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Elliot S. Maggin

Elliot S. Maggin war lange Jahre Superman-Autor.

Superman - Kryptons letzter Sohn

Superman - Last son of Krypton (1978)
Ehapa (1978)

Elliot S! Maggin: Kryptons letzter Sohn
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Superman muß sich mit Lex Luthor verbünden, um einer Bedrohung begegnen zu können.

Zwei dünne Broschüren, die einen durchaus amüsanten Roman enthalten.
Schauen wir uns zuerst Superman - Kryptons letzter Sohn an.

Hauptsächlich geht es um Supermans und Luthors Origin. Albert Einstein wird mit den Kents verbunden und fünfzig Jahre später stiehlt Luthor ein von Einstein für fünfzig Jahre gesperrtes Dokument, das ihm wiederum von Towbee, einem außerirdischen Musikanten gestohlen wird.

Ich habe die Romane nach etwas über vierzig Jahren wieder gelesen (2021). Der Übersetzer wird nicht genannt - was typisch Ehapa war.

Die Geschichte passt hervorragend zu dem damals in den Heften präsentierten Superman. Maggin weicht davon keine Deut ab, schmückt bestenfalls noch aus. Wenn man das heute wieder liest, stellt man fest, wie umfangreich das damalige Figurenarsenal war - und wie wenig häufig daraus gemacht wurde.

Beim Lesen habe ich tatsächlich Curt Swans Interpretation der Figur vor meinem geistigen Auge. Clark Kent ist beim Fernsehen, Lois kommt bislang kaum vor, Perry White überhaupt nicht. Ob sich das im zweiten Teil ändert weiß ich im Moment nicht.

Towbee, der außerirdische Musikant, wurde von Maggin in Action Comics 420 (Januar 1973) eingeführt, auf Albert Einstein greift Maggin in Superman 400 und später (als Fortsetzung des Romans) in Superman 416 (Februar 1986) zurück.

Das Buch hat nichts mit dem ersten Superman-Film zu tun, erschien in den USA (zufälligerweise?) an dem Tag, an dem auch der Film in die Kinos kam (also wohl am 15. Dezember 1978). Da auf dem Originalcover dasselbe Bild wie auf der deutschen Version zu sehen ist, hat der Verlag sicher darauf spekuliert, dass dadurch die Verkaufszahlen erhöht werden.

Ilya Salkind soll sauer gewesen sein, da es Ähnlichkeiten zwischen dem Film und dem Buch gibt - aber Maggin hatte das Buch geschrieben, bevor Puza das Buch in Angriff nahm (und er führte Puzo in den Charakter ein).



Superman - Der Meister von Oric

Elliot S! Maggin: Der Meister von Oric
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Zu Beginn des zweiten Teils wird nochmal wiederholt, was im vorigen Band schon geschildert worden war. Ich frage mich, ob das tatsächlich von Maggin stammt oder eine für die deutsche Fassung notwendige Ergänzung der Reaktion war.

Superman wird von einem der Wächter kontaktiert, der ihm mitteilt, wohin das Einstein Manuskript gebracht wurde. Um es zurückzubekommen, muss Superman sich mit der Person verbinden, die ihn hasst, wie kein anderer Mensch: Lex Luthor.

Getrennt voneinander reisen die beiden zum Planeten Oric.

Luthor verfügt über ein startbereites Raumschiff. Er verachtet die Menschen. Und er hasst Superman. Warum bleibt dieser Mensch auf der Erde?

In den 60er Jahren gab es eine Geschichte in der Lex auf einem anderen Planeten glücklich wurde (Superman 164 - Oktober 1963 bis Superman 168 - April 1964). Das wäre eigentlich der richtige Abschluß für Luthor gewesen. Stattdessen quält er sich auf der Erde herum. Einer der Widersprüche, dich sich daraus ergeben, dass man nicht immer wieder neue Gegner erfinden will.

Es ist Luthor, der den Plan des Meister von Oric durchschaut. Und natürlich können er und Superman das Problem schnell lösen, für meinen Geschmack zu schnell.

Der Showdown findet dann auf der Erde statt - und dabei stellt sich heraus, dass Towbee tatsächlich der Meister von Oric ist.

