Sherlock Holmes

The classic comic strips 1

Malibu (1989)

Wahrscheinlich die beste Comic-Adaption des großen Detektivs. Edith Meiser liefert gute, spannende Stories, Frank Giacoia zeigt, daß er mehr ist als ein guter Inker.

Wenn man überhaupt etwas aussetzen kann: Der Altersunterschied zwischen Holmes und Watson scheint mit zu groß zu sein.
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Sherlock Holmes


Malibu
Reprint des Zeitungsstrips.

Sherlock Holmes 22
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022 - Mai 1990
Cover: Frank Giacoia

Sherlock Holmes

[Tragedy in Tredannick Wollas - part 2 of 3]
Edith Meiser (Skript), Gil Kane (Zeichnungen), Frank Giacoia (Tusche)
Strip 30.07.1956 - 09.09.1956 (die Strips vom 31.07. und 08.08. fehlen)

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Sherlock Holmes 22
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Nicholas Meyer

Bekannt geworden ist Meyer als (Co-)Autor und Regisseur einiger Star Trek-Filme. Er ist jedoch auch ein Sherlock Holmes Experte, wie diese Bücher eindrucksvoll beweisen.

Der Mann des Schreckens

The West End Horror (1976)
Heyne (1985)

Nicholas Meyer: Der Mann des Schreckens
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Besser als The seven-percent solution, denn dieser Roman greift nicht in den Holmes-Mythos ein. Einziges Manko: Meyer ist zu sehr in die Idee verliebt, daß Holmes mit prominenten Zeitgenossen Kontakt hatte (Shaw, Gilbert and Sullivan). Im Gegensatz zu Mitchelson und Utechin gibt er seinen Gästen zu viel Raum.

Wäre Holmes ein realer Mensch gewesen, wäre es unglaubhaft, daß die erzählte Geschichte nicht in einer Biographie der Gäste erwähnt wird.

Lässt man diesen Aspekt beiseite, bleibt ein grandioses Buch.


Ich habe das Buch 2019 erneut gelesen (das letzte Mal vor 2001) und fand es immer noch gut und lesenwert. Wie beim ersten Mal, bin ich auch diesmal der Meinung, das Meyer den Prominenten viel zu viel Raum einräumt. Bram Stoker gehört sogar zu den Verdächtigen.

Ganz offensichtlich hat Meyer sich mit der Theaterszene im Londoner West End beschäfigt. Die Geschichte spielt während der Produktion von einer der beiden letzten Gilbert & Sullivan Produktionen. Die Stimmung zwischen Komponist und Librettist ist nach einem vorangegangenen Rechtstreit verdorben. Stoker ist der Assistent des Theater-Managers. Einen Moment sieht es aus, als hätte er eine Geheim-Wohnung angemietet, um ein Techtelmechtel zu haben, tatsächlich schreibt er dort seinen bekanntesten Roman.

Oscar Wilde feiert - ihm vergeht aber die Lust darauf, als er unter Polizeibeobachtung gerät.

Und so weiter.

Es sieht so aus, als hätte Meyer alles was irgendwie mit dem Londoner West End zu tun hatte, in den Roman gepackt und drum herum dann noch Holmes und Watson. Da Meyer mit den Figuren vertraut ist, gelingt es ihm mühelos sie in seine Handlung einzupassen.

Ein wirklich unterhaltsames Buch.


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The seven-percent solution

Ballantine (1974)

Sherlock Holmes begegnet Sigmund Freud.

Ein Roman, mit dem jeder Holmes-Fan Schwierigkeiten haben dürfte. Für sich allein genommen eine gut erzählte Geschichte mit einer guten Idee. Mir gelingt es nicht, Meyer einen Fehler nachzuweisen.

Aber: Das Buch verletzt die goldene Regel: "Ziehe nie in Zweifel, was Doyle festgelegt hat." Meyer erklärt gleich drei Geschichten zu Phantasien Watsons (zwei bemerkt er selbst. The valley of fear ignoriert er völlig). Damit zerstört er den Mythos.

Trotzdem: Für sich allein genommen, ist das Buch gut. Und der Film auch.
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Austin Mitchelson & Nicholas Utechin

Zwei Holmes-Experten. Hier stimmt jedes Detail. Holmes wie er sein soll. Wäre schön, wenn sie mehr als die mir bekannten 2 Bücher geschrieben hätten.

