Man: The Ultimate Guide (2001 - erweiterte Fassung 2007)
Panini (Februar 2007)
* 26.06.1950
Tom DeFalco ist ein amerikanischer Comic-Autor und Comic-Editor. Er hat lange Jahre Spider-Man geschrieben.

Tom DeFalco: The Amazing Spider-Man - Die Welt des Netzschwingers
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So gut wie jede Figur aus Spider-Man-Kosmos wird auf einer Doppelseite vorgestellt. Dazu gibt es kurze (ebenfalls zweiseitige) Blicke auf die Geschichte der Spider-Man-Serien.

Der Band hat ein ganz gewaltiges Problem: Nach der Lektüre dieses übergroßen Bildbandes weiß man, daß die Serie im Laufe der Jahre zuerst zeichnerisch (beginnend mit Ross Andru), dann textlich immer schlechter wurde, da die Autoren die Gelegenheien, die sich durch das Altern ergaben nicht zu nutzen wußten.

Die Bildauswahl ist kaum zu bemängeln. Auf den Mary Jane gewidmeten Seiten findet sich auch "Face it, Tiger ... you just hit the jackpot!"

Die Texte in den Zeichnungen wurden glücklicherweise nicht übersetzt.

Ein nettes Buch für die Toilette, in dem man immer wieder blättern und kurz schmöckern kann. Für die echten Fans überflüssig wie ein Kropf.


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Daniel Defoe

Das Leben und die seltsamen, überraschenden Abenteuer des Robinson Crusoe

The life and strange surprising adventures of Robinson Crusoe, of York, Mariner (1719)
Goldmann (1973)
ca. 1660 - 26.04.1731

Was soll man über diesen Roman erzählen? Unzählige Male verfilmt, unzählige Male nachgeahmt oder parodiert. Welcher männliche Teenager hat sich nicht vorgestellt, Robinson mit einem weiblichen Freitag zu sein?

Der Titel könnte länger kaum sein, kein Wunder, daß man das Buch nur unter dem Namen des Protagonisten kennt.

Comic-Fassung in Welt-Bestseller 3.
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Fred G. Delius

Apollo 11 - Die Landung auf dem Mond

Apollo 11 - Die Landung auf dem Mond (1969)
Heyne (1969)

Erschien kurz nach der Mondlandung (die ich, obwohl ich damals erst 9 Jahre alt war und sie mitten in der Nacht stattfand) life im Fernsehen gesehen habe. Das Buch faßt nochmal den gesamten Apollo 11 Flug zusammen.
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Manfred Delling

Bonanza & Co.

Bonanza & Co. (1969)
Heyne (1969)
*10.9.1937 (Burgstädt/Sachsen)

Der Untertitel entspricht dem Buch: "Fernsehen als Unterhaltung und Politik - eine kritische Bestandsaufnahme" Oder anders ausgedrückt: "Blablablabla".
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Yvan Delporte

Lucky Luke - Das illustrierte Morris-Buch

La face cachée de Morris (1993)
Ehapa (1995)
* 24.06.1928 (Belgien)
Delporte war Chefredakteur von Spirou. Das Werk, das ihn überleben wird, sind die Schlümpfe, die er zusammen mit Peyo entwickelte.

Was macht Lucky Luke in der Buchabteilung? Ganz einfach, auch wenn das Buch im Albenformat erschienen ist und sich mit dem Werk eines Comic-Schaffenden auseinandersetzt, so ist es kein Comic. Es enthält ungezählte Ausschnitte aus diversen Geschichten, aber keine komplette Geschichte.

Besonders interessant finde ich die Abbildungen von realistisch gezeichneten Personen. Morris war eben mehr als nur der Lucky-Luke-Zeichner (der im Laufe der Zeit immer steifer und einfallsloser wurde. Na ja, es waren 50 Jahre, da verändert man sich.)
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Charles Dickens

A Christmas carol

A Christmas carol (1843)
Watermill (1980)
7. Februar 1812 - 9. Juni 1870

Ebenezer Scrooge, ein alter Griesgram und Leuteschinder (der - auch wenn das einigen Leuten nicht passen wird - sehr viel mit den heute üblichen Firmenlenkern gemeinsam hat), wird von den Geistern der WeihNacht besucht.

