Agatha Christie - Hercule Poirot

Die Mausefalle und andere Fallen

? (?)
Scherz (1966)

Natürlich hat die titelgebende Geschichte nichts mit Poirot zu tun. Dafür dürfte die Theaterbearbeitung das am längsten laufende Stück der Theatergeschichte sein. Soweit ich weiß, wird es in London noch immer gespielt.

Inhalt:
Die Mausefalle
Miss Marple: Das Asyl
Die letzte Sitzung
Hercule Poirot: Die Doppelsünde
Schwanen-Gesang
Hercule Poirot: Vierundzwanzig Schwarzdrosseln
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Morphium

Sad cypress (1940)
Goldmann (1979)

Agatha Christie: Morphium
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Elinor Carlisle ist angeklagt Mary Gerrard vergiftet zu haben. Das Motiv die Liebe zu Elinors Vetter Roderick Welman gewesen sein, der sich von ihr ab- und Mary Gerrard zugewandt hat.

Der in Elinor verliebte Dr. Lord engagiert Poirot um einen Beweis für Elinors Unschuld zu finden.

Flott erzählter Roman, der sich in drei Abschnitte unterteilen läßt: Die Vorgeschichte des Mordes, Poirots Ermittlungen und schließlich die Aufklärung des Falls vor Gericht.

Poirot wird zwar auf Seite 2 bereits erwähnt, taucht dann aber bis ungefähr zur Hälfte der Geschichte nicht mehr auf und hätte im nachfolgenden durch jeden anderen Detektiv ersetzt werden können.

Christie gelingt es sofort, den Leser für die Charaktere zu interessieren. Der Leser hat sofort einen (falschen Verdacht), wird kurz vor der Auflösung nochmal auf eine falsche Spur gelingt - und dann mit einer Lösung konfrontiert, zu der der Leser bestenfalls durch Raten, nicht durch Ermitteln gelangen konnte, da ihm bis kurz vor Schluss zwei wichtige Hinweise unterschlagen wurden, die Poirot bekannt waren.

Ein gut geschriebener, unterhaltsamer Roman, dessen Auflösung etwas aufstößt.
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Mrs. McGinty's dead

Mrs. McGinty's dead (1952)
Pocket (1975)

Agatha Christie: Mrs. McGinty's dead
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Inspector Spence (aus Taken at the flood) zweifelt an der Schuld des wegen Mordes an Mrs. McGinty zum Tode verurteilten James Bentley. Hercule Poirot bietet an, im Dorf Broadhinney zu recherchieren. Als er entdeckt, daß Mrs. McGinty kurz vor ihrem Tod ein Fäßchen Tinte gekauft hat, hat er eine erste Spur, die die Polizei nicht gefunden hatte.

Ein stellenweise humorvoller Roman (was vor allem an Ariadne Oliver liegt, der Christie u.a. Kritik an Filmschaffenden in den Mund legt). Der Fall selbst ist nicht allzu schwer zu lösen, wenn man den richtigen Moment erkennt.

Diente als Anregung zu einem Miss Marple Film mit Margaret Rutherford ("Vier Frauen und ein Mord").
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Murder in Mesopotamia

Murder in Mesopotamia (1935)
Dell (1965)

Agatha Christie: Murder in Mesopotamia
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Diesmal ein Mord in Zusammenhang mit einer Ausgrabung, erzählt von einer Krankenschwester, die engagiert wurde, um Mrs. Leidner, das spätere erste Mordopfer, zu schützen.

Christie kannte die Gegend aus eigener Erfahrung (ihr zweiter Mann, Max Mallowan, war Archäologe). Das merkt man.

Trotzdem: Ein eher schwaches Buch. Zum einen taucht Poirot erst im zweiten Drittel des Buchs auf, zum anderen ist die Grundvoraussetzung miserabel. Eine Frau soll ihren Ex-Ehemann nicht mehr erkennen. Zugegeben: 20 Jahre sind eine lange Zeit, aber kann man die Stimme, die Bewegungen, den Körper des ehedem Geliebten so gründlich vergessen, daß man ihn nach mehr als einer flüchtigen Wiederbegegnung nicht mehr erkennt?

Ich glaube nicht und deshalb scheitert dieser Roman von Anfang an.

Zeitlich soll die Handlung direkt vor Mord im Orientexpress angesiedelt sein.