Insgesamt gesehen ist das Buch eine Enttäuschung. Maggin ist dort hervorragend, wo er sich auf bekanntem Terrain bewegt, er wird dort schlecht, wo er seine eigene, neue Geschichte erzählt. Nicht, dass die Geschichte schlecht wäre, sie hat nur zur wenig Tiefgang. Maggin erzählt eine Geschichte, die er auch jederzeit in einer Comicgeschichte hätte erzählen können. Clarks Verhältnis zu seinen Kollegen wird nur angedeutet, wer mit den damaligen Geschichten nicht vertraut ist, wird völlig verloren sein.

Schade, das hätte mehr sein können. Kein Wunder, dass es nur zwei Superman-Romane von Maggin gab.

Mail an Ralf H.


Superman: Miracle Monday

Superman - Miracle Monday (1981)
Warner (1981)

Eine Bedrohung aus einer anderen Welt fordert Superman heraus - Um ehrlich zu sein, ich erinnere mich nicht mehr an den Roman, weiß nur noch, dass ich ihn damals besser fand, als das meiste, was zu der Zeit unter der Regie von Julius Schwartz rund um Superman geschah.

Die Figur der Kristin Wells hat Maggin später auch in den Comics verwendet.
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Ludwig Marcuse

Heine

Heine (1960)
Rowohlt (1973)
* 8. Februar 1894 (Berlin); † 2. August 1971 (Bad Wiessee)

Ludwig Marcuse: Heine
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Heines Kindheit wird sehr eindringlich geschildert. Dann nimmt die Qualität des Buches schlagartig ab - und es wird fast unlesbar. Marcuse gelingt es nicht, den mit Heine nicht sehr vertrauten Leser für den Dichter zu interessieren. Aufzählungen ersetzen Berichte. Nur ein Beispiel:

Französische Schriftsteller besuchten ihn: Alexandre Dumas, dessen Romane er sich zu seiner Unterhaltung vorlesen ließ, Théophile Gautier, George Sand, die er einst geliebt hatte [...]

Das ist Seite 112. Und das ist die erste (von zwei) Erwähnungen - wobei es sich bei der zweiten um ein Bild der Dichterin handelt. Dass es sich um Dumas den Älteren handelt, kann man einem Photo entnehmen - und dem Register (auch er wird an dieser Stelle erstmals genannt).

Marcuse philosophiert, hält Vorlesungen, aber er versucht nicht Dichter und/oder Werk näherzubringen.




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Alfred Marquart

Über Philip Marlowe

Über Philip Marlowe (1984)
Fischer (1987)
Alfred Marquart ist einer der Schöpfer des Frauenarzt von Bischofsbrück.

Marquart
Ich habe in meinem Leben noch keinen Roman um Philip Marlowe gelesen. Es reizt mich auch nicht. Die Verfilmungen, nun ja, es gibt einige, die nicht schlecht sind, aber es ist einfach nicht meine Art von Krimis.
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Alfred Marquart & Herbert Borlinghaus

Der Frauenarzt von Bischofsbrück

Der Frauenarzt von Bischofsbrück (1982)
Kübler (1982)/Rororo (1984)
Roman zum Hörspiel.

Leider heute fast vergessen - genau wie das Genre Hörspiele (seit der Fusion von gutem SDR mit miesem SWF zum kaum erträglichen SWR gibt es das Montagshörspiel nicht mehr ... aber das hat mit diesem Buch überhaupt nichts zu tun). Eine herrliche Satire auf sogenannte Groschenromane. Der reine Schmarrn, aber ungeheuer witzig. Ich hab leider nur den ersten Band.

Aber den gleich zweimal.
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Frederick Marryat

Sigismund Rüstig

Masterman Ready, or the Wreck of the Pacific (1841)
Ueberreuter (1977)
Frederick Marryat 10. Juli 1792 - 09. August 1849.


Bekanntestes Werk: Der fliegende Holländer.

Frederick Marryat: Sigismund Rüstig
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Eine Robinsonade. Eine Familie wird zusammen mit dem zweiten Steuermann Sigismund Rüstig Opfer eines Schiffsuntergangs. Man rettet sich auf eine einsame Insel. Dank Rüstig wird die Sache nicht ganz so schlimm wie befürchtet.

