Grisham, John
John Grisham
Grisham war Anwalt - und das merkt man auch. Trotzdem, er hat das Genre, das bislang von
Erle Stanley Gardener beherrscht wurde, mit neuem Schwung wiederbelebt.
Wie bei
Michael Chrichton bin ich auch auf Grisham über einen Film gestoßen. In diesem Fall:
Die Firma.* 08.02.1955 in Jonesboro, Arkansas
Die Akte
The Pelican Brief (1992)
Heyne (1993)

Zwei Richter des obersten Bundesgerichts werden ermordet. Eine Jurastudentin kommt einem politischen Skandal auf die Spur und macht sich damit sehr unbeliebt. Ihre Gegner scheuen vor nichts zurück.
Spannend. Sehr interessant. Im Film wird Darby Shaw von Julia Roberts dargestellt, die weder eine besonders gute noch eine hübsche Schauspielerin (ganz im Gegenteil) ist, aber trotzdem eine gute Leistung abliefert.
The appeal
The appeal (2008)
Arrow (2008)
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Krane Chemicals wird zu einer riesigen Entschädigungszahlung verurteilt. Wo die meisten Bücher ändern, fängt dieses an. Der Berufungsprozess wird vorbereitet - und dadurch manipuliert, daß ein Firmenfreundlicher Richter an das Berufsgericht gebracht wird.
Ein Buch, das (wie die meisten von Grisham) nur wenige Dialoge aufweist, aber den Leser trotzdem für die Personen einnimmt oder ihn gegen sie aufstellt. Das Amerika in diesem Roman ist ein Amerika der Reichen, die alles bekommen, was sie wollen, während die kleinen, ehrlichen, anständigen Leute die Gelackmeierten sind. Schlimm, daß die Wirklichkeit nicht weit von Grishams Phantasie entfernt ist.
Ein Buch, das von der ersten bis zur letzten Seite fesselt - auch weil bis zum letzten Moment nicht klar ist, welche der beiden Seiten siegen wird.
The Associate
The Associate (2009)
Arrow (2009) / Arrow (2009)
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vergrößernWährend seines Studiums war Kyle McAvoy anwesend als einige seiner Freunde mit einer ohnmächtigen Kommolitonin schliefen, die hinterher behauptete vergewaltigt worden zu sein - obwohl sie zuvor mit jedem geschlafen hatte, der seinen Hostenstall nicht schnell genug wieder verschloß.
Kurz vor seinem Abschluß wird McAvoy von Unbekannten mit seiner Vergangenheit und erpreßt. Er wird gezwungen, in eine große Kanzlei einzutreten, um dort Informationen zu besorgen, die für einen bevorstehenden Prozeß wichtig sind.
Ein schneller Grisham - schnell geschrieben, schnell gelesen. Vieles kommt einem bekannt vor.
Und leider ist mit der Vertrautheit auch das Problem aus der Anfangszeit Grishams wieder da: der unbefriedigende Schluß. Man hat das Gefühl, daß er keine Lust hatte, daß Buch zu einem vernünftigen Abschluß zu bringen. Zu viele Fragen bleiben am Schluß offen.
Gute Unterhaltung, aber weit davon entfernt, das beste Buch Grishams zu sein.
Die Bruderschaft
The Brethren (2000)
Heyne (2002)

