Raumpatrouille Orion
Raumpatrouille (und nicht Raumschiff Orion, wie die Bavaria behauptet, obwohl ich bereits vor 20 Jahren bei einer Führung auf den Fehler hingewiesen habe) ist wahrscheinlich die erste SF-Serie, mit der ich in Kontakt kam.

Natürlich, manche der Dialoge grenzen - genau betrachtet - an Schwachsinn, natürlich, die Tricks sind aus heutiger Sicht lächerlich. Aber die sieben Folgen machen noch heute Spaß - und nicht nur aus Nostalgie.

Eine hochklassigere Besetzung hat es später nie wieder in einer SF-Serie gegeben. Und wo treffen schon James Dean, Käpt'n Blaubär und Garak aufeinander? Nur hier, in Person von Dietmar Schönherr, Wolfgang Völz und Friedrich-Georg Beckhaus.

Aber hier geht es um Bücher. Und na ja... während die Star Trek-Romane zumindest manchmal wirklich außergewöhnlich sind und im Gedächtnis bleiben, ist das hier nicht der Fall.

Man kann die Bücher lesen, aber... na ja.

Hans Kneifel (später Hanns Kneifel) schreibt meist ausgesprochen langweilig - egal was man mir einzureden versucht.

Anscheinend ist es jedoch so, dass manche Autoren für einen bestimmten Stoff genau richtig sind (prominentestes Beispiel: Sir Arthur Conan Doyle). Bei Kneifel ist das Raumpatrouille - oder Raumschiff Orion, wie auch die Romanreihe behauptet.

Allerdings trifft das nur auf die Bände zu, die für die silberne Taschenbuchreihe entstanden. Die später für Terra-Astra oder die Heftreihe Orion geschriebenen Bände sind furchtbar zäh zu lesen.

Die Einleitung habe ich 2001 geschrieben. Ob die Bavaria die Änderung inzwischen vorgenommen hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Mal sehen, ob ich es irgendwann wieder schaffe, das Gelände zu besuchen.
Han(n)s Kneifel
* 11.7.1936, Gleiwitz - † 7. März 2012, München



Hanns Kneifel

Raumpatrouille

Heyne (1991)

Kneifel: Raumpatrouillle Orion
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Das Buch habe ich gekauft, um auch den fehlenden Roman lesen zu können, als ich mir die Serie 2020 wieder vornahm.


Angriff aus dem All
Siehe hier.

Hier der Beginn in der Erstveröffentlichung:



Und der Beginn in der hier vorliegenden Version:

Die heute richtige Schreibweise ist Parsec. 1 Parsec entspricht ungefähr 3,26 Lichtjahren. D.h. die Umrechnung in der neuen Version stimmt ungefähr (1238,8 Lichtjahre).
Planet außer Kurs
Den Frogs ist es gelungen, einen Planetoiden mit Energie aufzuladen und als Schnellläufer in Richtung Erde zu steuern ...

Kneifel hat sich selbst ein enormes Problem geschaffen. Während die Orion in der TV-Serie nur innerhalb unseres Sonnensystems unterwegs ist (alle genannten Raumkörper sind Teil des Sonnensystems), hat er die terranischen Wirkungsraum mächtig ausgeweitet. Dadurch sind die Entfernungen plötzlich gigantisch und mit normalen Geschwindigkeiten nicht zu bewältigen. Deshalb muss er einen Hyperraum erschaffen, den die Schiffe betreten um schneller vorwärts zu kommen. Die HYDRA (unter General van Dyke) treibt daher nicht hilflos im Raum, sondern sie ist auch noch im Hyperraum gefangen. Und dieser Hyperraum ist (anders als bei Star Trek) keine Blase, die das Schiff umgibt, sondern tatsächlich ein separater Weltraum, in dem man sich auch außerhalb des Schiffs bewegen kann.


Hier der Beginn in der Erstveröffentlichung (entspricht der hier vorliegenden Version und der Veröffentlichung in Terra Astra 56 ):



Für die Veröffentlichung in der Heftreihe Orion wurde der Text geändert:

Das Schauspiel war einmalig, grandios und tödlich.

Die Hüter des Gesetzes
Siehe hier.

Hier der Beginn in der Erstveröffentlichung:



Für die Veröffentlichung in Terra Astra 60 wurde ein Satzzeichen geändert und ein Absatz gestrichen:

Port Musgrave, Australien, Terra: Es war siebzehn Uhr.



Diese Version wurde in der Heftreihe Orion beibehalten.



Und der Beginn in der hier vorliegenden Version:

Es ist schon erstaunlich: Kneifel traut dem modernen Leser nicht zu, Terra als die Erde zu erkennen.
Deserteure
Siehe hier.

Hier der Beginn in der Erstveröffentlichung (entspricht auch Terra Astra 64 und der Heftreihe Orion):



Und der Beginn in der hier vorliegenden Version:

Hier hat Kneifel tatsächlich nur Satzzeichen geändert.
Kampf um die Sonne
Siehe hier.

Hier der Beginn in der Erstveröffentlichung (entspricht Terra Astra 68 und Orion 5):



Und der Beginn in der hier vorliegenden Version:

Hier hat Kneifel das letzte Wort des Satzes geändert. Außerdem wurde die Kursivsetzung des Sternnamens beseitigt. Beide Bearbeitungen erschienen, bevor "daß" durch "dass" ersetzt wurde.
Die Raumfalle
Siehe hier.

Hier der Beginn in der Erstveröffentlichung (entspricht Terra Astra 72 und Orion 6):



Und der Beginn in der hier vorliegenden Version:

Falls Sie jetzt stutzen, geht es Ihnen wie mir. Kneifel hat für die Neuveröffentlichung nicht nur einzelne Sätze überarbeitet, er hat 2 3/4  Seiten neu geschrieben (oder eine Kürzung durch den Verlag wurde rückgängig gemacht.)
Invasion
Siehe hier.

Hier der Beginn in der Erstveröffentlichung:



Für die Veröffentlichung in Terra Astra 76 wurde der Text gekürzt:

Wie ein avantgardistisches Kunstwerk flimmerte vor ihm die Projektion, die aus schwach leuchtenden Linien bestand, aus zehn hintereinander gestaffelten Kugelschalen.



Und der Beginn in der hier vorliegenden Version:

Kneifel verkürzt einen Relativsatz, sodass zwei Worte ("die" und "bestand") entfallen.
Mail an Ralf H.


Hans Kneifel

Angriff aus dem All

Moewig (1968)

Orion 1
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Die Bearbeitung der ersten Folge der Fernsehserie.


Viel ist es nicht, was ich 2001 zu dem Roman geschrieben habe. 2020 stand ich vor meinem Bücherregal. Da ich gerade kein ungelesenes Buch zur Hand hatte, dachte ich: "Warum nicht mal wieder Orion?"

Ja, natürlich ist es die Bearbeitung der ersten Folge der Fernsehserie, aber anders als James Blish, der für seine Bearbeitung der Star Trek-Drehbücher die Vorlage kürzte, schmückt Kneifel aus. Warum die Landung auf Rhea eine raumfahrerische Meisterleistung war, wird in der TV-Folge nicht klar, hier schon.

Die Büros bei TRAV und beim GSD sind mit Schutzschirmen versehen, die Frogs sind glaubhafter und so weiter.

Bei den Dialogen merkt man, welche aus dem Drehbuch und welche von Kneifel stammen. Das Drehbuch ist sehr stark auf die Dialoge ausgerichtet, die deshalb eine Wucht haben, die die Fernsehserie auch zu einem guten Hörspiel macht (und so - nur als Tonaufzeichnung - habe ich Raumpatrouille zuerst kennengelernt).

Merkwürdig ist die Schreibweise Komputer. Störend ist auch, wenn Helga als Maskottchen bezeichnet wird, obwohl sie als als jüngster Offizier für Raumüberwachung der gesamten Flotte bezeichnet wird. Das muss sie sich ja irgendwie verdient haben (sie wird sich ja wohl nicht hochgeschlafen haben).

Während Kneifel beim Alter von Helga dicht an dem von Ursula Lillig bleibt (sie war 28 als die Serie ins Fernsehen kam), macht er Tamara deutlich jünger. Eva Pflug war damals Mitte dreißig.

Die Basis 104 ist bei Kneifel in Australien, das Starlight-Casino ist nur eines von vielen und liegt nur teilweise unter Wasser.

Kneifel macht die Serie von Anfang an zu seinem Kind. Der Roman ist erstaunlich gut gealtert, was auch an der Vorlage liegt, die Frauen in für die damalige Zeit sehr fortschrittlicher Weise einsetzte.


Die Bildunterschrift auf dem Cover lautet: "Commander McLane und Tamara Jagellovsk in ihrem ersten Geheimauftrag" Nur: Tamara ist nicht auf dem Bild.


Mail an Ralf H.


Hans Kneifel

Die Hüter des Gesetzes

Moewig (1968)

Orion 3
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Die Bearbeitung der dritten Folge der Fernsehserie.
Ja, natürlich ist das die Bearbeitung der Fernsehfolge. Sie erinnern sich vielleicht: Die Orion erhält den Auftrag Magnetbänder (!) an Satelliten auszustauschen. Aus heutiger Sicht eine blödsinnige Idee, aber damals waren Magnetbänder hochmodern.

Von einem vorbeifliegenden Frachterkapitän erfährt McLane, dass auf Pallas irgendwas nicht stimmt, da die dort arbeitenden Roboter Abraum statt Erz zustellen. McLane beschließt die Sache zu untersuchen. Helga und Atan bleiben für die Satellitenarbeiten zurück und schaffen einen sogenannten Laurin, durch den der Fernortung vorgegaukelt wird, dass die Orion an Ort und Stelle ist (Laurin ist ein Zwergenkönig, der eine Tarnkappe besitzt).

Auf Pallas stellt die Orion-Bessatzung fest, dass die Roboter revoltiert haben ...


Soweit die Fernsehfolge. Aus Pallas (ein Asteroid im Asteriodengürtel) macht Kneifel Pallas beta und entfernt ihn deutlich von der Erde.

Die Verzweiflung, die Michael Spring-Brauner erfasst, der für den Einsatzbefehl zuständig war (und für den Schreibfehler Orion statt Arion), kommt in Kneifels Bearbeitung zu kurz. Und das Ende ruiniert er vollständig. In der Fernsehfolge macht Atan McLane heftig Vorwürfe, weil er zu spät zurückkehrte (er und Helga waren fast gestorben, da der Laurin zuviel Energie verbraucht hatte). In der Romanbearbeitung fällt das unter den Tisch. Damit ändert Kneifel den Charakter der Figuren - was ihnen viel von ihrer Tiefe nimmt.

Lesbar? Ja, aber Kneifel nimmt sich zu viele Freiheiten.

Die Bildunterschrift lautet: "Auf dem Erzsatelliten haben sich Robots selbständig gemacht und werden zur tödlichen Gefahr. Commander McLane greift ein ..." Das Bild zeigt allerdings einen Angriff der Frogs (oder ist es das Durchschütteln aufgrund des Schnellläufers aus der letzten Folge?). Das Bild auf der Rückseite zeigt eine Szene aus Folge 1.


Mail an Ralf H.


Hans Kneifel

Deserteure

Moewig (1968)

Orion 4
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Die Bearbeitung der vierten Folge der Fernsehserie.
Alonso Pietro wurde dabei erwischt, als er sein Schiff mit Koordinaten programmiert hatte, die ihn zu den Frogs geführt hätten.

Da er sich danach ziemlich seltsam verhält, schließt man nicht aus, dass er und seine Mannschaft unter Raumkoller leiden. Um das bei der Orionbesatzung zu verhindern, muss McLane auf der nächsten Reise, auf der er auf mehreren Asteroiden Overkill montieren soll, einen Psychologen mitnehmen. Alles scheint normal, bis Hasso einen Kurs programmiert, der die Orion zu den Frogs bringen würde.