DIE Weihnachtsgeschichte schlechthin. Kaum eine Comic- oder TV-Serie, die nicht ihre eigene Version hätte.

Eine der besten Umsetzungen ist die Disney-Version mit Scrooge McDuck als Ebenezer Scrooge. Für mich weihnachtliches Pflichtprogramm.
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Gordon R. Dickson

Der Agent

Spacepaw (1969)
Pabel (1978)
Dickson ist Hugo- und Nebula-Preisträger.

Die Bewohner des Planeten Dilbia sind riesig und enorm stark. Der Student Bill Waltham hat ohne es zu wissen, einen dibianischen Banditen zum Zweikampf herausgefordet. Doch es geht um mehr, als es den Anschein hat, denn Waltham ist ein Schläfer, ein Agent der Erde - und er weiß es selbst nicht.
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Helmut Dietl & Patrick Süskind

Monaco Franze - der ewige Stenz.

Monaco Franze - der ewige Stenz (1983)
Heyne (1984)
Buch zur Fernsehserie.

Es war einmal...

Es war einmal ein Autor und Regisseur, der herausragende Fernsehserien schuf. Dann entdeckte er das Kino für sich, produzierte alle paar Jahre einen Film und bemerkte dabei gar nicht, daß er immer schlechter wurde.

Monaco Franze ist ein Musterbeispiel dafür, was die ARD in ihren besten Tagen zu Wege brachte. Ich bin mir nicht mehr sicher, aber ich glaube mich daran zu erinnern, daß die Serie im Vorabendprogramm lief. Ja, liebe Freunde, es gab einmal ein Vorabendprogramm, das einen nicht dazu zwang, auf andere Sender umzusteigen.

Hier sind die Drehbücher (ohne Regieanweisungen), damals die beste Möglichkeit, die Serie immer wieder zu erleben.

Es fehlt eine Geschichte, die von Franz Geiger geschrieben wurde, aber das mindert das Vergnügen an den 8 Drehbüchern nicht im mindesten.
Mail an Ralf H.


Klaus Dimmler

Holmes, Marlowe & Co.

Holmes, Marlowe & Co. (1999)
Reclam Leipzig (1988)
* 1962
Klaus Dimmler ist einerseits Herausgeber, andererseits einer der -zig Autoren.

Klaus Dimmler: Holmes, Marlowe & Co.
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Das Buch stellt eine Unmenge von Detektiven vor, manche bekannt (wie Dupin, Holmes, Poirot, Marple usw.), manche heute fast vergessen, einige eher obskur. Statt Helge Schneider und einer seiner Schöpfungen (00 Schneider) 5 Seiten zu schenken, hätte man den Platz lieber für Perry Mason nutzen sollen, der nicht nur für sich in Buch und TV erfolgreich ist, sondern auch die Urform aller ermittelnden Rechtsanwälte darstellt. Vermißt habe ich auch Charlie Chan (zugegebenermaßen in Deutschland fast in Vergessenheit geraten) sowie Nora & Nick Charles.

Die Artikel sind alle mehr oder weniger informativ und gut zu lesen.



Kritik an einer Kritik

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Claire Doutriaux

Karambolage 2

Karambolage 2 (2007)
Knesebeck (2007)
* 10.02.1954
Claire Doutriaux ist einerseits Herausgeberin, andererseits einer der -zig Autoren.

Claire Doutriaux: Karambolage 2
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Karambolage ist eine meiner Lieblingsfernsehsendungen - und doch eine, die ich kaum noch anschaue - was daran liegt, daß sie sich seit einer Programmreform mit einer anderen Sendung überschneidet. Und aufnehmen? Ich kommt kaum dazu, die wenigen Sendungen anzuschauen, die ich aufnehme, weil ich sie nicht mit meiner Frau zusammen anschauen kann - die nun mal einen ganz anderen Geschmack hat als ich.

Das Buch bringt einige der Themen aus der Sendung - und ist auch in seiner Aufbereitung gar nicht so weit von der Vorlage entfernt.

Man amüsiert sich und lernt doch etliches über Franzosen und Deutsche.

Ein gelungenes Buch - eine gelungene Sendereihe.

Manchmal wünsche ich mir, es gäbe etwas derartiges auch für England.


