R
Gerome Ragni & James Rado

Haare

Hair (1967)
Verlag die Fünf (1969)
Textbuch zum Musical.

Im Gegensatz zum Film, den ich -zig mal genossen habe, habe ich das Bühnenstück noch nie gesehen. Die Zeit dafür ist wohl auch vorüber. Mir gefällt Hair, aber das ist wohl Geschmackssache.


Robert von Ranke Graves

Ich, Claudius - Kaiser und Gott

I Claudius/Claudius the god (1933/1934)
List (nach 1947)

Ein anschaulicher Roman (eigentlich zwei Romane) über Kaiser Claudius, geschrieben in einer Zeit, als es noch nicht in war, historisierende Romane zu schreiben.

Die Ausgabe ist ziemlich alt (Mitte der 50er Jahre würde ich sagen). Natürlich kam sie gebraucht in meinen Besitz.

Auf den Stoff aufmerksam wurde ich durch eine (sehr gute) Fernsehserie (einmal gesendet und dann nie wieder), von der ich nur noch weiß, daß Peter Fricke den Claudius sprach.


Willy Reichert
* 30. August 1896 (Stuttgart) - † 8. Dezember 1973 (Mietenkam im Chiemgau)

Lerne lachen, ohne zu klagen

Lerne lachen ohne zu klagen (1937)
DVA (1952)

Reichert: Lerne lachen ohne zu klagen vergrößern
Ein herrliches, lebenskluges Buch - mit einem Humor, der mir typisch für die Zeit vor '33 erscheint. Manches dürfte Alice Schwarzer (völlig zurecht) den Magen umdrehen, aber das ist der Zeit der Entstehung geschuldet und wird dadurch relativiert, daß Reichert den (Ehe-)Mann immer als der Frau unterlegen darstellt.

Vieles was man hier liest, könnte man sich heute allenfalls von Dieter Nuhr oder Mario Barth vorstellen, wenn beide einen sehr guten Tag haben.

Ein empfehlenswertes Buch.





Wunderlicher Alltag

(1965)
Stieglitz (1965)
Transskripte einer Radioreihe.

"So so! Ja ja!" Es gab eine Zeit, sie ist lange vergangen, als sich in Deutschland niemand seines Dialekts schämte, als die Fernsehsender, Dialekte als Chance begriffen, als Komiker und Humoristen noch unverwechselbar waren. Reichert war der Berufsschwabe.

Bekannt und unvergeßlich wurde er (zusammen mit Oscar Heiler) als Häberle und Pfleiderer. Aber auch solo hat er sehr viel Witziges und Originelles geschaffen, wovon dieser Band eindrucksvoll zeugt.


Wunderliche Welt

Wunderliche Welt (1974)
Stieglitz (1974)
Posthum zusammengestellt von Heinz Hartwig.

Willy Reichert: Wunderliche Welt vergrößern
Und noch ein lebenskluges Buch von dem Autor und Schauspieler, der doch viel mehr als ein Berufsschwabe war.


















Elvira Reitze

Einfach Lamprecht

Einfach Lamprecht (1982)
Heyne (1982)
Buch zur Fernsehserie.

Erinnern Sie sich? Es gab einmal einen Fernsehsender, der hatte ein über weite Strecken sehr gelungenes Vorabendprogramm? Ein Sender? Nein, eine Sendergemeinschaft. Die ARD. Dann kam irgendjemand auf die Idee, man könnte höhere Einschaltquoten erreiche, wenn man nur noch Mist sendet. Das war dann der Beginn vom Ende der ARD.

Einige der Import-Serien, die damals gezeigt wurden, nudelt heute Kabel 1 herunter. Andere (z.B. Hallo Larry mit McLean Stevenson) vermodern in irgendeinem Archiv. Und die Eigenproduktionen, vergammeln irgendwo, obwohl sie sicher auch heute noch ihr Publikum finden würden.

Einfach Lamprecht war eine nette um Carl Heinz Schroth geschriebene Serie. Humorvoll und mitunter auch spannend - genau wie das vorliegende Buch.


Benjamin Rochefort

Fanfan der Husar

Les mille et une folies de Fanfan la tulipe (?)
Bastei (1979)

Der Titel verweist auf den Film mit Gérard Philip, den man immer und immer wieder anschauen kann.

