*29. Januar 1948 in Treysa (Hessen)
Ich frage mich aber nach wie vor, warum Knopp seinen Kinnbart abrasiert hat. Damit war er unverwechselbar, jetzt ist er ... gewöhnlich.
Hitler - Eine Bilanz
Hitler - Eine Bilanz (1995)
Goldmann (1997)
Goldmann (1997)
Buch zur Fernsehserie.
Wo die Fernsehserie marktschreierisch ist, ist das Buch informativ.
Das Buch ist ausgesprochen lesbar und bietet sowohl dem unbedarften Fernsehzuschauer, als auch dem, der sich bereits mit dem Thema auseinandergesetzt hat, nachdenkenswerte Thesen und Informationen.
Das Buch ist ausgesprochen lesbar und bietet sowohl dem unbedarften Fernsehzuschauer, als auch dem, der sich bereits mit dem Thema auseinandergesetzt hat, nachdenkenswerte Thesen und Informationen.
Hitlers Krieger
Hitlers Krieger (1998)
Goldmann (April 2000)
Goldmann (April 2000)
Wie immer ein Buch zur Fernsehserie.
Co-Autoren: Christian Deick, Friederike Dreykluft, Rudolf Gültner, Henry Köhler, Jörg Müllner.
Co-Autoren: Christian Deick, Friederike Dreykluft, Rudolf Gültner, Henry Köhler, Jörg Müllner.
Biografien von Rommel, Keitel, von Manstein, Paulus, Udet, Canaris (in dieser Reihenfolge).
Ich habe beim Lesen den Eindruck gehabt, dassdie Bebilderung immer spärlicher wurde.
Natürlich sind alle Namen bekannt. Rommel ist und war für Stuttgarter schon wegen seinem Sohn ein Thema. Wer sich jemals mit dem 2. Weltkrieg auseinander gesetzt hat, kam an Keitel, von Manstein und Paulus kaum vorbei, von Udet wurde noch Jahre nach seinem Selbstmord bewundernd gesprochen und Canaris kennt man aus Spionagebüchern, die im 2. Weltkrieg spielen.
Alles Soldaten - und trotzdem völlig unterschiedliche Charaktere. Wenn man ehrlich ist, kennt man im privaten Umfeld sicher Personen, die sich im Charakter nicht viel (wenn überhaupt) von den beschriebenen Männern unterscheiden.
Alles Männer, die Karriere machen wollten - und dafür die Kritikfähigkeit zurückstellen mussten. Alle (oder muss man sagen: Fast alle?) haben das System durchschaut, aber allen war ihre eigene Position wichtiger als der Anstand - auch das etwas, das man heute in vielen Firmen wiederfindet. Die, die sich vom System schließlich abgewandt haben, wurden ermordet.
Wieder einmal ein Knopp-Buch, das man kaum aus der Hand legen kann.
Wieder einmal ein Knopp-Buch, das die furchtbare Zeit näherbringt, verständlich macht und zeigt, wie verwundbar wir heute wieder sind, denn das Leben, das diese Männer geführt haben, unterscheidet sich in Details, aber nicht im Prinzip vom Leben vieler Männer in unserer Zeit.
Ich habe beim Lesen den Eindruck gehabt, dassdie Bebilderung immer spärlicher wurde.
Natürlich sind alle Namen bekannt. Rommel ist und war für Stuttgarter schon wegen seinem Sohn ein Thema. Wer sich jemals mit dem 2. Weltkrieg auseinander gesetzt hat, kam an Keitel, von Manstein und Paulus kaum vorbei, von Udet wurde noch Jahre nach seinem Selbstmord bewundernd gesprochen und Canaris kennt man aus Spionagebüchern, die im 2. Weltkrieg spielen.
Alles Soldaten - und trotzdem völlig unterschiedliche Charaktere. Wenn man ehrlich ist, kennt man im privaten Umfeld sicher Personen, die sich im Charakter nicht viel (wenn überhaupt) von den beschriebenen Männern unterscheiden.