Mail an Ralf H.

Sir Arthur Conan Doyle

Er ist selbstverständlich und in erster Linie (was er gar nicht so gern hörte) der Erfinder von Sherlock Holmes.

Natürlich hat er noch mehr geschrieben. Einiges ist nett, einiges ist furchtbar. Doyle war ein Meister der Kurzgeschichte, leider keiner des Romans.

Eine Sherlock Holmes adäquate Figur sucht man in seinem sonstigen Werk leider vergeblich.

The adventures of Brigadier Gerard

The adventures of Brigadier Gerard
Tower Publications (ohne Datum)

Doyles Liebe galt historischen Stoffen. Dieser Roman spielt zur Zeit Napoleons.

Muß man nicht gelesen haben.
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Die brasilianische Katze

Originaltitel: Nicht angegeben.
Ullstein (1980)

Kurzgeschichten von Doyle. Ohne Holmes.

Kann man lesen.

Mail an Ralf H.


Die Maracot-Tiefe

The Maracot-Deep (1929)
Bastei Lübbe (1981)

Doyles letztes Buch.

Ist schon recht lange her, daß ich es gelesen habe. Ich denke, es war recht gut.
Mail an Ralf H.


Dieter Dürrenmatt

Fritz Lang - Leben und Werk

Fritz Lang - Leben und Werk (1982)
Museums des Films Basel (1982)
Dürrenmatt - über den ich im Internet nur Hinweise auf dieses Buch finden konnte - war ein Freund von Fritz Lang. Er hat 1975 in Basel ein Filmmuseum gegründet, das es heute nicht mehr zu geben scheint, zumindest taucht es in der Museumsübersicht der Stadt Basel nicht auf.

Dieter Dürrenmatt - Fritz Lang
Fritz Lang war ein Pionier des Kinos.

Einige seiner Filme sind im Gedächtnis geblieben, vor allem Metropolis, M - eine Stadt such einen Mörder, die Dr. Mabuse-Filme, Der Tiger von Eschnapur/Das indische Grabmahl. Meisterwerke? Ich weiß nicht. Die Mabuse-Filme wurden seit Jahren nicht mehr gezeigt, Tiger/Grabmahl sind Schmonzetten.

Und Metropolis? Eine furchtbar schnulzige Geschichte, die man kaum anschauen kann.

Lang ist ein Regisseur, der inzwischen fast in Vergessenheit geraten ist - vielleicht auch gerade weil er in Amerika leidlich erfolgreich war.
Mail an Ralf H.


Alexandre Dumas (Père)

24.07.1802 - 05.12.1870
Ein auch heute noch aktueller Autor von Abenteuergeschichten. Sein Sohn war ebenfalls Schriftsteller (Die Kameliendame).

Die drei Musketiere 1. Teil/2.Teil

Les trois mousequetaires (1844)
Ueberreuter (1977)
Alexandre Dumas: Die drei Musketiere
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Die Abenteuer von d'Artagnan, Porthos, Aramis und Athos.

Mehrfach verfilmt. Gut: Der Gene Kelly-Film. Noch besser: die Richard-Lester Triologie - allerdings nur im Original. Die deutsche Fassung leidet unter den falsch besetzten Synchronstimmen.

Comic-Fassung in Felix Extra 16, Welt-Bestseller 2, Illustrierte Bestseller von Pelikan 2 und Classic Comics.
Der erste Band endet nach D'Artagnans Rückkehr aus London. Er hat seinen Auftrag erfolgreich ausgeführt, hat die Freunde wieder eingesammelt und erfährt, daß sie nach La Rockelle in den Krieg mit England ziehen müssen.

Einen kurzen Moment gerät das Verschwinden von Constance fast in Vergessenheit.


M. de Treville (der Chef der Musketiere) spielt im Roman eine deutlich größere Rolle als in den Verfilmungen. Zumindest im ersten Band tauchen Rochefort und Lady de Winter nur beiläufig auf. Wie wichtig sie für den Fortlauf der Handlung sind, wird noch nicht offenkundig, wie sehr Lady de Winter bereits das Schicksal D'Artagnans und seinere Freunde bestimmt ebenfalls nicht.

