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Miguel des Cervantes Saavedra

Don Quijote von la Mancha

El ingenioso Hidalgo Don Quijote de la Mancha (1605 und 1615)
Goldmann (1973?)
29.09.1547 - 23.04.1616

An diesem Buch ist alles außergewöhnlich:

1. Es ist ein Riesenwälzer.
2. Die Übersetzung ist von Ludwig Tieck (wurde allerdings von Widmer überarbeitet und gekürzt(!))
3. Mit Don Quijote und Sancho Pansa hat Cervantes Archetypen geschaffen
4. Es ist gähnend langweilig geschrieben

Langweilig. Tatsächlich. Wieviel davon auf Tiecks Konto geht, kann ich nicht beurteilen. Ich habe vor -zig Jahren zweimal ansetzen müssen, um das Ding zu lesen - dabei ist Don Quijote einer der literarischen Helden, mit denen ich mich am ehesten identifizieren kann.

Mein Bild von Don Quijote wird durch das Musical Man of la Mancha geprägt, dessen englische Bühnenfassung auf Schallplatten, dessen deutsche Fassung (mit Josef Meinrad) auf Tonband und dessen Verfilmung (mit Peter O'Toole, James Coco und Sophia Loren - die hier leider nicht von Marion Degler gesprochen wurde) auf Video in meinen Sammlungen vorhanden sind.

Vor werweißwievielen Jahren wurde das Stück in der Komödie im Marquart mit Gerhard Lippert in der Hauptrolle dargeboten. Ein Genuß. Lippert hat gezeigt, wozu er fähig ist - und es ist mehr als er je zuvor oder danach zeigen durfte.
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A. Bertram Chandler

Universum der Roboter

The broken cycle (1975)
Pabel (1977)

Durch eine Explosion an Bord eines verlassenen Raumschiffs wird John Grimes in das Universum der Roboter geschleudert.
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Raymond Chandler

23. Juli 1888 (Chicago) - 26. März 1959 (San Diego)
Chandler ist einer der großen des amerikanischen Kriminalschriftsteller. Seine bekannteste Figur ist sicher Philip Marlowe.

Der lange Abschied

The Long Goodbye (1953)
Diogenes (1975)

Raymond Chandler: Der lange Abschied
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Vor einem Nachtclub trifft der Ich-Erzähler auf den sturzbesoffenen Terry Lennox, der von einer Frau aus dem Wagen geworfen wird. Der Ich-Erzähler (dass es sich um Marlowe handelt erfährt der Leser erst sehr viel später), nimmt Lennox mit zu sich. Im Lauf der nächsten Wochen entwickelt sich eine etwas engere Bekanntschaft, in der Alkohol eine ziemlich große Rolle spielt.

Als Lennox kommt und Marlowe bittet, ihn über die Grenze zu bringen, ahnt Marlowe, dass etwas Schreckliches passiert sein muss.

Tatsächlich ist die Frau von Lennox tot. Als Lennox dann in Mexiko tot aufgefunden wird, scheint die Sache klar zu sein.

Im Folgenden lernt Marlowe die Wades kennen, sie eine Schönheit, er ein erfolgreicher Schriftsteller, der ein großes Alkholproblem hat. Die beiden kannten Lennox. Und dann taucht auch noch die Schwester der Toten auf, die Marlowe zu ihrem schwerreichen Vater bringt, der Marlowe auffordert, den Fall Lennox endgültig zu begraben.
Ich hatte sehr schnell den Eindruck, dass Chandler in diesem Roman persönliche Erlebnisse verarbeitet. Es geht immer und immer wieder um Alkohol. Keine der Figuren ist sympathisch (Eileen Wade ist attraktiv, aber außer dass der Leser sie sich mal ausgezogen vorstellen darf, strahlt auch sie nichts Anziehendes aus). Die Polizisten sind Verbrecher in Uniform.

Wenn man diesen Roman liest, fragt man sich, warum irgendjemand in Los Angeles leben will. Die von Chandler beschriebene Stadt macht Angst. Es gibt keine Liebe, kein Vertrauen, keine Ehrlichkeit, nichts Schönes.


Als es nicht mehr reicht, eine unsympathische Figur nach der anderen zu präsentieren, müssen überraschende Auflösungen her.

Wer den Mord an dem Schriftsteller begangen hat, hält als Rätsel den Roman zusammen. Die Auflösung entspricht dann aber den Lesererwartungen.

Danach geht es noch einige Seiten weiter, mit einer Überraschung, die zwar stimmig begründet wird, aber trotzdem an den Haaren herbeigezogen wirkt.


Der Roman ist nicht schlecht, aber er reißt auch nicht vom Hocker. Wenn man sich in einer depressiven Phase befindet, sollte man ihn nicht lesen.


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James Hadley Chase

René Brabazon Raymond - 26. Dezember 1906 (London) - 06. Februar 1985 (Corseaux, Schweiz)
Der Name war mir bekannt, gelesen hatte ich bis zu diesem Buch aber noch nie etwas von ihm

Gesucht wird Mallory

Mallory (1950)
Deutscher Bücherbund (?)

James Hadley Chase: Gesucht wird Mallory
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Martin Corridon, ein ehemaliger Geheimdienstagent, wird entführt. Das ganze dient einer Gruppe Ex-Kriegsgefangener dazu, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Er soll für sie einen Verräter finden und ermorden. Zuerst plant Corridon diese Auftraggeber hereinzulegen, in dem er nur zum Schein auf das Angebot eingeht, dann muss er aber erkennen, dass sie klüger waren als er ihnen zugestanden hat. Wenn er nicht tut, was sie sagen, werden sie dafür sorgen, dass er für einen Mord (den er nicht begangen hat), gehängt werden wird.


Der Roman erschien ursprünglich unter dem Pseudonym Raymond Marshall.


Das ist ein schwarzer Thriller, in dem man niemandem trauen kann, weder Corridan, noch Ranleigh, der einen Arm in Kriegsgefangenschaft verlor, noch Jan, dessen Frau der Gruppe angehörte und getötet wurde, noch Jeanne, die in Gefangenschaft mehrfach vergewaltigt wurde.


Chase bemüht sich Corridon sympathisch erscheinen zu lassen, schreckt dann aber doch immer wieder davor zurück, was schließlich ein schlechtes Gefühl hinterlässt. Tatsächlich hatte ich während der Lektüre das Gefühl eine Vorlage für einen der späten James Bond Filme (die mit Daniel Craig) zu lesen. Corridon ist Bond ohne M, ohne Q und ohne Sex. (Tatsächlich wurde der erste Bond-Roman erst 3 Jahre später veröffentlicht.)


Atemlose Spannung, überraschende Wendungen. Für Unterhaltung ist gesorgt, aber es wirkt alles recht aufgesetzt und gezwungen.


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Gilbert Keith Chesterton

The incredulity of Father Brown

The incredulity of Father Brown (1926)
Penguin (1976)

Pater Brown wird in Deutschland wohl am ehesten mit Heinz Rühmann in Verbindung gebracht, der der Figur in zwei recht guten Filmen Leben einhauchte (es gibt noch einen dritten Film, eine italienische Co-Produktion, die so miserabel ist, daß man sich fragt, warum Rühmann sich dafür hergab).

Recht gut ist auch der - in Deutschland kaum gezeigte - Film mit Alec Guiness.

Ich frage mich nur, warum dann die hier versammelten Kurzgeschichten so stinklangweilig sind. Ob ich Pech hatte und den Bodensatz zuerst erwischt habe?


Mehr von Chesterton finden Sie hier.


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Agatha Christie



Michael Chrichton