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Hartwig Lödige

Ketchup, Jeans und Haribo

Ketchup, Jeans und Haribo (1998)
RM Buch und Medien Vertrieb GmbH (2001)
1952 - 29.06.2015 (Marburg)

Hartwig Lödige - Ketchup, Jeans und Haribo
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Es gibt Bücher, die sind durchs Internet überflüssig geworden. Auf den ersten Blick gehört dieses dazu, denn was man hier findet, ist sicher auch im Internet zu finden.

Aber mal ehrlich: Schaut man dort alles nach, was es zu finden gäbe? Häufig weiß man ja gar nicht, was es alles Interessantes zu entdecken gibt.

Ich liebe Lexika in denen Dinge erklärt werden, die man normalerweise gar nicht hinterfragt.

Und - auch wenn das die Autoren vielleicht nicht hören wollen, aber es ist nicht despektierlich gemein - ich kann mir kaum eine bessere Toiletten-Lektüre vorstellen.

Für mich war das Buch hochinteressant und ich kann es jedem, der an Sprache interessiert ist, nur empfehlen.


Mail an Ralf H.


Hugh Lofting

Doktor Dolittle und seine Tiere

The story of Dr. Dolittle
Ravensburger (1973)
1886 - 1947
Mit Zeichnungen des Autors.

Dr. Dolittle. Der Arzt, der mit den Tieren spricht. Wirklich nett.

Eine gute Verfilmung (mit Rex Harrison), die leider finanziell ein Flop war. Die Musik ist hervorragend, selbst die deutsche Synchronisation ist gelungen. Harald Juhnke singt u.a. Nach diesem Tag, was ich gerne mal live von ihm gehört hätte. Nun ja, das wird ja wohl nichts mehr werden.

Ich erinnere mich auch an eine Zeichentrickserie, die eine Realrahmenhandlung hatte (mit Hans Hessling). Hat mir damals recht gut gefallen.

Die Filme mit Eddie Murphy sind unerträglich.
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Jack London

Das große Jack-London-Buch

Das große Jack-London-Buch (1988)
Otto Maier Ravensburg
12. Januar 1876 (San Francisco) - 22. November 1916 (Glen Ellen, Kalifornien)
Herausgegeben und übersetzt von Fred Schmitz (1919 - 25.02.2015)

Jack London - Das große Jack-London-Buch
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Enthält folgende Kurzgeschichten:
Der Sohn des Wolfs
The Son of the Wolf
Erstveröffentlichung am 07. April 1900 (dem Tag an dem Jack London Elizabeth Mae Maddern heiratete). Als Entstehung ist April 1899 zu finden.

Es geht um einen Weißen, der sich bei Indianern eine Braut abholt (was tatsächlich so lieblos auch geschildert wird). So wie die Indianer beschrieben wurden, hätte man das m.M. auch bei Karl May finden können (auch wenn der mehr Gefühl in die Geschichte gebracht hätte).


Der Hüter des Geheimnisses
The Master of Mystery
Geschrieben im September 1902.

Hier geht es um Aberglauben.

Die Geschichte hat mich enttäuscht. Nachdem ich schon die vorherige nicht besonders gut fand, war ich kurz davor, London aufzugeben. Es kommt ja öfters vor, dass andere einen Autor über den grünen Klee loben, mit dem ich nichts anfangen kann.


Als das Feuer verlosch
To build a fire
Hier die 1908 erschienene Fassung (es gibt auch eine von 1902).

Ein Mann ist allein mit seinem Hund im völlig verschneiten Yukon Gebiet unterwegs. Wird er es schaffen, die nächste menschliche Ansiedlung zu erreichen?

Klasse.

Ganz hervorragend.

Als ich die Geschichte im November 2023 las, war es kalt und überall lag Schnee. Das passte.


Der Beginn der Geschichte:

Jack London Fred Schmitz
Day had broken cold and grey, exceedingly cold and grey, when the man turned aside from the main Yukon trail and climbed the high earth-bank, where a dim and little-travelled trail led eastward through the fat spruce timberland. Es war ein eisig kalter, grauer Morgen, als der Mann vom Trail auf dem Yukon abwich und einen Uferhang hinaufkletterte, wo eine schwach erkennbare, kaum befahrene Spur ostwärts durch dichte Fichtenwälder führte.