Wenn man die Bilder von Anna von Österreich bei Wikipedia * betrachtet, kann man sich kaum vorstellen, daß ein Mann wie Buckingham * sich in sie verliebt (nur das Portrait von Peter Paul Rubens lässt ahnen, daß da vielleicht mehr sein könnte, als die damals übliche Malerei überliefert hat).

Übrigens: Dieser George Villiers, 1. Duke of Buckingham hat nichts mit dem Buckingham Palace und auch nichts mit der Avenue de Villiers in Paris zu tun (auf dieser Avenue haben sich meine Roman-Maria und mein Roman-Ralf am 28.12.1976 um 11 Uhr kennengelernt).


Unbenannter Co-Autor der Geschichte war Auguste Maquet.

Als Vorlage diente Les Mémoires de d’Artagnan (D’Artagnans Erinnerungen) (1700) von Gatien de Courtilz de Sandras.

Angeblich sind die drei Musketiere schier unzertrennlich, trotzdem erleben wir sie recht häufig allein mit D'Artagnan, der recht schnell von einem Aufschneider und Wichtigtuer zum ernsthaften Helden. wird.


Obwohl ich die Handlung kenne, das Musical einmal, den Film mit Gene Kelly mehrmals, den mit Michael York mehrfach gesehen habe, macht es Spaß, diese Bücher wieder zu lesen.

Im ersten Band ist mir eine Ungenauigkeit aufgefallen: Auf Seite 53 heißt es: D'Artagnan begriff, daß es sich mit dem ritterlichen Anstande nicht vertrüge, Athos vozugreifen, und trat zurück; wenige Augenblicke später sank Cahusac mit durchbohrtem Hals tot zu Boden..

Eindeutig, unmißverständlich: Cahusac ist tot!

Auf Seite 54 heißt es: D'Artagnan folgte ihrem Beispiel; dann trug er mit Bicarat, dem einzigen der Feinde, der noch auf den Beinen war, Jussac, Cahusac und den anderen Verwundeten in die Klosterhalle.

Ab diesem Moment weilt Cahusac wieder unter den Lebenden.

Das ist übrigens ein Übersetzungsproblem (der Übersetzer ist unbekannt, Textbearbeitung durch Ilona Paar). Im Originaltext heißt es: D’Artagnan comprit que ce serait désobliger Athos que de ne pas le laisser faire. En effet, quelques secondes après, Cahusac tomba la gorge traversée d’un coup d’épée.

Cahusac fällt mit durchbohrtem Hals - aber von seinem Tod ist keine Rede.

In der über Projekt Gutenberg abrufbaren Fassung (Übersetzung Georg Carl Lehmann) heißt es werkgetreu D'Artagnan sah ein, er würde Athos beleidigen, wenn er ihn nicht gewähren ließe. Einige Sekunden darauf stürzte Cahusac wirklich zu Boden, die Kehle von einem Degenstich durchbohrt.

In der zweiten dort abrufbaren Fassung (Übersetzung August Zoller - 1845) heißt es D'Artagnan begriff, daß es eine Unhöflichkeit gewesen wäre, Athos nicht gewähren zu lassen. Nach einigen Sekunden stürzte Cahusac wirklich, die Kehle von einem Degenstiche durchbort, nieder.


Alexandre Dumas: Die drei Musketiere
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Im zweiten Band ist Mylady Winter (richtig: Milady de Winter) die unbestreitbare Hauptperson.

Sie bestimmt die Handlung, sie steht im Mittelpunkt und sie steigert sich in ihrer Mordlust von Mal zu mal, vergiftet praktisch im Vorbeigehen Constanze (Original: Constance).

Recht erstaunt war ich, wie wenig Raum Rochefort einnimmt. Er taucht praktisch nur immer im Vorbeigehen auf, erhält erst am Schluß, als alles gelaufen ist, die große Konfrontation mit D'Artagnan - und wird schließlich fast sein Freund.

Genauso erstaunt war ich darüber, daß D'Artagnan schon etwa zur Hälfte des Bandes Musketier wurde und am Schluss zum Leutnant befördert wurde. Auch das habe ich aus den Bearbeitungen anders in Erinnerung.