Für Komplettisten (wie mich), aber für den Durschnittsleser gibt es bessere, plausiblere Romane um Hercule Poirot.
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Murder in the Mews

Murder in the Mews (1937)
Berkley (1984)

Agatha Christie: Murder in Mesopotamia
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Vier Kurzgeschichten um Hercule Poirot.

Dead Man's Mirror
Neufassung von The Second Gong aus Strand Magazine 499 (Juli 1932)
Auch in Pünktlichkeit kann töten.
  • Sir Gervase Chevenix-Gore (ich liebe diesen Namen) fordert Poirot auf, ihn in seinem einsam gelegenen Haus aufzusuchen. Als Poirot ankommt, wird der ansonsten überpünktliche Sir Gervase von seiner Familie vermißt. Man findet ihn in seinem von innen abgeschlossenen Arbeitszimmer. Zuerst sieht es nach Selbstmord aus, aber Poirot findet einiges merkwürdig.

The Incredible Theft
Neufassung von The Submarine Plans aus The Sketch 1606 (November 1923), Erstveröffentlichung der Neufassung im Dail Express im April 1937

Murder in the Mews
Woman's Journal - Dezember 1936

Triangle at Rhodes
Strand Magazine 545 - Mai 1936

  • Die Qualität der Geschichten schwankt. Je länger, desto besser trifft es aber nicht ganz.

    Die zweite Geschichte erscheint mir als die schlechteste, ganz einfach weil in zu kurzer Zeit viel zu viele Personen eingeführt werden, die man nur mit Mühe auseinander halten kann.

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Murder on the Orient Express
Mord im Orientexpress

Murder on the Orient Express (1933)
Fontana (1977) / Hachette (2008)

Agatha Christie: Murder on the Orient Express Agatha Christie: Mord im Orient Express
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Im Orientexpress wird ein widerlicher Amerikaner er­mor­det. Jeder der Passagiere ist verdächtig. Poirot steht vor einer fast unlösbaren Aufgabe.

Vielleicht die originellste Idee von Agatha Christie - wenn auch keine sehr wahrscheinliche. Wenn Sie schon mal versucht haben, einige Leute zu finden, die bei einem Umzug helfen, wissen Sie, was ich meine.

Die Verfilmung ist eine ungetrübte Freude. Albert Finney ist nach David Suchet der zweitbeste Poirot-Darsteller. Danach kommt lange niemand.

Parodie der Filmversion in Mad 80.



Gedanken zur Agatha Christie Sammlung


  • Die Fontana-Version ist ziemlich merkwürdig:

    Zeilen wackeln ganz erheblich, was besonders bei den französischen Begriffen auffällt.
  • Hinter dem Eröffnungsanführungszeichen folgt immer ein Leerzeichen.
  • Anders als heute üblich wird nicht die Laufweite der Schrift verändert sondern lediglich die Abstände zwischen den Worten, was für eine sehr unruhigen Seitenspiegel sorgt.
  • Die veralteten Schreibweisen "to-morrow" "to-night" werden verwendet.
In der deutschen Übersetzung wird aus Stamboul Istanbul.
Aus der "Princess Dragomiroff" wird "Fürstin Dragomiroff", aus Andrenyi wird Andreny.
Das in Zusammenhang mit Namen beständig abgekürzte Monsieur (M. Bouc, M. Poirot) wird ausgeschrieben.
Im Original heißt es "Compagnie Internationale des Wagons Lits", im deutschen "Compagnie internationale des wagons-lits". Die deutsche Version ist richtig.
Aus Hildegarde Schmidt wird auf Deutsch Hildegard Schmidt, was mehr Sinn macht.

Murder on the Orient-Express Mord im Orient-Express

Die Zeichnung mit des Waggons scheint identisch, bis man sich die Fenster anschaut. In der Fontana-Ausgabe sind die Fenster auf der Gangseite Spiegelbilder der Abteilseite, in der Hachette-Fassung gibt es wenig glaubhafte Verschiebungen.

Ein oberflächlicher Vergleich der Übersetzung von Otto Bayer mit dem Originaltext zeigt etliche Abweichungen in Satzstruktur und -aufteilung sowie in der Zeichensetzung ("M. Bouc." "M. Poirot." bei deren erster Begegnung wird zu "M. Bouc!" "M. Poirot!"). Außerdem fallen von Christie eingestreute Betonungen unter den Tisch ("The General - his General's - temper has grown worse and worse." wird zu "Der General - sein General - war zusehends misslauniger geworden.")

