H
Dr. Günter Hecht

Haustiere - dein Hobby

Haustiere - dein Hobby (1970)
Bastei (1970)
Hecht ist Tierarzt.

Hält man Tiere, sollte man wissen, womit man es zu tun hat. Man sollte sich über ihre Eigenheiten, über ihre Vorlieben, ihre Bedürfnisse, ihre Krankheiten informieren.

Ich hatte Wellensittiche, Meerschweinchen und natürlich Katzen.

Es gibt immer Fragen, die sich von einem Moment zum anderen auftun. Ein Buch wie dieses kann dann sehr hilfreich sein.
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Joachim Heimannsberg

Karl May auf Reisen


Karl May auf Reisen (2012)
Meyers Bibliographisches Institut (2012)
* 1949 (Velbert)

Joachim Heimannsberg: Karl May auf Reisen
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Eine Biographie von Karl May, in die lange, wirklich lange Episoden aus dem Werk von Karl May eingeflochten sind. Ohne dass es nachgezählt zu haben, bin ich sicher, dass mehr als die Hälfte des Buches tatsächlich aus der Feder Mays stammt.

Manchmal ist der Grund erkennbar, aus dem der Ausschnitt an dieser Stelle gebracht wird, manchmal nicht.

Die Biographie an sich ist ordentlich, wenn auch nicht sehr ausführlich.

Im Text sind zahlreiche Bilder untergebracht, die aber kaum zur Ergänzung des Textes dienen. Ein Foto von Klara May? Oder Emma May? Nein, leider nein. Wer daran interessiert ist, muss sich auf den Seiten der Karl May Gesellschaft * umschauen.

Die Einsprengsel greifen meist auf die Urfassungen zurück, was sie für den Nichtkomplettisten interessant macht.

Als Biographie zu oberflächlich, als bibliographisches Werk kaum zu gebrauchen, da die Ausschnitte eben doch nur Ausschnitte sind und nicht dem Versionsvergleich dienen.

Der Titel (vor allem der Untertitel "Mit dem Erfinder von Kara Ben Nemsi und Old Shatterhand unterwegs") verspricht etwas, das der Inhalt nicht hält. Erwartet hätte ich, dass der Autor die (Phantasie-)Reisen May der damaligen Wirklichkeit gegenüberstellt. Das geschieht nicht.

Ein Lesebuch für den Gelegenheitsfan, der schon viel, aber nicht zu viel von May weiß.


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Joe Hembus

Charlie Chaplin und seine Filme

Charlie Chaplin und seine Filme (1972)
Heyne (1978)


Kurze aber informative Biographie zum großen, heute fast in Vergessenheit geratenen Charlie Chaplin.
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Gerhard Herm

Die Welt der Diadochen

Die Welt der Diadochen (1978)
Heyne (1980)
* 1931

Geschichte ist interessant und lehrreich. Wer seine Geschichte nicht kennt, ist dazu verdammt, die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen.

Herm ist ein recht vielseitiger Autor, der u.a. Krimis schreibt.

Sein Buch, dass die Zeit von Alexanders Tod (323 v. Chr.) bis zur Zeitenwende umfasst, ist als Taschenbuch zwar gekürzt, aber noch immer interessant und lesenswert.
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Ingo Hermann (Herausgeber)

Und dann kam Kolumbus


Und dann kam Kolumbus (1992)
Goldmann (1993)
* 1932 (Bocholt/Westfalen)

Ingo Hermann: Und dann Kolumbus
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Ein weiteres Buch aus der Terra-X-Reihe. Siehe hierzu auch Hans Helmut Hillrichs, Gottfried Kirchner und Peter Baumann. Diesmal beschäftigen sich Hermann Glaser, Hans-Christian Huf, Harald Jung, Jens-Peter Behrend/Eike Schmitz, Rolf Pflücke und der allseits bekannte und beliebte Volker Arzt mit Kolumbus, seinen Auswirkungen und seinen Vorgängern.

Die dem Buch zugrundeliegenden Sendungen sind mir (zumindest teilweise) durch zahllose Wiederholungen bekannt. Das Buch vertieft den Stoff - und seine Lektüre ist deshalb unbedingt zu empfehlen.
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Herodot

Historien I - 1. Buch: Kleio


(ca. 445 v. Chr.)

Goldmann (1973)
ca. 480 v. Chr. - 426 v. Chr.
Herodot gilt als Vater der Geschichtsschreibung. Die Historien sind das älteste vollständig erhaltende Werk der Prosaliteratur (zumindest lt. Rückentext).

Beschreibt einen Krieg der Griechen gegen sogenannte Barbaren und gegen die Perser.

Auch heute noch lesbar - was man nicht von allem sagen kann, was in den letzten 2.500 Jahren geschrieben wurde (incl. einiger meiner eigenen Romane).
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Peggy Herz

TV Time '79

TV Time '79 (1979)
Scholastic Book Services (1979)

Peggy Herz berichtet über Gespräche, die sie mit damals aktuellen Fernsehstars geführt hat. Erinnern Sie sich noch an Lou Ferrigno (The incredible Hulk), Nicholas Hammond (The Amazing Spider-Man), Joyce DeWitt (Three's Company, dt.: Herzbube mit zwei Damen), Melissa Gilbert und Melissa Sue Anderson (Little House on the Prairie, dt.: Unsere kleine Farm), Parker Stevenson und Shaun Cassidy (The Hardy Boys - Stevenson kennt man höchstens aus Simon & Simon, Cassidy als Bruder von David und kurzzeitig erfolgreichen Sänger), John Travolta (nun ja, Welcome Back Kotter ist so gut wie vergessen, Travolta immer noch ganz oben auf - oder schon wieder nicht? Der Mann hatte so viele Comebacks, das man nie sicher sein kann, ob er gerade wieder vor einem steht oder schon wieder in der Versenkung verschwunden ist.)
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Hermann Hesse

Der Steppenwolf

Der Steppenwolf (1926)
Suhrkamp (1978)

Es ist über zwanzig Jahre her, seit ich das Buch gelesen habe. Es war Pflichtlektüre auf dem Gymnasium.