Fanfan ist ein illegitimer Sohn des Herzogs von Orleans und der Mme Dubarry und erlebt zwischen London und Paris allerlei Abenteuer.

Das Buch ist spannend, humorvoll und gut geschrieben. Es hat nur einen Fehler: Mit dem Film hat es überhaupt nichts zu tun.

Trotzdem: Ich hätte immer weiter lesen können.


W.D. Rohr

Raumschiff ohne Namen

Raumschiff ohne Namen (1958)
Pabel (1979)
Auf dem Buchrücken heißt es: In dieser Taschenbuchreihe erschienen auf Wunsch vieler Leser die seit Jahren vergriffenen Erfolgsromane des Autors W.D. Rohr in bearbeiteter Neufassung. Bearbeitet! Neufassung! Igitt!

Rohr
Rex Harrisson (nicht der Schauspieler sondern ein Captain der Raumpatrouille) stößt auf ein Raumschiff, das seltsamerweise erst Stunden später zu seinem Jungfernflug aufbrechen soll. Das Schiff ist leer, von der Besatzung fehlt jede Spur.


Betty Rollin

Köstliche Drinks ohne Alkohol

The Non-Drinkers Drink Book (1979)
Heyne (1979)
Betty Rollin ist TV-Journalist, die mit zwei Büchern hervorgetreten ist: Eines über den Selbstmord ihrer Mutter (als Folge einer Krebserkrankung), ein Selbstmord den sie - nach allem was ich im Internet gefunden habe - unterstützt hat, das andere über ihre eigene Brustkrebserkrankung.

Rollin
Ich habe viele Fehler in meinem Leben gemacht. Der eine war, daß ich auf den Arbeitsberater beim Arbeitsamt gehört habe - und mich zum Kellner ausbilden ließ. Ganz abgesehen davon, daß das meinen Bekanntenkreis zerstört hat (nachdem ich im Streit aus dem mütterlichen Haushalt gewiesen wurde), war es wirklich der falsche Beruf für mich. Ich bin menschenscheu - und alles was einen guten Kellner ausmacht ist mir völlig fremd.

Hinzu kommt: ich bin Antialkoholiker und mußte an der Bar arbeiten.

Eine furchtbare Zeit.

Über das am Stuttgarter Hauptbahnhof gelegene Hotel, daß von einem eingebildeten, ungeduldigen, aufbrausenden Herrn geführt wurde, dessen Frau ein Alkoholproblem hatte, konnte man berufsbezogene Bücher preisgünstig (oder war es sogar kostenlos?) erhalten. Dieses nie benutzte Buch über Drinks habe ich dort erstanden.


Hans Rombeck & Wolfgang Neumann

Die Beatles - Ihre Karriere, ihre Musik, ihre Erfolge

Die Beatles - Ihre Karriere, ihre Musik, ihre Erfolge (1977)
Bastei (1981)
Rombeck war (lt. Buchrücken) Gründungsmitglied des Beatles Fan Club Germany, Neumann Redakteur beim WDR.

Rombeck/Neumann
Eine oft zitierte Biographie, die vor allem sehr viel Hintergrundmaterial zu den Songs liefert.


Manfred Rommel

Trotz allem heiter

Trotz allem heiter (1998)
Econ (2001)
Erinnerungen.

Rommel
Natürlich kenne ich Manfred Rommel (na ja, er kennt mich nicht, aber welcher Stuttgarter kennt Rommel nicht?). Während seiner aktiven Amtszeit stand ich auf der anderen Seite. Trotzdem: Seit ich 18 bin, habe ich nur eine Wahl verpaßt - eine Oberbürgermeisterwahl. Ich war bei den Eltern meiner damaligen Freundin eingeladen und hatte die Wahl völlig vergessen. Statt dessen habe ich mit Kathrins Vater Schach gespielt. Auch eine Alternative.

Rommel ist ein ordentlicher Autor, der sehr gut Anekdoten erzählen kann. Die Zeit bis zum Ende des 2. Weltkriegs ist hervorragend geschrieben, voller Engagement und auch bitterer Selbstkritik. Man spürt, wie sehr Rommel noch immer unter dem Verlust seines Vaters und unter dessen Vorbild leidet.