Alles Männer, die Karriere machen wollten - und dafür die Kritikfähigkeit zurückstellen mussten. Alle (oder muss man sagen: Fast alle?) haben das System durchschaut, aber allen war ihre eigene Position wichtiger als der Anstand - auch das etwas, das man heute in vielen Firmen wiederfindet. Die, die sich vom System schließlich abgewandt haben, wurden ermordet.
Wieder einmal ein Knopp-Buch, das man kaum aus der Hand legen kann.
Wieder einmal ein Knopp-Buch, das die furchtbare Zeit näherbringt, verständlich macht und zeigt, wie verwundbar wir heute wieder sind, denn das Leben, das diese Männer geführt haben, unterscheidet sich in Details, aber nicht im Prinzip vom Leben vieler Männer in unserer Zeit.
Holokaust
Holokaust (2000)
Goldmann (2001)
Goldmann (2001)
Buch zur Fernsehserie.
Als Co-Autoren sind genannt: Vanessa von Bassewitz, Jörg Müllner, Peter Hartl, Michaela Lichtenstein, Christian Deick, Friederike Dreykluft.
Als Co-Autoren sind genannt: Vanessa von Bassewitz, Jörg Müllner, Peter Hartl, Michaela Lichtenstein, Christian Deick, Friederike Dreykluft.
Gut und interessant, wie alles von Knopp.
Selbst wenn man wie ich geschichtsinteressiert ist, wenn man ungezählte Dokumentationen gesehen, riesige Mengen gelesen hat, bleibt dies doch ein hartes Buch, das man nicht vor dem Einschlafen liest.
Das Buch weckt Erinnerungen an meine Familie. Mein Großvater war in der SA, trat aber aus (erzählte er ein einziges Mal) und blieb vor der Front verschont, da er in einem kriegswichtigen Betrieb arbeitete.
Meine Großmutter verbrachte die Kriegsjahre mit zwei ihrer Kinder in Irrendorf (Kreis Tuttlingen), meine Patentante (das älteste der drei Kinder) war durch den BDM zur Arbeit auf einen Bauernhof verschickt worden.
Mein Großvater sprach nie über den Krieg, auch nicht über den Mann in Wehrmachtsuniform dessen schwarz-weiß Bild mein ganzes Leben lang neben dem Fernseher stand, irgendein Bruder oder Vetter, ich weiß es nicht mehr.
Aber meine Tante hat hin und wieder erzählt. Obwohl sie in einer vom Krieg kaum betroffenen Gegend untergebracht war, konnte man spüren, wieviel Angst die über sie hinwegfliegenden Flugzeuge, der weitentfernte Lärm der Bomben in ihr auslöste.
Meine Familie blieb, soweit ich das weiß, verschont davon, wirklich schuldig geworden zu sein. Das ist ein Glück, das nicht jedem vergönnt ist.
Nach der Lektüre des Buches fragt man sich, ob die alten Menschen in der Straßenbahn oder im Supermarkt Opfer, Täter oder Mitläufer waren.
Selbst wenn man wie ich geschichtsinteressiert ist, wenn man ungezählte Dokumentationen gesehen, riesige Mengen gelesen hat, bleibt dies doch ein hartes Buch, das man nicht vor dem Einschlafen liest.
Das Buch weckt Erinnerungen an meine Familie. Mein Großvater war in der SA, trat aber aus (erzählte er ein einziges Mal) und blieb vor der Front verschont, da er in einem kriegswichtigen Betrieb arbeitete.
Meine Großmutter verbrachte die Kriegsjahre mit zwei ihrer Kinder in Irrendorf (Kreis Tuttlingen), meine Patentante (das älteste der drei Kinder) war durch den BDM zur Arbeit auf einen Bauernhof verschickt worden.