Ich weiß, Hesse hat recht viele Fans (u.a. meine Schwägerin), aber ich empfand das Buch als lausig geschrieben und quälend langweilig. Vielleicht würde ich das heute anders sehen, wenn ich mich überwinden könnte, es noch einmal zu lesen.
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Sigrid Heuck

Cowboy Jim


Cowboy Jim (1968)
Cowboy Jims Wildwest-ABC (1970)
Cowboy Jim im Wilden Westen (1989)
Omnibus (2006)
11.05.1932 (Köln) - 02.10.2014 (Bad Tölz)

Sigrid Heuck: Cowboy Jim
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Ich bin ganz erstaunt, dass ich Frau Heuck noch nicht erfasst hatte. Das Buch muss ich übersehen haben, obwohl ich es immer wieder sehe. Hole ich bei nächster Gelegenheit nach.

Dieses Buch hier habe ich 2020 in einem Bücherschrank in Feuerbach entdeckt. Wie kann man so etwas weggeben? Für mich unverständlich.

Wenn Sie in meinem Alter sind (was ich nicht glaube), werden Sie vielleicht eine dunkle Erinnerung an Cowboy Jim haben. Ich bin ziemlich sicher, dass mein erster Kontakt mit ihm im Sandmännchen erfolgt ist. Die Bücher kamen (meiner Meinung) erst später.

Jim ist ein junger Cowboy, der auf einem zotteligen Pferd (Mister Tramp) durch den Westen reitet. Bei sich trägt er ein Lasso und eine Gitarre, aber keinen Colt. Außerdem trinkt er lieber Milch als Whisky.

Im ersten Band lernt der Leser das Leben im Wilden Westen kennen, im zweiten Buch freundet sich Jim mit einem Farmer (John Dabbelju Applebee) und vor allem dessen Tochter Betsy an. Im dritten Band sind Jim und Mister Tramp wieder fern der Farm unterwegs.

Jim ist eine friedlichere Version von Lucky Luke und Tom Berry.

Die Geschichten der ersten beiden Bände sind hervorragend, die des dritten scheinen mir nur aufgeschriebene Gedanken zu sein, für deren Ausarbeitung sich Frau Heuck keine Zeit mehr nehmen wollte. Die Länge bzw. Kürze der Geschichten unterstreicht das noch.

Aber egal welche der Geschichten man liest, es macht immer Spaß und zumindest für mich ist es ein Ausflug in meine Kindheit.

Ein Kinderbuch, das auch heute noch zu empfehlen ist.


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Renate Heyberger & Hans-Albert Stechl

Die Fallers privat


G. Braun GmH & Co. KG
Die Falles privat (1999)
Renate Heyberger (* 1954 in Lauffen am Neckar)
Hans-Albert Stechl (* 21. März 1949 in St. Georgen)

Renate Heyberger & Hans-Albert Stechl: Die Fallers privat
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Bücher, die die Welt nicht braucht.

Es spricht nichts gegen Bücher zu Fernsehserien, gerade wenn es sich um eine Serie handelt, die so lange läuft wie Die Fallers. Aber: Die Fallers ist eine Serie ohne wirkliches Gedächtnis. Zwar gibt es im Haus zig Fotos von verstorbenen Familienmitgliedern, aber außer das mal erwähnt wird, dass Karl und Johanna (um zwei Beispiele zu nennen) gestorben sind, hat das keine Auswirkungen. An tatsächliche Geschichten erinnert sich niemand. Einen Grund, Details zu recherchieren, gibt es daher für Neuzuschauer nicht.


Peter Schell, der Darsteller von Karl, war ziemlich überraschend verstorben. In der Serie geisterte er dann noch ca. ein Jahr durch die Szenerie, ohne dass man ihn wirklich sah.

Ursula Cantieni, in der Serie Johanna Faller, stieg aus (oder wurde sie als Impfgegnerin rausgeschmissen? So ganz klar ist mir das nicht). In der vorletzten Folge spielte Frau Cantieni noch ganz normal mit, in der letzten Folge huschte Johanna nur kurz durchs Bild - wobei ganz offensichtlich war, dass es sich dabei nicht um Frau Cantieni handelte.

Beide Charaktere, Karl und Johanna, wurden in der selben Folge abgeschafft. Frau Cantieni starb 7 Monate später auch im richtigen Leben.


Die Fallers sind nicht nur eine Serie ohne Gedächtnis, es ist auch eine Serie ohne Türschlösser. Auf dem Fallerhof kann man kommen und gehen wie man will. Ganz plötzlich steht jemand in der Küche - was besonders bei Eva und Andreas ziemlich unglaubhaft auffällt. Andreas ist Tierarzt. Hinter der Haustür ist ein Gang, von dem aus es einerseits ins Obergeschoss geht, andererseits aber auch in die Wohnküche und auf der anderen Gangseite in die Praxis (die er allein, ohne jedes Hilfspersonal betreibt). D.h. hier kommen und gehen auch Patienten wie sie wollen. Unrealistischer geht es kaum.


Schauspieler werden immer wieder mal ausgetauscht (Eva wird von der dritten Darstellerin verkörpert), Albert und Celine (die es inzwischen in den Vorspann geschafft haben) bringen es auf zwei Besetzungen. Auch das erschwert Rückblicke ganz ungemein.


Während Die Lindenstrasse mir immer sehr ernst vorkam, kann man bei den Fallers auch mal lachen. Das ist wahrscheinlich der größte Vorteil.

Ich selbst habe Die Fallers sporadisch während der 90er angeschaut und fand sie immer furchtbar spießig und düster. Besonders unsympathisch war mir Karl.

Meine Frau interessiert sich ungefähr seit 2017 für die Serie. Eine der sympathischsten Figuren war bei meinem Neueinstieg: Karl.

Während in Köln hin und wieder auch mal nackte Haut zu sehen war (häufiger Männer als Frauen), ist das bei den Fallers unvorstellbar. Spießig ist die Serie noch immer, auch wenn immer wieder von Seitensprüngen erzählt wird.


Da die Serie immer nur im Jetzt (bestenfalls der nahen Vergangenheit) spielt, sind tiefergehende Informationen zur Vorgeschichte der Charaktere überflüssig. Es ist wie es ist. Und wenn es mal anders war, ist das auch egal.


Wer mal sehen will, wie die Darsteller sich verändert haben, für den ist das reich bebilderte Buch ganz okay. Ansonsten ist es überflüssig.