Kneifel hat wieder heftig eingegriffen. Meist macht das nichts, aber ich nehme ihm übel, dass er das Prinzip der Telenose schon eingeführt hat, bevor das während der Orion-Mission offensichtlich wurde. D.h. die Beeinflussung durch die Frogs kommt nicht als Überraschung für alle, sondern als etwas, das erwartet wurde.

Wie immer wird die Geschichte durch den von Kneifel eingeführten Hyperraum unnötig verkompliziert. Schade.

Im Großen und Ganzen hat Kneifel hier seine Sache aber doch recht gut gemacht.


Die Bildunterschrift lautet: "Was mit Commander McLane los? Will er desertieren? Lydia van Dyke nimmt mit der Hydra die Verfolgung auf ..."

Da hätte man dann doch erwartet, dass Lydia van Dyke auf dem Cover zu sehen ist. Na ja, wenigstens ist sie auf der Rückseite abgebildet.


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Hans Kneifel

Kampf um die Sonne

Moewig (1968)

Orion 5
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Die Bearbeitung der fünften Folge der Fernsehserie.


Die Sonne wird immer heißer, was auf der Erde zu immer mehr Problemen führt. McLane stellt fest, dass das Verhalten der Sonne nicht für alle Planeten von Nachteil ist. Als er und seine Besatzung auf ein fremdes Schiff stoßen, wird klar, dass man es mit einer gewollten Änderung zu tun hat, die von einer unbekannten menschlichen Kolonie angestoßen wurde.

Mit einer von Villa ermöglichten Mission, will McLane die Herrscher von Chroma davon überzeugen, die Aktion einzustellen. Zu seiner großen Überraschung haben auf Chroma die Frauen mehr zu sagen, als die Männer.


Kneifel folgt dem Drehbuch recht genau, erst zum Ende fängt er an, sein eigenes Ding zu machen - und kann das Niveau dann nicht halten. Margot Trooger, die SIE zu einem Menschen macht, fehlt hier, denn SIE bleibt eine kalte Person. Dem versucht Kneifel am Ende entgegenzusteuern, in dem er McLanes Aufenthalt auf Chroma etwas genauer schildert und IHR einen Namen verpasst: Ceena. Das nimmt der Figur viel von ihrem Charakter.


Ich finde, diese Folge von Raumpatrouille ist noch immer stark, auch nach deutlich über fünfzig Jahren. Ja, die Gesellschaft auf Chroma unterscheidet sich von unserer (und der von McLanes Erde), aber nur weil Frauen an der Macht sind (statt Männern) muss nicht Unbedingt etwas besseres dabei herauskommen. Eine starke Botschaft - noch immer.

Am Besten geht es uns, wenn das Geschlecht in der Politik gleichgültig ist. Leider sind wir davon noch immer weit entfernt.


Kneifels Bearbeitung ist gut, könnte aber besser sein.


Die Bildunterschrift lautet: "Feindliche Mächte wollen die Erde vernichten. Die Sonne wird angezapft - Überflutung und Dürre sind die Folgen. Bringt Commander McLane die Rettung ... "

Abgesehen davon, dass ein Fragezeichen fehlt - ist auf dem Cover nirgends McLane zu sehen. Das ist Tamara mit einem der Chroma-Wissenschaftler.



Fotoroman in Fix und Foxi Super TipTop 6.
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Hans Kneifel

Die Raumfalle

Moewig (1968)

Orion 6
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Die Bearbeitung der sechsten Folge der Fernsehserie.

McLane wird von seinem Vorgesetzten "gebeten", den SF-Schriftsteller Pieter-Paul Ibsen mit an Bord zu nehmen. Während ein langweiliger Routineauftrag durchgeführt wird (den auch Kadetten hätten ausführen können), bittet Ibsen darum, einmal eine Lancet allein fliegen zu dürfen. Kaum wird die nicht mehr von der Orion ferngesteuert, gerät die Lancet außer Kontrolle. Ibsen findet sich auf Mura wieder - einer Strafkolonie.


Kneifel kann der Versuchung nicht widerstehen und bringt einige sehr persönliche Kommentare zur Schriftstellerei unter. Schreiben ist für ihn (bzw. sein Alter Ego) harte Arbeit (was es ist, wenn man es nicht nur als Hobby betreibt), die von anderen nicht genug geachtet wird.

Leider begeht Kneifel auch hier den Fehler, Dinge zu früh zu verraten. Dass die Orion sich in der Nähe von Mura befindet, weiß der Leser eher als der Zuschauer. Was es mit Mura auf sich hat ebenfalls. Dadurch wird einiges an Spannung genommen (falls der Leser die TV-Folge nicht kennt oder sich nicht mehr erinnert).

Bei Kneifel ist die Strafkolonie mit deutlich mehr Menschen besetzt (vierzigtausend werden irgendwo genannt) und es gibt auch Frauen (auch wenn man von denen nichts mitbekommt), während man in der TV-Serie den Eindruck hat, dass nur Männer nach Mura verbannt wurden. Die Sorge von Tamara, die Männer könnten an ihr und Helga als Opfer für sexuellen Triebabbau dienen, ist im Rahmen des Buches nicht so verständlich wie in der Vorlage. Wenn Frauen auf Mura nicht ungewöhnlich sind, müsste es auch Kinder geben - und dann öffnen sich Möglichkeiten, die im Rahmen der Vorlage nicht möglich waren.

Die Vorlage lebt von der Schauspielkunst von Wolfgang Büttner. Das kann Kneifel nicht ausgleichen.

Auch hier werden Personen, die die fünfzig hinter sich haben als alt bezeichnet. Das erscheint aus heutiger Sicht ziemlich merkwürdig. Aber damals haben - nach allem was ich weiß - viele den Renteneintritt nicht erlebt. Das hat sich erst in den 70er Jahren geändert. Fünfzig war damals deutlich älter als heute. Und sechzig - bin ich froh, erst dieses Jahr (2020) dieses Alter zu erreichen.

Kneifels Bearbeitung leidet unter denselben Problemen wie die anderen Bearbeitungen, ist aber durchaus unterhaltsam und auch heute noch lesbar.


Die Bildunterschrift lautet: "Die ORION wird von Männern gekapert die zu allem entschlossen sind. Ein undisziplinierter Schriftsteller an Bord, bringt Commander McLane zur Verzweiflung."

Mit Satzzeichen hatte man es damals anscheinend nicht so. vor "die zu allem" gehört ein Komma.



Fotoroman in Fix und Foxi Super TipTop 6.
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Hans Kneifel

Invasion

Moewig (1968)

Orion 7
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Die Bearbeitung der siebten Folge der Fernsehserie.


Obert Villa ist mit einigen seiner engsten Mitarbeitern im Weltall unterwegs, als das Schiff in Gefahr gerät. Er meldet schnell wechselnde, gravitionelle Felder, die auf einen Angriff der Frogs hindeuten (die in der Romanserie fast nie so genannt werden). ALs Villa dann doch wieder auftaucht, spricht er nur noch von einem Lichtsturm. Das macht McLane misstrauisch ...

Die Serie endet mit einem Knaller. Die Spannung bleibt die ganze Zeit auf einem sehr hohen Level, man kommt kaum zum Verschnaufen.

Das hohe Niveau geht auch bei Kneifel nicht verloren, auch wenn er durch sein "Alles muß größer sein" offenkundig ein paar Probleme hat (die Invasionsflotte verschwindet hinter Gordon im Hyperraum und ist damit so gut wie unsichtbar).

Kneifel schafft es auch diesmal nicht, das Drehbuch auf die Normlänge für Taschenbücher zu bringen, deshalb fügt er am Schluss einen Epilog an, in dem in einer hochgeheimen Aktion versucht wird, Kontakt mit den Frogs aufzunehmen. Das endet damit, dass von den mitgeteilt wird: "Wir wollen keinen Kontakt ... wir hassen euch ..." D.h. die Außerirdischen haben ständig nur angegriffen weil sie jemanden hassen, den sie überhaupt nicht kennen. Auch eine Art der Erklärung, wenn auch keine gute. Was bringt jemanden dazu, einen anderen zu hassen? Man kann sich eine Bedrohung einbilden (was hier ausscheidet, da die Frogs den Menschen überlegen sind) oder tatsächlich bedroht werden (was auch nicht der Fall ist) oder man kann jemanden unsympathisch finden (geht ihm dann aber aus dem Weg). Nein, das passt hinten und vorne nicht.


Damit endet die TV-Serie bzw. die Bearbeitung der TV-Folgen. Jörg Kastner nennt führt einige Ideen auf, wie die Serie hätte weitergehen sollen, aber entweder waren die Kneifel nicht bekannt oder er fand sie nicht gut genug.

Man muss die Bearbeitungen von Kneifel heute nicht mehr lesen, denn anders als damals hat man jederzeit Zugriff auf die Fernsehserie. Aber lesbar sind seine Bücher auch nach über fünfzig Jahren noch immer.


Fotoroman in Fix und Foxi Super TipTop 6.
Erstaunlich: Beide Bilder stammen (meine Meinung) tatsächlich aus der TV-Folge.

Die Bildunterschrift lautet: "Die Fremden kommen, mit Tausenden von Schiffen. Commander McLane stemmt sich gegen den drohenden Untergang - doch wo ist Tamara Jagellovsk?"



Das Manuskript war aber auch mit der Ergänzung zu kurz. Deshalb wurde noch eine Kurzgeschichte angehängt. Sie stammt von Robin Scott (Robin Scott Wilson - 19.09.1928 - ??. September 2013).
Glücklich davongekommen
Near Thing
Aus The Magazine of Fantasy and Science Fiction 183 (August 1966).

  • Eine Invasion der Erde wird vorbereitet. Aber die Sonde, die die Luftqualität messen soll, landet ausgerechnet neben einer Autobahn ...

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Hans Kneifel

Die Erde in Gefahr

Moewig (1968)

Orion 8
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Der erste Roman, der nicht auf der Fernsehfolge basiert.

Man spürt, Kneifel weiß noch nicht, wie es weitergehen soll. Es geht um Energiediebe, die einen Feldzug gegen die Erde planen.


Wir befinden uns im Jahr 2020. Draußen ist Corona-Pandemie. Das heißt für mich: Mehr schreiben, mehr programmieren - aber auch weniger lesen. Daher habe ich es nicht geschafft, diesen kurzen Roman innerhalb einer Woche zu lesen.

Zwei Monate nach der Invasion.

Villa ist wieder gesund und in Amt und Würden.

McLane und die Orion-Besatzung erhalten eine neue Aufgabe. Die Orion VIII wird zu einer Art Super-Raumpatrouille, die Spezialaufgaben zugeteilt bekommt.

Lydia van Dyke stellt fest, dass in einem Außendepot ein Energiepaket fehlt. Die Orion untersucht weitere Außendepots und überall sieht es gleich aus: Alles ist vorhanden, nur die Energiepakete nicht. Rasch gerät der Planet Sahagoon unter Verdacht. Dort befindet sich eine menschliche Kolonie, die von Kriegsdienstverweigerern und Technikfeinden gegründet wurde.

Nach einem Besuch dort stellt McLane fest, dass die feinen Drähte in seiner Uhr zu Staub wurden.


Zwei Monate nach der Invasion.

Es stellt sich heraus, dass die nichttechnologisierte Kolonie etwas geschafft hat, was auf der Erde niemandem möglich war: man hat dort ein Super-Metall geschaffen, das widerstandsfähiger ist als alles was man bisher kannte.

Das versetzt Villa in Panik und in McLane keimt der Verdacht, die ehemalige Hippie-Kolonie stehe der Erde nicht nur ablehnend sondern sogar feindlich gegenüber. Die Orion fliegt wieder nach Sahagoon, trifft dort Tamara und wird Zeuge, wie eine Halle zum Einsturz gebracht wird, in dem der Zusammenhalt der Metallmoleküle zerstört wird. Nun ist McLane sicher, dass die Kolonisten einen teuflischen Plan ausgeheckt haben.

Kann McLane die Zerstörung von Metall auf der Erde verhindern?


Man merkt dem Roman sein Alter an. Mal abgesehen von den Kriegsdienstverweigerern, die doch etwas kritisch gesehen werden (eine auf Frieden aufgebaute Kolonie kann nicht funktionieren), wird McLanes Quarzuhr als hochmodern und teuer bezeichnet. Ha ha.