Mein Großvater sprach nie über den Krieg, auch nicht über den Mann in Wehrmachtsuniform dessen schwarz-weiß Bild mein ganzes Leben lang neben dem Fernseher stand, irgendein Bruder oder Vetter, ich weiß es nicht mehr.
Aber meine Tante hat hin und wieder erzählt. Obwohl sie in einer vom Krieg kaum betroffenen Gegend untergebracht war, konnte man spüren, wieviel Angst die über sie hinwegfliegenden Flugzeuge, der weitentfernte Lärm der Bomben in ihr auslöste.
Meine Familie blieb, soweit ich das weiß, verschont davon, wirklich schuldig geworden zu sein. Das ist ein Glück, das nicht jedem vergönnt ist.
Nach der Lektüre des Buches fragt man sich, ob die alten Menschen in der Straßenbahn oder im Supermarkt Opfer, Täter oder Mitläufer waren.
Kanzler - Die Mächtigen der Republik
Kanzler - Die Mächtigen der Republik (1999)
Goldmann (2000)
Goldmann (2000)
Buch zur Fernsehserie.
Im Vorwort ergänzte Taschenbuchausgabe.
Im Vorwort ergänzte Taschenbuchausgabe.
Auch für mich, der ich alle Kanzler erlebt habe (auch wenn ich mich bewußt erst an Brandts Regierungszeit erinnern kann) gibt das Buch einiges Neues her.
Adenauer - ist er gut oder schlecht zu beurteilen? Ohne ihn sähe die Bundesrepublik anders aus. Besser? Ich weiß nicht.
Erhard - war so groß wie ich (körperlich) und wog weniger, obwohl er dicker wirkt.
Kiesinger - war Schwabe.
Brandt - daß sein Leben noch nicht verfilmt wurde ist ein Wunder. Der Mann ist in seinem bis heute nachwirkenden Einfluß auf unseren Staat nicht zu unterschätzen.
Schmidt - Ein Glücksfall für die Bundesrepublik, auch wenn ich viele seiner Entscheidungen damals nicht für gut fand.
Kohl - Eine Katastrophe. Er hat Deutschland abgewirtschaftet. Sowohl die Verschuldung als auch die Arbeitslosigkeit hat unter seiner Regierung ungeahnte Höhen erreicht (auch wenn jemand wie Merz das gern ausblendet). Die meisten heute noch brennenden Probleme sind unter seiner Verantwortung entstanden, z.B. wurde die Ausländerfeindlichkeit salonfähig. Er war der Grund, weswegen ich in die SPD eingetreten bin. Ohne die überraschenden Ereignisse des Jahres 1989 wäre er schon sehr viel früher abgewählt worden und in seiner Bedeutung noch unter Kiesinger angesiedelt worden.
Schröder - ich mag ihn nicht. Zu sehr ein Mann der Wirtschaft, zu wenig ein Mann des normalen Arbeitnehmers - der ja auch der Konsument ist, für den die Wirtschaft produziert, was heutige Wirtschaftslenker anscheinend vergessen haben. Mein Favorit war Lafontaine.
Adenauer - ist er gut oder schlecht zu beurteilen? Ohne ihn sähe die Bundesrepublik anders aus. Besser? Ich weiß nicht.
Erhard - war so groß wie ich (körperlich) und wog weniger, obwohl er dicker wirkt.
Kiesinger - war Schwabe.
Brandt - daß sein Leben noch nicht verfilmt wurde ist ein Wunder. Der Mann ist in seinem bis heute nachwirkenden Einfluß auf unseren Staat nicht zu unterschätzen.
Schmidt - Ein Glücksfall für die Bundesrepublik, auch wenn ich viele seiner Entscheidungen damals nicht für gut fand.
