Plutarch

Plutarch

Ohne Titel (zwischen 100 und 120 n.Chr.)

Fischer (1957)

Plutarchos von Chaironeia hat etliche Biographien geschrieben, die auch aus heutiger Sicht noch interessant und lesenswert sind. 22 sind in diesem Band versammelt u. Crassus, Sulla, Pompejus, Brutus, Cicero, Caesar und Antonius.

Für jeden, der sich für klassiche Literatur interessiert und jeden der eine gute Allgemeinbildung sein Eigen nennen will, unbedingt zu empfehlen.
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Edgar Allan Poe

Gesammelte Werke

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Eurobuch Lechner Publishing (1998)
* 19.01.1809 (Boston, Massachusetts); † 7.10.1849 (Baltimore, Maryland)

Eine Biographie über Poe stammt von Walter Lennig.

Edgar Alan Poe - Gesammelte Werke
Ein Riesenwälzer mit mehr Kurzgeschichten von Poe, als man es für möglich hält. Die besten Geschichten: Natürlich die drei Lupins, dann die Wassergrube und Pendel, also die Geschichten, deren Titel man auch als Nicht-Poe-Fan kennt.

Auf dem Rückumschlag wird neben einer Zusammenstellung seiner bekanntesten Geschichten auch eine Auswahl seiner Gedichte angekündigt. Von Gedichten keine Spur. Ich hatte gehofft, An jemanden im Paradies, aus dem Bruce Wayne in Batman hält die Welt in Atem zitiert, endlich mal lesen zu können.

Dem Buch fehlt jedweder bibliografischer Hinweis und natürlich die Originaltitel.

Außerdem: Es wimmelt vor Satz- und Rechtschreibfehlern. Da hilft es auch nichts, das es in der neuen (Idioten-)Rechtschreibung gesetzt ist. Falsch bleibt falsch.

The purloined letter auch hier.
Der Beginn von Der entwendete Brief / The purloined letter:

Edgar Allen Poe Hedda Eulenberg
Nil sapientiae odiosius acumine nimio. -- Seneca

At Paris, just after dark one gusty evening in the autumn of 18-- , I was enjoying the twofold luxury of meditation and a meerschaum, in company with my friend, C. Auguste Dupin, in his little back library, or book-closet, au troisième, No. 33 Rue Dunôt, Faubourg St. Germain. For one hour at least we had maintained a profound silence; while each, to any casual observer, might have seemed intently and exclusively occupied with the curling eddies of smoke that oppressed the atmosphere of the chamber. For myself, however, I was mentally discussing certain topics which had formed matter for conversation between us at an earlier period of the evening; I mean the affair of the Rue Morgue, and the mystery attending the murder of Marie Rogêt. I looked upon it, therefore, as something of a coincidence, when the door of our apartment was thrown open and admitted our old acquaintance, Monsieur G--, the prefect of the Parisian police.
Nil sapientiae odiosius acumine nimio (Seneca)

Ich war im Jahre 18.. in Paris und erfreute mich an einem dunklen, stür­mischen HerbstAbend mit meinem Freunde August Dupin in dessen kleinem Bibliothek- oder Studierzimmer des doppelten Genusses einer Meerschaumpfeife und be­schaulichen Nachdenkens. Seit wenigstens einer Stun­de waren wir in tiefes Schweigen versunken, und jeder zufällige Beobachter hätte geglaubt, daß wir uns angelegentlichst und aus­schließ­lich mit den Rauchwolken beschäftigten, die das ganze Zimmer einhüllten. Ich erwog jedoch in Gedanken noch einige Punkte der Unterredung, die ich zu Anfang des Abends mit meinem Freunde gehabt und welche sich auf die Begebenheiten in der Rue Morgue und auf den geheimnisvollen Mord der Marie Rogêt bezogen hatte. Ich mußte es deshalb für ein sonderbares Zu­sammen­treffen halten, daß, als sich die Tür unseres Zimmers öffnete, unser alter Be­kann­ter, Herr G., der Pariser Polizeipräfekt, eintrat.


Frau Eulenberg hat die umständlich erscheinende Eröffnungsformulierung Poes abgeändert. Wörtlich hätte es heißen müssen: "In Paris, gleich nach Einbruch der Dunkelheit, an einem stürmischen Abend im Herbst des Jahres 18.. " usw. Poe ist sehr viel raffinierter. Er führt den Leser vom Ort über die Tageszeit zur Jahreszeit zum Autor und dann ganz langsam zu seiner Hauptfigur zu kommen, während die Übersetzerin gleich mit dem Autor beginnt, dann Zeit und Ort definiert um gleich im Anschluß daran Dupin zu erwähnen.

Obendrein ist die Übersetzung unpräzise. Dupins Name wird verkürzt, die (wahrscheinlich fiktive) Adresse wird verschwiegen.

Die deutsche Übersetzung ist ungenau und unbefriedigend.