Die Höllenvögel von Heaven's Portal

Hellbirds (1977)
Xenos (1977)


Austin Mitchelson & Nicholas Utechin: Die Höllenvögel von Heaven's Portal
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Die Geschichte beginnt nach dem letzten von Doyle dokumentierten Fall. Zuerst sieht alles nach einer Wiederholung des Hunds von Baskerville aus, dann flieht von Bork aus dem Tower und Holmes muß hinter die deutschen Linien begeben.

Die Autoren können der Versuchung nicht widerstehen, reale Personen auftreten zu lassen (Hitler, Wilhelm II., Manfred von Richthofen), schildern aber sowohl London als auch den französischen Kriegsschauplatz sehr überzeugend, auch wenn sie manchmal vergessen, daß Holmes und Watson über sechzig sind. Trotzdem: Spitze.


Soweit mein Text von 2001. Auch dieses Buch habe ich 2019 neu gelesen.

Alles korrekt, was ich damals geschrieben habe - und doch ... Nein, das ist kein Sherlock-Holmes-Roman. Holmes und Watson spielen zwar mit, aber sind das tatsächlich die beiden Freunde, die man aus den Erzählungen Doyles kennt?

Wie gesagt, die beiden sind über 60 Jahre alt - und benehmen sich wie James Bond.

Sie reisen mitten im Krieg an die Front, um hinter die Linien zu kommen. Der erste Versuch misslingt, kostet aber allen ihren Begleitern das Leben (im Roman wird klar, daß Krieg kein Spiel ist). Das inzwischen allgemein bekannte Fußballspiel (wahrscheinlich eher ein Gekicke) bei Frelinghien-Houplines ermöglicht dann den Seitenwechsel. Holmes und Watson reisen weiter nach Lobez, treffen auf von Richthofen (damals 21 Jahre alt) und auf den Kaiser, bevor sie mit Flugzeugen fliehen (Holmes alleine in dem einen, Watson mit der aus dem Vorgängerbuch bekannten Tochter von Irene Adler im anderen).

So ganz nebenbei wird dann das Rätsel vom Anfang des Romans gelöst - und die 45. Sinfonie von Haydn (die, bei der die Musiker nach und nach die Bühne verlassen), bildet den Schlusspunkt.

Da das Autorengespann kein weiteres Buch lieferte, dürfte es kein überragender Erfolg gewesen sein.

Das Buch liest sich gut, es ist spannend und interessant, aber eigentlich ist es ein Agententhriller und kein Detektivroman.


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Die Erdbebenmaschine

The earthquake machine (1977)
Xenos (1977)

Austin Mitchelson & Nicholas Utechin: Die Erdbebenmaschine
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Und wieder ein klassischer Holmes Fall. Die Geschichte spielt 1906. Wieder tauchen - in Nebenrollen einige Zeitgenossen (u.A. der russische Zar und Rasputin) auf. Moriarty kehrt zurück (was ziemlich früh verraten wird und daher auch hier genannt werden kann). Die Erklärung dafür ist hervorragend. Genau wie der ganze Roman.
Meine Beschreibung von 2001 basierte auf meiner Erinnerung, denn den Roman hatte ich wahrscheinlich 10 Jahre vorher gelesen. Daher war ich etwas skeptisch. Würde der Roman nach 30 Jahren (ich schreibe diesen Abschnitt im März 2019) mit meiner Erinnerung Schritt halten können?

Die Antwort ist einfach: nicht ganz.

Der Roman hält sich stilistisch an die Vorgaben Doyles. Aber seit das Copyright abgelaufen ist, gab es zu viele Pastiches in denen Holmes mit realen Personen zusammen geführt wurde. Vor dreißig Jahren war das noch anders.

Inzwischen ist es nicht mehr sehr phantasiereich, zu unterstellen, Moriarty habe den Sturz ebenfalls überlebt. Eine Tochter von Irene Adler? Eine nette Idee, nur ist die Tochter viel zu alt, als daß sie nach den Ereignissen in der ersten Kurzgeschichte gezeugt worden sein könnte. Das erkennen die Autoren auch, liefern eine Erklärung und ruinieren damit Irene Adler.