Die Übersetzung ist eigentlich recht gut - wenn man vom Beginn absieht. London fängt damit an, den Tag als kalt und grau zu bezeichnen, dann steigert er das, in dem er es wiederholt und "exceedingly" (überaus) davor setzt. Damit steuert er die Vorstellung des Lesers, der nach dem ersten Teil des Satzes ein Bild vor Augen hat, dass er nochmal justieren muss. Schmitz hätte also besser mit "Es war ein kalter, grauer Morgen, ein eisig kalter, grauer Morgen ..." begonnen, um den selben Effekt zu erreichen.


Das letzte Mammut der Welt
A Relict of the Pliocene
Erschien am 12. Januar 1901.

Hier kann es nur um eine erfundene Geschichte eines Aufschneiders gehen - oder etwa doch nicht.

Ganz nett, aber weit von der Klasse der vorherigen Geschichte entfernt.


Die Sache mit den zwölftausend Eiern
The One Thousand Dozen
Erschien im März 1903.

Mit Eiern lässt sich Geld verdienen - wenn sie rechtzeitig bei den Kunden ankommen. Man ahnt das Ende schon nach kürzester Zeit, muss dem Scheitern der Hauptfigur aber unbedingt folgen.


Unser Fleck
That Spot
Erschien im Februar 1908.

Es geht um einen völlig nutzlosen Hund, den zwei Goldsucher unbedingt loswerden wollen. Sie bringen es nicht fertig, ihn zu töten, aber jedes Mal wenn sie ihn weggeben oder aussetzen, taucht er wieder auf.


Bis daß der Tod uns scheidet
Flush of Gold
Erschien im April 1908.

Die Geschichte von Marie Chauvet - die sich mit einem Mann verlobt hat, der sich auf Goldsuche begab, dann jedoch in Abwesenheit ihres Verlobten einen anderen Mann geheiratet hat.


Des Richters rätselhafter Abgang
The Passing of Marcus O'Brien
Erschien im Januar 1908.

Marcus O'Brien ist Richter. Die von ihm ausgesprochene Höchststrafe ist: Aussetzen in einem Boot auf dem Yukon. Wenn man Glück hat, erreicht man die Zivilisation, wenn man Pech hat stirbt man. Eines Tage kommen "Freundequot; von O'Brien im Suff auf die Idee, ihn selbst in ein Boot zu setzen ...


Tarwaters Traum
Like Argus of the Ancient Times
Erschien im Januar 1917.

Tarwater ist ein verhältnismäßig alter Mann, der unbedingt noch einmal Gold finden will. Dafür nimmt er jedes Risiko auf sich ...


Otoo, mein Bruder
The Heathen
Erschien im August 1910 (Everybody's Magazin).

Der Erzähler gerät auf dem Pazifik in einen Sturm. Das Schiff sinkt, aber er wird von Otoo, einem Kanaken (Einwohner von verschiedenen Pazifik Inseln - in diesem Fall kein Schimpfwort), gerettet. Dadurch entsteht eine tiefe Freundschaft, die bis zu Otoos Tod hält und beiden nur zum Vorteil gereicht.

Für die damalige Zeit recht ungewöhnliche Geschichte um eine Freundschaft, in der die beiden Hauptpersonen moralisch nicht einwandfrei sind (sie verdienen ihr Geld durch Blackbirding d.h. Sklavenhandel). Im Original soll öfters das inzwischen tabuisierte Wort "Nigger" verwendet werden - was in der Übersetzung nicht der Fall ist.

Heute achtet man nicht mehr auf die Überwindung der damals realen (aber trotzdem dummen) Rassenschranken, sondern stört sich daran, dass unterschiedliche Kulturen überhaupt thematisiert werden. Ich frage mich, ob das Verschließen der Augen vor realen Problemen in der Vergangenheit uns wirklich weiterbringt.

Natürlich verbietet (noch) niemand, diese Geschichte zu veröffentlichen. Aber aus Angst davor, von Kleingeistern und gleichmacherischen Dummköpfen mit einem Shitstorm übergossen zu werden, greift der eine oder andere Verleger vielleicht zur Selbstzensur - und hält diese Geschichte zurück.

Es ist nicht die beste Geschichte von London, ganz sicher nicht, aber eine, über die es sich aus mehreren Gründen nachzudenken lohnt.


Seltsames Ende eines Doppellebens
The South of the Slot
Erschien im Mai 1909 (Saturday Evening Post Vol. 181).

