Sitemap / Sie befinden sich hier: Start Bücher Buch P
Akif Pirinçci
Pl

Akif Pirinçci
Für mich: Der beste lebende deutschsprachige Autor. Lesen Sie alles, was Sie von ihm in die Hände bekommen können. Sie werden es nicht bereuen.

(Das habe ich geschrieben, lange bevor ich mit ihm in Email-Kontakt kam.)

Cave Canem

Cave Canem (1999)
Goldmann (1999)
Der dritte Francis-Roman.

Wie immer: hervorragend geschrieben. So locker leicht, so echt, das man gar nicht aufhören möchte, dem Erzähler zu lauschen.

Wie immer: etwas brutal, aber - auch das wie immer - ohne sich in der Gewalt zu suhlen.

Das Ende ist nicht ganz klar: Phantasien des tödlich verletzten Francis? Oder doch ein fester Plan, dessen Umsetzung, nicht mehr detailliert wieder gegeben werden muß? Die Antwort darauf wird wohl erst der vierte Felidae-Roman geben - wenn er kommt.

Akif bleibt auch nach diesem Buch mein bevorzugter deutscher Autor.


Die Damalstür

Die Damalstür (2001)
Goldmann (2001)

Hervorragend geschrieben, treffend beobachtet, ein Vergnügen der schaurigen Art von der ersten bis zur letzten Seite.

Nur: die Auflösung des Ganzen war für mich schon kurz nach Beginn ganz offensichtlich. Vielleicht geht das anderen nicht so, vielleicht denke ich zu sehr wie ein Schriftsteller. Das Buch ist wie ein alter Film, dessen Inhalt man bereits kennt und ihn trotzdem immer und immer mit Genuß ansieht.

Auf dem Buchrücken wird Allegra (war/ist das nicht eine deutsche Frauenzeitschrift? Gibt es keine gewichtigeren Publikationen die sich wohlwollend mit diesem Buch beschäftigt haben?) zitiert: "Akif Pirinçci ist so etwas wie der deutsche Stephen King." Ich habe einmal versucht Stephen King zu lesen (Friedhof der Kuscheltiere) und fand es nicht lesbar. Nun ja, das ist Jahrzehnte her, vielleicht würde ich heute anderes denken, aber klar ist: Aus meiner Sicht ist dieses vermeintliche Lob eine schwere Beleidigung, die Akif nicht verdient hat.


Das Duell

Das Duell (2002)
Eichborn (2002)
Der vierte Francis-Roman.

Kurz vor Weihnachten entdeckte ich im Spiegel eine nicht unbedeutende Anzeige, in der das neue Werk meines deutschsprachigen Lieblingsautors angepriesen wurde. Ansonsten habe ich bisher weder im Buchhandel noch in der Presse einen Hinweis auf das Buch gefunden. Wenn man bedenkt, was für Murks ausländischer Autoren mitunter im deutschen Feuilleton seitenweise ausgebreitet wird, ist es eine Schande, wie mit A.P. umgegangen wird.

Als ich Felidae las, hieß meine Kätzin Renate. Bei Cave Canem war es Myriel, jetzt ist es Truly.

Der Kater war in all den Jahren immer der selbe: Tecumseh. Inzwischen ist er 18 Jahre alt, hat einen weißen Bart und sieht nicht mehr ganz so gut. Er hat mich fast mein halbes Leben begleitet und wird es hoffentlich noch eine lange, lange Zeit tun.

Akif, wenn ich mir die Freiheit nehmen darf, den Autor an dieser Stelle beim Vornamen zu nennen, ist nicht der Versuchung erlegen, seinen Francis ständig im selben Alter zu belassen. Ich bin sicher, daß kein Autor eine solche Entscheidung leichtfertig trifft, vor allem nicht, wenn es sich um seine erfolgreichste (und damit auch finanziell lohnendste) Figur handelt. Agatha Christie hat es Zeit ihres Lebens bedauert, daß sie ihren Hercule Poirot im Rentenalter mit seinem ersten Fall konfrontierte. Wäre er normal gealtert, hätte er seinen letzten Fall als Greis gelöst. Bei Miss Marple zog sie die Konsequenz: sie blieb alt und gleichzeitig alterslos.

Francis ist im neuen Roman ein alternder Kater, der sich durchaus bewußt ist, daß er seine beste Zeit unter Umständen bereits hinter sich hat.

Natürlich findet er wieder eine Leiche, natürlich ist er einem Geheimnis auf der Spur, natürlich wird die Angelegenheit immer komplizierter, je näher Francis sich an der Lösung wähnt (hört sich fast nach einem meiner Rex Cordoba-Romane an).

Das Ganze ist wie gewohnt gut erzählt und spannend geschrieben.

Akifs Bücher sind immer eine Empfehlung wert.

Ach ja: Es war natürlich Zufall, daß ich das Buch vom 09. bis zum 11.01.03 las. Niemand war erstaunter als ich, als ich am Freitag das aktuelle Datum auf den Buchseiten entdeckte.


Felidae

Felidae (1989)
Goldmann
Der erste Francis-Roman.

Ich lebe mit Katzen (Renate (gestorben 1996), Tecumseh, Myriel (gestorben 2001) und Truly). Da ich über dieses Buch bereits einiges Gutes gehört hatte, war es nur eine Frage der Zeit, bis ich diesen Roman lesen würde.