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Patricia Highsmith

Zwei Fremde im Zug

Strangers on a train (1950)
Diogenes (1977)

Mary Patricia Plangman 19.01.1921 (Fort Worth) - 04.02.1995 (Locarno)

Patricia Highsmit - Zwei Fremde im Zug
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Zwei Männer begegnen sich im Zug. Der eine, Guy Haines, ein aufstrebender Architekt, der noch immer an seine längst von ihm getrennt lebende Ehefrau gekettet ist, der andere, Charles Anthony Bruno, ein Nichtstuer, der vom Geld seiner Eltern lebt. Bruno offenbart, dass er seinen Vater bis auf Blut hasst. Und er schlägt vor, Guy von seiner Ehefrau zu befreien, wenn der im Gegenzug Brunos Vater ermordet.

Die Idee: Super. Kein Wunder hat Hitchcock schnell zugegriffen.

Die Ausführung ... Da kann man geteilter Meinung sein. Sie werden gleich sehen, warum.

Ich habe den Film seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen, weiß aber, dass Hitchcock vieles geändert hat. Zum einen wurde aus Guy ein Tennisspieler, zum anderen findet bei Hitchcock der zweite Mord nicht statt.

Zwei Personen. Zwei Männer, die (im Roman) dem Alkohol deutlich zuviel zusprechen. Gerade bei Bruno hat Highsmith, die (lt. englischsprachiger Wikipedia*) heftige depressive Phasen durchlief und Alkoholikerin war, wahrscheinlich stark auf eigene Erfahrungen zurückgreifen können. Mein Vater und meine Mutter waren zumindest Gesellschaftsalkoholiker, daher kommen mir viele hier geschilderten Verhaltensweisen bekannt vor.

Zwei Personen. Es ist auffällig, dass die von der Autorin völlig unterschiedlich behandelt werden. Bruno wird ständig mit seinem Nachnamen bezeichnet, während Haines immer Guy ist. Der Leser identifiziert sich mit Guy, kann sein Verhalten nachvollziehen, seine Verzweiflung nachfühlen, auch wenn die letztlich in eine Richtung führt, die der Leser hoffentlich nicht gutheißen wird.

Während wir über das erste Mordopfer (die Noch-Ehefrau von Guy) viel erfahren und sie dem Leser von Seite zu Seite unsympathischer wird, erfahren wir über das zweite Mordopfer so gut wie nichts. Alles, was wir über Brunos Vater wissen, entstammt Brunos Perspektive. Ob diese richtig ist oder nur eingebildet, wissen wir nicht. Der Detektiv Gerard äußert einmal, Bruno habe seinen Vater nie wirklich gekannt.

Damit kommen wir zum Detektiv, einem Privatdetektiv, der handelt, als sei er von der Polizei. Er verhört und lädt vor, durchforstet Konten, schließlich hört er Guys Zimmer ab. Für mich die schwächste Person in der Geschichte. Er ist kein Polizist und wird trotzdem so behandelt. Warum? Versteh ich nicht.


Die Ausgangsidee ist reizvoll.

Letztlich scheitert die Ausführung dann daran, dass es zu einer (unausgesprochenen) homosexuellen Anziehung von Bruno zu Guy kommt. Bruno stalkt Guy, was letztlich den Detektiv auf die Spur zweiten Mannes bringt.


Die Leiden der beiden Männer sind hervorragend dargestellt. Der übermächtige Detektiv Gerard (Arthur, nicht Philip - der gehört zu Auf der Flucht*) zieht die ganze Geschichte dann jedoch herunter. Man merkt, dass Highsmith ein Problem damit hatte, wie sie die Geschichte zu einem positiven Abschluss (also: Verbrechen darf sich nicht auszahlen) bringen sollte. Die Lösung musste mit jemandem zusammenhängen, der die Psychologie innerhalb der Familie kannte - was einen Polizisten ausschloss.

Genau an der Stelle (siehe oben), knirscht es dann ganz gewaltig.

Hitchcock nahm die Ausgangssituation bis ca. zum ersten Mord, dann ließ er die Geschichte zu einem Zweikampf zwischen Guy und Bruno (hier: Bruno Antony) werden. Das erscheint mir viel schlüssiger als Highsmiths Ansatz.


Ein über weite Strecken gelungener Roman, der allerdings nicht ganz das Niveau erreicht, das man ihm zugetraut hätte. Trotzdem: Die Lektüre lohnt sich.


Barb Saffers bebilderte Besprechung* des Buches ist zu empfehlen.


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Dieter Hildebrandt

... über die Bundesliga - Die verkaufte Haut


Über die Bundesliga - Die verkaufte Haut (1979)
Ullstein (1981)
* 23.05.1927 (Bunzlau [Niederschlesien, heute Polen])

Dieter Hildebrandt: ... über die Bundesliga
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Eine Reihe von fiktiven Interviews mit einem Fußballspieler.

Ich habe selten ein so langweiliges Buch gelesen. Zwei, dreimal, blitzt Hildebrandts enormes Talent hervor, zu wenig, um die Lektüre zu rechtfertigen.



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Dieter Hildebrandt u.a.

Scheibenwischer Zensur


Scheibenwischer Zensur (1986)
Knaur (1986)
Mit einem Vorwort von Heinrich Albertz.

Bayern. Das Land der Berge, der grünen Wiesen, der glücklichen Kühe, des BSE, der CSU, der rückständigen Menschen, der NSDAP. Das Land, das sich dem Grundgesetz verweigern wollte, das Land, aus dem bis heute - politisch gesehen - fast nie was Gutes gekommen ist. Bayern, das Land in dem Zensur ausgeübt wird.

Die Jüngeren werden sich nicht mehr daran erinnern, aber es gab Zeiten, da konnten nur zwei oder drei Fernsehprogramme empfangen werden. Dieter Hildebrandt, das Urgestein des deutschen Kabaretts, den in meiner Kellnerzeit mal auf seinem Zimmer bedient habe, schaffte es meines Wissens mindestens zweimal, daß seine Sendungen nicht in Bayern ausgestrahlt wurden.

Hier geht es um die Nachrüstung. Knaur war damals recht schnell und veröffentlichte den kompletten Text - der in Bayern ruck, zuck bekannt war. Punktsieg für Hildebrandt.