Der Beginn des Romans:

Agatha Christie Otto Bayer
It was five o'clock on a win­ter's morning in Syria. Alongside the platform at Aleppo stood the train grandly designated in railway guides als the Taurus-Express. Es war ein kalter Win­ter­mor­gen in Syrien. Früh um fünf wartete auf dem Bahnhof von Aleppo der Zug, der in den Kursbüchern großspurig als "Taurus-Express" bezeichnet wird.


Das Ende des Romans:

Agatha Christie Otto Bayer
"Then," said Poirot, "having placed my solution before you, I have the honour to retire from the case ..." "Gut so", sagte Monsieur Poirot. "Nachdem ich Ihnen also meine Lösung unterbreitet habe, werde ich nunmehr die Ehre haben, mich von dem Fall zurückzuziehen ..."


Mit dem Wechsel vom Englischen ins Deutsche wechselt Poirot vom Aktiven ins Passive.

Die Übersetzung von Otto Bayer ist für sich alleingenommen gut lesbar, aber im Vergleich mit dem Original zu oberflächlich.
Mail an Ralf H.


The mysterious affair at Styles

The mysterious affair at Styles (1920)
Pan (1963/1968)

Agatha Christie: The mysterious affair at Styles Agatha Christie: The mysterious affair at Styles
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Ca. 30 Jahre nach Sherlock Holmes war die Welt endlich bereit für den zweiten (von drei) Detektiven, von denen wohl jeder schon einmal gehört hat.

Diesmal war es ein pensionierter Polizist, eine lächerliche Figur mit einem Eierkopf und lauter exzentrischen Angewohnheiten: Hercule Poirot.

Zusammen mit Poirot erblickte auch Captain Hastings das Licht der Welt, der - genau wie Watson - Ich-Erzähler war.

In den Filmen meistens als nicht besonders helle dargestellt, kommt die Darstellung in der David Suchet-Reihe (unbedingt ansehen!) sehr dicht an meine Vorstellung des Charakters heran.
Hastings erholt sich bei seinem Freund Inglethorp von einer Kriegsverletzung. Zufällig hält sich Hercule Poirot, ein Hasting bekannter pensionierter belgischer Polizeibeamter ebenfalls im Ort auf. Kurz nach Ankunft bei den Ingelthorpes wird das Familienoberhaupt Opfer eines Giftanschlags.

Der erste Roman um Hercule Poirot, der hier schon alle Exzentritäten an den Tag legt, die man mit ihm verbindet. Hastings kennt Poirot, Poirot kennt Japp. Es gibt keine ersten Begegnungen. Es gibt Andeutungen auf zurückliegende Fälle, die aber bislang niemand geschrieben hat. Anders als Holmes, der sich ein Leben über Doyle hinaus führen konnte (mal mehr, mal weniger gut), blieb Poirot immer die Figur von Christie.

Hastings bleibt seltsam unscharf. Man erfährt kaum etwas über ihn, obwohl er der Ich-Erzähler ist.

Die Lösung des Falles ist raffiniert und gut versteckt. Es gelingt Christie hervorragend die wirklich wichtigen Details zu erwähnen und gleichzeitig durch andere, belanglosere Details in den Hintergrund zu schieben. Sie schummelt nicht.

Wer Poirot liebt, muß diesen Roman lesen.
Mail an Ralf H.


The mystery of the blue train

The mystery of the blue train (1928)
Fontana (1959)

Agatha Christie: Mystery on the Blue Train
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Ein Mord in einem Zug. Das hatten wir doch schon mal.

Diesmal ist es die Tochter eines amerikanischen Millionärs, die während einer Fahrt nach Nizza ermordet wird.

Den Blauen Zug gab es wirklich, er verkehrte zwischen 1922 und 1938 zwischen Calais und der französischen Riveria.

Christie war mit dem Buch nicht zufrieden - und sie lag damit nicht ganz falsch. Der Anfang ist quälend. Der Leser hat keine Ahnung, was eigentlich vor sich geht, bekommt eine Person nach der anderen serviert, für die die Autorin kein Interesse oder Anteilnahme erwecken kann. Erst mit Kapitel 3 beginnt der Roman interessant zu werden (die ersten zwei Kapitel wurden bei der Zeitungserstveröffentlichung anscheinend weggelassen). Poirot taucht erst im zweiten Drittel des Romans auf - und von diesem Moment an, wird die von Christie gewohnte Qualität erreicht.