Kohl - Eine Katastrophe. Er hat Deutschland abgewirtschaftet. Sowohl die Verschuldung als auch die Arbeitslosigkeit hat unter seiner Regierung ungeahnte Höhen erreicht (auch wenn jemand wie Merz das gern ausblendet). Die meisten heute noch brennenden Probleme sind unter seiner Verantwortung entstanden, z.B. wurde die Ausländerfeindlichkeit salonfähig. Er war der Grund, weswegen ich in die SPD eingetreten bin. Ohne die überraschenden Ereignisse des Jahres 1989 wäre er schon sehr viel früher abgewählt worden und in seiner Bedeutung noch unter Kiesinger angesiedelt worden.
Schröder - ich mag ihn nicht. Zu sehr ein Mann der Wirtschaft, zu wenig ein Mann des normalen Arbeitnehmers - der ja auch der Konsument ist, für den die Wirtschaft produziert, was heutige Wirtschaftslenker anscheinend vergessen haben. Mein Favorit war Lafontaine.
Die SS - Eine Warnung der Geschichte
Die SS - Eine Warnung der Geschichte (2002)
Goldmann (2003)
Goldmann (2003)
Wie immer ein Buch zur Fernsehserie.
Co-Autoren: Jens Afflerbach, Stefan Brauburger, Christian Deick, Jörg Müller, Sönke Neitzel, Ricarda Schlosshan.
Co-Autoren: Jens Afflerbach, Stefan Brauburger, Christian Deick, Jörg Müller, Sönke Neitzel, Ricarda Schlosshan.
Wie immer: ein informatives, notwendiges Buch. Es umfasst das Entstehen der SA, der SS, die Konzentrationslager, die letzten Kämpfe und die Flucht der angeblich-ach-so-großartigen "Elite".
Es waren Verbrecher. Aus Leidenschaft, aus Dummheit.
Natürlich ist das zum Teil aus den Zeitumständen zu erklären, aber reicht das?
Ich muß an meinen Freund Olaf denken. Sein Vater war Offizier bei der Bundeswehr. Entsprechend streng war sein Regiment zu Hause. Olaf und ich lernten uns während der Vorbereitung zur Konfirmation kennen, wurde Freunde, verbrachten viel Zeit miteinander. Und plötzlich reichte ihm der Halt in unserem Konfirmanten-Club nicht mehr (der inzwischen berühmte Club Cumulus). Er geriet mit einigen seiner anderen Freunde, die mir nie all zu sympathisch waren, unter die Pfadfinder.
Zumindestens in Botnang waren die Pfadfinder damals (wie es sich heute verhält weiß ich nicht) kein Fähnlein Fieselschweif, sondern eine üble Schlägertruppe, der es Spaß machte, Schwächere zu hänseln, manchmal auch zu verprügeln - was ich am eigenen Leib zu spüren bekam.
Wo geprügelt wird, wird auch getrunken.
Wo getrunken wird, ist der Weg zu anderen Drogen nicht weit. Alkohol ist mehr als ein Auflockerungsmittel für genießende Erwachsene. Es ist eine leicht erhältliche Einstiegsdroge.
Olaf geriet an Haschisch.
An diesem Punkt endete unsere Freundschaft.
Einige Zeit danach zog die Familie aus Botnang weg. Ich habe nie wieder von ihm gehört, ihn nie wieder gesehen. Auf den Club-Treffen ist er nie aufgetaucht.
Wie die SS, so haben die Botnanger Pfadfinder den Halt einer Gruppe, das Gefühl einer Elite anzugehören vermittelt - und jedes einzelne ihrer Mitglieder für immer zerstört.
Die Vergangenheit ist nicht so weit entfernt, wie manch Ewiggestrige oder manch Ungebildete uns weismachen wollen.
Es waren Verbrecher. Aus Leidenschaft, aus Dummheit.
Natürlich ist das zum Teil aus den Zeitumständen zu erklären, aber reicht das?