Dumas und Maquet verweben in diesem zweiten Band offensichtlicher als im ersten Band Dichtung und Wahrheit. Ich frage mich, wie viele der Erstleser geglaubt haben, daß John Felton (ca. 1595 – 29. November 1628) wirklich von einer Frau aufgehetzt wurde, den Herzog von Buckingham zu töten.

Mit Mylady/Milady haben die Autoren eine der ganz großen literischen Frauengestalten geschaffen - und einen Bösewicht der kaum hinter Moriarty oder dem Joker zurückstehen muß.
Die Bände umfassen beide rund 260 Seiten. Gekürzt werden sie wohl nicht sein, obwohl bei der Schriftgröße eine Länge von ca. 700 Seiten zu erwarten wäre. Erreicht wird das durch den exzessiven Gebrauch von Divis. Üblich ist doch, daß mit jedem Sprecherwechsel ein neuer Absatz beginnt. Hier nicht. Hier wird ein Bindestrich gesetzt und in den meisten Fällen einfach weitergemacht. Das erschwert die Lektüre unnötig.


Nicht nur lesbar sondern - obwohl die Geschichte in allen Medien rauf und runter wiedergegeben wurde - noch immer spannend und aufregend. Wenn ich daran denke, was für lahmes Zeug aus dieser Zeit in Deutschland geschrieben wurde (zumindest das, was heute noch bekannt ist), dann muß man sich schon wundern.

Ein Stück Weltliteratur, das man nur zur Lektüre empfehlen kann.


Schauen wir uns den Anfang der Geschichte im Übersetzungsvergleich an

Alexandre Dumas August Zoller (1845) Georg Carl Lehmann (1928) Ilona Paar (Bearbeitung für Ueberreuter)
CHAPITRE PREMIER.

Les trois présents de M. d’Artagnan père

Le premier lundi du mois d’avril 1625, le bourg de Meung, où naquit l’auteur du Roman de la Rose, semblait être dans une révolution aussi entière que si les huguenots en fussent venus faire une seconde Rochelle.
I.

Die drei Geschenke von Herrn d'Artagnan Vater.

Am ersten Montag des Monats April 1625 schien der Marktflecken Meung, wo der Verfasser des Romans der Rose geboren wurde, in einem so vollständigen Aufruhr begriffen zu sein, als ob die Hugenotten gekommen wären, um ein zweites Rochelle daraus zu machen.
1

Die drei Geschenke des Herrn d'Artagnan, des Vaters.

Am ersten Montag des Monats April 1625 schien es, als ob der Flecken Meung derart im Aufstand begriffen sei, als wären die Hugenotten gekommen, um die Schrecknisse von Rochelles zu erneuern.
1

Am ersten Aprilmontag des Jahres 1625 herrschte im Marktflecken Meung ein Aufruhr, als ob die Hugenotten dabei wären, ein Bollwerk à la Rochelle daraus zu machen.


Halten wir uns nicht mit den Kapitelnummerierungen auf, die wohl eher dem Geschmack des Setzers als der Vorgabe des Autors geschuldet sind. Ich habe auch französische Wiedergaben des Originaltextes gesehen, die mit einer einfachen 1 beginnen.

Zunächst fällt auf, daß Ueberreuter die Kapitelüberschriften gestrichen hat.

Das zweite ist der Hinweis auf den Roman de la rose, der in zwei Übersetzungen komplett fehlt. Gemeint ist Le Roman de la rose von Jean de Meung (begonnen von Guillaume de Lorris), ein Roman aus dem 13. Jahrhundert, der in Frankreich wohl bekannter ist als bei uns. (Den Hinweis verdanke ich einer kommentierten Ausgabe der Elektronischen Bibliothek von Québec *.)

Die beste Übersetzung liefert meiner Meinung nach August Zoller.


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Der Mann mit der eisernen Maske

Le Vicomte de Bragelonne ou Dix ans plus tard (1847-50)
Ueberreuter (1977)
Alexandre Dumas: Der Mann mit der eisernen Maske
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Das ist eine der Geschichten, die man kennt, ohne sie je gelesen zu haben - was ein Fehler ist. Im Moment stecke ich noch mitten in der Lektüre (kurz vor Seite 200) - und bislang sind nur Andeutungen zu einem Gefangenen in der Bastille gefallen.