Lang, lang ist's her.
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Hans Helmut Hillrichs (Herausgeber)

* 27.05.1945 (Bursinghausen am Deister/Niedersachsen) † 03.04.2024

Von den Inseln des Drachenbrums zur Festung der Sturmgötter

Von den Inseln des Drachenbaums zur Festung der Sturmgötter (1990)
Goldmann (1991)
Hans Helmut Hillrichs: Von den Inseln des Drachenbaums zur Festung der Sturmgötter
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Ein weiteres Buch aus der Terra-X-Reihe. Siehe hierzu auch Ingo Hermann Gottfried Kirchner und Peter Baumann. Diesmal beschäftigen sich Harald Braem & Frieder Mayrhofer, Wulfing von Rohr, Rolf Pflücke, Helga Lippert & Arno R. Peik & Eberhard Thiem sowie Hajo Bergmann mit einer Vielzahl von Themen (die Kanaren, die Anasazi, die Osterinseln, Bali). Hauptteil des Buches ist die (zweiteilige) Rekonstruktion der Reisen des Odysseus.
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Von Steppen der Mongolen zu den Inseln über dem Regenwald

Von Steppen der Mongolen zu den Inseln über dem Regenwald (1991)
C. Bertelsmann Verlag GmbH (1991)
Hans Helmut Hillrichs: Von Steppen der Mongolen zu den Inseln über dem Regenwald
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Auch diesmal wieder Begleit- bzw. Hintergrundmaterial zu Folgen von Terra X, aus der Zeit, bevor die Sendereihe beliebig wurde. Mit sehr vielen, beeindruckenden Fotos. Wie alle Bücher der Reihe sehr zu empfehlen.

Die Reiter der Goldenen Horde

von Hajo Bergmann.

Es handelt sich um Folge 29 (erstmals: 03.11.1991) der TV-Serie.

Natürlich denke ich bei Mongolei zuerst an Dschingis Khan. Vor meinem inneren Auge sehe ich dann unzivilisierte Terroristen, die brutal über friedliche und freundliche Europäer herfallen. Nichts davon ist richtig - was ich sehr wohl weiß. Ja, es kam zu Kämpfen, ja viel zu viele Menschen sind gestorben, aber weder waren die Mongolen unzivilisiert, noch waren die Europäer friedlich und freundlich.

Die moderne Mongolei ist ein dünn besiedelter Staat, deren Städte sich wahrscheinlich nicht sehr von anderen modernen Städten überall auf der Welt unterscheiden. Außerhalb der Städte scheint die Zeit manchmal stehengeblieben zu sein. Jedenfalls entnehme ich das diesem Buch, der TV-Folge und anderen (Reise-)Dokumentationen, die die Mongolei mindestens gestreift haben.

Der Herrscher der Steppe

von Hajo Bergmann.

Es handelt sich um Folge 30 (erstmals: 10.11.1991) der TV-Serie.

Die Reise führt nun in den an die Mongolei grenzenden Teil Chinas.

China ist ein Unterdrückungsstaat, der lange von uns mit Entwicklungsgeldern unterstützt wurde (bis wann eigentlich?). Die Bilder der 70er Jahre, als dreckige Luft, Einheitskleidung und Fahrräder vorherrschten, sind inzwischen modernen Stadtbildern gewichen.

Ein kleines Bißchen weiß ich über Chinas Geschichte, aber insgesamt gesehen ist es so gut wie nichts. Ich hatte in meinem Leben selten Kontakt mit Chinesen und war immer erschrocken, wie eingeschränkt ihr Weltbild war, egal wie nett und freundlich sie im persönlichen Umgang waren. Aber vielleicht musste man so sein, wenn man das Land verlassen wollte.

China ist ein Land, das interessant sein könnte, wenn man nicht bei jedem Schritt, bei jeder Bemerkung aufpassen müsste. Ich kannte die DDR, erinnere mich an die Ängste und unangenehmen Gefühle, die ständige Selbstzensur, die von vielen, die in der DDR aufgewachsen sind, heute verdrängt werden.

Der Bericht zeigt, dass es in China vieles zu entdecken gäbe, dass China trotz aller (damals schon begonnenen) Modernisierung ein fremdes Land geblieben ist. Nun ja, vielleicht wird China irgendwann nach Xi Jiping ein der Welt zugewandtes, freundlichen Land werden.

Der Todeszug der Lanzenreiter

von Gottfried Kirchner.
Es handelt sich um Folge 26 (erstmals: 09.12.1990) der TV-Serie.

Um ehrlich zu sein, von der Geschichte Südamerikas weiß ich nicht viel. Die Verbrechen der spanischen Conquistatoren an den auch nicht besonders sympathischen Indios, vor allem die Geschichte um Cortés und Montezuma, dann folgt schon Tim und Struppi. Südamerika. Das sind moderne Städte, unterdrückte Indios, nackte Haut, Armut und Unterdrückung durch Militärs.

Was Kirchner hier beobachtet und schildert, ist daher für mich völlig fremd.

Die Blutspur der weißen Götter

von Gottfried Kirchner.
Es handelt sich um Folge 31 (erstmals: 17.11.1991) der TV-Serie.

Hier geht es um dein Einfluss der Welser, die ähnlich wie die Fugger durch Bankgeschäfte reich wurden, ohne sich durch eine soziale Ader positiv in die deutsche Geschichte eingetragen zu haben. In Südamerika wurde auch durch ihnen zuzurechnende Personen (Familienmitglieder wie Bartholomäus Welser und Angestellte wie Nikolaus Federmann) nicht zu entschuldigende Verbrechen begangen

Safari in die Steinzeit

von Helga Lippert.
Es handelt sich um Folge 34 (erstmals: 29.12.1991) der TV-Serie.

Berichtet wird von steinzeitlichen Kopfoperationen, die - obwohl verboten - immer noch bei den Kisii Kenia durchgeführt wurden (werden?).

Inseln über dem Regenwald

von Volker Arzt.
Es handelt sich um Folge 32 und 33 (erstmals: 01.12. und 08.12.1991) der TV-Serie.

Haben Sie schon mal von den Tepuis gehört? Oder vielleicht von den Tafelbergen in Venezuela? Ja, natürlich hatte ich schon davon gehört - zumindest im Zusammenhang mit Doyles Los World (ich habe den Roman tatsächlich noch nicht in meiner Sammlung).

Volker Arzt und sein Team haben diese Riesen besucht. Dinosaurier haben sie zwar nicht entdeckt, aber fremdartig, beeindruckend und beängstigend ist die Welt dort trotzdem.