Doyle mit einem Kurzauftritt? Nicht mehr ungewöhnlich.

Churchill? Der britische König? Der Zar? Rasputin?

Damals außergewöhnlich, heute nicht mehr.

Moriarty hat seine Hände verloren - und sich danach selbst künstliche Hände geschaffen. Wie? Keine Ahnung. Geplant ist für die Autoren auch umgesetzt. Wer sich etwas in der Theorie ausdenken kann, kann es auch umsetzen. Stimmt zwar mit der Wirklichkeit nicht überein, aber wen interessiert das schon?

Der Roman ist unterhaltsam, ja.

Aber anders als die Geschichten von Doyle ist er gealtert. Eine Idee, die zu oft von zu vielen Autoren aufgegriffen wird, nutzt sich ab. Genau das ist mein Problem mit diesem Roman.


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John North

Sherlock Holmes und das verschwundene Kindermädchen

Sherlock Holmes and the German nanny (1990)
Knaur (1992)

Watson schläft auf einer Parkbank ein. Als er wieder erwacht, hält er ein Baby im Arm.

Dann wird ein Kindermädchen entführt. Auf der Suche nach ihr, verschlägt es Holmes und Watson in ein deutsches Operettenfürstentum, in dem es Erbfolgeprobleme gibt.

Das Buch ist recht jung und es schlägt sich mit dem Problem herum, das heutzutage wohl die meisten Autoren haben: Basil Rathbone und Nigel Bruce. Holmes und Watson benehmen und reden nicht wie die Geschöpfe von Conan Doyle sondern wie ihre Filmdarsteller. Ganz abgesehen davon trifft auch der Erzähler North nicht den richtigen Watson-Ton.

Das Buch ist nicht wirklich schlecht, aber es ist eben kein echter Holmes.
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Sherlock Holmes of the '30s


Malibu
Reprint eines Tagesstrips, der den Text von Doyle mit Bildern von O'Mealia präsentiert.

Sherlock Holmes of the '30s 1
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001 - Januar 1990
Cover: Madman

Sherlock Holmes

The Gloria Scott
Arthur Conan Doyle (Skript), Leo O'Mealia (Zeichnungen)
Reprints Strip A1 - A20

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Sherlock of the 30s 1
Silver Blaze
Arthur Conan Doyle (Skript), Leo O'Mealia (Zeichnungen)
Reprints Strip B1 - B7

Tom Corbett - Space Cadet

-
Bill Spangler (Skript), Fred Perry (Zeichnungen), Ken Hooper (Tusche)
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Ellery Queen

Sherlock Holmes und Jack the Ripper: Eine Studie des Schreckens.


A Study in Terror AKA Ellery Queen vs Jack The Ripper (1966)
DuMont (1990)
Ellery Queen ist das Gemeinschaftspseudonym von Frederic Dannay und Manfred Bennington Lee. Lt. Wikipedia wurde der Holmes-Teil der Geschichte von Paul W. Fairman geschrieben (Überarbeitung durch Dannay/Lee).

Frederic Dannay - 20.10.1905 - 03.09.1982

Manfred Bennington Lee - 11.01.1911 - 03.04.1971

Paul W. Fairman - 1916 - 1977

Ellery Queen: Sherlock Holmes und Jack the Ripper: Eine Studie des Schreckens.
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Ellery Queen wird ein Manuskript von Doktor Watson zugespielt, in dem dieser erzählt, wie Sherlock Holmes den Fall von Jack the Ripper klärt.

Ich habe das Buch im Sommerurlaub 2015 als ausgemustertes Buch in der Inselbibliothek von Poel gekauft.

Mein erster Ellery Queen Roman. Ich kannte bisher nur den Pilotfilm der Fernsehserie (mit Jim Hutton als Ellery Queen und David Wayne als dessen Vater). Mich hat vor allem der Sherlock Holmes Aspekt interessiert.

Im Prinzip handelt es sich um zwei Krimis, den einen mit Holmes, und den anderen - als Rahmenhandlung - mit Ellery Queen. Im Buch selbst wird zwar erwähnt, daß der Holmes-Teil die Bearbeitung des Filmdrehbuchs zu A Study in Terror / Sherlock Holmes größter Fall ist, aber nicht, daß dieser Teil von einem anderen Autoren geschrieben wurde.