Frederick Drummond ist Soziologie Professor an der Universität von Kalifonien. Er ist ein Sonderling, ist aber verlobt mit einer Frau der Oberen Zehntausend. Um die Unterschicht zu erforschen, mischt er sich als Big Bill Totts unter sie, wobei er ganz andere Charaktereigenschaften an den Tag legt. Er pendelt zwischen den Welten, bis er sich in die Gewarkschaftsführerin Mary Condon verliebt ...


Das Setting ist nicht erfunden. Die Universität gibt es bis heute ("Berkeley"), "The Slot" ist die durch den Cable Car gebildete Trennung zwischen Teilen von San Francisco. Die Gegend heißt heute South of Market (SOMA).

Dass London ein Sozialist war (was in den USA etwas anderes als bei uns. Ob er ein Sozialist oder ein Sozialdemokrat war - diese Entscheidung überlasse ich anderen).

Mich erinnert die Geschichte an The Strange Case Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Hier wie dort unterscheiden sich die beiden Charaktere ganz enorm voneinander, hier wie dort geht es um den Unterschied zwischen Oberschicht und Unteschicht, hier wie dort gewinnt der angenommene Charakter schließlich die Oberhand.


Der Schrei des Pferdes
The Madness of John Harned
Erschien im Mai 1909.

John Harned stellt sich gegen die Frau, in die er sich verliebt hat, weil sie für Stierkampf brennt, während er das als grausames Schlachten ablehnt.


Für mich war nie nachvollziehbar, warum Menschen sich an Stier-, Hahnen-, Hundkämpfen begeistern können. Die Sympathien sind daher von vorneherein klar verteilt.

Das unsichtbare Duell
The Shadow and the Flash
Erschien im Juni 1903.

Es geht um zwei Brüder, denen es einen nach dem anderen gelingt, sich unsichtbar zu machen - was sich als sehr nachteilig herausstellt.


Man sollte glauben, dass diese Geschichte mir liegt - aber ich fand sie tatsächlich nur öde. Leider schließt der Band daher mit einer der schlechtesten Geschichten des Bandes.

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Walter Lord

Die letzte Nacht der Titanic

A night to remember (1955)
Neuer Kaiser Verlag (1998)
* 8. Oktober 1917 (Baltimore) - † 19. Mai 2002 (Manhattan)

Walter Lord: Die letzte Nacht der Titanic
Eines der Bücher, die man gelesen haben sollte, wenn man sich für die Nacht des 14./15. April 1912 interessiert. Walter Lord hatte noch die Gelegenheit mit Überlebenden der Katastrophe zu sprechen.
Mehr zum Thema

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Konrad Lorenz
Lorenz schreibt sehr anschaulich, sehr interessant. Nicht alle Thesen des Nobelpreisträgers (1973, zusammen mit Karl von Frisch und Nikolas Tinbergen) sind heute unumstritten. Ich lese seine Bücher trotzdem gern.

Er redete mit dem Vieh, den Vögeln und den Fischen

Er redete mit dem Vieh, den Vögeln und den Fischen(1964)
DTV (1983)


Konrad Lorenz verbindet man wohl in erster Linie mit Graugänsen. Hier findet sich u. a. der Bericht darüber.
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Das sogenannte Böse

Das sogenannte Böse (1963)
DTV (1977)


Aggression ist ein Wesenszug, der von uns so gut es geht zurückgehalten wird. Ohne Aggression wären wir aber nicht wer wir sind - wie Käpt'n Kirk eindrucksvoll vor Augen geführt hat.

Lorenz zeigt eindrucksvoll und verständlich auf, wie sehr wir Menschen vom Bösen in uns abhängig sind.
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So kam der Mensch auf den Hund

So kam der Mensch auf den Hund (1965)

DTV (1970)


Nicht im übertragenen sondern im wörtlichen Sinn. Sehr interessant.
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Loriot

* 12. November 1923 (Brandenburg an der Havel); † 22. August 2011 (Ammerland am Starnberger See)
D.i. Vicco (Victor) von Bülow. Das Pseudonym ist heute völlig überflüssig, da ihn eh jeder kennt.