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James Hilton

Lost Horizon


Lost Horizon (1933)
Pocket Book (1960)
09.09.1900 (Leigh, Lancashire, England) - 20.12.1954 (Long Beach)

James Hilton: Lost Horizon
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Ein Flugzeug mit vier Passagieren an Bord wird entführt. Nach einer Landung mitten im Himalaya, bei der der Pilot tödlich verletzt wird, gelangen die vier Entführten in ein Lama-Kloster, Shangri-La. Drei der Passagiere sind bereit, sich auf ein Leben in der Abgeschiedenheit einzulassen, nur der jüngste der Gruppe strebt danach, wieder in die Zivilisation zu gelangen ... Eigentlich passiert nicht viel in dem Roman. Doch er war so einflussreich, dass man ihn zu den Werken der Unterhaltungsliteratur zählen darf, die den meisten irgendwie bekannt sind, selbst wenn sie den Roman nie gelesen, ja selbst, wenn sie noch nie von ihm gehört haben.

Das Kloster liegt zwar in Tibet, ist aber von Europäern gegründet und geprägt worden. Tibeter tauchen nur als Bedienstete auf, die mäßig versklavt werden und davon mäßig begeistert sind, weil man ihnen dadurch ein mäßig gutes Leben verschafft (Sie merken, der Begriff der Mäßigkeit spielt im Roman eine wichtige Rolle (im Originaltext: "moderate")).

Der Roman war das erste von Pocket Book veröffentlichte Paperback (Taschenbuch), nicht das erste Taschenbuch, das überhaupt veröffentlicht wurde, auch wenn der Hinweis auf der Titelseite meines Exemplars etwas anderes vermitteln will.

Hiltons Aufbau der Geschichte ist recht raffiniert. Die äußere Hülle bildet eine Unterhaltung zwischen Schulkameraden, in der der scheinbare Hauptdarsteller (Woodford Green) erfährt, dass einer der anderen (Rutherford) einen weiteren Schulfreund (Conway) wieder getroffen hat.

Die zweite Ebene ist dann die Erzählung Rutherfords, der von Conway die Geschichte von Shangri-La erfahren hat.

Dann folgt die Erzählung Conways, in die dann wieder die Erzählung von Perrault eingebunden wird.

Raffiniert.

Bis kurz vor Schluss scheint es möglich, dass Perrault Conway Märchen erzählt hat. Bis angedeutet wird, dass seine Feststellungen zum verlangsamten Altern der Bewohner von Shangri-La wohl doch der Wahrheit entsprechen.

Nein, Shangri-La ist nicht das Paradies auf Erden. Die Bewohner leben abseits von der Welt, sorgen sich nur noch um ihre eigenen Interessen, ohne andere an ihren Erkenntnissen teilhaben zu lassen. Eigentlich sind sie alle Egoisten. Und letztlich wird für den, der ihnen glaubt, durch einen anderen Egoisten, nämlich den jungen, liebenden Mann, der Traum von der Weltabgeschiedenheit zerstört.

Dass die Einwohner von Shangri-La zu kriminellen Mitteln (nämlich einer Entführung) greifen, um Nachwuchs für ihr Kloster zu erhalten, macht sie nicht gerade sympathisch.

Mit Shangri-La ist es wie mit vielen anderen Orten und Behauptungen, die Glück und Zufriedenheit versprechen: Sobald man die Perspektive wechselt, verlieren sie ihre Unschuld.

Trotz allem: Hilton ist ein faszinierender Roman gelungen, der sich dermaßen interessant liest, dass man darüber kaum wahrnimmt, dass eigentlich nicht sehr viel passiert.


Mail an Ralf H.





Hippokrates

Schriften

? (2. Jhd nach Chr.)
Rowohlt (1962)


Wahrscheinlich sind die Schriften nicht von Hippokrates, denn der wurde 460 wurde Chr. geboren und die bekannten Texte basieren auf einer umfangreichen Hippokrates Ausgabe aus dem 2. Jhd. n. Chr. - die auch nicht mehr erhalten ist.

Medizinische Aktualität kann man von diesem Text nicht verlangen - aber er ist hoch interessant, auch heute noch.
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Alfred Hitchcock (Herausgeber)

Meine Lieblingsmorde

Alfred Hitchcock Presents a Month of Crime (22. Oktober 1969)
Deutscher Bücherbund (1969)

Alfred Hitchcock: Meine Lieblingsmorde
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Eine Mischung sehr kurzer Kriminalgeschichten, leider ohne nähere Infos zu den Autoren oder dem Entstehungsjahr.


Eine Woche des Verbrechens
A Week of Crime

Die staubige Schublade
The Dusty Drawer

Harry Miles Muheim - 17.02.1920 (San Francisco) - 11.02.2003 (Boulder County, Colardo)
Norman Logan ist davon überzeugt, dass der Bankangestellte William Tritt ihn um 200 Dollar betrogen hat. Um sich zu rächen, beginnt er, seine Glaubwürdigkeit zu beschädigen.

Im Kundenbereich einer Bank steht ein Schreibtisch, dessen Schubladen nicht genutzt werden? Kaum glaubhaft.


Aber wenn das beiseite lässt, bleibt eine raffinierte, gut geschriebene Geschichte mit einer zumindest interessanten Idee.


"The Dusty Drawer" wurde verfilmt als 33. Folge der 4. Season von Alfred Hitchcock presents (Erstausstrahlung: 31.05.1959). Norman Logan wurde von Dick York (bekannt als 1. Darrin in Bewitched/Verliebt in eine Hexe gespielt.


Die Bombe tickt
Drum Beat

Stephen Marlowe (Milton Lesser) - 07.08.1928 (Brooklyn) - 22.02.2008 (Williamsburg, Virgina)
An Bord eines Flugzeugs wird eine Tasche entdeckt, deren Inhalt plötzlich zu ticken beginnt. Der Pilot beschließt sofort zu landen ...

Der Privatdetektiv Chet Drum ist als Chester Drum die Hauptperson in mehreren Romanen von Marlowe.


Marlowe hat (auch unter anderen Pseudonymen) etliche Romane geschrieben, die meisten dem Krimi- oder dem SF-Genre zuzuschreiben sind.