Ich muß an meinen Freund Olaf denken. Sein Vater war Offizier bei der Bundeswehr. Entsprechend streng war sein Regiment zu Hause. Olaf und ich lernten uns während der Vorbereitung zur Konfirmation kennen, wurde Freunde, verbrachten viel Zeit miteinander. Und plötzlich reichte ihm der Halt in unserem Konfirmanten-Club nicht mehr (der inzwischen berühmte Club Cumulus). Er geriet mit einigen seiner anderen Freunde, die mir nie all zu sympathisch waren, unter die Pfadfinder.
Zumindestens in Botnang waren die Pfadfinder damals (wie es sich heute verhält weiß ich nicht) kein Fähnlein Fieselschweif, sondern eine üble Schlägertruppe, der es Spaß machte, Schwächere zu hänseln, manchmal auch zu verprügeln - was ich am eigenen Leib zu spüren bekam.
Wo geprügelt wird, wird auch getrunken.
Wo getrunken wird, ist der Weg zu anderen Drogen nicht weit. Alkohol ist mehr als ein Auflockerungsmittel für genießende Erwachsene. Es ist eine leicht erhältliche Einstiegsdroge.
Olaf geriet an Haschisch.
An diesem Punkt endete unsere Freundschaft.
Einige Zeit danach zog die Familie aus Botnang weg. Ich habe nie wieder von ihm gehört, ihn nie wieder gesehen. Auf den Club-Treffen ist er nie aufgetaucht.
Wie die SS, so haben die Botnanger Pfadfinder den Halt einer Gruppe, das Gefühl einer Elite anzugehören vermittelt - und jedes einzelne ihrer Mitglieder für immer zerstört.
Die Vergangenheit ist nicht so weit entfernt, wie manch Ewiggestrige oder manch Ungebildete uns weismachen wollen.
Sie wollten Hitler töten
Sie wollten Hitler töten (2004)
Goldmann (2005)
Goldmann (2005)
Wie immer ein Buch zur Fernsehserie.
Co-Autoren: Alexander Berkel, Anja Greulich, Sönke Neitzel, Annette Tewes.
Co-Autoren: Alexander Berkel, Anja Greulich, Sönke Neitzel, Annette Tewes.
Knopp beginnt mit Georg Elser, arbeitet sich dann über die verschiedenen Attentatsversuche zum 20.Juli und Stauffenberg heran.
Vieles kennt man (wenn man geschichtsinteressiert ist), trotzdem ... Knopp gelingt es die Dinge verständlich und interessant zu schildern.
Ich frage mich, was man aus der Geschichte für unsere Zeit lernen kann. Widerstand ist eine Sache des Charakters. Damals waren es die hohen Herren im Militär, die - aus den unterschiedlichsten Gründen - fürchteten, die Hitler Katastrophe zu benennen, vorgeblich weil sie einen Eid auf ihn geschworen hatten. Heute redet man sich auf Arbeitsverträge hinaus, wenn man in einer Führungsposition angekommen ist und nicht den Mut hat, erkennbare Fehlentwicklungen zu benennen. Auch wenn häufig etwas anderes behauptet wird, wir haben eine Kultur des Duckmäusertums. Wenn man Mut aufbringt die Dinge zu benennen, wenn man alles was man hat, alles was man ist aufs Spiel setzt ... riskiert man heute nicht mehr das Leben - und lässt trotzdem zu, dassdie Katastrophe ihren Lauf nimmt. Rückgrat hatten damals nur wenige - und haben heute noch wenige.
Wenn man sich das vor Augen führt, wird der Respekt vor Elser, Treschkow, Stauffenberg nur noch größer.
Vieles kennt man (wenn man geschichtsinteressiert ist), trotzdem ... Knopp gelingt es die Dinge verständlich und interessant zu schildern.
