Tuppence und Tommy Beresford haben sich ein Haus gekauft. Dort finden sie ein altes Kinderbuch, in dem der Satz steht: "Mary Jordan ist keines natürlichen Todes gestorben." Natürlich versuchen die beiden das Geheimnis zu lösen.
Nicht so bekannt wie Miss Marple oder/und Hercule Poirot braucht sich die dritte große Serie im Werk von Agatha Christie wirklich nicht zu verstecken. Die Geschichten um das Ehepaar sind stets kurzweilig und interessant.
Eine - auch in der deutschen Synchronisation - gelungene Fernsehserie, vergammelt leider in irgendwelchen Archiven und teilt damit das Schicksal der meisten Agatha Christie-Verfilmungen.
Eine - auch in der deutschen Synchronisation - gelungene Fernsehserie, vergammelt leider in irgendwelchen Archiven und teilt damit das Schicksal der meisten Agatha Christie-Verfilmungen.
Postern of Fate
Alter schützt vor Scharfsinn nicht
Postern of fate (1973)
Fontana (Oktober 1986)/Scherz (1982)
Fontana (Oktober 1986)/Scherz (1982)
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Soweit meine Beschreibung aus dem Jahr 2001.
2018 habe ich das Buch erneut gelesen.
2018 habe ich das Buch erneut gelesen.
Nach ihrem Umzug finden die Beresfords in dem Haus allerlei Dinge, die vorherige Besitzer zurückgelassen haben. Darunter auch viele Bücher (die es alle zu geben scheint). In einem der Bücher finden Sie unterstrichene Wörter, die den obengenannten Satz ergeben (plus: "und es war jemand von uns"). Natürlich lässt das vor allem Tuppence keine Ruhe. Sie will wissen, wer der Junge war, dem die Bücher gehört haben und welche Geschichte dahintersteckt. Schnell stellt sich heraus, daß sich die Geschichte auf einen 60 Jahre zurückliegenden Todesfall bezieht, der eigentlich inzwischen ohne Bedeutung sein sollte. Doch dann wird der 90 Jahre alte Gärtner der Beresfords ermordet ...
Zum einen handelt es sich um den letzten der vier Beresford-Romane. Zum anderen um Christies letztes Buch. Danach wurden nur noch Manuskripte veröffentlicht, die sie sehr viel früher geschrieben hatte.
Zum einen handelt es sich um den letzten der vier Beresford-Romane. Zum anderen um Christies letztes Buch. Danach wurden nur noch Manuskripte veröffentlicht, die sie sehr viel früher geschrieben hatte.
Im englischen Original soll ein Rückgang des verwendeten Vokabulars zu bemerken sein. Dabei solle man nicht vergessen, daß Christie beim Erscheinen des Romans bereits 82 Jahre alt war. 82 Jahre heute ist nicht 82 Jahre damals. Heute sind derart alte Menschen häufig in einem sehr viel besseren mentalen Zustand als damals. Statt Christie also zu kritisieren sollte man sie eher dafür bewundern, daß sie einen doch recht unterhaltsamen Roman geschrieben hat. Die Fehler (wie immer wieder auftretende Wiederholungen) sind ein Problem des damaligen Lektors, der aus gutem Grund nicht bekannt ist.
Nein, natürlich ist das keiner der ganz großen Romane von Christie, keiner der Spionage- und Beresford-Romane gehört dazu. Und natürlich greift Christie ein Thema auf, das sie im direkt vorher geschriebenen Roman (Elefanten vergessen nicht) schon einmal verwendet hatte (nämlich den weit in der Vergangenheit liegenden, heute eigentlich unbedeutenden Mord).
Was mich etwas unbefriedigt zurücklässt ist die Ausgangssituation. Warum bringt der junge Kerl diesen Hinweis in seinem Buch unter? Keine Ahnung. Das wird nie erklärt.
Warum hält es tatsächlich jemand für nötig, heute (also 1973) Menschen wegen einer 60 Jahre zurückliegenden Geschichte zu töten?
Diese beiden wichtigen Punkte bleiben ungeklärt.
Obendrein tauchen hier drei Figuren auf, die Christie in ihrem schlechtesten Buch eingeführt hatte: Mr. Robinson, Colonel Pikeway und Horsahm aus Passenger to Frankfurt.
Was mich etwas unbefriedigt zurücklässt ist die Ausgangssituation. Warum bringt der junge Kerl diesen Hinweis in seinem Buch unter? Keine Ahnung. Das wird nie erklärt.
Warum hält es tatsächlich jemand für nötig, heute (also 1973) Menschen wegen einer 60 Jahre zurückliegenden Geschichte zu töten?
Diese beiden wichtigen Punkte bleiben ungeklärt.
Obendrein tauchen hier drei Figuren auf, die Christie in ihrem schlechtesten Buch eingeführt hatte: Mr. Robinson, Colonel Pikeway und Horsahm aus Passenger to Frankfurt.
Vielleicht geht es Ihnen wie mir: Mit Postern aus dem englischen Originaltitel kann ich nichts anfangen. Ja klar, der Originaltitel ist ein Gedichtzitat (das im Roman auch kurz angeschnitten wird (Kapitel 14)), aber klar wird das dadurch nicht. Postern of Fate wird dort als Schicksalstür übersetzt, tatsächlich ist es ein Ausfallstor oder Schlupfloch, also ein kleiner Durchlass in einer Mauer, abseits vom großen Haupttor. Durch dieses Tor kann jeweils nur eine Person rein oder raus - und häufig sind sie abseits der großen, auffälligen Zugänge.
Was hat das mit dem Buch zu tun?