Daß der Queen-Teil dem Holmes-Teil (auch schriftstellerisch) unterlegen ist, darf an dieser Stelle nicht verschwiegen werden.

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Fred Saberhagen

The Holmes-Dracula File

Ace (1978)

Irgendwann mußte das ja kommen. Nach Sigmund Freud (The seven-percent-solution), Jack the Ripper (im Film), Batman und was weiß ich noch wem, war es nur eine Frage der Zeit, bis jemand sich auf dieses Thema stürzte.

Wechselnde Erzählperspektiven, dazu die gewagte These, Holmes und Dracula wären miteinander verwandt (über einen Bruder Draculas), ermüden etwas. Saberhagen hat ein gutes Gefühl für Stimmungen. Man hat wirklich das Gefühl, in das späte 19. Jahrhundert versetzt zu werden, aber Holmes und das Übernatürliche passen einfach nicht zusammen.

Ganz abgesehen davon: Saberhagen bastelt sich seinen eigenen Dracula.
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Jô Soares

Sherlock Holmes in Rio

O xangô de Baker Street (1995)
Diana (2002)

José Eugênio Soares
*17.01.1938

Ein ganz hervorragendes Buch - aber ein miserabler Sherlock Holmes-Roman.

Sherlock Holmes kommt nach Rio um eine verschwundene Stradivari zu suchen und stößt auf mehrere rätselhafte und recht ekelige Mordfälle.

Ich bin kein Experte für Brasilien, aber Soares scheint mir ein gutes Bild Rios im ausgehenden 19. Jahrhundert zu vermitteln. Oftmals ertränkt er den Leser in ellenlangen Aufzählungen von fast unaussprechlichen Namen (was Portugiesen sicher anders sehen), aber während er fast allen Figuren mit Respekt begegnet, sogar seinem Mörder, zieht er Holmes und Watson (der mehr mit Nigel Bruce als mit John H. Watson zu tun hat) ins Lächerliche.

Beispiel? Sherlock Holmes präsentiert seine Schlußfolgerungen - und nicht eine ist richtig.

Daß der Mörder zum Schluss auf dem selben Schiff entkommt, auf dem Holmes Richtung Heimat fährt, hinterlässt einen schlechten Geschmack.

Ohne Holmes und Watson wäre es ein prächtiges, wirklich gelungenes Buch.

Wurde 1999 bereits verfilmt (mit Joaquim de Almeida als Holmes und Anthony O'Donnell als Dr. Watson).
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Robert A. Stemmle

Der Mann der Sherlock Holmes war

Goldmann (1967)

Stemmle: Der Mann, der Sherlock Holmes war
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Den Film mit Heinz Rühmann und Hans Albers kennt wohl jeder. Dies ist die literarische Vorlage - und sie ist ebenso gut.

Witzig intelligent - und was der Film nicht vermuten lässt: Stemmle weiß wovon er schreibt. Unbedingt lesen.
Soweit mein Text von 2001 - der leider nicht korrekt war, was auch daran liegt, dass Goldmann im Impressum kein Copyrightjahr angegeben hat und damals Recherchemöglichkeiten nicht so gut waren wie heute. Selbst bei Wikipedia erfährt man bis heute nicht, wann der Roman verfasst wurde.

Stemmle hat zusammen mit Regisseur Karl Hartl das Drehbuch zum Film geschrieben - und hinterher das Drehbuch zu einem noch besseren Buch verarbeitet. Wann? Bereits 1937. Das Buch erschien damals unter dem Titel "Der Meisterdetektiv".


Ein Schnellzug nach Brüssel wird auf offener Strecke angehalten. Zwei Männer steigen ein. Der eine trägt eine karierte Mütze und einen karierten Reisemantel, der andere hat einen Geigenkasten unter seinen Arm geklemmt. Schnell kommt das Gerücht auf, es handle sich um Sherlock Holmes und Dr. Watson, obwohl die beiden Männer immer wieder darauf bestehen, nur als Morris Flynn und Mack MacMacpherson angesprochen zu werden.

Zwei zwielichtige Gestalten glauben auch, dass Holmes und Watson zugestiegen sind, fliehen und lassen dabei ihr Gepäck zurück - und zwei reizende Mädchen in der Nachbarkabine.