Christie hat nicht nur die eine oder andere Person immer wieder auftreten lassen (der hier als Informationslieferant auftauchende Goby, taucht in zwei weiteren Poirot-Romanen auf), sie hatte auch die Gewohnheiten Namen immer wieder zu verwenden. Hier wird ein Städtchen namens St. Mary Mead eingeführt, das später recht bekannt werden sollte. Der Schaffner des Wagens, in dem der Mord stattfand, heißt Pierre Michel - genau wie der Schaffner im Orient Express. Zufall?

Der Satzspiegel der mir vorliegenden Ausgabe ist ziemlich merkwürdig.

CHAPTER X

ON THE BLUE TRAIN


'' DAD !''
   Mrs. Kettering started violently.  Her nerves were
not completely under control this morning.  Very per-
fectly dressed in a long mink coat and a little hat of
Chinese lacquer red, she had been walking along the
crowded platform of Victoria deep in thought, and her
father's sudden appearance and hearty greeting had an
unlooked-for effect upon her.


Anführungszeichen (") werden als zwei Hochkommas (') gesetzt, dahinter kommt immer ein Leerzeichen, Lauftext wird nicht durch variable Wort- oder Buchstabenabstände sondern durch erzwungene Leerzeichen hinter Satzzeichen an den Blocksatz angepaßt. Dadurch wirkt das Satzbild sehr unruhig.

Im Text gibt es einige Rechtschreibfehler (kann passieren, glauben Sie mir), Leerzeichen, wo kein Blocksatz das erfordert und Anführungszeichen wo keine wörtliche Rede stattfindet.

Und dann heißt es: - "to-morrow" - was heute etwas befremdlich wirkt, zu Christies Zeiten aber üblich war.

Der Plot basiert auf der Kurzgeschichte The Plymouth Express.
Uuups! Ich habe den Roman anscheinend irgendwann innerhalb der letzten 5 Jahre schon mal gelesen, ohne das mir das 2018 auffiel. Macht nichts. Es war trotzdem keine vergeudete Zeit.

Christie mochte den Roman nicht, quälte sich anscheinend, ihn endlich abschließen zu können. An der Handlung kann es nicht liegen. Christie hat sehr viel schlechtere Romane geschrieben. Die Auflösung der Geschichte ist recht raffiniert und kompliziert, daher ist der Roman dem anderen Zugroman, den wir alle kennen, deutlich unterlegen.

Katherine Grey scheint mir nicht ordentlich ausgearbeitet zu sein, denn obwohl wir in ihr Innerstes blicken, erfährt der Leser nicht von ihr sondern von Poirot, in wen sie verliebt war und bei wem sie nur so tat, als wäre sie es.

Für meinen Geschmack gibt es etwas viel Zufälle. Zuerst scheinen die Personen nur lose miteinander verbunden zu sein, dann zeigen sich immer mehr Verbindungen, so daß letztlich der Zug voller Menschen war, die sich scheinbar fremd waren, tatsächlich aber miteinander zu tun hatten.

Hasting wird kurz erwähnt, George (Poirots Diener) wird eingeführt.


Sicher nicht Christies bester Poirot-Roman aber gut unterhalten wird man allemal.


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Nikotin

Three Act Tragedy (1934)
Goldmann (1955)

Ich hab keine Ahnung, worum es geht. Goldmann bringt auf der Rückseite statt einer Zusammenfassung eine Übersicht über lieferbare Kriminalromane.


War nicht gerade viel, was ich vor mittlerweile 18 Jahren zu dem Roman geschrieben habe, nicht wahr?

Im Sommerurlaub 2018 habe ich den Roman erneut gelesen.


Das wichtigste zuerst: Das ist zwar ein Poirot-Roman, aber über den größten Teil der Handlugn haben wir es mit Mr. Satterthwaite zu tun, den Christie für The Coming of Mr Quin erfunden und in einigen anderen Kurzgeschichten verwendet hat. Falls Ihnen der Name nichts sagt, liegt es daran, daß er in der Ustinov-Verfilmung durch Hastings ersetzt und in deer Suchet-Bearbeitung ganz entfiel.

Auf einer Abendgesellschaft fällt ein Pfarrer plötzlich tot um. Der Gastgeber vermutet Mord, doch der anwesende Poirot geht von einem natürlichen Tod aus. Später stellt sich heraus, das es tatsächlich Mord war - durch Nikotin (das in reiner Form flüssig und hochtoxisch ist).

Bei einer weiteren Gesellschaft, bei der große Teile der Teilnehmer wieder anwesend sind, stirbt der Gastgeber. Ebenfalls durch Nikotin. Ein beim zweiten Mal nicht anwesender Schauspieler übernimmt mit Mr. Satterthwaite die Ermittlungen ...