Ich frage mich, was man aus der Geschichte für unsere Zeit lernen kann. Widerstand ist eine Sache des Charakters. Damals waren es die hohen Herren im Militär, die - aus den unterschiedlichsten Gründen - fürchteten, die Hitler Katastrophe zu benennen, vorgeblich weil sie einen Eid auf ihn geschworen hatten. Heute redet man sich auf Arbeitsverträge hinaus, wenn man in einer Führungsposition angekommen ist und nicht den Mut hat, erkennbare Fehlentwicklungen zu benennen. Auch wenn häufig etwas anderes behauptet wird, wir haben eine Kultur des Duckmäusertums. Wenn man Mut aufbringt die Dinge zu benennen, wenn man alles was man hat, alles was man ist aufs Spiel setzt ... riskiert man heute nicht mehr das Leben - und lässt trotzdem zu, dassdie Katastrophe ihren Lauf nimmt. Rückgrat hatten damals nur wenige - und haben heute noch wenige.
Wenn man sich das vor Augen führt, wird der Respekt vor Elser, Treschkow, Stauffenberg nur noch größer.
Vatikan
Vatikan (1997)
Goldmann (1998)
Goldmann (1998)
Wie immer ein Buch zur Fernsehserie.
Co-Autoren: Peter Hartl, Jörg Müllner, Theo Pischke, Sebastian Dehnhardt, Christian Deick
Co-Autoren: Peter Hartl, Jörg Müllner, Theo Pischke, Sebastian Dehnhardt, Christian Deick
Das Buch beginnt mit Pius XII, dem Papst, den etliche der damaligen Fernsehzuschauer wohl noch erlebt haben. Allerdings hat es mich auch neugierig auf Pius XI gemacht, der Mussolini und Hitler deutlicher die Stirn geboten hat (und dem die Lateranverträge zu verdanken sind).
Ich bin evangelisch, d.h. mir hat der Papst nichts zu sagen. Aber unbedeutend ist er deshalb noch lange nicht. Die meisten Päpste des 20. Jahrhunderts (und der derzeitige Papst reiht sich da ein), sind rückwärtsgewandte Menschen, die sich einen Kinderglauben bewahrt haben, der einem nur Angst machen kann.
Wer die Bibel als unumstößlichen Tatsachenbericht hinnimmt ist entweder kreuzdumm oder ein schamloser Verführer von Dummen (bei anderen Religionen erkennen wir das leichter als bei jener, die uns und unser tägliches Leben prägt).
Ich habe drei Päpste erlebt (eigentlich waren es vier):
Ein Papst hat für mich immer dann seine Berechtigung, wenn er als politisches Gewissen auftritt, wenn er sich zum Fürsprecher der Unterdrückten und Verfolgten macht. Leider geschieht das seltener, als das Gegenteil: der Papst als Unterdrücker und Verfolger.
Einige Fehler haben die letzten Päpste eingesehen und eingestanden, aber sobald es um ihr aktuelles Leben betreffende Fehler geht, scheuen sie davor zurück. Priesterweihe nur für Männer und das Zölibat sind nicht vom Himmel gefallen sondern politische Entscheidungen, die nicht richtiger werden, nur weil sie seit Jahrhunderten gültig sind.
Wer vor der Papstwahl von Josef Ratzinger zum Papst von ihm gehört hatte, wußte, dasser nur eine Katastrophe werden konnte. Und tatsächlich hat er diese Erwartungen erfüllt. Die Welt ist ihm (trotz seiner Reisen) immer fremd geblieben.
Johannes Paul II ist nicht so einfach. Für die katholische Kirche war seine Wahl, war sein Pontifikat eine Katastrophe. Er ist persönlich dafür verantwortlich, dasssich immer mehr Menschen von der Kirche abgewandt haben (nicht nur Katholiken!). Andererseits darf seine Rolle im Zuge der weltgeschichtlichen Verwerfungen in den 1980ern nicht kleingeredet werden. Für die Welt war er ein Segen.