Dann der etwas schwächere zweite Teil, der seine Verwaltungstätigkeit schildert.

Seine Zeit als OB von Stuttgart ist der schwächste Teil des Buches. Rommel stellt die Anekdoten zurück, beginnt grundsätzliche Überlegungen anzustellen. Auch wenn er in vielem Recht hat, so stört das doch den insgesamt positiven Eindruck des Buches.

Man kann gegen Rommel sagen was man will, aber: Er war wenigstens noch ein Bürgermeister. Schuster ist nur noch ein Technokrat, der sich noch dazu vor der Öffentlichkeit versteckt. Bei der Eröffnung der Troia-Ausstellung, die in ganz Europa für Aufsehen sorgte, versteckte er sich in Frankreich. Einen Schuster als OB hat Stuttgart wirklich nicht verdient.

Joanne K. Rowling
* 31.07.1965 (Yate, South Gloucestershire)

Harry Potter and the Philosopher's stone

Harry Potter and the Philosopher's stone (1997)
Bloomsbury (2000/2004)

Joanne K. Rowling: Harry Potter and the Philosopher's stone vergrößern Joanne K. Rowling: Harry Potter and the Philosopher's stone vergrößern
Ich hasse es, wenn mir Bücher aufgedrängt werden. Sei es durch Bekannte, durch Freunde, durch die Presse, durch einen unvorstellbaren Hype. Nein, ich wollte Harry Potter nicht lesen. Das Hörbuch mit Rufus Beck habe ich über Monate hinweg in kleinen Einheiten gehört (beim Straßekehren: Eine halbe Platte. Pause. Die nächste halbe Platte. Ich haße Kehren.) Den Film habe ich zweimal gesehen.

Aber das Buch wollte ich nicht lesen.

Und dann finde ich das englische Original bei Oxfam. Also hab ich's gekauft. Für schlechte Zeiten, wenn ich mal absolut kein anderes Buch zu lesen habe. Und ein halbes Jahr liegen lassen.

Auch wenn mir der Inhalt bekannt ist, auch wenn ich durch Rufus Beck eine Vorstellung habe, so schrecke ich vor Fantasy doch zurück.

Und dann hat es mich gepackt - obwohl etliche andere Bücher von anderen (bewährten) Autoren auf die Lektüre warten.

Fünf Tage. Ich habe fünf Tage dafür gebraucht.

Das Buch liest sich hervorragend. Es ist einfach genug geschrieben, um Kinder anzusprechen, tiefgründig genug, um für Erwachsene nicht langweilig zu werden. Man kennt es und erkennt es im Film wieder. Es gibt einige kleinere Dinge, die es nicht in den Film geschafft habe, der der Vorlage erstaunlich ähnlich geblieben ist.

Das Hörbuch mit Rufus Beck kann als Klassiker bezeichnet werden. Das Buch in Papierform, noch dazu in der Originalsprache ist noch viel besser.

Es ist spannend (auch wenn man die Lösung kennt), es ist witzig - und am Schluß ist es richtig schön sentimental. Wenn Hermione die Freudentränen in die Augen schießen, kann es durchaus sein, daß der Leser mit ihr um Fassung ringt.

Ein Buch, nicht um Zauberei (ja, auch, aber das ist nicht das wichtigste), ein Buch um Freundschaften, ein Buch um Sehnsucht nach Elternliebe, ein Buch über die Suche nach Anerkennung.

Ein Buch für Kinder und für Erwachsene.

Keine große Literatur, nein, das nicht. Aber ein Buch, das den Erfolg verdient, den es hatte. Weil es nicht langweilt, weil es immer unterhält.



Harry Potter and the chamber of secrets

Harry Potter and the chamber of secrets (1998)
Bloomsbury (1988)

Joanne K. Rowling: Harry Potter and the Philosopher's stone vergrößern
Zu diesem Buch hat man mich nicht zwingen müssen. Ich wollte es lesen.

Auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Der Handlungsablauf ähnelt dem ersten Buch, aber Harry hat sich verändert. Er ist nicht mehr so unsicher wie im ersten Buch. Er akzeptiert seine Rolle, ohne überheblich zu werden. Mit Gilderoy Lockhart bekommt er einen Spiegel vorgehalten. Wo Harry tapfer ist, ist Lockhart feige, wo Harry bescheiden ist, ist Lockhart angeberisch.