Die Auflösung ist ziemlich raffiniert, genau wie die Liebesgeschichte zwischen einer jungen Frau und dem doppelt so alten Schauspieler. Daß es am Schluß Poirot ist, der alles auflöst, versteht sich von selbst.


Der Roman ist (wie ein Theaterstück) in drei Akte aufgeteilt. Im dritten Akt geht Poirot auf seine persönlichen Verhältnisse ein. Was man schon immer geahnt hat: Er ist sehr reich und kann es sich leisten, ganzjährig Urlaub zu machen. Andererseits ist er gelangweilt und sehnt sich nach Abwechslung.

In Hercule Poirots Christmas wird auf diesen Roman Bezug genommen, ebenso in The A.B.C. Murders.

Umgekehrt deutet Poirot Styles und gesteht, daß er einmal versagt hat, damals als er noch für die belgische Polizei arbeitete (diese Geschichte fehlt in Auch Pünktlichkeit kann töten/Poirot's early cases.


Wie gesagt, die Auflösung ist ziemlich raffiniert. Die Fernsehfassung (mit David Suchet) kam erst einige Wochen vorher, daher kann ich das Ende, aber der Roman war trotzdem unterhaltsam und gut zu lesen, was für Christies Talent als Erzählerin spricht. Wenn Poirot nicht nur eine Nebenrolle spielen würde, wäre das sicher einer von Christies großen Romanen. So bewegt er sich bestenfalls im Mittelfeld.


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One, two, buckle my shoe

One, two, buckle my shoe (1940)
Pan (1976)

Agatha Christie: One, two, buckle my shoe
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Agatha Christie erfüllt mit diesem Buch den Wunsch all jener, die einen Zahnarztbesuch für reine Folter halten: Sie lässt den Zahnarzt ermorden.

Der Krieg findet in dem Roman nicht statt, aber das heißt nicht, daß der Roman zeitlos ist. Japp erwähnt, daß er Poirot 20 Jahre kennt, die Gräfin Rossakoff wird beiläufig erwähnt.

Leider ist das ein Roman, der sich tief einprägt, deshalb habe ich mich beim wiederholten Lesen daran erinnert, in welcher Reihenfolge tatsächlich gestorben wurde. Das macht aber gar nichts. Es macht fast genauso viel Spaß, Christies Bemühungen, die wichtigen Hinweise zu verstecken zu beobachten, wie den Täter und den Tathergang zu ermitteln. Ich glaube, es ist für jeden Krimi-Schriftsteller schwer, abzuschätzen wie schwer oder leicht es ein Leser hat den Täter zu ermitteln. Bei meinen Rex Cordoba-Romanen habe ich manchmal den Eindruck, ich würde es dem Leser zu einfach machen - was aber immer wieder heftigst in Abrede gestellt wird.

Christie hat sich von Hastings eingeengt gefühlt. Das ist nachvollziehbar. Aber in den Romanen, in denen Christie vollständig auf einen Begleiter für Poirot verzichtet, erscheint er mir kälter, unmenschlicher, unnahbarer.

Das Buch ist gut lesbar, gehört aber nicht zu Christies Besten.

Der Titel ist wieder einmal ein Kinderreim, der bei einem Himmel- und Höllespiel aufgesagt wird.

Das Buch wurde mit David Suchet verfilmt.
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Peril at End House

Peril at End House (1932)
Pocket (?)

Agatha Christie: Peril at End House
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Poirot und Hastings machen Urlaub an der britischen Küste. Kurz vor Nick Buckley ihnen zum ersten Mal begegnet, findet Poirot eine Kugel und in Miss Buckley Hut ein dazugehörendes Loch. Dreimal wurde versucht Miss Buckley zu töten - Grund genug für Poirot sich auf die Suche nach dem Urheber der Mordversuche zu machen.

Die Lösung liegt sehr bald auf der Hand, ist aber kaum weniger originell als die in ihren bekannteren Romanen. Vielleicht denke ich einfach zu ähnlich.

Ein sehr guter, empfehlenswerter Poirot.
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Poirot investigates / Poirots raffinierte Fälle

Poirot investigates (1924)
Pan (1967) / Kaiser (??)

Agatha Christie: Poirot investigates Agatha Christie: Poirots raffinierte Fälle
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Mehrere Kurzgeschichten. Christie zeigt, was Autoren heute leider all zu häufig vergessen: Nicht die Länge macht die Qualität.