Ach ja: das einleitende Seneca-Zitat kann man als "Nichts ist der Weisheit verhaßter als zu viel Scharfsinn" übersetzen.
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Günter Pössiger

Das große Reimlexikon

Das große Reimlexikon (1988)
Heyne (1988)
* 1930
Pössiger hat auch für die Humboldt-Reihe geschrieben: Band 226 - Traumdeutung.

Der erste, der sagt, ich könne nicht dichten - bin ich selbst. Die Lust am Gedicht wurde mir in der Schule gründlich ausgetrieben. Wenn ich es doch hin und wieder versuche, hilft mir dieses, fast 800 Seiten umfassende Buch.
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Helga Pohl

Gold

Gold (1958)
Heyne (1965)
Laut Impressum stellenweise komprimiert - was immer man sich darunter vorstellen darf.

Gold war schon immer ein Stoff, um den sich zahllose Geschichten und Geschichtchen gerankt haben. Helga Pohl zeigt Wert und Bedeutung des gelben Stoffes auf.
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Charles Portis

True Grit

True Grit (1968)
Penguin (1971)
Charles (McColl) Portis
* 28.12.33 (El Dorado, Arkansas)

Portis
Ja, das ist John Wayne.

Western gehören zu den Genres, die in meiner Bibliothek unterrepräsentiert sind. Was ich habe, ist früher oder später mit einiger Wahrscheinlichkeit mit John Wayne verfilmt worden.

Mattie Ross möchte den Tod ihres Vaters rächen. Dazu heuert sie den einäugigen Marshall Rooster Cogburn an.
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Otfried Preußler

* 20. Oktober 1923, Reichenberg (Böhmen)

Zu der von seiner Familie betriebenen Homepage

Der kleine Wassermann

Der kleine Wassermann (1956)
Bücherbund (?)
Mit Zeichnungen von Winnie Gebhardt-Gayler

Beschreibt das erste Lebensjahr eines kleinen Wassermanns.

Zuerst hat man den Eindruck, die Wassermänner seien kleiner als Menschen, aber gegen später kann sich die Hauptfigur ohne Probleme unter Menschen bewegen.

Das Buch ist angestaubt, hat aber für Kinder sicher einen gewissen Charme. Leider gehört es nicht zu den Büchern, die im Erwachsenenalter ein Wiederentdecken lohnen.
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Neues vom Räuber Hotzenplotz

Neues vom Räuber Hotzenplotz (1969)
DTV (1983)
Mit Zeichnungen von F. J. Tripp

Otfried Preußler: Neues vom Räuber Hotzenplotz
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Hotzenplotz gelingt es, aus der Gefangenschaft zu entkommen und Großmutter als Geisel zu nehmen.

Eine herrliche Geschichte, die man natürlich nicht ernst nehmen darf.
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Hans-Ulrich Prost

Das war Heinz Rühmann

Das war Heinz Rühmann (1992)
Bastei (1992)
12.02.1943 - 06.10.2002

Das Buch erschien kurz nach Rühmanns Tod (03.10.94). Seine Autobiographie finden Sie hier.

Es gibt wohl keinen deutschen Schauspieler, der so oft in meiner Videosammlung (ca. 1500 Bänder) vertreten ist wie Heinz Rühmann. Die meisten seiner Filme kann man auch heute noch immer und immer wieder anschauen, auch wenn viel zu viele heute nicht mehr gezeigt werden. Interessant wären die Fernsehproduktionen - wie Tod eines Handlungsreisenden, das eine Sternstunde des Fernsehens gewesen sein soll, seit Jahrzehnten aber nirgends mehr gesendet wurde.

Rühmann selbst war eine zwiespältige Figur, wie fast alle Schauspieler, die im III.Reich und im Nachkriegsdeutschland/-österreich erfolgreich waren.

Durch dieses Buch kommt einem der Mensch Rühmann, der Mann hinter all den Rollen sehr viel näher.
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Jesco Freiherr von Puttkamer

Apollo 8 - Aufbruch ins All

Apollo 8 - Aufbruch ins All (1969)
Heyne (1969)
* 1933 in Leipzig
von Puttkamer war u.a. Berater bei Star Trek-Der Film.

Interessantes Buch von einem der am Projekt Apollo beteiligten Männer.
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Howard Pyle

Robin Hood

The merry adventures of Robin Hood (1883)
Ueberreuter (1977)

Howard Pyle: Robin Hood
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Die Abenteuer von Robin Hood, die es in unzähligen Film, TV und Comic-Bearbeitungen (z.B. bei BSV und bei Classicomics.) gibt. Bester Film-Robin ist für mich Errol Flynn.

Pyle hat ein Buch für Kinder geschrieben und illustriert. Das allein wäre noch nicht erstaunlich. Erstaunlich ist, daß er zig Quellen zu einer Erzählung zusammengefasst hat. Sein Robin Hood tötet niemals (außer am Anfang, nachdem er angegriffen wird und beim Kampf gegen den skrupellosen Killer Guy von Gisborne), er lässt dem Opfer seiner Raubzüge immer ein Drittel seines Besitzes.