Warum die Einwohner von Sahagoon Milliarden von Menschen töten wollen, in dem sie Metalle zerstören wird nie so recht klar.

McLane und seine Mannschaft sind hier eher unsympathisch. Sie setzen eine junge Frau unter Druck, damit sie ihnen geforderte Informationen liefert. Und sie lügen einen Mann an, seine Freundin sei hingerichtet worden (Die Todesstrafe würde ja nicht für Terra sprechen.)


Der Roman ist deutlich schlechter gealtert als die Skripte der Fernsehserie.


Hier der Beginn in der mir vorliegenden Version:

Und hier aus Terra Astra 80 (die auch für Orion 8 verwendet wurde):

Der Abstand betrug nur noch eine viertel Astronomische Einheit; aus dem Dunkel des Weltraums schälte sich der unvollkommene Kreis des großen Satelliten.


Die Bildunterschrift lautet: Cliff McLane und seine Crew auf den Spuren der Energieräuber. Sekunden sollen über Tod und Leben der Menschheit entscheiden ...



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Hans Kneifel

Planet der Illusionen

Moewig (1968)

Orion 9
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Dieser Roman war tatsächlich 2001 nicht erfasst worden. Wahrscheinlich habe ich ihn erst später gekauft und dann ins Archiv gestellt - für eine Gelegenheit wie jetzt.


Der Kontakt zum Planeten Sharderba in einem der Außensektoren des Herrschaftsbereich der Erde ist abgebrochen. Als McLane und seine Mannschaft die Sache untersuchen, finden sie eine Bevölkerung, die vor Panik gelähmt ist. Sobald man sich der Planetenoberfläche nähert, gerät man in Panik. Dagegen schützt übermäßiger Alkoholkonsum. Schließlich stellen sie fest, dass die Probleme mit der Ankunft eines Fremden begonnen haben, der eine Mischung aus ungewaschenem Hippie und Jesus zu sein scheint.


Kneifel macht die Figuren immer mehr zu den seinen. Dass er mit Tamara nichts anfangen kann und mit der Beziehung zwischen ihr und McLane nichts anfangen kann, wird ziemlich deutlich. Wenn die beiden zusammen sind, verhalten sie sich nicht wie die gleichberechtigten und gleichwertigen Personen, die wir in der TV-Serie gesehen haben, sondern ein Erwachsener sich damals verliebte Teenager vorstellte.


Der Roman ist schlechter gealtert als Romane zu Star Trek. Das liegt nicht nur daran, dass Kneifel sein eigenes, wahrscheinlich eher konservatives Weltbild immer wieder durchblicken lässt (mit Hippies konnte er nichts anfangen. Sie sind langhaarig und riechen schlecht, weil sie die Körperpflege vernachlässigen - was wahrscheinlich nicht in jedem Fall aus der Luft gegriffen war).

Die Entwicklung der Computertechnik war für ihn außerhalb seines Vorstellungsvermögen. Während man auf der Enterprise eine Frage formulierte, die entsprechende Antwort bekam und jeder das für selbstverständlich hielt (obwohl es das damals wirklich nicht war), ist das bei Kneifel anders.

In späteren Veröffentlichungen wurde dieser Textteil herausgekürzt:

BITTE FRAGEN SIE schrieb die Maschine aus.
Hasso nahm das Kunststoffblatt von Helga und begann, auf der umfangreichen Tastatur, die nicht nur Buchstaben und Zahlen, sondern auch eine Vielzahl von arithmetischen Symbolen und mathematischen Begriffen enthielt, seine Fragen zu formulieren.
Zuerst: sämtliche ›Beteigeuze-3000 Grad Kelvin-M-Typ Sonnen‹ der Raumkugel.
Dann: sämtliche dieser Sonnen mit Planeten.
Anschließend: sämtliche Sonnen mit Planeten, auf denen giftige Glashüllen katalogisiert waren.
Ferner: sämtliche Koordinaten.
Schließlich: Nach Häufigkeit gestaffelt diejenigen, die am Rand oder außerhalb der Neunhundert-Parsek-Raumkugel lagen.
Nächste Auswahl: Streichen sämtlicher Systeme, die besiedelt, kolonisiert, mit Stationen aller Art versehen waren.
Letzte Möglichkeit: Eine Auswahl der extremsten bisher ermittelten Daten oder Koordinaten.
»Faszinierend!« flüsterte Helga, die eine derartige Schau angewandter Komputertechnik zum ersten Mal direkt erlebte.


Dass auf der Orion alles ein wenig primitiver wirkt, als wir uns das heute vorstellen, kann mit Sicherheitsaspekten begründet werden. Die Autoren der TV-Serie hatten gut daran getan, so wenig wie möglich, vom Alltag auf der Erde zu zeigen. Deshalb wirkt die Serie noch immer nicht völlig veraltet. Kneifel konnte nicht widerstehen und zeigte, wie die Gesellschaft auf der Erde funktioniert und wie die Menschen leben. Dadurch sind seine Romane schlechter gealtert - aber noch immer unterhaltsam.


Doch zurück zur Handlung des Romans.

Dieser Fremde, Roger Uurth, ist kein gewöhnlicher Mensch. Er sendet furchtbare Bilder einer Invasion, die alle anderen für bahre Münze nehmen und daher in Lethargie verfallen oder das dringende Bedürfnis verspüren, den Planeten zu verlassen. Kinder sind übrigens nicht betroffen (spielen aber in Kneifels Skript auch keine Rolle). Und die Personen, mit denen er sich näher befasst sind Männer. Keine einzige Frau.


Jetzt könnte man meinen, der Roman hat von diesen Illusionen den Titel. Weit gefehlt. An dieser Stelle kommt die oben erwähnte Suche ins Spiel. McLane, Mario und Hasso waren den Illusionen ausgesetzt und sie sind davon überzeugt, dass die Landschaften, die man sah, echt waren (und nicht auf Sharderba zu finden sind). Nach der Computerbefragung erhalten sie eine kleine Liste mit Planeten, auf die alles gesehen zutreffen könnte. Auf einem dieser Planeten finden sie die Landschaften und Kulissen. Die Illusionen waren keine tatsächlichen Ereignisse sondern es waren Filme, die aus einem nicht zu ermittelnden Grund und von jemandem, der sich nicht zu erkennen gibt, erstellt wurden. Es ist also klar, dass dieser Planet der Illusionen noch für andere Geschichten Ausgangsmaterial bieten wird.


Die Bildunterschrift lautet: "Ein neuer Fall für Cliff McLane. Welten der Menschen im Banne des lautlosen Terrors."



Mail an Ralf H.


Hans Kneifel

Wettflug mit dem Tod

Tosa (1983)

Hans Kneifel: Wettflug mit dem Tod
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Das Buch enthält die Romane 10 (Wettlauf mit dem Tod - Kapitel 1-8), 11 Schneller als das Licht - Kapitel 9-16), 12 Die Mordwespen.
Der Zentralrechner der Erdregierung hat errechnet, dass eine gewisse Gefahr besteht, dass sich einzelne Planeten von der Erde lossagen und damit die empfindlichen Lieferketten gekappt werden. Um das zu prüfen wird das Galaktische Jahr ausgerufen, ein Jahr indem alle als auffällig geltenden Kolonien geprüft werden sollen.

Da man diese Prüfungen nicht jedem anvertrauen kann, wird die Orion und ihre Besatzung wieder einmal aus dem Urlaub gerissen. Es geht nach Tayreton, einer Welt, die hauptsächlich aus runden Seen mit etwas Land dazwischen besteht. Cliff muss schnell feststellen, das die Bevölkerung nicht so einheitlich ist, wie es zunächst schien. Es gibt die, die aktuell von der Erde entsandt wurden und die, die sich als Einwohner von Tayreton betrachen ...
Kneifel entwirft eine interessante Welt. Leider sehen die Abtrünnigen keine andere Möglichkeit für ihre Unabhängigkeit, als einen hinterhältigen Giftanschlag auf die Erde zu unternehmen.


Die Crew der Orion und Tamara geraten immer mehr in den Hintergrund.


Kneifel erweitert das letzte Kapitel um ca. 1 1/2 Seiten, die nichts zur Handlung beitragen, aber Cliff als sehr nachdenklichen Menschen zeigen.


Die nächste Geschichte wird durch eine Überleitung (in der es hauptsächlich um Alkohol geht) mit der vorherigen verbunden. In der mit vorliegenden Ausgabe wird nicht darauf hingewiesen, dass eine neue Geschichte beginnt, aber man merkt es dennoch sehr deutlich.

Die Orion-Besatzung erhält den Auftrag ein neues Schiff mit einem neuartigen Antrieb zu testen. Dieser Antrieb soll das Schiff in einem Zwischending von Normal- und Hyperraum halten und dadurch sehr viele höhere Geschwindigkeiten ermöglichen. Das Ziel des Flugs soll ein Planet außerhalb des Einflussbereichs der Erde sein.

Schon während des Flugs stellt sich heraus, dass der Antrieb eine unangenehme Nebenwirkung hat: Die Zeit vergeht außerhalb des Schiffes schneller. Und dann begegnet McLane auf dem Zielplaneten auch noch Außerirdischen, die die Erde erobern wollen ...


Die Zeitdilatation wurde schon von Einstein in der Relativitätstheorie beschrieben. Innere Prozesse laufen innerhalb eines physikalischen Systems schneller als für einen außenstehenden Beobachter. Um diese Verzerrung auszuschalten wurde in Star Trek der Warp-Antrieb eingeführt und Kneifel benutzt den Hyperraum. Trotzdem innerhalb seiner Orion-Geschichen die Zeitdilatiation zu behandeln (ohne den Begriff auch nur einmal zu nennen) halte ich für recht gelungen.


Weit weniger gefällt mir die Invasion. Die Außerdischen übernehmen die Körper anderer Wesen. Wie Deadman oder wie die aus dem Rhodan-Universum bekannten Individual-Verformer. Kneifel geht recht raffiniert vor, in dem er die Invasioren nicht heimlich vorgehen lässt. Vielmehr geben die ihre Pläne bekannt und sorgen so für Panik (wodurch verborgen wird, dass es sich nur um eine kleine Menge von Wesen handelt). Warum die ihre Opfer nicht heimlich übernehmen und sich damit zufrieden geben, deren Leben zu leben wird mir allerdings nicht so richtig klar.

Natürlich gelingt es McLane den Anführer (der sich in Wamsler befindet) zu isolieren. Im wird versprochen, dass er unbeschadet abziehen kann, wenn er und die Seinen die Invasion abbrechen und den Herrschaftsbereich der Erde verlassen.

Nachdem sich der Fremde darauf einlässt, hat McLane aber nichts Besseres zu tun als sein Wort zu brechen und den geschlagenen Invasoren zu vernichten.

Ja, das lässt sich irgendwie begründen und nachvollziehen, aber es zeigt, dass McLanes Wort letztlich nichts wert ist. Kneifel beschädigt die Figur - und das ganz gewaltig.

Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass es sich vielleicht um ein Manuskript (oder einen Plot) handelt, den Kneifel für andere Figuren entworfen hat, dann aber für Orion angepasst hat. Eine der schlechteren Geschichten.


Man kam auf die Idee, Pflanzen eines anderen Planeten in das Ökosystem der Erde zu bringen. Leider wurde dabei übersehen, dass diese Pflanzen von Schädlingen besetzt waren, die sich unter Erdbedigungen ganz hervorragend fortpflanzen und alles fressen, was sich ihnen in den Weg stellt. Als das bemerkt wird, ist es zu spät, die Schädlinge mit bekannten Mitteln zu bekämpfen. Man kommt auf die Idee, sich auf ihrem Heimatplaneten nach natürlichen Feinden umzusehen ...


Das ist ein ganz erstaunlicher Roman, da es zum ersten Mal keinen menschlichen (oder menschenähnlichen Gegner gibt). Natürlich ist es die Mannschaft der Orion VIII, die auf die Suche nach einer Lösung ausgeschickt wird (als gäbe es keine anderen Schiff).