Bisher ist es die Geschichte von Ludwig XIV, der - obwohl verheiratet - mit seiner Schwägerin ein Verhältnis begonnen hat (wahrscheinlich eher eine Liebelei). Da das nicht ganz verborgen geblieben ist, kommt die von fast allen nur Madame genannte Schwägerin (Henrietta Anne Stuart), auf die Idee, der König möge so tun, als sei er in eine ihrer Ehrendamen verliebt. Dabei handelt es sich um Louise de La Vallière, die bereits in den König verliebt ist. Es kommt wie es kommen muß: aus dem Spiel wird Ernst.


Die Geschichte beschreibt die Intrigen und Tändelein am Hof (durchaus den tatsächlichen Ereignissen verpflichtet) sehr amüsant. Problematisch ist dabei nur, daß jede Figur mehrere Namen besitzt - und die nur selten an einem Stück zu sehen sind. Louise de ist mal Louise, mal die Louise de La Vallière. Wenn man nicht aufpasst könnte man meinen, es mit zwei Personen zu tun zu haben. Chevalier d'Herblay wird eingeführt - und erst etwas später erfährt man, daß es sich um Aramis handelt.


Der im Originaltitel erwähnte Vicomte de Bragelonne ist der Verlobte von Louise - und er wird von Ludwig recht schnell (und ohne vorher eine bedeutende Rolle gespielt zu haben) nach London geschickt. Bislang ist er die unwichtigste Figur der Erzählung.


Die Musketiere sind älter geworden, von der alten Freundschaft sind nur noch Andeutungen vorhanden. d'Artagnan hat mehrere Zähne verloren und er begegnet Aramais sehr reserviert und mißtrauisch, Aramis betrachtet d'Artagnan fast schon als Feind. Porthos frißt und frißt (hat aber noch alle Zähne) und Athos ... von ihm ist bislang keine Rede.

Aber ehrlich, man vermisst diese Musketiere kaum, auch wenn man den Eindruck hat, daß die sich allmählich abzeichnende abenteuerliche Handlung mit ihnen im Zusammenhang steht.
Nachdem die Louise eines neues Zimmer zugewiesen bekam, hat der König eine Geheimgang anlegen lassen, der es ihm gestattet, sie unbemerkt zu besuchen. Seine ehemalige Geliebte durchschaut das. Sie sorgt dafür das de Bragelonne aus England zurückkommt. So ganz nebenbei erfährt man, das Bragelonne der Sohn von Athos ist. Mir war das nicht wirklich klar. Immer diese zahlreichen Namen!
So ganz nebenbei erfahren wir, daß Ludwig XIV kein Einzelkind ist. Es gibt einen Zwilling (Phillip), der in der Bastille aufbewahrt wird (von einer Maske ist allerdings keine Rede, als er eingeführt wird). Aramis weiß von Philippe und er plant, ihn als König einzusetzen, um selbst Papst werden zu können. Der scharfsinnige d'Artagnan könnte dem Plan allerdings im Weg stehen.
Mit der Lektüre bin ich inzwischen an dem Punkt, an dem Aramis die beiden Zwillingsbrüder ausgetauscht hat. Fouquet, der vom König ausgeschaltet werden sollte, stellt sich dennoch auf die Seite des Königs und plant, ihn aus der Bastille zu befreien. Der Fokus der Handlung hat sich von der Liebeständelei zu einer Abenteuergeschichte verschoben.
Unbenannter Co-Autor ist wieder Auguste Maquet.


Dann geht es Schlag auf Schlag. Der König wird ausgetauscht. In einem Anfall von Schwachsinn offenbart Aramis sich Fouquet - und der, obwohl er auf des Königs Abschußliste steht, rettet den König aus der Bastille.
Was der Geschichte den deutschen Titel gab ist somit schnell erledigt.

Fouquet kann nicht trotzallem keine Dankbarkeit vom König erwarten.

Aramis und Porthos fliehen, was einer von beiden mit seinem Leben bezahlt.
Danach gibt es eine Zeitsprung. Louise muß erkennen, daß der König nicht zu einer dauerhaften Verbindung zu bringen ist. Und d'Artagnan wird zum Marshall befördert.