Flynn und MacMacpherson reisen nach Brüssel, werden auch dort von oberschlauen Menschen für Holmes und Watson gehalten, weil sie den bekannten Zeichnungen zu Verwechseln ähnlich sehen.

Weil die Leitung der Brüsseler Polizei nicht weiß, dass Holmes und Watson nur Fantasie-Gestalten sind, werden Morris und Mackie beauftragt, das Verschwinden von vier Mauritius-Marken aufzuklären. Diese vier Briefmarken wurden durch hervorragende Kopien ersetzt (was ein von Berlin zu Fuß nach Brüssel gekommener Junge entdeckt hat. Die Entfernung Berlin - Brüssel beträgt ca. 800 km. Eine stolze Leistung - nur um vier Briefmarken zu sehen).

Eine der Briefmarken gehörte einem Professor Berry, dessen Haus sich in der Nähe von Brüssel befindet. Es ist der Onkel der zwei Mädchen aus dem Zug.

Die Mädchen haben sich vorgestellt, als Schloßerbinnen ein mondänes Leben führen zu können, werden vom langjährigen Diener und dem Rechtsanwalt aber sehr kurz gehalten - da das Vermögen des verstorbenen Onkels nicht aufzufinden ist.

Morris und Mackie kommen gerade rechtzeitig an, um zwei Verbrecher auf frischer Tat bei einem Einbruch zu ertappen.

Schließlich finden die beiden einen selbst dem Diener nicht bekannten Geheimraub und erkennen, dass Professor Berry ein Fälscher war, der von anderen Verbrechern bedroht wurde. Die Zentrale dieser Verbrecher ist das Leihhaus Lombard (ein Lombardkredit ist ein Kredit unter Überlassung eines Pfands).

Es kommt zum Zusammentreffen zwischen Morris und den Verbrechern. Im Film läuft Hans Albers zur Hochform auf (und Siegfried Schürenberg sollte nicht vergessen werden. Damals sah er noch ganz anders aus, als später in den Wallace-Filmen).

Auch als es aussieht, als würden Morris und Mackie verlieren, behalten sie die Oberhand.

Die Geschichte endet dann vor Gericht - wo Arthur Conan Doyle (gestorben 1930, er hat den Film also nicht mehr erlebt) seinen großen Auftritt hat.

Albers und Rühmann haben natürlich überhaupt keine Ähnlichkeit mit Holmes und Watson, wie Sydney Paget sie dargestellt hat, auch nicht wie ich sie mir vorstelle. Flynns Beschreibung trifft eher auf Nick Knatterton zu, aber der wurde erst Jahre später erfunden.

Die Geschichte spielt 1910 während der (realen) Weltausstellung.

Stemmle gibt sich viel Mühe Brüssel zu beschreiben, außerdem wirft er immer wieder Titel von Holmes-Erzählungen ein. Damit wird aber das größte Problem der Geschichte nicht beseitigt: Holmes und Watson lernen sich 1881 kennen. 1914 ist Holmes um die 60 Jahre alt (His last bow). Damit wäre Holmes aus heutiger Sicht im Jahre 1910 kein alter Mann, aber immerhin ein Mitfünfziger - und wohl kaum so agil wie er von Stemmle geschildert wurde. (Hans Albers war 46 Jahre alt als er die Rolle verkörperte, Rühmann 35 Jahre alt.) Einen damals 50-Jährigen kann man sicher mit einem heutigen 60-Jährigen gleichsetzen.

Natürlich sind Mary Berry und Jane Berry (aus Middletown) aus heutiger Sicht ärgerliche Figuren. Jung, hübsch und etwas dumm. Männer können sich ihnen immer überlegen fühlen. Sie merken nicht, dass Mackie ihnen das Vesper klaut, sie merken auch nicht, dass Morris ihnen ihre Ketten nicht zurückgegeben hat. Heute würde man solche Rollen für Kinder schreiben. Marieluise Claudius (die schon mit 29 Jahren starb) war damals 25, Hansi Knotek ebenfalls (sie starb kurz vor ihrem 100. Geburtstag).

Hilde Weissner, die die raffinierte und intelligente Verbrecherin spielt war 28, zwischen ihrer Rolle und der der beiden vorgenannten liegen jedoch Welten.