Wenn ich dann noch lebe
South of Market

Joe Gores - 25.12.1931 (Rochester, Minnesota) - 10.01.2011 (Greenbrae, Kalifornien)
Der Ich-Erzähler begegnet einem heruntergekommenen Typen namens Kiely, schenkt ihm zwei Dollar, woraufhin der ihm seinen Namen und seine Adresse. Kurz darauf wird der Ich-Erzähler von zwei Männern gekidnappt, die Fragen zu Kiely stellen.

Nachdem der Ich-Erzähler wieder freigelassen wurde, sucht er Kiely auf, der kurz darauf ermordet wird. Das lässt der Ich-Erzähler nicht ungerächt ...

Eine ziemlich merkwürdige Geschichte, in der es ziemlich brutal zugeht.


Gores hat später u.a. für Kojak, Remington Stelle, Magnum und T.J. Hooker Drehbücher geschrieben.


Der Originaltitel bezieht sich auf einen Stadtteil von San Francisco.


Eine Frage der Intelligenz
The Uses of Intelligence

Matthew Gant (Arnold Hano) - 02.03.1922 (New York City) - 24.10.2021 (Laguna Beach, Kalifornien)
Die 11 Jahren alten Perkins-Zwillinge (Danny und Patty) kommen dahinter wie und durch wen der Bananenhändler Aristos Depopoulus zu Tode kam. Sie kommen auf die verhängnisvolle Idee, den Täter zu erpressen.

Das Ende überrascht wirklich.


Hano hat am Beginn seiner Karriere als Matthew Gant publiziert, da er damals Chefredakteuer einer Zeitschrift war. Seine Themen waren vor allem Western und Sport.


Wahre Liebe findet einen Weg
Love Will Find a Way

David Alexander - 1907 - 1973
Der Ich-Erzähler, seine Frau Linda und der Bergführer Keller sind nach einer Lawine auf einer Berghütte gefangen. Die Vorräte gehen zur Neige ...

Die Schweizer Gottestreppe scheint eine Erfindung des Autors zu sein.

Die Geschichte erschien wahrscheinlich 1961 zum ersten Mal.

Rache mit Zinsen
Retribution

Michael Zuroy - 02.05.1918 (New York City) - 12.09. 2007 (Rutland, Vermont)
Prescott und Tunney sprechen über einen Raub, den ein anderer Mann begangen haben soll ...
Erstveröffentlich in Manhunt v9 Nr. 2 im April 1961.

Die Aasgeier
The Queen's Jewel

James Holding - 27.04.1907 (Ben Avon, Pennsylvania) - 28.03.1997 (Pittsburgh, Pennsylvania)
Bei der Hotelbesitzerin Jane Farquhar taucht plötzlich ein Mann auf, der vorgibt ein entfernter Vetter und damit der letzte lebende Verwandte zu sein. Bald stellt sich heraus, dass er an einem Familienerbstück interessiert ist.
Eine Woche der Spannung
A Week of Suspense

Der Swimming-pool
Pool Party

Andrew Benedict (Robert Arthur Jr.) - 10.11.1909 (Corregidor, Philippinen) - 02.05.1969 (Philadephia, Pennsylvania)
Der Schriftsteller George Raymond und seine Frau Beth, eine ehemalige Turmspringerin) werden plötzlich mit zwei Männern aus seiner Vergangenheit konfrontiert. Beth gelingt es, die beiden Männer in den sehr tiefen Swimming-Pool zu locken, dessen Leitern demontiert, dessen Wasser zum Großteil abgelassen ist.

Arthur ist der Schöpfer von Die drei ???.

Erstveröffentlichung der Geschichte in Mike Shayne Mystery Magazine (Vol. 25, Nr. 5, Oktober 1969 - d.h. die raffinierte Geschichte erschien erst posthum.)

Die Pranke des Löwen
That Touch of Genius

William Sambrot - 17.12.1920 (Pittsburgh, Pennsylvania) - 28.07.2007 (Napa, Kalifornien)
Ed McKelvin wurde durch ein Foto bekannt. Ein Erfolg, den er bislang nicht wiederholen konnte. Ein Selbstmöder auf einem Sims eröffnet ihm die Chance, ein ebenso gutes Foto zu schießen.

Sambrot hat vor allem SF-Geschichten geschrieben.

Erstveröffentlichung der Geschichte in Escapade (Januar 1967)

Gefährliche Kurve
The Crooked Road

Alex Gaby - 30.09.1914 (Rochester, New York) - 06.12.1989 (Rochester, New York)
Ein Paar muss entdecken, dass einem Polizisten mehr daran gelegen ist, sie auszunehmen, als das Recht hochzuhalten.

Der Originaltitel ist deutlich besser (weil man das auch als Straße der Gauner auffassen könnte, was ziemlich dicht am Inhalt der Geschichte liegt).

"The Crooked Road" wurde verfilmt als 4. Folge der 4. Season von Alfred Hitchcock presents (Erstausstrahlung: 26.10.1958). Mit Richard Kiley als Harry Adams, Walter Matthau als Officer Pete Chander (hier: Bleeker). Kileys Name ist aus Jurassic Park bekannt. Und Matthau ist für mich immer Horace Vandergelder und Oscar Madison.


Ein harmloses Sandwich
A Taste for Murder

Jack Ritchie (John George Reitci) - 26.02.1922 (Wilwaukee, Wisconsin) - 25.04.1983 (Wilwaukee, Wisconsin)
Henry Chandler sieht sich dem Mann seiner Geliebten gegenüber, der ihm offenbart, dass er die geliebte Frau getötet und zu Wurst verarbeitet hat - die Chandler eben gegessen hat.

Der Originaltitel ist deutlich besser (weil man das auch als Lust auf Mord auffassen könnte, was ziemlich dicht am Inhalt der Geschichte liegt).

"A Taste for Murder" erschien erstmals im Januar 1963. Es ist eine von zahllosen Kurzgeschichten (irgendwo war von ca. 500 die Rede) des Autors.


Gentleman und Co.
The Twelve Hour Caper

Mike Marmer (Merrill Donald Marmer) - 25.09.1925 (Lowell, Massachusetts) - 12.01.2002 (Los Angeles)
Der unauffällige Herbert Wiggam plant, seinem Arbeitgeber Anleihen zu stehlen.

"The Twelve Hour Caper" wurde als 34. Folge der 7. Season von Alfred Hitchcock presents (Erstausstrahlung: 29.05.1962) verfilmt. In der Hauptrolle Dick York (der erste Darrin aus Bewitched/Verliebt in eine Hexe).