Innerhalb der Reihe ein außergewöhnlicher Roman und nach dem schlechten Vorgänger eine echte Erholung.


Mail an Ralf H.


Hans Kneifel

Kosmische Marionetten

Moewig (1969)

Orion 13
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Auf Rondiere, dem Ausbildungszentrum der Raumaufklärungsverbände und des GSD werden die Menschen plötzlich zu lallenden Idioten. Nur McLane und die Besatzung der Orion VIII können den Grund dafür herausfinden.

Kneifel schwimmt sich frei.
Im Prinzip könnte ich es bei dieser Kurzbeschreibung aus dem Jahr 2001 belassen. Damals kostete Speicherplatz viel Geld und an Flatrates für Surfen war nicht zu denken. Das ist auch der Grund, warum (bis heute) 1-seitige Comics oder schlechte Disney-Geschichten von mir nur sehr selten besprochen oder erwähnt werden. Kommt Zeit kommen Details.

Aber zurück zu Orion.

Kneifel macht die Figuren immer mehr zu den seinen. McLane trägt jetzt einen Bart, er verkleidet sich für eine Mission. Tamara taucht hier wieder auf, hat aber bestenfalls eine Nebenrolle. Es ist ganz offensichtlich, dass Kneifel mit Frauenfiguren, noch dazu mit starken Persönlichkeiten wie es die TV-Tamara war, nichts anfangen kann.

Die Basis für die Geschichte ist recht interessant. Kneifel beschreibt die auf geheimnisvolle Weise beeinflussten Personen als Pseudo-Latah und beschreibt Latah folgendermaßen:

Latah, das ist eine Krankheit, die im ostasiatischen Teil unserer Welt beheimatet war. Bei normalen Reflexen, anscheinend gesund also, versucht ein Latah, unhörbare Kommandos zu befolgen. Er bildet sich ein, jemand würde ihn pausenlos dazu auffordern, gewissen Befehlen zu gehorchen. Es genügt ein Signal, gleich welcher Art, um den Latah aufzuschrekken. Was er tut, weiß niemand vorher. Wir wissen nur, dass er etwas tun wird, denn wir kennen die Stimme in seinem Hirn nicht.

Wenn man den Begriff bei Wikipedia* nachschlägt, erfährt man, dass meistens erwachsene Frauen betroffen sind und die Anfälle zwischen 15 Minuten und mehreren Stunden dauern. Es wird vermutet, dass es sich um ein kulturgebundenes Syndrom handelt.

Ich hatte vorher (und das heißt auch, nach der Erstlektüre) noch nie von der Krankheit gehört.

Kneifel versteht es wirklich, in seinen Romanen auch interessante Themen anzuschneiden, die nicht ausgelutscht sind.


Natürlich kommt die Orion-Besatzung auf der Suche nach der Ursache auf die richtigen Ideen. Alle, die zu Pseudo-Latah werden, sind Raumfahrer. Ganz offensichtlich versucht eine außerirdische, unbekannte Zivilisation Informationen über die Raumfahrt zu erhalten. Dazu setzt man Raumfahrer unter Drogen, entführt sie dann und saugt schließlich das Wissen aus ihnen heraus. Die Orion findet die Zentrale der Fremden, die aber nur auf Automatik läuft ...


Zwei Punkte stoßen auf. Zuerst sucht die Orion am Südpol von Rondiere, dann fliegt sie zum Nordpol um dort zu suchen. Der Flug dorthin dauert ... Stunden. Die Orion ist ein Raumschiff, das riesige Entfernungen innerhalb von Tagen zurücklegen kann - und braucht auf einem Planeten vom einen Ende zum anderen mehrere Stunden? Das macht für mich keinen Sinn.

Am Schluss des Romans zerstört die Orion die Zentrale der Fremden, ohne etwas über sie in Erfahrung gebracht zu haben. Das erscheint mir doch recht kurzsichtig. Eine Gefahr, über die man nichts weiß, ist eine Gefahr, die im nächsten Moment wieder auftauchen kann. Ich hätte verstanden, wenn ein Kommando des GSD die Anlage gründlich untersucht hätte und sie dann zerstört wird. Aber nein, das wird getan, nachdem McLane und Sigbjörnson kurz den Gebäudekomplex betreten hatten.

Ich bin gespannt, ob Kneifel auf diesen Fehler nochmal zu sprechen kommt - oder ob das bloß getan wurde, weil der Roman eben irgendwie beendet werden musste.

Die Bildunterschrift lautet: "Ein Routineflug der ORION wird zum Himmelsfahrtkommando - das unsichtbare Grauen greift nach den Gehirnen der Menschen"



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Hans Kneifel

Die tödliche Ebene

Moewig (1969)

Orion 14
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McLane und die Orion-Crew sollen einen Planeten für Testkolonisten vorbereiten. Zuerst sieht alles gut aus, dann jedoch geschehen unerklärliche Dinge.


Oh! Ich habe nicht aufgepasst und die Reihenfolge nicht eingehalten. Nun ja, bisher macht es nichts. Noch sind die Romane Solitäre.

Außerdem komme ich (ich bin in der Mitte des Junis 2020) mit dem Lesen nicht hinterher. Zur Erinnerung (falls Sie das später lesen): Seit drei Monaten ist Corona-Zeit. Ich bin im Homeoffice und komme daher kaum zum Lesen (dafür mehr zum Schreiben).

Die Orion hat einen Planeten entdeckt, der das Paradies zu sein scheint. Es gibt zwar (pflanzenfressende) Großtiere, aber keine Carnivoren und keine Menschen. Für die Regierung der Erde steht daher sofort fest: Der Planet muss besiedelt werden. Da es zwischen Bereichen der Regierung zu Auseinandersetzungen kommt, beauftragt TRAV (also Wamsler) die Orion, bei dem Aufbau der ersten Siedlung die Führung zu übernehmen. Die Siedler werden ausgesucht, Material auf den Planeten transportiert. Es wird sogar daran gedacht, das Erscheinungsbild des Planeten nicht zu ändern und die Tiere nicht auszurotten. Gerade als der Abschluß des ersten Siedlungsbaus gefeiert werden soll, verschwindet ein Mann, der einen der friedliebenden Büffel hätte erlegen sollen ...


Wir sind noch immer in der Corona-Krise. Ich bin im Homeoffice und lese relativ wenig. Deshalb bin ich tatsächlich mit dem Buch noch nicht fertiggeworden. Unglaublich.


Für McLane sieht es so aus, als wäre der Jäger Opfer eines Mordanschlag geworden. Merkwürdig ist nur, dass sie nur noch sein völlig kahles Skelett finden.

Die Orion fliegt zurück zur Erde, erstattet Bericht und kehrt mit einigen Ermittlern (darunter Tamara) auf den Planeten zurück. Noch während die Verhöre laufen, geraten zwei andere Jäger in Schwierigkeiten. Einen finden sie schwer verletzt, kaum noch am Leben, der andere ist tot. Weit und breit ist kein anderer Mensch zu sehen, der für den Anschlag verantwortlich sein könnte.

Daher versucht man, das Geheimnis der grasbewachsenen Ebene zu lösen - und wird Zeuge, wie ein Büffel spurlos verschwindet, ohne dass ein Grund dafür zu sehen wäre ...


Die Bildunterschrift lautet: "Sie finden eine neue Welt für die Menschheit - und sie jagen den lautlosen Mörder ... "



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Hans Kneifel

Schiff aus der Zukunft

Moewig (1969)

Orion 15
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Ein gigantisches Raumschiff unbekannter Herkunft wird gesichtet. McLane verfolgt es, um herauszufinden, ob es sich um Freunde oder Gegner handelt.


Nach fast zwei Monaten kehre ich zu Orion zurück - und habe schon wieder vergessen, dass ich einen Band übersehen hatte. Ich werde ihn nacholen.

Kommandant Threy Quistgaard ist bei einem Routineflug ein fremdes Raumschiff begegnet, das sich recht schnell zurückgezogen hat. Zwar scheint das harmlos zu sein, aber nach den Erfahrungen mit den Frogs wird beschlossen, eine kleine Flotte unter der Führung von McLane auf die Suche nach den Fremden zu schicken ...


Wir erinnern uns: Lydia Van Dyke war McLanes Vorgesetzte. Sie wird von Kneifel als 35-jährig, jünger aussehend beschrieben. Charlotte Kerr war bei den Dreharbeiten 38 Jahre alt - und sah keinesfalls jünger aus. Noch mehr stört mich allerdings, dass McLane die Kommandanten der Suchflotte als "Meine Herren" anspricht, obwohl Van Dykes Hydra Teil dieser Flotte ist.


Auf einem Planeten entdeckt der Flottenverband eine Sendeanlage. Als sie die näher untersuchen wollen, stellen sie fest, dass die Anlage durch einen Panikring geschützt ist. Jeder - egal ob Mensch oder Tier -, der sich dem Gebäude nähern will, gerät in so starke Panik, das nur noch an Flucht gedacht werden kann. Natürlich gelingt es McLane, seine Panik unter Kontrolle zu bekommen. Aber es trifft sich gut, dass man die Barriere überfliegen kann. Nachdem festgestellt worden ist, in welche Richtung aus dem Gebäude gesendet wird, folgt die Flotte den Signalen und entdeckt schließlich das Heimatsystem der Fremden.

Der Planet wird von einer großen Zahl (auch künstlicher) Monde umgeben, die durch Panikstrahlung Eindringlinge abhalten sollen.

McLane kommt auf die Idee, die Orion auf Autopilot zu schalten und die Mannschafft zu betäuben. So gelingt es, den Sperrgürtel zu durchdringen ...


Cliff und Lydia wird es gestattet, das Schiff zu verlassen. Sie erkunden die Stadt, sehen nur einige Vögel, aber keine Menschen. Schließlich stellten die beiden einen Kontakt her, müssen dabei aber feststellen, dass Kontakt zu den Menschen strikt abgelehnt wird ...


Man muss sich vor Augen führen, dass Lydia van Dyke die Vorgesetzte von Cliff ist. Trotzdem wird angedeutet, dass sie heimlich in Cliff verliebt ist. Gleichzeitig wird deutlich gemacht, dass Cliff sich durch die Beziehung zu Tamara eingeengt fühlt und eine Ehe als Horrorvorstellung ansieht. Beides passt nicht zu den Figuren, wie wir sie aus der Fernsehserie kennen. Kneifel kann mit Frauen (innerhalb seiner Geschichten) nichts anfangen. Sie sind immer nur dazu da, Männer anzuhimmeln oder ihnen zuzuarbeiten. Schade, denn die Geschichte macht ansonsten einen recht guten Eindruck.


Die Bildunterschrift lautet: "Sie finden eine neue Welt für die Menschheit - und sie jagen den lautlosen Mörder ... "



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Ernst Vlcek

Revolte der Puppen

Moewig (1969)

Ja, es geht um Spielzeugpuppen, die die Sicherheit der Erde bedrohen.

Der einzige Roman der Originalreihe, der nicht von Kneifel geschrieben wurde. Murks. Vlcek hat weder dem Leser noch sich selbst einen Gefallen getan.


Mann! War ich 2001 hart.

Natürlich ist der Roman von Vlcek ein Solitär. Er steht wie ein Pflock zwischen den Einzelromanenen und den Fortsetzungsromanen.

Die Idee, ein Spielzeug wird eingesetzt, um eine feindliche Machtübernahme vorzubereiten, ist für sich allein genommen erstmal gar nicht so schlecht. Ja sicher, damals (und auch heute) erscheint die Idee, dass Erwachsene so von Puppen fasziniert sind, dass sie in deren Bann geraten, ziemlich daneben. Auch wenn man sich vor Augen führt, dass die Puppen, um die es hier geht, keine Barbies sondern eher Schildkröt-Puppen sind.