Drei inhaftierte ehemalige Richter versuchen aus dem Gefängnis heraus mit Erpressungen (von amerikanischen Durchschnittsbürgern, die ihrer Homosexualität heimlich frönen wollen) zu Geld zu kommen. Eines der Opfer ist ein Kandidat auf die amerikanische Präsidentschaft.
Spannend. Liest sich gut von der ersten bis zur letzten Seite.
Die Richtergeschichte und die Politikergeschichte laufen parallel, finden dann zusammen, ohne daß die Hauptfiguren auch nur einmal aufeinander treffen.
Das Dumme ist nur: Man merkt sehr deutlich, daß Grisham sich für den Politikteil an
Mit aller Macht orientiert hat. Und... das wirft ein schlechtes Licht auf die Lektoren bei Belfry Holdings... Grisham beginnt einen Erzählstrang, baut Spannung auf... und vergißt von einem Moment zum anderen völlig, diesen Teil der Geschichte weiterzuführen (bevor jemand fragt: gemeint ist der Ned-Strang. Die Richter erpressen ihn, er verfolgt die Spur zurück, findet heraus, daß Trevor die Briefe transportiert - und das war's dann).
Ein Buch, das man gern liest, aber weit davon entfernt, an Grishams Spitzenwerke heranzureichen.
The Broker
The Broker (2005)
Dell (2005)
vergrößernJoel Backman, ein ehemaliger Lobbyist, wird von einem scheidenden Präsidenten aufgrund des Wunsches des CIA-Chefs begnadigt. Backman erhält eine neue Identität, wird nach Italien verfrachtet - und muß sehr schnell erkennen, daß er in Lebensgefahr schwebt.
Ein Sprachkurs, ein Reiseführer - und gleichzeitig ein Buch voller Hochspannung. Weniger begabte Autoren hätte man die ersten zwei Drittel des Buchs nicht verziehen.
Im Anhang verweist Grisham ausdrücklich daraufhin, daß er von Geheimdiensten keine Ahnung hat, daß es reiner Zufall ist, wenn er mit einer seiner Behauptungen recht haben sollte und alles eh nur Fiktion ist.
Mit über 600 Seiten kein dünnes Buch. Aber gut geschrieben, spannend und mal was ganz anderes als die ewigen Rechtsanwaltgeschichten.
Joel Backman, a former lobbyist, is pardoned by a parting president because the CIA demands it. Backman receives a new identity, is transported to Italy - and must recognize very soon that he is in mortal danger.
A linguistic course, a guide - and at the same time a thriller. Less gifted authors wouldn't get away with the first two thirds of the book.
As a result in the appendix Grisham expressly refers that he has no notion of Secret Services that it is pure chance if he should be right with one of his assertions and anyhow only all is mere fiction.

The confession
The confession (2010)
Arrow Books (2011)
vergrößernDonté Drumm ist in Texas wegen eines Verbrechens zum Tode verurteilt, das er nicht begangen hat. Er wurde nur aufgrund eines abgepressten und später widerrufenen Geständnisses verurteilt, ohne daß die Leiche seines vermeintlichen Opfers gefunden worden wäre.
Einige Tage vor der angesetzten Hinrichtung, meldet sich bei einem Pfarrer der tatsächliche Mörder.
Damit beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.
Gerade am Anfang ähnelt das Grishams
The innocent man. Und damit ist eigentlich klar, daß die Geschichte sich in eine völlig entgegengesetzte Richtung entwickeln muß.
Ein eindringliches Plädoyer gegen die Todesstrafe und eine kritische Schilderung des Lebens in einem Land, dessen Bewohner zu einem großen Teil gedanklich noch im 19. Jahrhundert verhaftet sind.
Das Fest
Skipping Christmas (2001)
Heyne (2002)

Nachdem die Tochter der Kranks endlich das Elternhaus verlassen hat, beschließen die Eltern das vollständig kommerzialisierte Weihnachtsfest ausfallen zu lassen - und das Geld lieber für eine Kreuzfahrt auszugeben.
Ein Hardcoverband mit gerademal 208 Seiten, bei recht großem Zeilenabstand. Kurzum: der kürzeste Grisham, der bis bisher untergekommen ist.
Und der witzigste.
Das ändert nichts daran, daß die Geschichte, die durchaus als Gegenentwurf zu
Bölls Weihnachtsgeschichte angesehen werden kann, von Anfang bis Ende vorhersehbar verläuft.
The firm
The firm (1993)
Island (1991)