Loriots kleine Prosa

Loriots kleine Prosa (1971)
Diogenes (1971)

Loriots Kleine Prosa
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Texte aus Liebesbriefe für Anfänger, Loriots großer Ratgeber, außerdem einige "Interviews" und Kommentare, die als Zeichentrick in seiner Reihe Cartoon präsentiert wurden.
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Loriots kleiner Ratgeber

Loriots kleiner Ratgeber (1968)
Diogenes (1974)

Loriots kleiner Ratgeber
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Nur eine Auswahl aus Loriots großer Ratgeber. Trotzdem recht umfangreich und nett.


Letztes Jahr (2023) war Loriot-Jahr. Im Fernsehen wurde er rauf und runter gesendet. Dabei wurde immer wieder mal erwähnt, dass er auch Cartoons zeichnete. Es ist höchste Zeit, diese wieder zu entdecken, denn sie sind nicht schlechter als seine TV-Werke, nur nicht ganz so leicht zugänglich.

Die Werke (es sind meist kleine Szenen) sind 55 Jahre alt, aber genau so witzig, wie damals, als ich sie zum ersten Mal las (das Buch scheint seit 2009 in meinem Besitz zu sein. Die eine oder andere Szene werde ich aber lange vorher gekannt haben, da Bücher von Loriot in meiner Familie durchaus vorhanden waren).

Auf jeden Fall noch immer zu empfehlen - auch wenn natürlich die Gesamtausgabe vorzuziehen ist.
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Loriots großer Ratgeber

Loriots großer Ratgeber (1968)
Diogenes (1968)

Loriots großer Ratgeber
Auswahl aus -zig Loriot-Büchern. Ein Wälzer, der auch nach so langer Zeit nach rund vierzig Jahren noch Spaß macht.
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Loriots Tagebuch

Loriots Tagebuch (1970)
Diogenes (1974)

Loriots Tagebuch
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Loriot nimmt Prominente aufs Korn, nett, lustig, nie verletzend - wie es seine Art ist.

Der vorliegende Band weicht von der Erstveröffentlichung ab - steht im Impressum.


Immer nur ein Bild mit einem kurzen Begleittext.

Meiner Meinung zünden die meisten Witze noch immer, selbst wenn man die Prominenten nicht kennt. Leute meiner Generation werden da weniger Probleme haben als Nachgeborene.


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Loriots Wegweiser zum Erfolg

Loriots Wegweiser zum Erfolg (1963)
Ullstein (1963)

Loriots Wegweiser zum Erfolg
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Enthält Teile aus Der gute Ton, Der Weg zum Erfolg, Wahre Geschichten, Für den Fall..., Auf den Hund gekommen. Copyright 1954-1963.


Gags, die man sich durchaus in seinen TV-Sketchen hätte vorstellen können. Meist einige Bilder und ein etwas längerer Begleittext.

Auch Jahrzehnte später noch witzig, auch wenn sich die Zeiten mehr oder weniger geändert haben.


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Loriots Wum und Wendelin

Loriots Wum und Wendelin (1977)
Diogenes (1977)

Loriots Wum und Wendelin
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Wenn Sie jünger sind als ich (wovon ich ausgehe), werden Ihnen Wum und Wendelin wahrscheinlich nicht bekannt sein. Loriot hat Wum 1970 für die Show Drei mal Neun geschaffen. Moderator war Wim Thoelke. Aus Drei mal Neun wurde Der Große Preis, ebenfalls von Thoelke moderiert und mit Wum (und später auch Wendelin als Auflockerung).

Hier werden etliche der Sketche wiedergegeben - und wenn ich das lese, habe ich den Eindruck, Loriot und Thoeeeeelke wieder zu hören.

Die kleinen Szenen erreichen nicht die Tiefe von Loriots anderen Werken, sind aber auch nach mehr 40 Jahren noch immer witzig und voller Herz. Ein zu Unrecht vergessener Klassiker.


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Simon Louvish

Stan and Ollie - The Roots of Comedy

Stan and Ollie - The Roots of Comedy (2001)
Faber and Faber (2002)
* 06.04.1947 (Glasgow)


Louvish: Stan and Ollie
In der Einleitung schreibt Louvish: "Es ist wirklich ein Schock, sich Stan Laurel (...) als Zeitgenossen der brutalen Ereignisse in Dallas, Texas am 22. November 1963 vorzustellen, der Zeit des Kalten Krieges, Nuklearer Panik, der Kuba-Krise, Che Guevara, ..." Er hat recht. Denkt man an Stan und Ollie denkt man an die Zeit des Stummfilms, an die ersten Tonfilme, nicht daran, daß zumindest Stan ein Zeitgenosse von mir war.