Vlcek war mit seiner Idee einfach der Zeit voraus. Er konnte sich nicht vorstellen, dass die Zeit kommt, in der Erwachsene wie gebannt vor Bildschirmen sitzen und dabei zusehen, wie Bildpunkte von links und nach rechts saussen. Er konnte sich nicht vorstellen, dass durch pseudorealistische Spiele, politische Einflussnahmen stattfinden.


Der Roman ist erstaunlich gut geschrieben. Endlich liest man von der Erdaußenstation 4 und nicht von der Earth Outer Space Station 4. Vlcek konnte mehr mit Tamara und Helga anfangen, als Kneifel, war aber natürlich durch die Arbeit des Kollegen gefangen.


Im für mich zweiten Teil des Romans wird der Anführer der Übermenschen, Etienne Chantelene, zuerst immer mehr zum Khan Noonian Sing, inklusive ihm treu ergebener Frau, allerdings macht Cliff dann klar, dass Chantelene nicht überlegene Menschen um sich schart, sondern leicht beeinflussbare.

Wamsler benimmt sich etwas untypisch, in dem er sich fast als Gegner von McLane gibt.

Erstaunlich ist Tamaras Rolle in der Geschichte. Zuerst lässt sie sich von Cliff retten (Damsel in Distress), dann rettet sie ihn (allerdings mit Mario an ihrer Seite) und bei der letzten Konfrontation mit Chantelene ist sie es, die für die notwendige Ablenkung sorgt (durch eine HM 4).

Helga spielt am Schluss keine Rolle mehr, trotzdem habe ich den Eindruck, dass Vlcek sich mit weiblichen Charakteren nicht so schwer tut wie Kneifel. Letztlich ist ein Roman aber zu wenig, um das wirklich beurteilen zu können.


Insgesamt ist das Buch nicht so schlecht, wie ich lange dachte. Ein Unterbrechnung des Gewohnten war es aber allemal.


Die Bildunterschrift lautet: "Ein neuer Fall für Cliff McLane - die Clique der Übermenschen treibt falsches Spiel."



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Hans Kneifel

Safari im Kosmos

Moewig (1969)

Orion 18
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Während Prominente von der Orion-Crew zu einer Safari gebracht werden, suchen McLane und Wamsler tatsächlich ganz anderes Wild: Unbekannte die sich auf dem Safari-Planeten versteckt haben.


2001 war ich sehr kurz angebunden.

Roman Nummer 17 besitze ich nicht als Taschenbuch und er ist derzeit auch nicht bei Amazon zu finden. Na ja, jetzt ist es zu spät. Nein, Sie brauchen mich nicht zu informieren, wenn er dort auftaucht oder wenn Sie ihn mir verkaufen wollen. Ich habe die Nummer übersprungen und fertig. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich die Serie in meinem Leben noch einmal lesen werde ist doch recht gering.

Doch zurück zum Roman.

Ein Freund von McLane (ich hasse es, wenn in Fortsetzungsreihen plötzlich alte Freunde auftauchen, von denen man noch nie gehört hat) besitzt ein Reisebüro. Aufgrund einer körperlichen Einschränkung sieht er sich außerstande eine Jagdexpedition zu leiten und bittet daher Cliff den Auftrag für ihn zu übernehmen. Dies umso mehr, da sich Wamsler für die Expedition angemeldet hat.

Cliff lässt sich (natürlich) überreden und sorgt dafür, dass Wamsler die gesamte Orion VIII für den Auftrag freigibt.

Bevor es auf den Zielplaneten geht, müssen die Teilnehmer einige Zeit auf der Erde trainieren, was so anstrengend ist, dass Wamsler deutlich abspeckt.

Auf dem Zielplaneten gibt es hauptsächlich eine Raubkatzenart und etwas Elefantenähnliches.

Die ersten Tage vergehen wie geplant, dann aber merkt McLane, dass die Raubkatzen auf Menschen und Turceed unterschiedlich reagieren ...


Turceed?

Das ist eine menschenähnliche Rasse, der die Orionbesatzung im letzten Roman begegnet ist. Auch im letzten Roman hat sich Cliff von Tamara getrennt.

Was sich schon angedeutet hatte, ist jetzt offensichtlich: Kneifel konnte mit dem für damalige Verhältnisse sehr modernen Paar Cliff/Tamara nichts anfangen. Er hat seinem Helden daher eine Frau an die Seite gestellt, die sich leichter handhaben lässt. Wenn benötigt greift sie kurz ein, ansonsten ist sie aber ein Weibchen an der Seite des Helden.

Wamsler wurde für diesen Roman verschlankt. Das hat keine gesundheitlichen Gründe, sondern liegt einfach daran, dass Kneifel einen stämmigen, japsenden Mann für die Jagd nicht gebrauchen konnte.

Die Safari besteht aus 18 Teilnehmern. Was hätte man daraus machen können! Stattdessen vernachlässigt Kneifel fast alle. Wir erfahren, dass eine Nicht von Wamsler und ein Enkel von Villa zu den Teilnehmern der Jagdexpediton gehören, alle anderen scheinen zwar reich und prominent zu sein, aber nicht wichtig genug, dass sie auch nur irgendwas zur Handlung beitragen dürfen.


Nach der Begegnung mit den Raubkatzen, werden nachts bewaffnete Waffen aufgestellt. Statt einer Raubkatze wird bei einem Überfall auf das Lager ein Humanoid erschossen. Damit ist nun klar, dass es auf dem Planeten eine Zivilisation gibt, die bislang nicht entdeckt worden war. Erstaunerlicherweise muss die irgendetwas mit den Turceed zu tun haben. Cliff folgt den Spuren des Toten und findet schließlich in einem Gebirge dessen Versteck, eine weitentwickelte Siedlung, die nur noch von wenigen genutzt wird. Auf was ist der Commander der Orion da nur gestoßen?


Kneifels Forte ist die spannende Erzählung, nicht die Ausarbeitung von Charakteren. Um die Handlung voranzutreiben, konzentriert er sich auf einige wenige Personen, während alle anderen irgendwo im Schatten zu erahnen sind. Dabei geht das Zusammenspiel der Orion-Besatzung verloren. In der TV-Serie war das Geplänkel zwischen der Besatzung (und Tamara) genauso wichtig wie die abenteuerliche Handlung. Das ist lesbar, aber abgesehen von den Namen und Begriffen hat das nichts mehr mit Raumpatrouille zu tun.


Die Bildunterschrift lautet: "Eine harmlose Safari wird zum Alptraum - und Cliff McLane enträtselt das Geheimnis der Felsenstadt."

Tourenne hat mit dem Roman nichts zu tun.

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Hans Kneifel

Die unsichtbaren Herrscher

Moewig (1969)/Goldmann (1990)

Orion 19
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Orion 19
Archäologen entdecken eine seltsame Tafel, auf der von einem Großen Schiff die Rede ist, das auf vielen Planeten Leben ausgesät haben soll (die Pam-Spermie-Theorie, die Spring-Brauner erwähnt hatte). Natürlich muß sich McLane dieser Sache annehmen.

Hier mal eine Goldmannausgabe. Die Frage, welche Version besser aussieht, stellt sich nicht wirklich, oder?


Na ja, viel habe ich 2001 wirklich nicht geschrieben. Und ganz richtig war das auch nicht.

Die Tafel war im vorherigen Band von McLane gefunden worden. Nachdem es gelungen ist, sie weitgehend zu entschlüsseln, wird davon ausgegangen, dass ein Großes Schiff unterwegs war - und unter Umständen auch wieder zurückkehren wird. Es ist dann (natürlich) McLane, der entdeckt, dass einige der genannten Planeten und die Erde genau auf einer Gerade liegen. Wobei mir nicht klar ist, wie es im Weltall eine von der Zeit unabhängige Gerade geben kann. Alle Raumkörper (Sonnen, Planeten, Monde) drehen sich um irgendwas. Es kann einen Moment geben, in dem diese Körper auf einer Linie liegen, aber doch nicht generell.

Auf McLanes Anregung hin, wird die Orion beauftragt, einige Planeten, die auf der gedachten Gerade zu finden sind, aufzusuchen und nach Spuren der uralten Vorfahren der Turceed zu suchen.

Wir sind jetzt schon im dritten Roman von Kneifels Orion-Zyklus. Vor Band 17 machte es so gut wie nichts, wenn man mal einen Roman verpasste, seither baut alles aufeinander auf. Wahrscheinlich war das für die Kundenbindung wichtig, da die Romane ja kaum noch etwas mit der Vorlage zu tun hatten. Orion und Perry Rhodan unterschieden sich eigentlich nur noch dadurch, dass Orion von einem Autor allein geschrieben wurde. Der Stress, den Kneifel sich damit antat (ein Roman pro Monat), muss gewaltig gewesen sein. Bei Rhodan kann ja mal ein Füllroman dazwischen geschoben werden, bei Orion war das mit Band 16 geschehen - und wurde allgemein als nicht gelungen angesehen (auch von mir damals). Orion-Romane - das war Kneifel. Und die Romane mussten alle vier Wochen erscheinen. Ich könnte unter solchen Bedingungen nicht arbeiten.

Schon auf dem ersten Planeten, den die Orion Besatzung und ihre Begleiter (die zwei Turceed und ein Flow Rettir), finden Gebäude der Urrasse, aus der die Turceed und die Aashap hervorgingen. Dort entdecken sie eine Art Universallexikon und ein Museum. Danach scheint Kneifel aufgegangen zu sein, dass nach Tausenden von Jahren die Natur von Gebäuden nicht viel übrig lässt, daher sind die Hinterlassenschaften dort zerstört. Auf einem letzten Planeten (für diesen Roman), wird dann nochmal eine Art Lexikon gefunden, bevor McLane erfährt, dass ein Aashap ein Raumschiff plus die Informationen über McLane Reise gestohlen hat.

Die Orion fliegt zum ersten Planten zurück, um den Aashap eine Falle zu stellen ...

Kneifel arbeitet sehr schön heraus, dass Unsterblichkeit nicht unendliches Leben heißen muss. Unfälle oder Morde haben die Zahl der Unsterblichen so stark reduziert, dass zumindest in diesem Roman nur noch von drei die Rede ist.

Lesen Sie mal den Namen Flow Rettir rückwärts. Ich bin ziemlich sicher, dass Kneifel Wolfpeter Ritter verewigen wollte. Der war ein junger Mann, der unbedingt Autor werden wollte und seine ersten Romane Kneifel zur Beurteilung gab. Später wurde der junge Mann tatsächlich Autor. Er veröffentlichte meist als Peter Terrid.


Die Bildunterschrift lautet: "Unsterbliche gefährden die Erde - niemand kann sie fassen, denn ihre Maske ist perfekt."

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Hans Kneifel

Der stählerne Mond

Moewig (1969)

Orion 20
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Die Orion jagt hinter einem führungslosen Forschungskreuzer her und stößt auf etwas, das den Atem stocken lässt.


Viel ist es nicht, was ich 2001 geschrieben habe.

Der Roman teilt sich in zwei Teile, die natürlich miteinander zu tun haben.

Die Orion-Besatzung kümmert sich auf einem Planeten um die Erforschung von Fischen (man fragt sich wirklich, ob die Erde für solche Aufgaben keine Spezialisten hat), als sie von der Besatzung eines anderen Raumkreuzers angefunkt wird. Die sitzen auf einem Planeten fest, da ihr Raumschiff von einem Moment zum anderen abgehoben hat - ohne dass jemand an Bord war.

McLane fliegt mit Helga und Atan (d.h. mehr Leute werden nicht gebraucht, um einen Raumkreuzer zu bedienen) zu dem Planeten, auf dem die Kollegen gestrandet sind. Denen nähert sich ein Riesensandsturm, der alles zu vernichten droht, was sich nicht rechtzeitig in Sicherheit gebracht hat. Pollen fliegen dem Sturm voran und lösen bei Lebewesen Fluchtinstinkte aus ...