Mitchell McDeere ist angehender Anwalt. Von einer Kanzlei bekommt er ein Angebot, das er nicht ablehnen kann. Zuerst scheint alles ganz wunderbar, dann addieren sich einige Merkwürdigkeiten auf. Und schließlich kämpft er gegen die Mafia.
Sehr spannend. Gut lesbar. Habe ich innerhalb weniger Tage verschlungen.
Im Buch ist sein Auto ein BMW, was immer und immer wieder betont wird. Im Film ist es ein Mercedes.
The Innocent Man: Murder and Injustice in a Small Town
The Innocent Man: Murder and Injustice in a Small Town (2006)
Dell (2006)
vergrößernIn Ada, Oklahoma, wurde eine junge, hübsche Frau brutal ermordet. Ron Williamson und Dennis Fritz werden angeklagt und verurteilt - ohne daß es auch nur den Hauch eines Beweis gegen die beiden gibt.
Das Schlimme ist, daß es sich hier nicht um einen Krimi sondern um einen Tatsachenbericht handelt. Grisham bestätigt die Vorurteile, die man als Europäer gegen das amerikanische Rechtsystem hat. US-Recht ohne
Perry Mason, Petrocelli, Matlock und wie sie alle heißen, kann eine veritable Katastrophe sein.
In Stuttgart erleben wir zur Zeit ja, daß Recht und Gerechtigkeit zweierlei Dinge sind (in Zusammenhang mit Stuttgart 21 wird mit Gegnern kurzer Prozeß gemacht, während gegen Prügelpolizisten nur schleppend - wenn überhaupt - ermittelnd wird).
Ein Buch, daß sich wie ein Krimi liest. Ein Buch, das anklagt. Ein Buch, daß aufrüttelt und jeden intelligenten Menschen zu einem unbedingten Gegner der Todesstrafe machen sollte. Als Ergänzung zu dem Buch empfehle ich die
Internetseite des unbelehrbaren und uneinsichtigen Anklägers.
Die Jury
A time to kill (1989)
Heyne (1992)

Ein schwarzes Mädchen wird brutal vergewaltigt. Der Vater nimmt blutig Rache. Ein junger Rechtsanwalt verteidigt ihn, in einer Umgebung, in der Schwarz mit Schuldig gleichbedeutend ist.
Sehr brutal. Immer wieder überraschend. Grishams Leistung besteht darin, daß er weder den Vater noch den Rechtsanwalt idealisiert. Die Verfilmung mit Samuel Jackson ist gelungen, reicht aber an das Buch nicht heran.
In Deutschland scheint man sich einen Spaß daraus zu machen, alle Grisham-Titel nur aus Artikel und Hauptwort bestehen zu lassen, was wohl Assoziationen zu
Die Firma wecken soll.
Die Kammer
The chamber (1994)
Heyne (1999)

Sam Cayhall ist wegen eines Bombenanschlags, bei dem zwei Kinder ums Leben kamen, zum Tode verurteilt worden. Vier Wochen vor der Hinrichtung meldet sich Adam Hall bei ihm, ein junger, aufstrebender Rechtsanwalt, der den hoffnungslosen Fall übernehmen will. Adam ist der Sams Enkel.
Es wird ein Kampf gegen die Uhr und eine Reise in die Vergangenheit, die für Adam bislang ein unbeschriebenes Blatt war.
Ein ungemein spannendes Buch. Grisham läßt bis kurz vor Schluß offen, ob Sam hingerichtet wird oder nicht. Das Verbrechen, das Sam Cayhall begangen hat ist grausam. Sam Cayhall ist ein harter, unsympathischer Mensch, der in seinem Leben viel Unglück über seine Mitmenschen gebracht hat. Aber hat der Staat das Recht ein Verbrechen durch ein anderes Verbrechen zu sühnen? Grishams Antwort ist eindeutig: Nein. Jeder vernünftige Mensch kann nur ein Gegner der Todesstrafe sein.
Ungefähr in der Mitte des Romans bezieht sich Grisham auf seinen eigenen Roman
Die Jury (ohne ihn zu benennen).
Wahrscheinlich das damals beste Buch Grishams.
Der Klient
The client (1993)
Heyne (1996)