Die Dialoge des Romans sind herrlich. Es ist ein ständiges Hin- und Her, das viel von einer Screwball-Komödie hat. Ich wollte, ich könnte solche Dinge schreiben.


Der Roman wird immer wieder neu aufgelegt - verdientermaßen. Auch wenn man den Film nicht kennt, ist das ein wunderbares Stück Unterhaltungsliteratur, das es verdient gelesen zu werden.


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Julian Symons

Sherlock in der Klemme

A three pipe problem (1975)
Goldmann (1985)

Genau wie das Buch von Stemmle eigentlich kein Sherlock-Holmes-Roman, obwohl immer wieder von ihm die Rede ist.

Symons lässt den Darsteller einer Holmes-Fernsehserie zum bekannten Detektiv werden, vergeudet aber zu viel Zeit auf einen uninteressanten Kommissar, was dem Roman viel Spaß nimmt.

Der englische Titel ist sehr viel intelligenter.

Muß man nicht unbedingt gelesen haben.
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Sherlock Holmes Society


Splitter

Sherlock Holmes Society 1
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001 - Oktober 2017
Cover: Ronan Toulhoat
Die Keelodge-Affäre
L'Affaire Keelodge
Sylvain Cordurié (Skript), Stéphane Bervas (Zeichnungen)
Aus Sherlock Holmes Society 1 (2015)

  • Mycroft fordert Sherlock auf, nach Irland zu Reisen. Dort soll es in einem Dorf zu merkwürdigen Ereignissen gekommen. Vor Ort begegnen Holmes und Watson Zombies.

Kapitel 2
Noires sont leurs âmes
Sylvain Cordurié (Skript), Eduard Torrents (Zeichnungen)
Aus Sherlock Holmes Society 2 (2015)

  • Mycroft verbietet Sherlock in der Keelodge-Sache weiter zu ermitteln. Das führt natürlich zum Gegenteil. Holmes stellt fest, daß Edward Hyde mit den Zombies zu tun hat.

  • Nein, nein, nein! Das hat wie die beiden Geschichten, die im Zuge der Gratis Comic Tage vorgestellt wurden, nichts mit Holmes zu tun. Cordurié hat nichts, aber auch gar nichts verstanden. Er weiß nicht, was die Figur ausmacht. Wenn Holmes dann auch noch hinsteht und zu Watson sagt, er solle endlich die Existenz des Übernatürlichen akzeptieren, dann ist das nicht nur unpassend, es ist es abstoßend.
  • Auch die Zeichner machen sich nicht die Mühe Holmes als Holmes zu zeigen. Nein, ich meine nicht den Deerstalker, aber die Hakennase muß schon sein.
  • Die Wohnung in der Baker Street besteht aus einem riesigen Wohnzimmer, in das eine Treppe führt, die sich nach beiden Seiten spreizt. Mit den von Doyle gelieferten Beschreibungen hat das nichts zu tun (und mit dem Nachbau des Zimmer in der Baker Street auch nicht).
  • Aber ... wäre das keine Holmes-Geschichte, wäre es gut erzählt und gelungen. Man liest die Geschichte gern - aber der Ärger überwiegt letztendlich doch.

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Sherlock Holmes - Studie in Scharlachrot


B " L (Boiselle-Löhmann)
Sherlock Holmes - Studie in Scharlachrot
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Sherlock Holmes

Studie in Scharlachrot
Une étude en rouge
Vorlage:Sir Arthur Conan Doyle
Skript:Sylvain Ricard
Pencils:Jorge Longarón
Inks:Jorge Longarón

Erstveröffentlichung in: Sherlock Homes - Une étude en rouge.
Land: Belgien.
Erstverkaufstag: Juni 1995.

  • Recht nah an der Vorlage.
  • Holmes sieht aus wie die Version von Frank Giacoia.
  • Holmes trägt den Deerstalker.
  • Bei den Mormonen werden Personen, die reale Vorbilder haben, nicht mit Namen benannt.
  • Die Zeichnungen sind der Ligne Claire verpflichtet, auch die Farben sind eher hell. Dadurch fehlt es den Zeichnungen manchmal an Tiefe.
  • Als Nacherzählung des Romans ist die Geschichte gelungen, als eigenständiges Werk bleibt sie unbefriedigend, da für Charakterentwicklung zu wenig Platz bleibt.


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