Interessante Idee. Ich kann mir vorstellen dass ein Planet der solche regelmäßig wiederkehrenden Stürmen ausgesetzt ist, Pflanzen entwickelt. Aber tierisches Leben? Vor alles tierisches Leben das über Würmer oder Käfer hinausgeht? Die einzige Sicherheit besteht in einer solchen Situation doch nur, wenn man schnell genug rennen oder fliegen oder sich eingraben kann. Der Vogelflug hat sich (bei uns) nach der Bewegung an Land entwickelt. Je größer ein Tier ist, desto mehr Energie muss es aufwenden, um unter die Erde zu kommen. Eine Tierwelt, die das Bestreben hat, unter die Erde zu kommen, entwickelt sicher keine flugfähigen Wesen. Und die Überlebenschancen für kleine Tiere sind unter solchen Bedingungen sicher höher. So wie Kneifel den Planeten schildert, würde er meiner Meinung nicht funktionieren. Aber vielleicht täusche ich mich ja.

Im zweiten Teil des Roman findet die Orion das riesige Schiff, das den Raumkreuzer angezogen hatte. Es ist natürlich ein Schiff der Dherrani, also der Rasse, die uns noch schon seit einigen Romanen beschäftigt. Das Ding ähnelt einem Arkonidenkreuzer oder einem Todesstern, wird aber mal als völlig glatt, dann mit Vertiefungen geschildert. Natürlich findet die Orionbesatzung einen Weg hinein. Danach lehnt man sich zurück und wartet, bis von der Erde Spezialisten gesandt werden. Darunter ist auch Lydia van Dyke, um die ein Riesenbohay gemacht wird (Ishmee könnte ja feststellen, dass Cliff mal scharf auf Lydia war) um sie danach nicht mehr zu erwähnen.

Schließlich kommt es zu einem Mordanschlag auf Cliff ...

Das ist spannend, keine Frage, aber ich habe schon den Eindruck, dass Kneifel zwischendurch was anderes schreiben wollte und dann etwas durcheinander kam.
Die Bildunterschrift lautet: "Cliff McLane entdeckt das Schiff aus der Vergangenheit - und beginnt das Duell mit dem Unsterblichen."

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Hans Kneifel

Staatsfeind Nummer Eins

Moewig (1969)

Orion 21
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Zwei Staatsfeinde verbinden sich, um in Besitz des Großen Schiffes zu kommen und die Herrschaft über die Erde an sich zu reißen. Und dann gibt es da noch einen Doppelgänger von McLane.
Wahrscheinlich war das 2001 eine Zusammenfassung des Rückentextes.

Kneifel ist viel raffinierter, als das hier rüber kommt und gleichzeitig ein Opfer der Produktionszwänge.

Der eine Staatsfeind ist Simer, der letzte der Außerirdischen.

Der andere ist Yester Gryffhagn, ein hochbegabter Mensch, der allerdings trotz seiner Intelligenz gestoppt wurde, als er sich entschloss, in die Politik zu gehen. Statt sein Ziel dann über dei Wirtschaft zu erreichen, wie das heute jeder machtbesessene Verbrecher tut, kommt er auf die Idee, die Menschheit zu erpressen. McLane kennt Gryffhagn von früher und war fast so etwas wie ein Freund für ihn. Deshalb wird die Orion ... Sie ahnen es.

Das hätte ein interessanter Roman werden können, wenn Kneifel Zeit gehabt hätte, Gryffhagn richtig auszuarbeiten. Aber er musste ja einen auf Cliff zentrierten Actionroman schreiben.

Gryffhagn sitzt wie Blofeld (in Im Geheimdienst Ihrer Majestät) in einem Santorium, wo der Held ihn aufsucht.

Doch Gryffhagn durchschaut Cliff schnell und setzt ihn außer Gefecht ...


Als McLane wieder zu sich kommt, findet er auf einem Bett eine Fotofolge, auf der sein Gesicht in das des Außerirdischen gemorpht wird. Doch Kneifel lässt diese Idee gleich wieder fallen. McLane gelingt es, zu entkommen. Dafür ist die Orion weg, an Bord einen Doppelgänger des Commanders, auf den die Crew hereingefallen ist.

Mit Hilfe des GSD schafft McLane es zur Erde, wo sich auch sein Doppelgänger aufhält. McLane gelingt es, mit dem verbrecherischen Doppelgänger die Identität zu tauschen und in Gryffhagns neues Hauptquartier einzudringen ...


Das ganze erinnert bis zum Schluss mehr an James Bond als an Orion. Natürlich hat McLane keine Schwierigkeiten den hyperintelligenten Gryffhagn zu überlisten sowie ihn und den Außerirdischen gegeneinander auszuspielen.
Was hätte man nicht alles aus dem Stoff machen können. Da Kneifel sich nur auf McLane konzentriert, hat er sich die Auseinandersetzung zwischen der Orion-Besatzung und dem Doppelgänger entgehen lassen, die wahrscheinlich mindestens so interessant wie der Rest des Roman hätte sein können.
Die Bildunterschrift lautet: "Cliff McLanes Doppelgänger wird eingesetzt - Das Raumschiff ORION soll seine Beute sein."

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Hanns Kneifel

Der Mann aus der Vergangenheit

Goldmann (August 1990)

Orion 22
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Als Heftroman habe ich auch diesen (irgendwo in meiner Garage). Für die Besprechung 2020 habe ich mir das Taschenbuch gekauft.


Nach einem Fernsehinterview stellen Ishmee und Cliff fest, dass in seiner Wohnung eine Party stattfindet. Cliff hat sofort das Gefühl, dass es einen Geruch gibt, der dort nicht hingehört (auf einer Party!), verdrängt diesen Gedanken aber recht schnell wieder. Nachdem der letzte Gast gegangen ist, kehrt der Geruch wieder in sein Gedächtnis zurück. Gerade noch rechtzeitig erkennt er ihn als Leopardengeruch und schafft es, Ishmee in Sicherheit zu bringen.

Ganz offensichtlich hat Simer, der letzte Unsterbliche den Kampf eröffnet.

Am Ende des letzten Bandes hat Simer die HYDRA II gestohlen.

McLane hat eine Ahnung, auf welchem Planeten Simer sich aufhalten könnte.


Auf Arys IV findet die Orion-Besatzung ein riesiges, Mauerähnliches Bauwerk, das durch und und durch aus Plastik besteht. Sie sind sicher, hier irgendwo muss Simer sich und die HYDRA II versteckt haben.


Nachdem die einen Zugang gefunden haben, machen sie sich an die Untersuchung des Bauwerks, müssen aber recht schnell feststellen, dass Simer etliche Fallen vorbereitet hat.
Der zweite (und größere) Teil des Romans beschäftigt sich mit dem Weg durch das künstliche Bauwerk. Es ist eine Mauer ähnlich der chinesischen Mauer nur sehr viel breiter und höher (schließlich muss die HYDRA darin Platz finden. Simer ist direkt hineingeflogen, die Orion-Besatzung läuft mehrere Kilometer durch das Innere - und natürlich genau in die Fallen hinein. Schön und gut. Aber woher wusste Simer, dass sie aus dieser Richtung kommen? Gab es nur diesen einen Zugang? Hat er auch die andere Seite der Mauer gesichert? Was ist mit dem Bereich direkt um die Hydra herum? Die Orion hätte sich ja mit Overkill Zutritt verschaffen können, oder die Besatzung hätte direkt in der Nähe der HYDRA ein Loch in die Mauer brennen können.

Das ist alles sehr spannend geschrieben, aber Kneifel lässt hier zu viele Möglichkeiten offen. Außerdem habe ich immer noch ein Problem damit, dass eine Person ein Schiff wie die HYDRA alleine steuern kann. Warum muss Atan in der Orion die ganze Zeit im Maschinenraum sitzen, wenn dort alles wartungsfrei funktioniert? (Die HYDRA ist nicht viel älter als die Orion.)


Die Orion-Romane werden immer mehr zu McLane-Romanen, in denen alle anderen Charaktere nur Nebenfiguren sind. Kneifel lässt in diesem Punkt viel zu viel Möglichkeiten ungenutzt. Kein Wunder, dass er irgendwann den Punkt erreichte, an dem er ausgebrannt war.


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Hans Kneifel

Entführt in die Unendlichkeit

Moewig (1970)

Orion 23
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Irgendetwas ist im Großen Schiff geschehen. Alle Wissenschaftler und Techniker verlassen fluchtartig ihre Arbeitsplätze. McLane und die seinen untersuchen den Vorfall und finden sich plötzlich auf einer Reise in die Unendlichkeit wieder - ohne Chance das Große Schiff zu verlassen.
Das war ganz sicher meine Interpretation des Rückentextes, denn den Roman hatte ich das letzte Mal 1977 gelesen (die Serie wurde damals als Heftromane wieder veröffentlicht).

Das große Schiff erweckt wieder zum Leben. Es scheint, als würde es für einen Start vorbereitet. Den dort arbeitenden Wissenschaftlern ist das so unheimlich, dass sie das Schiff verlassen. Stattdessen kommt die Orion (Stammbesatzung plus Ishmee) an Bord. Gleich darauf startet die Riesenkugel. Ohne etwas tun zu können, müssen sich die Leute der Orion in ihr Schicksal fügen, das sie letztlich aus dem Bereich der 900 Parsec-Raumkugel hinausführt.


Schließlich bremst es in einem System mit 120 Monden ab. McLane nimmt eine Lancet und beginnt einen der Monde zu erkunden. Kaum ist er gelandet, wendet sich der Planet gegen ihn ...


onmouseover="bildversch(this,this.id)" id="o23-5"> Auf einem Braun genannten Planeten (in der Geschichte aufgrund der Farbe des Planeten, tatsächlich wohl nach einem der Autoren der TV-Serie) begegnet Cliff einem der Organier -- äh -- Dara. Der teilt ihm mit, dass das Planetensystem von einer fremden Rasse bedroht wird, sie selbst aber so weit fortentwickelt sind, dass es ihnen unmöglich ist, für ihre eigenen Interessen zu kämpfen. Das soll die Orion-Besatzung übernehmen.
Je mehr Kneifel sein eigenes Ding macht, desto schlechter wird die Serie. Jetzt erhält die Orion-Besatzung Superkräfte (sie können Dinge bewegen und herbeidenken). Und die "Frogs" werden umbenannt in Uraceel. Man kann von dem Begriff "Frogs" halten was man will (vor allem der Begründung "zu vertraut, zu irdisch" für die englischsprachige Benennung, es ist nun mal die Bezeichnung, die die TV-Serie für die Außerirdischen gewählt hat. Das mag einem nicht passen, aber mit der Umbenennung fehlt nun mal ein weiteres Stück Verbindung zum Ursprung der Serie - nachdem alle außerhalb der Orion abgeschafft wurden.
Sobald Kneifel die Erzählperspektive auf die Uraceel wechselt, erinnert mich das stark an die Beschreibung der Außerirdischen in UFO - wenn die mal nicht nur abgeschossen wurden. (Nicht missverstehen: die Frogs und die UFO-Bedrohung haben nichts miteinander zu tun. Ihnen gemeinsam ist nur, dass sie für Erdlinge als Bedrohung erscheinen, ohne dass man wirklich erfährt, warum sie tun, was sie tun.)

Die Bildunterschrift lautet: "Die ORION-Crew wird gekidnappt - und das Große Schiff verlässt die Galaxis."


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Hans Kneifel

Die phantastischen Planeten

Moewig (1970)

Orion 24
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McLane und seine Orion-Crew müssen einen Test bestehen - den Test der Sternengötter.
Nachdem die Uraceel erfolgreich vertrieben worden sind, hofft die Orion-Besatzung, wieder nach Hause zurückkehren zu können. Doch die Dara haben anderes mit ihnen vor.

Als zukünftige Diplomaten müssen sie erst geschult werden.

Dies geschieht, in dem man sie trennt und ziemlich merkwürdige, künstliche erscheinende Prüfungen durchlaufen lässt.
Endlich geht der Fokus mal weg von McLane. Kneifel konzentriert sich auf Mario, den man allerdings kaum wiedererkennt. Natürlich hat er (wie in einem Nebensatz erwähnt wird) jetzt längere Haare (und passt sich damit an das Jahr 1970 an), bei Kneifel ist er 1 Meter 80 groß (was nicht stimmen kann, denn Schönherr war 1,80 m groß. Sieht man ihn und Völz gemeinsam auf Bildern, ist Völz nicht nur stämmiger sondern auch etwas kleiner.