Mark und sein Bruder werden Zeuge des Selbstmords des Mafia-Anwalts Jerome Clifford. Vor seinem Tod vertraut Clifford Mark ein Geheimnis an, das tödlich für ihn sein kann. Plötzlich findet sich der 11jährige Junge zwischen der Polizei, der Staatsanwaltschaft und der Mafia wieder. Seine einzige Hilfe ist Reggie Love, eine 52jährige Anwältin.
Den Film hatte ich mehrmals gesehen, bevor ich das Buch erstand. Um ehrlich zu sein: so ganz hat mich der Film nicht überzeugt. Susan Sarandon (Reggie Love) ist gut, Tommy Lee Jones (Reverend Roy) auch - aber der Film-Mark ist ein Arschloch, mit dem ich keinen Moment Mitleid habe. Daß er sich mitten im Film von seiner Anwältin abwendet, nur weil er von ihrer psychiatrischen Vergangenheit erfährt, macht ihn nicht sympathischer.
Um es kurz zu machen: Das Buch ist besser, sehr viel besser, als der (auch nicht schlechte) Film. Reverend Roy ist sehr viel unsympathischer als im Film. Es gibt keine überflüssigen Verfolgungsjagden (das Filmtreppenhaus ist mehr als unglaubhaft), Reggie Love ist besser charakterisiert, die Mutter kann mit mehr Verständnis rechnen.
Grisham beweist einmal mehr, daß er besser mit einer Geschichte umzugehen weiß als die Drehbuchautoren. Und diesmal stimmt sogar der Schluß (der oft eine Schwäche von Grisham-Romanen ist).
The last juror / Die Liste
The last juror (2004)
Dell (2004) / Heyne (2005)
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vergrößern19700, Clanton, Missouri in Ford County. Der junge Studienabbrecher Willie Traynor sieht die Chance seines Lebens und kauft die heruntergekommene Wochenzeitschrift
Ford County Times.
Nach dem brutalen Mord an einer jungen Mutter wird er Zeuge des Prozeß und der gleichzeitig stattfindenden Entwicklungen in der ihm anfänglich so fremden Gemeinde.
Natürlich schiebt sich der Mord und die Verhandlung immer wieder in den Vordergrund, aber das kennt man alles schon ausführlicher aus anderen Büchern. Auch die immer wieder durchscheinende Kritik am System ist nicht neu und belegt nur noch einmal, daß die USA in vielen Bereichen ein absolut rückständiges, dem 19. Jahrhundert verhaftetes Land sind. Tatsächlich zeigt Grisham jedoch das Leben in einer Südstaaten-Kleinstadt, mit all ihren kleinen und großen Problemen.
Hier stimmt alles, von Anfang bis zum Ende. Grisham ist - spätestens seit
Die Farm viel mehr als ein Thriller-Schriftsteller, er ist einer der besten amerikanischen Erzähler.
Der Beginn des Romans:
| John Grisham |
Dr. Berhard Liesen, Beate Reiter, Imke Walsh-Araya |
|---|
| After decades of patient mismanagement and loving neglect, The Ford County Times went bancrupt in 1970. The owner and publisher, Miss Emma Caudle, was ninety-three years old and strapped to a bed in a nursing home in Tupelo. | Nach Jahrzehnten des Missmanagements und der liebevollen Vernachlässigung war die Ford County Times 1970 finanziell am Ende. Die Eigentümerin und Herausgeberin der Zeitung, Miss Emma Caudle, war dreiundneunzig Jahre alt und in einem Pflegeheim in Tupelo im wahrsten Sinne des Wortes ans Bett gefesselt. |
Drei Übersetzer. Das sagt schon einiges. Überraschenderweise hält man sich eng an den Urtext. Es wird verschwiegen, daß es sich um lange geduldetes Missmanagement handelt. Für den Leser des Original ist klar, daß es sich bei der
Ford County Times um eine Zeitung handelt, die deutschen Leser sind so blöd, daß man es ihnen explizist sagen muß. Etwas anderes ist es mit dem Zusatz "im wahrsten Sinne des Wortes" Das dient tatsächlich der Klarstellung.
Das Ende des Romans:
| John Grisham |
Dr. Berhard Liesen, Beate Reiter, Imke Walsh-Araya |
|---|
| As the town slowly came to life below me, I walked to my desk, shoved some boxes out of the way, and sat down. I took my pen, and for a long time stared at the blank notepad. Eventually, slowly, with great agony I began the last obituary. | Als die Stadt unter mir langsam zum Leben erwachte, ging ich zu meinem Schreibtisch, schob ein paar Kartons beiseite und setzte mich. Ich nahm einen Stift und starrte lange Zeit auf ein leeres Blatt. Dann, zögernd und mit Tränen in den Augen, begann ich meinen letzten Nachruf. |
Aha. Im Original nimmt der Erzähler
seinen Stift, in der Übersetzung nimmt er irgendeinen Stift. Einerseits starrt er auf einen leeren Notizblock, andererseits auf ein leers Blatt. Der letzte Satz müßte eigentlich heißen: "Schließlich, langsam, Höllenqualen leidend, begann ich den letzten Nachruf"
Die Übersetzung des Trios ähnelt dem Original, ergänzt und kürzt nach Gutdünken, gibt den Inhalt wieder, nimmt den Leser an die Hand, erklärt mitunter Dinge, die nicht erklärt werden müssen. Sind deutsche Leser ungebildeter als amerikanische?
A painted house
A painted house (2002)
Dell (2002)