Um ehrlich zu sein: Ich mißtraue deutschen Autoren. Alles was ich bisher in die Hände bekommen hatte, war furchtbar gequält und langweilig.

Und dann dieser Roman!

Wow!

Eine originelle Idee! Sehr lesbar geschrieben! Nur ganz wenige Ausrutscher in die Tiefen der Langweile (die Träume!), ansonsten wirklich Spitzenklasse.

Falls noch nicht geschehen: Unbedingt lesen.


Francis

Francis (1993)
Goldmann
Der zweite Francis-Roman.

Fortsetzungen sind immer schlechter als das Original.

Richtig?

Falsch!

Ja, ich hielt Felidae für einen Glücksgriff. Ja, ich ging nur widerwillig an "Francis" heran.

Um es kurz zu machen: Pirinçci hat es geschafft. "Francis" ist besser als "Felidae".

Natürlich unbedingt zu empfehlen.


Der Rumpf

Der Rumpf (1992)
Goldmann (1992)
Akif Pirinçci: Der Rumpf
Ein Roman um einen körperbehinderten Mann (ohne Arme und Beine - von Geburt an, nicht amputiert. Wikipedia hat eben nicht immer Recht), der beschließt, den perfekten Mord zu begehen, nur um hinterher festzustellen, daß er selbst nur Teil eines noch viel raffinierteren Plans war.

Daniel, der Ich-Erzähler, redet schnodderig wie Francis, hat leider das selbe Faible für Träume und ist durch und durch unsympathisch. Daniel will einen Mord begehen, in dem er andere manipuliert. Alles läuft ab wie am Schnürchen und wenn Akif nicht so hervorragend schreiben würde, hätte ich das Buch schon aus den Händen gelegt. Dann jedoch schlägt er zu und alles was bisher ganz klar schien, wird auf einmal in Frage gestellt. Und das hält der Autor bis zum Ende durch, als selbst das letzte Bißchen Gewissheit plötzlich genommen wird.

Das Buch ist wegen seines Sujets außergewöhnlich. Akif gelingt es hier jedoch noch nicht, sich von Felidae wieder freizuschwimmen (ich brauchte auch einige Zeit, bis ich mich nach St. Martins, das hoffentlich doch noch irgendwann veröffentlich wird, wieder von dem halbdokumentarischen Stil lösen konnte, was ich direkt danach geschrieben habe blieb Fragment).

Ein gutes Buch, wenn auch das Beste des Autors. Eine Empfehlung ist es alle mal wert.


Schandtat

Schandtat (2007)
Diana (2007)
Akif Pirinçci: Schandtat
Ein Felidae-Roman - nicht Felidae 6. Die Unterscheidung ist wichtiger, als es zunächst den Anschein hat.

Francis erzählt seinem Sohn von seinem ersten, nicht abgeschlossenen Fall.

Soweit, so gut. Mehr darf man nicht verraten, ohne dem Leser die Spannung zu nehmen.

Um es kurz zu machen: Das Buch hat zwar Francis zur Hauptfigur, es fängt auch an, wie einer von Akifs Katzenkrimis, nimmt aber eine völlig andere, letztendlich enttäuschende (und zumindest für mich viel zu bald vorhersehbare) Wendung.

Akif ist ein wunderbarer Schriftsteller. Seine bildreiche Sprache macht auch dieses Buch zu einem Lesevergnügen. Um so enttäuschter war ich dann, als immer klarer wurde, daß Akif sich in eine Ecke geschrieben hatte, aus der er nur auf einem Weg herauskommt.

Die titelgebende "Schandtat" begeht der Autor, der die Erwartungen des Lesers vollständig entttäuscht.

Akifs schlechtestes Buch (was aber nicht viel heißen will, da es immer noch um Längen besser ist, als die besten Bücher anderer Autoren). Für Kompletisten (wie mich) oder für Leute, die auch an völlig abstrusen Geschichten Freude haben.

Ich für meinen Teil warte ungeduldig auf Felidae 6.

(Ein kleiner Hinweis noch: Das Buch ist in Bezug auf die Fußnoten mangelhaft editiert. Die Nummern sind mehrfach vergeben - und wenigstens in einem Fall führen sie auch noch zu einer falschen Erläuterung.)




Tränen sind immer das Ende

Tränen sind immer das Ende (1980)
Goldmann

Akif Pirinçci: Tränen sind immr das Ende
Ich wollte, ich hätte dieses Buch geschrieben.

Ehrlich, genau beobachtet, nicht einen Moment langweilig - und originell.

Eine Beziehung aus der Ich-Perspektive erzählt - vom netten Anfang bis zum bitteren Ende.

Seine Christa entspricht so vielen Frauen, die mir in meinem Leben wichtig waren. Ich habe fast geheult, als Akif (die Romanfigur) sich das Leben nehmen wollte.

Leider wird das Buch wegen des übermächtigen "Felidae" kaum wahrgenommen.

Was bleibt noch zu sagen, außer: Danke, Akif, für dieses wunderschöne Buch.

Natürlich unbedingt zu empfehlen.



Seite gestartet am 20.10.1999