Ich habe während des Lesens nie den doch damals schon etwas stämmigen Wolfgang Völz vor meinem Auge. Schade.
Nach einigen recht belanglosen Erlebnissen (belanglos, weil selbst Mario weiß, dass es sich um Illusionen handelt, trifft sich die Orion-Crew wieder. Was die anderen erlebt haben, wird nur angedeutet. Während die Männer und Ishmee irgendwelche Abenteuer erlebt haben, wurde Helga gequält. Warum Helga? Warum musste das eine Frau sein?

Sie begegnen einem der Fremden, der ihnen sagt, dass sie eine weitere Prüfung zu bestehen haben.
Für diese Prüfung wird das Gedächtnis der Orion-Besatzung teilweise gelöscht. Ihnen wird vorgegauckelt, sie hätten von Wamsler einen Auftrag erhalten, der sie zu einem Planeten führt, der fast vollständig von Wasser umgeben ist.

Nachdem die Orion gelandet ist, wird die Besatzung für Götter gehalten und entsprechend behandelt. Es stellt sich schnell heraus, dass die Bewohner der Stadt nicht nur Jahrtausende auf die Götter gewartet haben, sondern sich inzwischen auf das Ausleben ihrer Lust und Spielen beschränken. Ein ständig verfügbares alkoholisches Getränk (und andere Rauschmittel) halten die Bevölkerung und die Orionbesatzung in einem rauschhaften Zustand.

Es ist Mario, der schließlich rechtzeitig erkennt, was man mit ihnen gemacht hat. Da er und seine Kollegen inzwischen erfahren haben, dass der Ozean sich jedes Jahr einen kleinen Teil des Kontinents holt und die gesamte Bevölkerung evakuiert werden muss, holt er sich Hilfe einer anderen Bevölkerungsgruppe, die außerhalb der Stadt lebt und vernünftiger zu sein scheint.
Wie die Fabriken der Stadt betrieben werden, wenn doch alle Bewohner nur ihr Vergnügen im Kopf haben, ist mir nicht klar. Auch die außerstädtische Bevölkerung ist nicht richtig ausgearbeitet.
in diesem Roman spielt zwar Mario die große Rolle, aber Kneifel verschiebt nur das Cliff-Problem auf eine andere Figur. Er hat sechs Hauptfiguren, von denen er fünf ständig vernachlässigt. Schade.
Die Bildunterschrift lautet: "Cliff McLane und seine Leute im System der vierzig Welten - zwischen Illusion und Wirklichkeit"

Sehen Sie auf dem Bild Cliff McLane?


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Hans Kneifel

Gefahr für Basis 104

Moewig (1970)

Orion 25
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Nach dem Test findet sich die Orion in einer Zukunft wieder, in der die Raumflotte längst aufgelöst ist.


Schauen wir uns das etwas genauer an, als ich das 2001 getan habe.

Die Orion-Besatzung hat ihren Test bestanden. Sie kann mit dem Großen Schiff zur Erde zurückkehren. Doch als sie dort ankommen, müssen sie feststellen, dass das nicht mehr die Erde ist, die sie verlassen haben. Dort sind fünfzig Jahre vergangen und inzwischen sind dort Leute an der Macht, die jeden Kontakt zu anderen Welten ablehnen und abgebrochen haben.

Obwohl Raumfahrt abgelehnt wird, gestattet man der Orion-Besatzung zu landen, was die klugerweise nicht in der ORION VII tut, sondern in zwei Lancets, die natürlich sofort beschlagnahmt werden.

McLane und seine Leute erkennen sehr schnell, dass es ihre Aufgabe sein wird, die Zustände auf der Erde wieder (aus ihrer Sicht) zu normalisieren. Schon in der ersten Nacht verlassen sie ihre Quartiere und begeben sich zur Basis 104. Dort finden sie viel Staub und eine ihnen nicht unbekannte Person ...

Was mich gewundert hat, ist das Erstaunen der Orion-Crew über den Fortschritt der Zeit. Wenn ich die spezielle Relativitätstheorie richtig verstehe, vergeht für jemanden, der sich schnell bewegt, die Zeit langsamer als für andere. Je näher man der Lichtgeschwindigkeit kommt, desto stärker wird der Effekt (bei Geschwindigkeiten, mit denen wir es täglich zu tun haben, sind die Auswirkungen so gering, dass der Effekt in unserem täglichen Leben keine Rolle spielt). Es war also zu erwarten, dass die Orion bei ihrer Reise im Normalraum keinen der vertrauten Menschen lebend antreffen würde.

Als die Orion von Tamara verabschiedet wurde, hatte ich den Eindruck, Kneifel hätte das berücksichtigt. Jetzt kommt es mir so vor, als hätte er den Effekt vergessen. Mal sehen, ob und wie er sich aus dieser Sache herauswindet.

Der letzte Überlebende aus der Startzeit der Orion VIII ist Spring-Brauner, der als Robinson in Basis 104 lebt, die nun zu einer Art riesiges Einkaufszentrum mit Büros und Startbasis wird. Mit seiner Hilfe gelingt es eine Invasion der Erde durch ehemalige Kolonien vorzubereiten und Erstürmungsversuche zurückzuschlagen.

Natürlich sind die neuen Regierenden völlig verblödet. Es hat nur Nachteile, weil sie sich abkapseln, jede Forschung scheint eingestellt worden zu sein, Fortschritt scheint es nicht mehr zu geben (benutzt wird immer die HM 4). Das widerspricht jeder Erfahrung. Probleme, die nach der Abkapselung aufgetreten sind, hätten gelöst werden müssen. Stattdessen hat man sich lt. Kneifel zurückgelehnt und nichts getan.

Nach fünfzig Jahren scheint nur noch Spring-Brauner zu leben. Selbst auf den Kolonien scheint es niemanden mehr zu geben, der sich aktiv an McLane und seine Begleiter erinnert. Villas Neffe hätte durchaus noch leben können. Was aus McLanes Bungalow geworden ist, erfahren wir nicht. Hasso versucht nicht einmal zu erfahren, was aus seinen Kindern geworden ist.

Kneifel füllt seine Idee mit Action, aber nicht mit Leben (was sicher auch mit seinen Produktionsbedingungen zusammenhängt). Wenn er sich für die Geschichte zwei oder drei Bände Zeit genommen hätte, wäre sie wahrscheinlich sehr viel besser geworden.

Die Bildunterschrift lautet: "Die ORION-Crew in einer grauenvollen Zukunft - Kampf gegen die Wächter der Einsamkeit"

Wie kommen die auf "Wächter der Einsamkeit?" Im Text von Kneifel taucht der Begriff nicht auf.


Mail an Ralf H.


Hans Kneifel

Die schwarzen Schmetterlinge

Moewig (1970)

Orion 26
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Die Orion verfolgt wahnsinnige Raumschiffdiebe und geraten auf einem Planeten, auf dem nichts so ist, wie es zu sein scheint.


In der Woche, in der ich diesen Roman 2021 wieder gelesen haben habe, wurde bekannt gegeben, dass es eine Neuauflage/Fortsetzung von Raumpatrouille geben soll. Gefallen hat mir in der Ankündigung, dass man die Serie ernst nehmen will. Arrogante Schnösel amüsieren sich heute darüber, dass man Bügeleisengriffe, Duschköpfe im Raumschiff und Eisportionierer als Hände der Roboter sieht. Außerdem wissen natürlich alle, dass ein Raumhelm mit Loch ziemlich sinnlos ist. Aber das waren Designentscheidungen um Kosten zu sparen. Raumpatrouille erhielt trotz des Erfolgs keine zweite Staffel, weil die Kosten für eine (hauptsächlich) deutsche Serie viel zu hoch waren. Man darf auch nicht vergessen, dass Raumpatrouille fünf Hauptdarsteller und zahlreiche immer wieder auftretende Nebendarsteller hatte (von denen Wamsler, Villa und Spring-Brauner die am häufigsten auftretenden Charaktere waren). Star Trek hatte nur drei Hauptdarsteller (Kirk, Spock, McCoy) und fünf Nebendarsteller (Scotty, Sulu, Chekov, Chapel bzw. Rand), trotzdem hatte man auch dort mit den Kosten zu kämpfen - was sich an den Kulissen deutlich erkennen ließ.

Doch zurück zu diesem Roman.

McLane wird gebeten, ein Filmteam zu begleiten, das auf dem Planeten Caernevan't filmen will, auf dem nur ein einziger Mensch lebt, ein merkwürdiger, aber erfolgreicher Dichter. Zuerst will McLane nicht, aber dann erkennt er, dass Wamsler durchaus nicht abgeneigt ist, diesen Job zu genehmigen, denn drei wahnsinnige Wissenschaftler haben ein Raumschiff geklaut und befinden sich ebenfalls auf dem Weg nach Caernevan't.

Als die Orion auf Caernevan't ankommt, finden sie eine mittelalterliche Burg, die der Einsiedler unmöglich alleine gebaut haben kann ...

Eigentlich ist es erstaunlich, wie wenig danch passiert. Gar nicht erstaunlich ist, dass Kneifel sich wieder einmal vollständig auf Cliff konzentriert. Er hat (un da unterscheidet er sich nicht von mir), Probleme eine Gruppe zu beschreiben. Kneifel hat sich später darüber ausgelassen, dass ihm nichts mehr eingefallen ist. Er hätte sich viel Mühe ersparen können, wenn er allen Figuren gleichen Platz gelassen hatte. Die meisten seiner Romane haben in der Mitte einen deutlichen Höhepunkt oder sogar Bruch in der Mitte, d.h. man hätte die meisten Romane auf zwei aufteilen können.

Doch zurück zur Handlung.

Die Filmcrew geht ihrer Arbeit nach. Dabei kommt es zu unerklärlichen Zwischenfällen, die McLane schnell auf merkwürdige Kugelgeschöpfe zurückführt.

Außerdem werden nach und nach die drei Irren gefunden, die auf wundersame Weise wieder normal wurden.

Da McLane ohne Ishmee unterwegs ist, wird er von einer Produktionsassistentin angeschmachtet.

Und schließlich kommt McLane noch dahinter, wie der Lebenskreislauf der "Kuller" abläuft und wie man sich mit ihnen unterhalten kann.
Wie gesagt: Viel passiert nicht, aber es ist wie immer gut erzählt.
Die Bildunterschrift lautet: "Oberst Cliff McLane als Filmregisseur - auf dem Planeten der wilden Talente"

"Wilde Talente" - Auf den Begriff muss man erstmal kommen. McLane ist natürlich nicht auf dem Bild zu sehen und im Buch auch nicht als Filmregisseur tätig.

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Hanns Kneifel

Das Eisgefängnis

Goldmann (Februar 1991)

Hanns Kneifel: Das Eisgefängnis
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Ein Forschungskreuzer findet in einem Eismond tote Lebewesen. Das Büro für Extraterrestrische Angelegenheiten glaubt, dass der Eismond etwas mit dem Planeten Terrosian zu tun hat. Der Chef des BEA bittet Cliff McLane, die Sache zu untersuchen ...


Kneifel stellt dem Roman einen Brief von McLane voran, da der (und die anderen Mitglieder der Orion-Besatzung erst ab Seite 37 auftauchen, was für einen Orion-Roman recht außergewöhnlich ist).

Atan Shubashi wird in der Geschichte durch einen Fremden ersetzt - was so gut wie nichts ausmacht, da er in den Kneifel-Romanen eh nicht viel zu tun hat.

Auf dem Planeten werden die Mitglieder der Besatzung in kugelförmigen Wohnungen untergebracht. Jeder und jede für sich. Auch Ishmee schläft alleine. Wahrscheinlich wäre es zu gewagt gewesen, zwei nicht verheiratete Erwachsene in einem Bett schlafen zu lassen.