Der 7jährige Luke Chandler erlebt den aufregendsten Sommer seines Lebens. Zum jährlichen Streß der Baumwollernte, gesellen sich außerordentliche Ereignisse, die schließlich sein Leben für immer ändern.
Das Buch spielt im Arkansas des Jahres 1952. Die USA führen wieder mal einen Krieg (diesmal in Korea). Fernsehen? Fast ein Wunder. Telefon? Unmöglich, da noch keine Leitungen verlegt sind. Die Chandlers sind arm, aber trotzdem sind sie Arbeitgeber von Mexikanern und Leuten aus den Bergen.
Alle haben ihre Geschichten, alle haben ihre Geheimnisse und immer wieder wird Luke damit belastet.
Grisham ist ein Buch gelungen, dessen Figuren einem ans Herz wachsen. Man möchte wirklich wissen, wie es weitergeht (und wird es hoffentlich nie erfahren).
Hier stimmt alles von vorne bis hinten. Grishams reifstes Werk, vielleicht gerade weil nicht ein Rechtsanwalt vorkommt.
Nicht alle Thriller-Autoren gelingt es, ihr Können auch in anderen Genres unterzubringen. Grisham hat keine Probleme damit.
Die Farm der Chandlers siedelt er in Black Oak an, einem kleinen Ort, in dem Grisham als Kind einige Monate lebte - was sicher dazu beiträgt, daß ihm ein so lebendiges Bild der Gemeinde gelingt.
Ein Buch, das ich unbedingt empfehlen kann - auch für Leute, die sonst mit Grisham nicht viel anfangen können. (Deutscher Titel: Die Farm)
Der Partner
The partner (1997)
Heyne (2000)

Patrick hat sich vor einigen Jahren seinen Tod vorgetäuscht und 90 Millionen Dollar gestohlen (in dieser Reihenfolge). Nachdem er gefunden wurde, muß er sich gegen eine Scheidungsklage seiner Frau und eine Mordanklage des Staates wehren.
Sehr gut durchdacht. Parchman, das Gefängnis aus
Die Kammer wird mehrfach erwähnt.
Lediglich das letzte Kapitel ist eine Enttäuschung. Grisham versucht besonders originell zu sein, aber zum einen hatte ich schon mit so was gerechnet, zum anderen paßt es einfach nicht. Ansonsten: Ein gutes, spannendes Buch, das man nur empfehlen kann.
Der Regenmacher
The rainmaker (1995)
Heyne (1999)

Rudy Baylor ist gerade dabei sein Studium abzuschließen, da wird er von einer Pechsträhne erwischt: Die Firma, für die er arbeiten sollte, wird aufgekauft und er ist der erste, der an die Luft gesetzt wird - noch bevor er die Chance hatte dort anzufangen. Endlich findet er eine neue Kanzlei, aber die ist nur an einem Fall interessiert, den er an Land gezogen hat. Dabei geht es um eine Versicherung, die einen Anspruch abgelehnt hat - mit der Folge, daß der Patient sterben wird.
Gut geschrieben (in Ich-Form), mit einem Helden, der einem zunehmend sympathischer wird.
Der Richter
The summons (2002)
Heyne (2004)