  • The Adventure of "The Western Star"
    Die Augen der Gottheit (2)
  • The Tragedy at Marsdon Manor
    Die Tragödie von Marsdon Manor (3)
  • The Adventure of the Cheap Flat
    Die mysteriöse Wohnung (4)
  • The Mystery of Hunter's Lodge
    Das Mysterium von Hunter's Lodge (5)
  • The Million Dollar Bond Robbery
    Der raffinierte Aktiendiebstahl (1)
  • The Adventure of the Egyptian Tomb
    Das Abenteuer des ägyptischen Grabes (6)
  • The Jewel Robbery at the Grand Metropolitan
    Der Juwelenraub im Grand Hotel (7)
  • The Kidnapped Prime Minister
    Der entführte Premierminister (8)
  • The Disappearance of Mr. Davenheim
    --
  • The Adventure of the Italian Nobleman
    --
  • The Case of the Missing Will
    --
In der deutschen Ausgabe fehlen nicht nur drei Geschichten, auch die Reihenfolge wurde (leicht) geändert. Außerdem wird in "The Jewel Robbery at the Grand Metropolitan / Der Juwelenraub im Grand Hotel" die Orientierungsskizze unterschlagen.
Der Beginn der Kurzgeschichte "The Million Dollar Bond Robbery / Der raffinierte Aktiendiebstahl":

Agatha Christie Ralph von Stedman ?
"What a number of bond robberies there have been lately!" I observed one morning, laying aside the newspaper. "Poirot, let us forsake the science of detection, and take to crime instad!" "Unglaublich, wieviel Aktiendiebstähle in der letzten Zeit stattgefunden haben!" bemerkte ich eines Morgens, als ich die Zeitung weglegte. "Poirot, wie wär's, wenn wir auch mal auf Raub ausgingen?"


Schon der zweite Satz der wörtlichen Rede hat mit dem Original nicht mehr viel gemeinsam. Anstatt eine (witzig gemeinte) Aufforderung auszusprechen, stellt Hasting in der deutschen Fassung eine (ebenfalls als Witz gemeinte) verkürzende Frage.



Das Ende dieser Kurzgeschichte:

Agatha Christie Ralph von Stedman ?
And, beaming, Poirot kissed the astonished girl light on either cheek! Und strahlend küßte Poirot das erstaunte Mädchen leicht auf die Wangen.


Auch hier ist die Übersetzung nicht genau. Durch den Wegfall des Ausrufezeichens geht die Verwunderung des Autors (vorgeblich ist das ja Captain Hastings, der beste Freund Poirots) verloren.
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Problem at Pollensa Bay

Problem at Pollesa Bay and other stories (1991)
Harper Collins (1993)

Agatha Christie: Problem at Pollensa Bay
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Diverse Kurzgeschichten, die vorher noch nicht in Großbritannien in Buchform erschienen waren.

  • Problem at Pollensa Bay - Eine Parker Pyne Geschichte. (Erstveröffentlichung in Strand Magazine 539 (November 1935) - Die Geschichte fehlt in
  • The Second Gong (Aus Strand Magazine 499 (Juli 1932)- Neubearbeitung als Dead man's mirror - Hier wie da mit Hercule Poirot)
  • Yellow Iris (Aus Strand Magazine 559 (Juli 1937 - hier mit Hercule Poirot. Die Neufassung (Sparkling Cyanide) muß ohne ihn auskommen.)
  • The Harlequin Tea Set (Erstveröffentlichung in Winter's crimes 3 im Jahr 1971 - Mit Harley Quin.)
  • The Regatta Mystery (Aus Strand Magazine 546 (Juni 1936 - Dort als Poirot and the Regatta Mystery. Später umgearbeitet zu einer Geschichte mit Parker Pyne (Regatta Mystery))
  • The Love Detectives (Aus The Story-Teller 236 (Dezember 1926) - Dort als At the Crossroads. Mit Harley Quin.)
  • Next To A Dog (Aus Grand Magazine 295 (September 1929))
  • Magnolia Blossom (Aus Royal Magazine 329 (März 1926)

  • Es ist wie immer: die Qualität schwankt.
  • In der Geschichte Next to a dog passiert eigentlich nicht viel. Eine Frau hängt an ihrem alten Hund, ist bereit, ihr Leben nach seinen Bedürnissen auszurichten. Als dann der Hund stirbt ... ist die Geschichte vorbei. Ein Tränendrücker - und doch eine Enttäuschung.

Mail an Ralf H.