Ein Kinderbuch - in diesem Fall wirklich, denn Marryats Zielgruppe für diese Geschichte waren Kinder.

Das erste Kapitel holpert etwas, danach wird es deutlich besser, wenn man sich zurücklehnt und sich auf die Geschichte einlässt.

Tatsächlich ist die Zeit dem Buch nicht gut bekommen.

Sigismund Rüstig (der im Original tatsächlich Masterman Ready heißt) ist ein Vorläufer von McGyver. In jeder Situation weiß er genau, was zu tun ist und er weiß durch seine eigene Geschichte, wie böse Kinder zu ihren alles besser wissenden Eltern sein können. Gerade seine als Abenderzählungen präsentierte Lebensgeschichte ist so moralinsauer, dass man es kaum aushält.

Die von ihm gerettete Familie heißt Seagrave (also: Seegrab) und sie ist wert, sich näher damit zu beschäftigen.

Da ist William, die Identifikationsfigur für den Leser, aufgeschlossen und geschickt.

Vater Seagrave darf ab und zu helfen und eine Erläuterung einwerfen, ist ansonsten aber eher eine blasse Randfigur.

Der jüngere Bruder von William, Tommy, ist das Überraschungselement, da er für Durcheinander sorgt. Natürlich wird er dafür immer wieder getadelt und bestraft.

Die anderen beiden Kinder bleiben farblos und ohne Bedeutung für die Handlung.

Die Mutter ... oh je ... Selma Seagrave. Ihre Rolle beschränkt sich darauf erschöpft zu sein und sich hinzulegen. Furchtbar.

Es gibt eine zweite Frau (ich zähle Willys Schwester nicht): Juno. Eine junge Schwarze, Kindermädchen der Seagraves. Eine furchtbare Figur. Obwohl sie in England aufgewachsen ist, beherrscht sie die Sprache nicht wirklich. Jeder duzt sie (was nicht für den deutschen Übersetzer spricht). Egal, welche körperlich anstrengende Arbeit zu erledigen ist, Juno wird dafür eingesetzt. Zusätzlich ist sie für das Essenmachen zuständig (Mrs. Seagrave kann noch nicht mal das). Auch wenn Marryat das wahrscheinlich nicht so beabsichtigt hatte: Ohne Juno wären die Seagraves - ob mit oder ohne Rüstig - zum Scheitern verurteilt gewesen.

Marryat fuhr selbst zur See, er weiß daher, worüber er schreibt. Nur schade, dass die Geschichte über weite Strecken - wirklich weite Strecke - vorhersehbar abläuft. Selbst als schließlich Kontakt mit Bewohnern einer anderen Insel besteht, fällt denen nichts Besseres ein, als die Seagraves zu überfallen.


Der Beginn des Romans:

Frederick Marryat Liane Keller
Chapter One.

It was in the month of October, 18—, that the Pacific, a large ship, was running before a heavy gale of wind in the middle of the vast Atlantic Ocean.
Auf der Pacific

Es war im Jahre 1843, als ein schwerer Oktobersturm über den südlichen Teil des Atlantischen Ozeans dahinbrauste. Mühsam arbeitete sich der stattliche Dreimaster Pacific durch die aufgewühlten Wochen


Egal wo ich im Internet den Originaltext gefunden habe, er fing immer mit "Chapter One" an. Der Kapiteltitel scheint eine Erfindung der deutschen Übersetzerin zu sein.

Der erste Satz ist recht interessant. Zum einen teilt Marryat das Tagesdatum mit, zum anderen steht bei ihm die Pacific im Mittelpunkt, während in der deutschen Übersetzung der Sturm betont wird. Daß die Pacific ein Dreimaster ist, erfährt man nur in der deutschen Fassung. Für Marryat ist es zunächst nur ein großes Schiff.