Marmer war in erster Linie Drehbuchautor. Er arbeitete u.a. für Mini-Max / Get Smart, Herzbube mit zwei Damen / Three's Company, Hart auf Hart / Nobody's Perfect, Love Boat.


Der Amateur
Amateuer in Violence

Michael Gilbert - 17.07.1912 (Billinghay, Lincolnshire, England) - 08.02.2006 (Luddesdown, Gravesend, Kent)
Der Sohn von Mr. Collet wurde entführt. Der reiche Mann informiert zwar die Polizei, nimmt aber die Suche nach seinem Kind in die eigene Hand.

Der hier eher passive Inspektor Hazlerigg, taucht in sechs Romanen und in zwanzig Kurzgeschichten des Autors auf.

Die Geschichte wurde als The Unstoppable Man 1960 verfilmt. Mit Cameron Mitchell (später: High Chaparral) und Lois Maxwell (Miss Moneypenny).


Der perfekte Selbstmord
Death Wish

Lawrence Block - *24.06.1938 (Buffalo, New York)
Edward Wright scheint des Lebens müde zu sein. Er wird von einem Polizisten davon abgehalten, von einer Brücke zu springen, lässt sich den Magen auspumpen, besorgt sich eine Waffe - und hat doch keine Ahnung von all dem.

Das ist raffiniert und spannend zugleich.

Wann die Geschichte erstmals erschienen ist, ließ sich nicht ermitteln. Hin und wieder findet man 1994 - was offensichtlich falsch ist.

Mit dem Film Death Wish / Ein Mann sieht rot hat diese Geschichte nichts zu tun.
Eine Woche des Todes
A Week of Detection

Der Mann im Cadillac
The Singing Pigeon

Ross Macdonald (Kenneth Millar) - 13.12.1915 (Los Gatos, Kalifornien) - 11.07.1983 (Santa Barbara, Kalifornien)
Lew Archer wird auf der Fahrt nach San Diego von einem Cadillac bedrängt. Nach diesem Vorfall macht er Pause in einem Motel, wo er einer jungen Frau begegnet, die blutbesudelt ist. Was passiert ist, sagt man ihm nicht. Als er weiterfährt, sieht er den Cadillac vom Vortag. Der Fahrer ist tot. Eine große Wunde wurde notdürftig mit einem Handtuch des Motels, in dem Archer sich aufgehalten hatte, abgedeckt.

"The Singing Pigeon" erschien erstmals als "The Imaginary Blonde" in Manhunt (Februar 1953).

Die Geschichte ist deutlich länger als der Rest in diesem Buch, aber keinen Moment langweilig.

Lew Archer ist der Hauptdarsteller in einer ganzen Reihe Romane und Kurzgeschichten von Macdonald.


Wahrheit à la Française
Justice Magnifique

Lawrence Treat (Lawrence Arthur Goldstone) - 21.12.1903 (New York City) - 07.01.1998 (Martha's Vineyard, Massachusetts)
Während er allein in der Bretagne unterwegs ist, wird der Maler Paul Slater Zeuge eines Mordes. Auf der Flucht vor dem Täter, gerät er ausgerechnet auf dessen Bauernhof. Danach gerät Slater selbst in Verdacht.

"Justice Magnifique" erschien erstmals in Alfred Hitchcock’s Mystery Magazine (Januar 1958).

Die Geschichte spielt mit Vorurteilen, was zu einem ziemlich überraschenden, witzigen, aber nicht sehr realistischen Ende führt.


Der weiße Hut
The White Hat

Sax Rohmer (Arthur Henry Ward) - 15.02.1883 (Birmingham, England) - 01.06.1959 (White Plains, New York)
Paul Harley wird beauftragt, einen ziemlich merkwürdigen Überfall (einem Mann wurde der Hut vom Kopf geschlagen, was zu einer lautstarken Auseinandersetzung führte) aufzuklären. Dass zeitgleich ein anderer Mann ganz in der Nähe in den Tod gestürzt ist, scheint nichts damit zu tun zu haben.

"The White Hat" erschien erstmals in The Sunday Star vom 08.Mai 1921.

Für spätere Veröffentlichungen wurde aus dem Sekretär eine Sekretärin.
Das ist ziemlich raffiniert, aber auch nachvollziehbar.

Rohmer hat einige Geschichten um Harley geschrieben. Richtig bekannt wurde er jedoch durch Fu Manchu (1913).


Vertreter gehen auf Reise
Hard Sell

Craig Rice (Georgiana Ann Randolph Craig) - 05.06.1908 (Chicago) - 28.08.1957 (Los Angeles)
Der Anwalt John J. Malone wird vom Chef eines Unternehmens, das Zeitschriften an Haustüren verkauft, kontaktiert. Einer von seinen Angestellten nach dem anderen stirb. Er fürchtet um seinen Betrieb (und um seine anderen Angestellten).

"Hard Sell" erschien erstmals posthum in Ed McBain's Mystery Book #1 (1960).

Jeffrey Marks (Editor von Murder, Mystery and Malone bemerkt in einem Post vom 21.05.23*, dass Craigs Agent Scott Meredith war, der Manhunt herausgab und anscheinend nicht davor zurückschreckte, Ghostwriter einzusetzen. Es ist daher möglich, dass diese Geschichte von Stuart Palmer und nicht von Craig geschrieben wurde.
Rice ist die einzige Autorin in dieser Sammlung.

Malone ist die Hauptperson in mehreren Romane und Kurzgeschichten.


Abenteuer im Zwielicht
A Twilight Adventure

Melville Davisson Post - 19.04.1869 (Harrison County, West Virginia) - 23.06.1930 (Harrison County, West Virginia)

Onkel Abner und sein Neffe platzen in einen geplanten Lynchmord.

"A Twilight Adventure" erschien in erstmals in Metropolitan Magazine Apr 1914.

Die sehr kurze Geschichte legt klar, was von Indizienbeweisen zu halten ist (nämlich: nichts).

Uncle Abner ist der Hauptdarsteller in 22 Geschichten des Autors.


Flirt mit einer Leiche
Murder Matinee

Harold Q. Masur - 29.01.1909 (New York City) - 16.09.2005 (Boca Raton, Florida)
Peter Crown verabredet besucht mit der Kassiererin Helen Craig eine Kinovorstellung. Nachdem er einen Moment den Saal verließ, findet er Helen erstochen vor. Er, der eigentlich wegen immer stärker gesunkener Einahmen im Kino ermittelte, gerät nun unter Mordverdacht.