Nach dem Tod seines Vaters, findet der Jura-Professor Ray Atlee im Haus mehrere Kartons voller Geld, das in den Papieren nirgends auftaucht. Anstatt das Geld dem Nachlaß zuzuschlagen - und damit mit seinem alkoholabhängigen Bruder zu teilen - versteckt er es. Während er noch in Erfahrung zu bringen versucht, ob es sich vielleicht um Falschgeld oder markiertes Geld handelt, taucht ein Brief auf, der deutlich macht, daß noch ein anderer von diesem Geld weiß - und es für sich haben will.
Um ehrlich zu sein, ich hatte von Anfang den richtigen Verdacht, was den Tod des Richters angeht (und auch den richtigen Täter im Visier). Aber darauf kommt es auch gar nicht an. Grisham gelingt es über den ganzen Roman das Interesse an den Figuren aufrecht zu erhalten.
Es war reiner Zufall, daß ich diesen Roman nach
Die Liste las (einen Roman, den Grisham noch vor
Die Firma begonnen, dann aber beiseite legte und erst nach diesem Roman veröffentlicht hat. Deshalb waren mir Clanton (Missouri) und Harry Rex sofort vertraut, deshalb war mir alles vertraut. Ein netter Zug, Mr. Grisham. Gratuliere.
Die Schuld
The king of torts (2003)
RM Buch und Medien (2003)
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Bei dem Pflichtverteidiger Clay Carter läuft nichts wie es soll. Zunächst bekommt er einen Mord aufgehalst, den er gar nicht übernehmen wollte, dann trennt sich seine Freundin von ihm. Doch dann taucht ein geheimnisvoller Mann auf und bietet Clay die Chance seines Lebens.
Routiniert und gut geschrieben - aber absolut nichts besonderes. Solch ein Buch schüttelt Grisham sich jederzeit aus dem Ärmel.
Interessant wird das Buch, wenn man es in Zusammenhang mit der Zeit setzt, in der ich es gelesen habe: im Moment (Oktober 2008) spielen die Börsen verrückt, völlig überbezahlte Zocker ruinieren eine Bank nach der anderen, ohne für die Zocker persönliche Konsequenzen nach sich zu ziehen (abgesehen vom Verlust des Arbeitsplatzes, was man aber bei mehreren hunderttausend Euro Jahresgehalt leicht verschmerzen kann - wenn man anders als Clay Carter, das Geld nicht mit beiden Händen hinausgeworfen hat.)
Nicht Grishams bestes Buch, mit einem Erzähler, der Carter am Ende fallen zu lassen scheint.
Gelungenes Lesefutter - nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Attorney Clay Carter is out of luck. First, he has to defend a murderer, then his girlfriend leaves him. However then a mysterious man appears and offers the chance of his life to Clay.
Well written - however absolutely nothing particular. Such a book Grisham pulls out of the hat anytime.
Not his best book, not his worst.

The testament / Das Testament
The testament (1999)
Arrow (1999)/Heyne (2001)

Ein alter Mann springt, gleich nachdem er sein Testament geändert hat, aus dem 13. Stock in den Tod. Obwohl es zahlreiche Exfrauen, Kinder und auch Enkelkinder gibt, soll eine uneheliche Tochter Alleinerbin seines immensen Vermögens werden. Sie lebt im brasilianischen Regenwald - als Missionarin.
Anwalt Nate O'Riley, der zum wiederholten Mal eine Entziehungskur hinter sich hat, bekommt den Auftrag sie zu suchen.
Ein wundervolles Buch, mit gelungenen Figuren. Nates Kampf gegen den Alkohol wird sehr realistisch geschildert. Und diesmal hab ich sogar mit dem Ende kein Problem.
Immediately after he altered his will, an old man jumps from the 13th floor. Although there are numerous ex-wives, children and also grandchildren, an illegitimate daughter inherits his immense wealth. She lives in the Brazilian rain-forest - as a missionary.
Lawyer Nate O'Riley, who has been through a withdrawal-cure must search her.
A wonderful book, with realistic characters. Nates fight against his alcohol-problem is portrayed very realistically. And this time, I even don't mind the end.

Das Urteil
The runaway jury (1996)
Heyne (1998)

Ein aufsehenerregender Prozeß. Wir erleben alles mit - von der Auswahl der Geschworenen bis zum Urteil. Sehr, sehr spannend geschrieben, leider ähnelt der Schluß dem von
The firm.
Wenn die Deutschen nicht ständig neue, vom Original abweichende Titel erfinden würden, hätte dieser wohl zutreffend
Die Jury heißen können.
Der Verrat
The street lawyer (1998)
Heyne (2000)

Michael Brock ist ein erfolgreicher Anwalt, als er (zusammen mit einigen Kollegen) von einem Obdachlosen als Geisel genommen wird. Nachdem die Polizei dem Schrecken ein Ende bereitet hat, sucht Michael die Gründe für die Tat. Er lernt eine Frau mit mehreren Kindern kennen, die am nächsten Morgen alle tot sind. Michael stellt fest, daß die Familie und der Geiselnehmer in einem Haus gewohnt haben, das seine Anwaltsfirma widerrechtlich räumen ließ...
In Ich-Form geschrieben, sehr spannend, für den Durchschnittsamerikaner wohl auch recht lehrreich. Nicht ganz so gut wie
Die Kammer, aber nicht weit davon entfernt. Dem Ende ist noch ein überflüssiges Kapitel hintenangestellt, das aber (anders als in
Der Partner), den Roman nicht ruiniert.
Grisham ist inzwischen weit mehr als ein Thriller-Autor.
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