Erstaunlich für mich ist, daß

  • Maid Marian nicht auftaucht.

  • Der Hauptteil der Erzählung vor der Regierungszeit von Richard Löwenherz spielt

  • Johann Ohneland nur eine Nebenrolle spielt.

  • Der Sheriff einige Male versucht, Robin zu stellen, aber sich die meiste Zeit nicht um Robin Hood kümmert.

  • Guy of Gisborne hier ein Killer ist, während man ihn in dem Flynn-Film als Konkurrent um Marians Hand kennenlernt (in Gestalt von Basil Rathbone).

Natürlich begegnen wir hier nicht nur Robin und dem Sheriff, Pyle schildert auch die ersten Begegnungen mit Little John, Bruder Tuck und Will Scarlett (Will Rotwams), der hier ein Neffe von Robin ist.

Und natürlich spielt das Bogenschützenturnier in Nottingham eine große Rolle.

Richard at the Lee (hier: Richard von Lea) ist für mich interessant, da ich Lea (eine Ortschaft in der Nähe Nottingshams) zum Handlungsort in meinen Roman Rex Cordoba: Das Geheimnis der verschwundenen Frau gemacht habe.


Der Beginn des Romans:

Howard Pyle Inge Merten Ralf H.
How Robin Hood Came to Be an Outlaw

In merry England in the time of old, when good King Henry the Second ruled the land, there lived within the green glades of Sherwood Forest, near Nottingham Town, a famous outlaw whose name was Robin Hood. No archer ever lived that could speed a gray goose shaft with such skill and cunning as his, nor were there ever such yeomen as the sevenscore merry men that roamed with him through the greenwood shades.
Über Robin Hoods fröhliche Schaar

Als im guten, alten Englands König Heinrich II. (1154 bis 1189) herrschte, lebte im Sherwoodwald in der Nähe von Nottingham ein berühmter Brigant, ein Räuber, der Robin Hood hieß. Kein Schütze konnte geschickter mit Pfeil und Bogen umgehen als er, und keiner hatte unerschrockenere Gefährten als die acht Dutzend Freisassen, die mit ihm durch die Wälder streiften.
Wie Robin Hood zum Geächteten wurde

Im guten alten England früherer Tage, als der gute König Heinrich II das Land regierte, lebte auf den grünen Lichtungen des Sherwood Forest, in der Nähe der Stadt Nottingham, ein berühmter Geächteter namens Robin Hood. Es gab nie einen Bogenschützen der einen Graugans-Schaft mit solchem Talent und Raffinement abschießen konnte wie er, noch gab es jemals solche Freisassen wie die hundertvierzig fröhlichen Männer, die mit ihm die Schatten der belaubten Wälder durchstreiften.


Fangen wir ganz behutsam an. Zahlreiche Namen werden in der deutschen Fassugn übersetzt, dazu gehören historische Personen aber auch Personen aus dem direkten Umfeld von Robin Hood - und auch einige Orte. Sherwoodwald hört sich meiner Meinung nie so beeindruckend an wie Sherwood Forest.

Daß die deutsche Übersetzerin die Regierungsdaten des Königs nennt, hilft dem deutschen Leser.

Die deutsche Übersetzerin nimmt sich mit der Kapitel Überschrift sehr viel Freiheit und verschiebt dabei den Fokus von Robin Hood auf dessen Schaar. Ein Versprechen, das sie nicht einhalten kann, da es im ersten Kapitel tatsächlich nur um Robin geht.

"Merry England" ist bereits das "gute alte England" vorelizabethanischer Zeit.

King Henry wird von Pyle gleich einsortiert: Er ist der gute König. Das führt im Weiteren zu dem Eindruck: "Wenn der König das gewusst hätte" Die Übersetzung ist nicht besonders genau, benutzt Wörter, die man heute nachschlagen muß (ich habe lange überlegt, welchen Begriff man für Freisassen verwenden könnte, aber jeder Begriff wäre auf eine längere Erklärung hinausgelaufen. Freisassen sind freie Bauern. Schön und gut, aber was sind "freie Bauern"? Jemand, der keine Gebühren an einen Lehnshernn zahlen muß. "Lehnsherr"? Merken Sie was?)

"Sevenscore" ist ein veralteter Ausdruck für 140. Acht Dutzend ... nun, das sind 96. Und schon schrumpft wegen eines Übersetzungsfehlers Robin Hoods Gruppe ganz beachtlich.


Ueberreuter behauptet zwar die Geschichten wären "ungekürzte Taschenbuchausgaben", tatsächlich ist jeder Band gekürzt. Daß Pyle eigene Zeichnungen zu seinem Buch angefertigt hat, erfährt der Leser nicht. Und das ist schade, die Zeichnungen sind wirklich gelungen.

Es gibt sicher bessere Ausgaben als diese.
Mail an Ralf H.