Tja, darüber kann man munter spekulieren. Wahrscheinlich fällt einem mit viel Phantasie einiges ein, aber tatsächlich wird wohl gemeint sein, daß die gefundene Nachricht ein Schlupfloch für die Wahrheit ist, die dadurch zig Jahrzehnte später doch noch ans Licht kommt.
Ziemlich verschroben, oder?
Was hat das mit dem Buch zu tun?
Tja, darüber kann man munter spekulieren. Wahrscheinlich fällt einem mit viel Phantasie einiges ein, aber tatsächlich wird wohl gemeint sein, daß die gefundene Nachricht ein Schlupfloch für die Wahrheit ist, die dadurch zig Jahrzehnte später doch noch ans Licht kommt.
Ziemlich verschroben, oder?
Ich wusste gar nicht mehr, daß ich diesen Roman auch im englischsprachigen Original besitze. Das oben erwähnte Gedicht wird in dieser Ausgabe dem Text vorangestellt.
Die Büchse der Pandora
Partners in crime (1965)
Scherz (1972)
Scherz (1972)
Tommy Beresford muss; mehrere Fälle lösen - in der Manier bekannter Vorgänger wie z.B. Sherlock Holmes und Hercule Poirot-
Lauter reizende alte Damen
By the pricking of my thumbs (1970)
Scherz (1976)
Scherz (1976)
Trotz des Rutherford-Bilds (aus der Verfilmung von 16:50 ab Paddington) ist es ein Beresford-Roman. Die Bildauswahl von Heinz Looser ist mir wirklich ein Rätsel.
Tuppence erfährt von seltsamen Geschichten in einem Altersheim. Da es um Tod und Mord geht, wird sie neugierig.
Tuppence erfährt von seltsamen Geschichten in einem Altersheim. Da es um Tod und Mord geht, wird sie neugierig.
Rotkäppchen und der böse Wolf
N or M (1941)
Scherz (1960/1979)
Scherz (1960/1979)
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England. Der 2. Weltkrieg.
Die in die Jahre gekommenen Abenteurer Tommy und Tuppence (hier: Nickel) Beresford, hätten gern etwas für ihr Land getan, wurden aber als zu alt abgewiesen.
Als der Geheimdienst Tommy kontaktiert und undercover in ein Hotel in Leahampton schickt, wo ein Agent der Deutschen vermutet wird, taucht dort überraschenderweise auch Tuppence auf.
Eigentlich mag ich Christies Spionageromane nicht. Und ich mag auch keine Geschichten, in denen die Deutschen auf Nazis reduziert werden.
Aber Christie gelingt hier nicht nur ein recht realistisches Bild der 40er Jahre, ihr gelingt auch ein trotz allem Ernst humorvoller Roman um die gealterten Helden.
Ein Roman, den man durchaus empfehlen kann.
Die in die Jahre gekommenen Abenteurer Tommy und Tuppence (hier: Nickel) Beresford, hätten gern etwas für ihr Land getan, wurden aber als zu alt abgewiesen.
Als der Geheimdienst Tommy kontaktiert und undercover in ein Hotel in Leahampton schickt, wo ein Agent der Deutschen vermutet wird, taucht dort überraschenderweise auch Tuppence auf.
Eigentlich mag ich Christies Spionageromane nicht. Und ich mag auch keine Geschichten, in denen die Deutschen auf Nazis reduziert werden.
Aber Christie gelingt hier nicht nur ein recht realistisches Bild der 40er Jahre, ihr gelingt auch ein trotz allem Ernst humorvoller Roman um die gealterten Helden.
Ein Roman, den man durchaus empfehlen kann.
The secret adversary
The secret adversary (1922)
Pan (1955,1974)
Pan (1955,1974)
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Weder Tommy Beresford noch Tuppence Crowley wissen, was Sie mit ihrer Zeit anfangen sollen. Die vor Energie sprudelnde Pfarrerstochter erwägt sogar, vor lauter Abenteuerlust ein Verbrechen zu begehen, als sie durch einen Zufall in einen Spionagefall verwickelt wird.
Ein Buch, in dem der Zufall regiert. Ein Buch, in dem das Böse für wenigstens einen der Handelnden immer sofort erkennbar ist. Aber auch ein Buch, in dem es Christie wunderbar gelingt, zwei Verdächtige aufzubauen und wirklich erst ganz zum Schluß, nachdem jeder, aber auch wirklich jeder überzeugt war, der eine sei es gewesen, den anderen zu enttarnen.
Ein Buch, das Christies übliche Vorurteile transportiert. Russen sind böse, Deutsche sowieso und Gewerkschafter sind leicht zu beeinflussendes Vieh.
Im Buch wird Sir James Peel Edgerton immer wieder als Anwalt und K.C. bezeichnet, was jedoch nie erklärt wird. K.C. steht für King's Counsel und damit für einen Rechtsanwalt, dessen langjährige Tätigkeit von der Krone gewürdigt wird.
Ein Buch, das Christies übliche Vorurteile transportiert. Russen sind böse, Deutsche sowieso und Gewerkschafter sind leicht zu beeinflussendes Vieh.
Im Buch wird Sir James Peel Edgerton immer wieder als Anwalt und K.C. bezeichnet, was jedoch nie erklärt wird. K.C. steht für King's Counsel und damit für einen Rechtsanwalt, dessen langjährige Tätigkeit von der Krone gewürdigt wird.
Ich tu mir schwer mit dem Buch. Ein Abenteuerroman, schnell und spannend erzählt, aber hier kommt zu viel zusammen, was mir nicht gefällt. Der Abenteuerroman (genau wie der Spionageroman) ist nicht Christies Metier. Man verpasst nicht viel, wenn man das Buch nicht liest - nur den Start der Reihe um Tommy und Tuppence (und die Erwähnung von Poirots Japp).