"Murder Matinee" erschien in erstmals 1946.


Das rechteckige Zimmer
The Oblong Room

Edward D. Hoch - 22.02.1930 (Rochester, New York) - 17.01.2008 (Rochester New York)
Captain Leopold ermittelt in einem Mord im Studentenmilieu. Ralph Rollings wurde von seienem Freundd Tom McBern ermordet. Warum aber hat der über zwanzig Stunden allein mit der Leiche verbracht.

"The Oblong Room" erschien in erstmals in The Saint Magazine (1967).

Captain Leopold ist der Hauptdarsteller zahlreicher Kurzgeschichten.

Hoch hat über 950 Kurzgeschichten und eine Romane geschrieben.


Eine Woche des Schreckens
A Week of the Macabre

Ein Humanist
Un Humaniste

Romain Gary - 21.05.1914 (Vilnius, Litauen - damals Russisches Kaiserreich) - 02.12.1980 (Paris)
Erzählt wird die Geschichte von Karl Loewy, der im zweiten Weltkrieg in einem Keller versteckt wird - und da er irgendwann auf Radio und Zeitungen verzichtet, nicht mitbekommt, dass er weit über das Kriegsende hinaus von dem angeblichen Freundin gefangen gehalten wird.

"Un Humaniste" erschien in erstmals 1958 als Les Belles Nature. 1962 erschien die Geschichte (bearbeitet?) unter Un Humaniste in Gloire à nos illustres pionniers und 1963 als A Humaniste in The Saturday Evening Post vom 26.10.1963.

Gary hat in Französisch geschrieben. Spätere Fassungen oder von ihm selbst vorgenomene Übertragungen ins Englische wurden jedoch überarbeitet oder gar neu gefasst.


Liebe kalt wie Eis
Love Me, Love Me, Love Me

Martin S. Waddell - 10.04.1941 (Belfast) - 02.12.1980 (Paris)
Der Erzähler sieht eine Erscheinung, die ihn erst ängstigt, dann immer mehr fasziniert. Als sich herausstellt, dass es sich um den Geist einer Frau handelt, verliebt er sich in sie - ohne an die möglichen Folgen zu denken.

"Love Me, Love Me, Love Me" erschien in The Sixth Pan Book of Horror Stories (1965). Eine frühere Zeitschriftenveröffentlichung konnte ich nicht finden.

Waddell ist vor allem als Kinder-/Jugendbuchautor bekannt.

Mich hat diese Geschichte nicht begeistert.


Die Schlankheitskur
Special Handling

John Keefauver - 13.12.1923 - 14.12.2013
Ein Postbote stellt fest, dass ein Haus und der dazugehörige Briefkasten immer kleiner werden.

"Special Handling" scheint eine Erstveröffentlichung zu sein.

Waddell ist vor allem als Kinder-/Jugendbuchautor bekannt.

Mich hat diese Geschichte nicht begeistert.


Ein Toter erzählt
Dead Man's Story

Howard Rigsby - 12.11.1909 (Denver) - 07.11.1975 (Paris)
Ein Wildhüter wird ermordet. So sehr der Mörder versucht, die Leiche loszuwerden, taucht sie trotzdem immer wieder auf.

"Dead Man's Story" erschien im November 1951 in The Mysterious Traveler Magazine. Es handelt sich um eine Neufassung von I'll Be Glad When You're Dead (Argosy vom 27.08.1938).

Recht raffiniert. Ich bin der Meinung, dass man die Geschichte nicht anders hätte erzählen können.


Die Legende von Joe Lee
The Legend of Joe Lee

John D. MacDonald - 24.07.1916 (Sharon, Pennsylvania) - 28.12.1986 (Milwaukee, Wisconsin)
Der jugendliche Raser John Lee soll endlich gestellt werden.

"The Legend of Joe Lee" erschien in Cosmopolitan (Oktober 1964).

Das fängt gut an, wird dann jedoch zu einer erwartbaren Geistergeschichte.


Teufelsknochen
Crooked Bone

Gerald Kersh - 24.07.1916 (Sharon, Pennsylvania) - 28.12.1986 (Milwaukee, Wisconsin)
Erzählt wird die Geschichte eines in einem Straflager Gefangenen. Im Laufe der Geschichte stellt sich heraus, dass er zu Unrecht verurteilt wurde, aber die angebotene Möglichkeit zur Flucht nutzt er trotzdem nicht selbst.

"Crooked Bone" erschien erstmals in The Saturday Evening Post vom 10.08.1968.

Mich hat das nicht begeistert.


Der Traum von Emilion
The Janissaries of Emilion

Basil Copper - 05.02.1924 (London) - 04.04.2013 (Milwaukee, Wisconsin)
Farlows Träume werden immer realistischer ...

"The Janissaries of Emilion" erschien erstmals in The Eighth Pan Book of Horror Stories (1967)

Gähn.

Seine beiden Romane um Phantom sind deutlich besser.


Wissenswert zu dieser Ausgabe

In der Originalausgabe folgen noch zwei Geschichten (Abschnitt: A Short Week of Long Ones), die in der deutschen Ausgabe unterschlagen wurden.

Mir hat der Band recht gut gefallen - bis zum Abschnitt Eine Woche des Schreckens. Statt die erwarteten Krimis, bekam man Geistergeschichten serviert, die das Übernatürliche als selbstverständlich voraussetzen.

Daher bleibt der Eindruck etwas zwiespältig.

Dass mir nur zwei Autoren vorher namentlich bekannt waren (Ross Macdonald und Sax Rohmer, Basil Copper hatte ich nicht wiedererkannt), spricht eher für die Sammlung, da man einen kurzen Einblick in das mitunter sehr umfangreiche Werk von Autoren erhalten hat.

Gerade deshalb fehlt mir ein redaktioneller Teil. Ich hätte gerne etwas über die Autoren gewusst - und neben den Originaltiteln und den Übersetzern hätte ich auch gerne gewusst, wo die Geschichten zuerst veröffentlicht wurden (im Original soll das vorhanden gewesen sein). Als das Buch erschien, waren diese Angaben nicht für jeden ermittelbar (das Internet gab es noch nicht).



Mail an Ralf H.