Die Geschichte d'Artagnans (und dieses Buch) endet schließlich in einer Schlacht, so wie es einem Soldaten geziemt.
Das Buch ist anders, als es verschiedene Bearbeitungen erwarten lassen. Man könnte sagen, daß hier die Reifung von Ludwig XIV gezeigt wird, denn alles andere sind nur Nebenhandlungen.

Im Impressum heißt es, die Geschichte wäre gegenüber dem dem Original leicht gekürzt. Ich habe Inhaltsangaben gelesen, in denen die Geschichte um Athos und seinen Sohn sehr viel mehr Platz einnimmt, daher könnte ich mir vorstellen, daß von leicht gekürzt keine Rede sein kann. Mein Eindruck ist, daß wahrscheinlich ein Viertel der Geschichte der Kürzung zum Opfer gefallen ist, aber vielleicht täusche ich mich ja auch und es ist viel mehr. Wenn ich dumaspere.com glauben kann, eröffnet die hier vorliegende Ausgabe mit Kapitel 109! Bei einer Gesamtkapitelzahl von 268 wäre man da nicht weit von der Hälfte des Buches entfernt. Eine Frechheit!
Unbenannter Co-Autor ist wieder Auguste Maquet.


Schauen wir uns den Anfang der Geschichte im Übersetzungsvergleich an

Alexandre Dumas Edmund Th. Knaur
Chapitre CIX

Fontainebleau

Depuis quatre jours, tous les enchantements réunis dans les magnifiques jardins de Fontainebleau faisaient de ce séjour un lieu de délices.

M. Colbert se multipliait... Le matin, comptes des dépenses de la nuit ; le jour, programmes, essais, enrôlements, paiements.
Fontainebleau

Seit vier Tagen hatten sich die prächtigen Parks von Fontainebleau in ein Zauberschloß verwandelt.

Herr Colbert, der Unterintendant der könglichen Finanzen, zerriß sich. Am Morgen überschlug er die Ausgaben der Nacht. Den ganzen Tag über entwarf er Programme, Pläne, leistete Zahlungen.


Vielleicht geht es Ihnen wie mir: Mein Französisch ist nicht besonders gut, aber daß das keine besonders genaue Übersetzung ist, merke sogar ich.

Vier Tage vereinigten sich alle Verzauberungen in den wundervollen Gärten von Fontainebleau, machten den Aufenthalt zu einem Ort der Freuden.

M. Colbert mußte sich vervielfältigen ... Morgens errechnete der die Ausgaben der Nacht; tagsüber entwarf er Programme, prüfte, plante und bezahlte er.


Meine Übersetzung ist auch nicht besonders gut.

Dadurch, daß fast die Hälfte des Buches fehlt, ist es unumgänglich, die handelnden Personen vorzustellen. Aber mal ehrlich, wissen Sie, was ein Unterintendant ist? Wenn man lange genug sucht, findet man bei Google die Erläuterung, das sei ein Leutnant. Macht aber auch nicht viel Sinn. Im Französischen ist Surintendant des finances ein Begriff, der nicht ins Deutsche übersetzt werden kann, da es keine entsprechende Stelle bei uns gab (und gibt). Wenn ich das richtig verstanden habe, gab es mehrere Surintendant des finances, die unabhängig von einander tätig waren. Sie waren dem eigentlichen Finanzminister untergeordnet (und Colbert scheint der letzte mit diesem Titel gewesen zu sein). Hier wäre eine redaktionelle Erläuterung notwendig gewesen.

Daß M. (Monsieur) mit Herr übersetzt wird, ist zunächst mal nicht falsch. Ich habe allerdings den Eindruck, daß im französischen (zumindest zur Zeit der Handlung) noch etwas anderes mitschwingt. Aus meiner Sicht wäre es zu empfehlen, die Monsieurs und Madames usw. nicht zu übersetzen.


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Jody Duncan

The making of "Vergessene Welt"

Making of the Lost World (1997)
VGS (1997)

Duncan hat zusammen mit Don Shay auch das Begleitbuch zum ersten Film geschrieben.

Jody Duncan: The making of "Vergessene Welt"
Klicken Sie auf das Bild, um es zu vergrößern oder zu verkleinern.
Zu aufwändig produzierten Filmen erscheinen Making-of-Bücher.