Beeindruckend, wie Louvish nicht nur die frühen Solo-Jahre des Paares beschreibt, dabei die für sie wichtigen Menschen wie z.B. Fred Karno, Hal Roach, Jimmy Finlayson kurz portraitiert, das fast zufällige und völlig unspektakuläre erste Treffen schildert, dann den langen Weg, bis sie nicht nur zwei Schauspieler waren, die zufällig im selben Film auftraten.

Louvish behält auch bei dem allmählich einsetzenden Abstieg den Respekt vor den Objekten seines Buches und zeigt, dass sie Opfer der Umstände, aber auch ihrer eigenen Libido wurden.

Ein wirklich wunderbares Buch, das man jedem Fan des Mediums Film nur unbedingt empfehlen kann.
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Delos W. Lovelace

King Kong

King Kong (1932)
Goldmann (September 1987)
* 02.12.1894 (Brainerd, Minnesota) - 17.01.1967 (Claremont, Kalifornien)


Lovelace - King Kong
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Der Filmproduzent Carl Denham begibt sich mit der arbeitslosen Schauspielerin Ann Darrow und der Besatzung der Wanderer (darunter der 1. Offizier Jack Driscoll) auf den Weg zu einer Insel, auf der es zu merkwürdigen Ereignissen gekommen sein soll. Sie haben keine Ahnung, was sie dort erwarten wird.

Ein Buch-zum-Film. Und noch dazu (im Original) eines der ersten.

Falls es Sie wundert, warum ich es nicht unter Edgar Wallace einsortiere: Edgar Wallace hat mit dem Buch nichts zu tun. Der Roman basiert auf dem Drehbuch von James Creelman und Ruth Rose. Wallace? Fehlanzeige.

Tatsächlich wurde Kong von Merian C. Cooper erfunden. RKO (die Produktionsgesellschaft) beauftragte dann Edgar Wallace ein Drehbuch und einen Roman zu schreiben. Wallace lieferte einen ersten Entwurf ab, starb aber, kaum dass die Überarbeitung begonnen wurde. Danach erhielt Creelman den Auftrag. Die Namen der Figuren stammen erst aus seiner Überarbeitung. Nachdem Creelman die Arbeit einstellen musste (da er mit einem anderen Skript beschäftigt war), führte Horace McCoy (ohne Vorspannnennung) die Szenen an der Mauer und das Jungfrauenopfer ein. Creelman war wenig begeistert, als er wieder Zeit fand, musste die Elemente aber auf Druck von Cooper im Skript lassen.

Danach überarbeitete Ruth Rose (die Frau von Co-Regisseur Schoedsack) das Drehbuch, in dem sie es auf Action kürzte und Denham mehr wie Cooper und Driscoll mehr wie ihren Mann machte.

Auf diesem Drehbuch basiert dann schließlich der Roman von Lovelace.


King Kong ist natürlich ein optischer Film. Lovelace macht nicht den Fehler, die Szenen mit Kong lang und breit zu erzählen, sondern er konzentriert sich auf die Menschen - und das macht er nicht schlecht. Seine Ann Darrow ist nicht nur eine Frau, die ständig vor Angst schreit, sondern eine Person, die ein Leben geführt hat und der man anmerkt, wie mutig sie tatsächlich ist. Denham ist bei ihm zwar immer noch filmverrrückt, aber er besitzt durchaus auch eine mitfühlende Seite.

Ich habe mich während der Lektüre immer wieder gefragt, wann das Buch wohl geschrieben wurde. Es ähnelt in vielem so sehr den Büchern von Crichton. Tatsächlich ist es gerade andersherum. Lovelaces Buch wurde kurz vor dem Film veröffentlicht, als Crichton zu Schreiben begann, war Lovelace bereits im Ruhestand (Crichtons erster Roman erschien 1965).

King Kong ist keine große Literatur, aber ein unterhaltsamer Roman ist er allemal. Als Erstleser hat man im fertigen Film wahrscheinlich das eine oder andere vermisst - das dann in die dritte Verfilmung eingeflossen ist. Damit ist Lovelaces Buch als Begleitmaterial zu gleich zwei Filmen zu empfehlen.


Mail an Ralf H.