Letztendlich hat aber auch er die Menschen nicht verstanden, war auch er kein Menschenfischer, denn ihm war nicht klar, dassauf das Wegbrechen des Kommunismus kein katholischer Gottesstaat folgen würde sondern ein Individualistenstaat. Seine Enttäuschung war entsprechend groß (S. 352).
Gegen das Buch kann man sicher den einen oder anderen Einwand bringen, aber es bringt dem Leser die fünf Päpste nahe und regt zum Nachdenken und Nachlesen an. Daher darf es als durchaus gelungen gelten.
Ich bin evangelisch, d.h. mir hat der Papst nichts zu sagen. Aber unbedeutend ist er deshalb noch lange nicht. Die meisten Päpste des 20. Jahrhunderts (und der derzeitige Papst reiht sich da ein), sind rückwärtsgewandte Menschen, die sich einen Kinderglauben bewahrt haben, der einem nur Angst machen kann.
Wer die Bibel als unumstößlichen Tatsachenbericht hinnimmt ist entweder kreuzdumm oder ein schamloser Verführer von Dummen (bei anderen Religionen erkennen wir das leichter als bei jener, die uns und unser tägliches Leben prägt).
Ich habe drei Päpste erlebt (eigentlich waren es vier):
- Paul VI - der in meiner Erinnerung keine wirkliche Rolle spielt. Seine Pillenenzyklika (Humanum Vitae) hat damals für Aufregung gesorgt - und viel Leid über unsere Welt gebracht.
- Johannes Paul I - kurz nachdem beide Fernsehsender wegen des Todes von Paul VI das Programm gestrichen und durch klassische Musik ersetzt hatten, blieb der Bildschirm schon wieder ohne Bewegung. JP I hat in seinen 33 Tagen keinen Eindruck auf mich hinterlassen.
- Johannes Paul II - seine Wahl war damals eine Sensation. Kein Italiener! Ein Pole - der deutsch spricht.
- Benedikt XVI - "Wir sind Papst!" - Und schämen uns immer wieder dafür.
Ein Papst hat für mich immer dann seine Berechtigung, wenn er als politisches Gewissen auftritt, wenn er sich zum Fürsprecher der Unterdrückten und Verfolgten macht. Leider geschieht das seltener, als das Gegenteil: der Papst als Unterdrücker und Verfolger.
Einige Fehler haben die letzten Päpste eingesehen und eingestanden, aber sobald es um ihr aktuelles Leben betreffende Fehler geht, scheuen sie davor zurück. Priesterweihe nur für Männer und das Zölibat sind nicht vom Himmel gefallen sondern politische Entscheidungen, die nicht richtiger werden, nur weil sie seit Jahrhunderten gültig sind.
Wer vor der Papstwahl von Josef Ratzinger zum Papst von ihm gehört hatte, wußte, dasser nur eine Katastrophe werden konnte. Und tatsächlich hat er diese Erwartungen erfüllt. Die Welt ist ihm (trotz seiner Reisen) immer fremd geblieben.
Johannes Paul II ist nicht so einfach. Für die katholische Kirche war seine Wahl, war sein Pontifikat eine Katastrophe. Er ist persönlich dafür verantwortlich, dasssich immer mehr Menschen von der Kirche abgewandt haben (nicht nur Katholiken!). Andererseits darf seine Rolle im Zuge der weltgeschichtlichen Verwerfungen in den 1980ern nicht kleingeredet werden. Für die Welt war er ein Segen.
Letztendlich hat aber auch er die Menschen nicht verstanden, war auch er kein Menschenfischer, denn ihm war nicht klar, dassauf das Wegbrechen des Kommunismus kein katholischer Gottesstaat folgen würde sondern ein Individualistenstaat. Seine Enttäuschung war entsprechend groß (S. 352).
Gegen das Buch kann man sicher den einen oder anderen Einwand bringen, aber es bringt dem Leser die fünf Päpste nahe und regt zum Nachdenken und Nachlesen an. Daher darf es als durchaus gelungen gelten.