Comic-Fassung in Berühmte Geschichten 07 und Weltbestseller 12.
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Hansjörg Martin


Kuno Mauer

Das neue Indianerlexikon

Das neue Indianerlexikon (1994)
Langen Müller (2002)

Mauer
Informatives, aber leider unbebildertes Lexikon, das sogar Winnetou erwähnt.
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André Maurois

Napoleon

Napoleon (1965)
Rowohlt (1966)
Émile Salomon Wilhelm Herzog
* 26. Juli 1885 (Elbeuf bei Rouen) - † 9. Oktober 1967 (Neuilly-sur-Seine)

André Maurois: Napoleon
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Reich bebilderter Lebensabriss des Korsen, geschrieben von einem Mitglied der Academie Français.

Manchmal etwas übereilt, aber das ist dem Umfang der Bücher dieser Reihe geschuldet. Insgesamt ein guter Überblick.



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Arthur S. Maxwell

Menschen in Gottes Hand

The Bible Story (1956)
Saatkorn (1956)
* 14. Januar 1896 (London) - † 13. November 1970
Maxwell war Mitglied und Sprecher der Siebenten-Tags-Adventisten

Arthur Maxwell: Menschen in Gottes Hand
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Erzählt wird von der Empfängnis Marias bis zum Wirken Jesus.

Ich erinnerte mich weder an den Autor, noch an den Titel, aber ich erinnerte mich an die Bücher. Nicht wegen der Texte sondern wegen der Bilder. Teilweise wundervolle Bilder, die sich tief in das Gedächtnis eines Kindes eingegraben haben - bis ich sie als Erwachsener, mit fast 50 Jahren, wieder entdeckte.

Maxwell war Mitglied und Sprecher der Siebenten-Tags-Adventisten. Einer meiner Schulfreunde gehörte dieser Sekte oder Kirche an, auch beruflich hatte ich viele Jahre mit Vertretern der Adventisten zu tun. Nie war eine unangenehme Erfahrung mit ihnen verbunden.

Die Buchtexte sind ... schier unerträglich. Maxwell nimmt die Bibel nicht als Geschichtensammlung, er nimmt sie als Tatsachenberichte, die er für Kinder aufbereitet und das auch noch mit erhobenem Zeigefinger. Ein Kind mag das ansprechen, für einen Erwachsenen mit etwas Verstand ist es kaum erträglich. Die Evangelisten waren nun mal keine Reporter. Sie waren gläubige Menschen, die Berichte aus zweiter oder dritter Hand zu Papier brachten und sie dabei an ihre eigenen Vorstellungen oder die Erwartungen der Gemeindemitglieder anpassten.

Aber die Bilder ... die Bilder beeindrucken mich noch immer.
Hier zwei Beispiele von Russ Harlan.
Russ Harlan Russ Harlan
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Karl May


Johnston McCulley

Im Zeichen des Zorro

The curse of Capistrano (1919)
Patmos (2002)
02.02.1883 (Ottawa, Illinois) - 23.11.1958
Erstveröffentlichung in All Story Weekly Vol. 100 2-4 und Vol 101 1-2 (August - September 1919)

McCulley
Senor Zorro (und nicht etwa El Zorro oder nur Zorro) kämpft gegen Ungerechtigkeit und Willkür eines despotischen Gouverneurs.

Ein lesbares, spannendes Buch, das u.U. durch Scarlett Pimpernell von Baroness Orczy angeregt wurde (allerdings lässt sich nicht nachweisen, dass McCulley das Buch kannte).

McCulley, ein ehemaliger Journalist, stand zu seiner Schöpfung (was nicht von jedem Autor gesagt werden kann). Nach dem überragenden Erfolg des Douglas Fairbanks-Films aus dem Jahre 1920, entstanden weitere, offensichtlich zuvor nicht vorgesehene Geschichten, die sich zum Teil heftigst widersprachen (am Schluss des hier vorliegenden Romans enttarnt sich Zorro und plötzlich ist alles Friede, Freude, Eierkuchen. McCulley mußte das ignorieren, um überhaupt weiterarbeiten zu können).

Der Roman-Zorro entspricht nicht der Vorstellung, die man aus Kino und Fernsehen hat. Dort wird er immer mit einer Augenmaske dargestellt, im Roman ist von einer das gesamte Gesicht bedeckenden Maske die Rede.

Nichts an dem Roman entspricht einer historischen Wirklichkeit. Zorro ist eine Fantasiegestalt und sollte auch als solche genossen werden.

Gute Unterhaltungslektüre.
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