Hauptthemen des Buches sind Freundschaft und Toleranz. Probleme lösen sich dadurch, daß man sich anderen gegenüber öffnet. Harry bekommt Probleme, solange er nicht über die Dinge redet, Ginny verschweigt ihre Gefühle und erzeugt dadurch Probleme.

Die Kammer der Geheimnisse (deutsch schlecht übersetzt als Kammer des Schreckens) ist nicht nur ein Raum in Hogwarts, sie ist auch das menschliche Herz.

Ein in jeder Hinsicht bezauberndes Buch.




Harry Potter and the prisoner of Azkaban

Harry Potter and the prisoner of Azkaban (1999)
Bloomsbury (1989)

Joanne K. Rowling: Harry Potter and the Philosopher's stone vergrößern
Den dritten Band habe ich eine Woche nach Band 2 begonnen.

Das große Thema ist hier: Traue nie dem ersten Eindruck.

Sirius Black ist nicht der Verbrecher, als der er erscheint.

Crookshanks ist nicht die mörderische Katze, die wir in ihr vermuten.

Die Hinrichtung von Buckbeak stellt sich später als etwas ganz anderes heraus.

Snape ist wieder einmal anders als man denkt.

Und so weiter.

Auch an der Vorgeschichte von Harry wird weiter gearbeitet.

Alles hat einen Bezug zu allem, ist so ineinander verschachtelt, daß man das ohne gründliche Vorabplanung nicht bewältigen kann. Wohl einer der Gründe, warum Rowling nur ein Jahr zum Schreiben benötigt hat.

Das Buch ist viel besser als der Film, weil die Figuren vielschichtiger sind, weil die Handlungen nachvollziehbar sind, weil Harry und seine Freunde zwar noch Kinder aber doch schon auf dem Weg zu Erwachsenwerden sind, was Rowling glaubhaft schildert. Und es ist besser als der Film, weil es den vertrauten Nebenfiguren sehr viel mehr Platz einräumen kann.

Ich für meinen Teil bin gespannt auf Buch Nr. 4 (das noch nicht in meinem Besitz ist).




Heinz Rühmann

Das war's

Das war's (1982)
Ullstein (1994)
07.03.1902 (Essen) - 03.10.1994 (Berg am Starnberger See)
Erinnerungen.

Sie hierzu auch hier.

Es gibt wohl keinen deutschen Schauspieler, der so oft in meiner Videosammlung (ca. 1500 Bänder) vertreten ist wie Heinz Rühmann. Die meisten seiner Filme kann man auch heute noch immer und immer wieder anschauen, auch wenn viel zu viele heute nicht mehr gezeigt werden. Interessant wären die Fernsehproduktionen - wie Tod eines Handlungsreisenden, das eine Sternstunde des Fernsehens gewesen sein soll, seit Jahrzehnten aber nirgends mehr gesendet wurde.

Rühmann selbst war eine zwiespältige Figur, wie fast alle Schauspieler, die im III. Reich und im Nachkriegsdeutschland/-österreich erfolgreich waren.

Mit diesem Buch läßt er sein Publikum nahe an sich heran, ist aber dennoch weit entfernt von dieser Abrechnungsmentalität, die sich in heutigen Autobiographien breit gemacht hat. Man liest das Buch und hat das Gefühl einem Mann zu begegnen der mit seinen Rollen eins gewesen ist. 

Cornelius Ryan

Der längste Tag

The longest day (1959)
Bertelsmann (1967?)
05.06.1920 (Dublin) - 23.11.1974 (New York)

Cornelius Ryan - Der längste Tag
Die Vorlage für den gleichnamigen Film.

Genau wie dieser lebt das Buch durch die kurzen Berichte über einzelne Soldaten, Berichte die weit davon entfernt sind zu heroisieren oder lächerlich zu machen, Berichte, die es dem Leser überlassen, sich seine eigene Meinung zu bilden.

Wahrscheinlich eines der besten Bücher, das über den Wahnsinn des Krieges geschrieben wurde.

Auch wenn manche es wahrscheinlich aus den falschen Gründen lesen werden: Jedem dringend zu empfehlen.


Html-Sitemap

Seite gestartet am 20.10.1999