In den meisten Fällen hat man als Leser später das Gefühl, tatsächlich etwas über die Entstehung erfahren zu haben. Wenn der Autor besonders gut ist, liefert er sogar Hintergrund-Details die andernfalls in Vergessenheit geraten wären.

Jody Duncan ist nicht gut.

Schon das Buch zum ersten Film war nicht besonders gelungen und kaum mehr als Werbung für den Film.

Das hier vorliegende Buch hakt die Produktion einen nach dem anderen Punkt ab, aber das ist nicht viel mehr als das, was man als Filminteressierter schon zigmal gelesen hat.

Ich hatte den Eindruck, daß Duncan so erstarrt vor Ehrfurcht war, das sie ihren Job als Journalistin (ich gehe davon aus, daß sie eine entsprechende Ausbildung hat) völlig vergessen hat.

Auch die Auswahl der Bilder ist eher durchwachsen. Wenn es interessant wird, gibt es kein Bild (wohl weil die Produktion befürchtet, daß zu viel Hintergrundinformationen das "Magische" des Films zerstören) oder die Bilder sind so klein, das man kaum etwas erkennt.

WIe bei den meisten Hintergrundbüchern, die zeitgleich mit dem Film erscheinen, so ist auch dieses nur Teil der Marketing-Kampagne. Werbung ist der Sinn, nicht Information. Schade.


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Francis Durbridge

Der Andere

The other man (1958)
Signum (1962 ?)
* 25. November 1912 (Hull, Yorkshire) - † 11. April 1998 (London)

Durbridge: Der andere
In einem Hausboot wird ein toter Italiener gefunden. Von Anfang an steht ein sehr beliebter Lehrer unter Mordverdacht - und er wird immer verdächtiger.

Ein Krimi, bei dem - auch wenn man wie ich die deutsche Verfilmung nicht kennt, ständig das Gefühl eines TV-Kammerspiels hat. Die Personen treten auf, sprechen und treten wieder ab.

Spannend von Anfang bis Ende, obwohl mir der Hinweis auf den Täter ca. in der Mitte des Buches nicht entgangen ist und ich deutlich gemerkt habe, wie immer wieder versucht wurde davon abzulenken.

Mein erster Durbridge (abgesehen von der Verfilmung von "Das Halstuch" und der Hörspielfassung eines Paul Temple-Falls). Es wird nicht mein letzter bleiben.



Mail an Ralf H.


Raymond Durgnat

Sexus - Eros - Kino

Eroticism in the cinema (1966)
Heyne (1967)
01.09.1932 (London) - 19.05.2002 (London)
Filmkritiker
Übersetzung von Joe Hembus, der selbst ein ausgewiesener Filmkenner ist.

Sehr interessant aber auch sehr harmlos. Was damals als erotisch angesehen wurde, kann man heute im Kinderprogramm zeigen.
Mail an Ralf H.


Freimut Duve (Herausgeber)

Die Nachrüstungsdebatte im Deutschen Bundestag

Die Nachrüstungsdebatte im Deutschen Bundestag
Rowohlt (1984)
* 26. 11 1936 in Würzburg
Mitglied des Bundestags für die SPD (seit 1980)

Ich weiß, die meisten werden Bundestagdebatten stinklangweilig finden - ich nicht. In meinem Leben habe ich zahlreiche Haushaltsdebatten verfolgt, ich war im alten Bundestag auf der Besuchertribüne. Stets fand ich die Debatten spannender als die immer kürzer werdenden Schnipsel in den Radiosendungen. Immer fand ich Vernunft (manchmal nur in Ansätzen, aber immerhin) bei der SPD, den Grünen und manchmal auch der FDP, reinen Blödsinn auf Seiten der CDU - von der CSU ganz zu schweigen.

Die Kanzlerschaft von Helmut Kohl empfand ich von Anfang an als Katastrophe für "dieses, unser Land". Je länger es dauerte, desto mehr wurde ich in meiner Meinung bestätigt.

Ganz am Anfang seiner Kanzlerschaft stand die Nachrüstungsdebatte - in der er eine Position einnahm, die schon Helmut Schmidt, vor dem ich sehr großen Respekt habe, von seiner Partei entfremdete.

Dieses Buch gibt eine sehr wichtige Debatte, einen sehr wichtigen Teil unserer Geschichte wieder.
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