Die meisten Star-Trek Biographien sind nur für Insider interessant. Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, daß ein Nicht-Star-Trek-Fan Interesse daran hat, über die kleinen Eifersüchteleien am Set zu lesen.
Takeis Biographie ist anders.
Schon seine Schilderung der Kindheit im Internierungslager, einer der dunklen Punkte in der an dunklen Punkte nicht gerade armen Geschichte der USA im 20. und 21. Jahrhundert (wobei ich die Leistung der USA für Europa in den 40er Jahren nicht schmälern will), macht das Buch zu einem Muß für jeden Geschichtsinteressierten.
Takei ist nicht nur Schauspieler, er ist auch Lokalpolitiker und er zeigt in seinem Buch auch, wie Politik (in den USA) funktioniert.
Trotzdem: Die Person George Takei bleibt merkwürdig unscharf. Das liegt daran, daß er zwar viel über die offizielle Person George Takei erzählt, viel über seine Eltern berichtet, die enge Freundschaft zu Walter Koenig erwähnt, aber nichts über sein Privatleben.
So bleibt sein langjähriger Lebensgefährte (und dessen Vorgänger) völlig unerwähnt. Schade.
In meiner Firma gibt es einige Schwule: Zwei sind Arschlöcher, einer ist recht nett, mitunter aber etwas tuntig, dem vierten merkt man überhaupt nichts an. Ganz normale Menschen eben - mit Fehlern und Vorteilen, wie sie jeder Mensch hat.
Mir sind die sexuellen Präferenzen anderer Menschen ziemlich schnurz, solange man sie mir nicht aufzudrängen versucht. Ich denke, genau so sollte das auch sein.
Leider hat Star Trek bislang nicht den Mut gehabt, eine Hauptfigur dem eigenen Geschlcht zugeneigt zu zeigen. Durch sein Outing im Jahr 2005 ist Takei eher noch sympathischer als vorher (ähnlich wie in Deutschland Hape Kerkeling - während gewissen Politkker voher unsympathisch waren und sich daran auch nach dem Outing nichts geändert hat).
Takeis Autobiographie ist ein Muß für jeden Star Trek-Fan und eine Leseempfehlung, für jeden, der hier nur zufällig reingestolpert ist.