Ich hab keine Ahnung, worum es geht. Goldmann bringt auf der Rückseite statt einer Zusammenfassung eine Übersicht über lieferbare Kriminalromane.
War nicht gerade viel, was ich vor mittlerweile 18 Jahren zu dem Roman geschrieben habe, nicht wahr?
Im Sommerurlaub 2018 habe ich den Roman erneut gelesen.
Das wichtigste zuerst: Das ist zwar ein Poirot-Roman, aber über den größten Teil der Handlugn haben wir es mit Mr. Satterthwaite zu tun, den Christie für
The Coming of Mr Quin erfunden und in einigen anderen Kurzgeschichten verwendet hat. Falls Ihnen der Name nichts sagt, liegt es daran, daß er in der Ustinov-Verfilmung durch Hastings ersetzt und in deer Suchet-Bearbeitung ganz entfiel.
Auf einer Abendgesellschaft fällt ein Pfarrer plötzlich tot um. Der Gastgeber vermutet Mord, doch der anwesende Poirot geht von einem natürlichen Tod aus. Später stellt sich heraus, das es tatsächlich Mord war - durch Nikotin (das in reiner Form flüssig und hochtoxisch ist).
Bei einer weiteren Gesellschaft, bei der große Teile der Teilnehmer wieder anwesend sind, stirbt der Gastgeber. Ebenfalls durch Nikotin. Ein beim zweiten Mal nicht anwesender Schauspieler übernimmt mit Mr. Satterthwaite die Ermittlungen ...
Die Auflösung ist ziemlich raffiniert, genau wie die Liebesgeschichte zwischen einer jungen Frau und dem doppelt so alten Schauspieler. Daß es am Schluß Poirot ist, der alles auflöst, versteht sich von selbst.
Der Roman ist (wie ein Theaterstück) in drei Akte aufgeteilt. Im dritten Akt geht Poirot auf seine persönlichen Verhältnisse ein. Was man schon immer geahnt hat: Er ist sehr reich und kann es sich leisten, ganzjährig Urlaub zu machen. Andererseits ist er gelangweilt und sehnt sich nach Abwechslung.
In
Hercule Poirots Christmas wird auf diesen Roman Bezug genommen, ebenso in
The A.B.C. Murders.
Umgekehrt deutet Poirot
Styles und gesteht, daß er einmal versagt hat, damals als er noch für die belgische Polizei arbeitete (diese Geschichte fehlt in
Auch Pünktlichkeit kann töten/Poirot's early cases.
Wie gesagt, die Auflösung ist ziemlich raffiniert. Die Fernsehfassung (mit David Suchet) kam erst einige Wochen vorher, daher kann ich das Ende, aber der Roman war trotzdem unterhaltsam und gut zu lesen, was für Christies Talent als Erzählerin spricht. Wenn Poirot nicht nur eine Nebenrolle spielen würde, wäre das sicher einer von Christies großen Romanen. So bewegt er sich bestenfalls im Mittelfeld.