Auf dem Planeten werden die Mitglieder der Besatzung in kugelförmigen Wohnungen untergebracht. Jeder und jede für sich. Auch Ishmee schläft alleine. Wahrscheinlich wäre es zu gewagt gewesen, zwei nicht verheiratete Erwachsene in einem Bett schlafen zu lassen.

Die sehr langsame Rotation des Planeten hat extrem lange Klimaperioden zur Folge. Es stellt sich heraus, das schön aussehende Blumen nicht so harmlos sind, wie gedacht. Sie sind für die Eisschmelze verantwortlich, die u.a. die im Eis verankerten Habitate gefährden. Mit dem Einsetzen der Eisschmelze erwacht die Natur zu neuem Leben - darunter sind auch tigergroße Wesen, die sich schon bald als intelligent herausstellen - denn sie können Dreiecke zeichnen. McLane findet eine Möglichkeit, mit den Wesen zu kommunizieren.

Toll, dachte ich, als zum ersten Mal ein Dreieck zur Kommunikation herangezogen wurde. Leider hält Kneifel das nicht durch. Die Raguer sind zwar intelligent, konnten sich aber über äußerst primitive Stadien nicht hinausentwickeln, da die immer wieder in einem 200-jährigen Winterschlaf fallen. Ein Dreieck ist aus unserer Sicht einfach, aber wann hat wohl der Mensch, das erste Dreieck gezeichnet? Es wird sicher Wissenschaftler geben, die das beantworten können. Ich gehe davon aus, dass das erst der Fall war, nachdem Menschen begonnen haben, eine rudimentäre Sprache zu entwickeln, denn erst die Sprache ermöglicht Verabredungen ("Du stellst dich hier auf, du dort, ich hier."). Das wurde dann irgendwann aufgezeichnet - und damit war die Kultur geboren.

Die Raguer sind wilde Wesen, intelligent zwar, aber sie haben es nie geschafft, sich jenseits von Winterschlaf mit der Natur zu arrangieren. Warum hätten sie eine Schrift entwickeln sollen? Wenn sie Zeichnungen geschaffen haben - wurden die von den Menschen nicht entdeckt.

Kneifel hatte eine wunderbare Idee, scheint die aber nicht genügend durchdacht zu haben, was wahrscheinlich auf die Produktionszwänge zurückzuführen sein dürfte.

Die Geschichte endet mit einem wilden Schlittenrennen durch Eiskanäle, das mitreißend beschrieben wurde, mit der eigentlichen Handlung des Romans aber nichts zu tun hat. Es unterstreicht nur, dass Kneifels McLane jemand ist, der alles beherrscht, was er anpackt.

Auf der letzten Seite kommt Kneifel dann auf das Thema zu sprechen, dass ich schon angesprochen hatte: das Dreieck. Es stellt sich heraus, dass der Raguer gelogen hat. Er selbst ist Millionen von Jahren alt. Es gab auf dem Planeten eine hochentwickelte Kultur, die durch Vernachlässigung untergegangen ist.

Mea culpa.

Bleibt eigentlich nur die Frage offen, ob Kneifel das von Anfang an so plante oder ob der Fehler irgendjemandem bei der Prüfung des Manuskrips aufgefallen ist und die Erklärung nachträglich angefügt wurde. Das werden wir wohl nie erfahren. Gehen wir einfach mal davon aus, dass Kneifel raffinierter war, als ich ihm das zunächst zugetraut hätte.


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Hanns Kneifel

Bohrstation Alpha

Goldmann (April 1991)

Hanns Kneifel: Bohrstation Alpha
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In etlichen Raumschiffen versagt die Hydraulik. Das Öl verdickt oder verdünnt sich völlig unvorhersehbar.

Recht schnell kommt man dahinter, dass das Öl von nur einem Planeten stammt. Die Orion wird beauftragt, sich die Sache vor Ort anzuschauen.
Wieder zeigt sich der Nachteil der monatlichen Erscheinungsweise, die eine ordentliche Ausarbeitung der Geschichte nicht zulässt. Ishmee lebt immer noch getrennt von Cliff, Tamara wird der Orion wieder zugewiesen (spielt aber keine richtige Rolle), eine Wissenschaftlicherin namens Ronnie kommt an Bord - aber wozu sie eigentlich gebraucht wird, bleibt eher unklar. Der Chef des Arbeiter auf dem besuchten Planeten, ein Vlare MacCloudeen wird lange eingeführt ("Wenn es der Wahrheitsfindung dient!" ist sein ständiger Ausspruch), aber das verläppert, kaum dass man den Planeten erreicht.

Atan ist wieder an Bord - wird aber so gut wie nicht erwähnt.

Eigentlich ist es wie immer: Dies sind die Abenteuer des Cliff McLane, der mit seiner kleinen Besatzung alles alleine erledigt. Oder so ähnlich.

Auf dem Weg zum Planeten rast die Orion fast in eine dunklen Mond, der ein recht interessantes Rätsel liefert. Auf dem Planeten selbst geht das weiter ....

Man merkt, dass Kneifel eine gute Idee hatte, die mehr Zeit gebraucht hätte um sie wirklich ordentlich auszuarbeiten.

Auf dem Planeten selbst bekommen es Cliff und seine Mannschaft mit Auswirkungen von Sonden zu tun, die von dem kleinen Mond ausgesandt wurden.

Dabei bekommt Mario (wieder Mario und nicht etwa einer der anderen) mit den Sonden zu tun. Trotz der Bedrohung bleibt Mario erstaunlich überheblich.

Später landet der 1,5 km durchmessende Mond auf dem Planeten (sehr viel später sogar auf der Erde), ohne dass das irgendwelche Auswirkungen auf die Atmosphäre hat. Ein so riesiges Objekt muss eine Riesenmenge Luft verdrängen. D.h. bei der Landung müsste wenigstens heftiger Wind, vielleicht sogar Sturm die Folge sein. Und sollte ein solch großes Objekt nicht wie eine Sonnenfinsternis wirken? Das scheint mir nicht recht durchdacht.


Wirklich lustig ist die Idee, dass ein Computer Schizophrenie entwickeln könnte, durch die zwei zwei gleichzeitig agierende Persönlichkeiten entstehen.


Am Ende hat man den Eindruck, dass Kneifel die Serie gerne abgeschlossen hätte. Alle bisherigen Erzählstränge um das Große Schiff sind nun abgeschlossen, alles wurde von der Orion-Besatzung glücklich zum Abschluß gebracht.


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Hans Kneifel

Das Team der Selbstmörder

Moewig (1970)

Orion 29
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Gemeint ist die Orion-Crew, die eine Mordserie aufzuklären versucht, hinter der Außerirdische vermutet werden.


McLane, Wamslers einziger guter Mann, wird zum Tatort eines Mordes gerufen. Der Tote ist ein Raumfahrer und schon der zweite, der an der Erkundung eines Planeten außerhalb des von der Erde beanspruchten Raumgebiets beteiligt war.

Natürlich ist es McLane, der den Verdacht hegt, dass die Verletzungen des Toten von einem Vogel stammen könnten.

Die Nachforschungen ergeben, dass es nur noch einen Engländer gibt, der sich mit der Beizjagd (also der Jagd mit abgerichteten Raubvögeln) beschäftigt.


Natürlich ist es immer noch lustig, wenn Kneifel auf Digitaluhren hinweist, die er als was furchtbar Modernes verstanden haben will (Anfang der 70er Jahre kamen die erste Digitalarmbanduhren auf. Das war damals wirklich ein Blickfang.)


Um Bücher studieren zu können, muss man die sich kommen lassen - und erhält dann Faximile-Drucke (also Kopien). Dass man ganze Bibliotheken auf einem USB-Stick mit sich herumtragen kann oder per Fernabfrage direkt am Bildschirm lesen kann, war damals noch unvorstellbar.


Etwas seltsam erscheint mir, dass Kneifel meint, die Beizjagd wäre zwar ausgestorben, aber die letzten Versuche die Tradition aufrechtzuerhalten wären in Europa unternommen worden. Haben sich die Scheichs damals noch nicht für die Jagd mit Raubvögeln interessiert? Wenn jemand dieses Hobby lebendig erhält, dann doch eher ein arabischer Scheich als ein Mitteleuropäer.


McLane konfrontiert den Engländer, der darüber sehr amüsiert zu sein scheint und McLane zu einer demnächst stattfindeten Party einlädt. In der Nacht stiehlt sich McLane auf das Grundstück. Er wird von dem Engländer fast mit einem Pfeil erschossen, findet den Hort der Raubvögel. Als er am nächsten Tag mit einem Trupp aus GSD (natürlich mit Tamara) und Polizei zurückkehrt, ist das Grundstück menschenleer und die Vögel sind verschwunden.

Bei einer in einem Lokal stattfindenden Nachbesprechung mit Hasso, werden sie von einem ehemaligen Raumfahrer angesprochen, der prompt mit einem Pfeil erschossen wird ...


Mit SF hat das nicht mehr viel zu tun. Cliff McLane befindet sich in einem Edgar Wallace Krimi - was mal eine Abwechslung ist.


Bevor es wieder in den Weltraum geht, findet eine Party statt, die erwartungsgemäß von den Beizvögeln gestört wird. Menschen kommen nicht zu Schaden, aber überall liegen tote Vögel herum - und danch wird munter weitergefeiert. Dass Cliff und seine Crew abgebrüht sind ist okay. Aber die anderen Gäste? Ich weiß nicht. Ich wäre nach einem solchen Vogelangriff traumatisiert und würde schauen, dass ich so schnell wie möglich wegkomme.




Danach geht es zu dem Giftplaneten, auf dem ein riesiges Höhlensystem entdeckt wird, in dem der Engländer seinen Landsitz nachgebaut hat und teilweise seit Jahrzehnten Sklaven hält, die hier eine neue Welt für ihn schaffen sollen. Bewacht werden sie von Falken - die innerhalb der Jahrzehnte nie überwunden werden konnten.




Es kommt zu einer letzten Aussprache mit dem Engländer, dann ist der Roman zu Ende.




Nein, ein Krimi ist das nicht. ein echter SF-Roman auch nicht. Abenteuer, ja, aber die Spannung entsteht nur aus dem "Wie kommt McLane aus dieser Klemme". Was es mit dem über den ganzen Roman immer wieder als wichtig dargestellten Dougherty auf sich hat, erfahren wir nicht. Vielleicht im nächsten Roman.

Es gibt bessere Orion-Romane von Kneifel. Aber lesbar ist er schon.


Die Bildunterschrift lautet: "Die Orion-Crew auf dem Wüstenplaneten - im tödlichen Sand und unter der Drohung der Kontrollsatelliten."




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Hans Kneifel

Der Raumpirat

Moewig (1970)

Orion 30
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Die Orion-Crew soll die Einsatzmöglichkeiten eines Multi-Intelligenz-Team testen. Doch aus dem Test wird bald blutiger Ernst.


Ich glaube nicht, dass ich mich damals (2001) noch an den Inhalt des Romans erinnert habe.

Tatsächlich geht es darum: Gunstone Henessey, der Nachfolger von Kublai Krim, erteilt McLane den Auftrag, einige Außenstationen zu prüfen. Dabei soll er mehrere der Ausserirdischen an Bord nehmen, die die Orion-Besatzung entdeckt hat. Als wäre die Anwesenheit von nicht ausgebildetem Personal noch nicht genug, werden die ersten beiden Planeten, auf denen die Orion auftaucht kurz vorher von Raumpiraten überfallen.


Mit Kublai Krim wird erstmals eine der prägenden Figuren der Fernsehserie nicht nur aus der Serie geschrieben sondern auch ersetzt. Während die Fernsehserie zumindest in den Namen der Figuren Internationalität suggeriert, bleibt Kneifel im englischen Sprachraum.


Vier neue Figuren an Bord der Orion, dafür treten zwei der klassischen Besatzung diese Reise nicht an (Helga, Atan). Zwei der neuen Figuren sind Turceed (Naomi 4603 und Darco 4009). Naomi soll auf Kommandoebene trainiert werden, daher wird eine Simulation gestartet, die eine Katastrophe vortäuscht (also sowas wie ein Kobayashi Maru test). Das wird auf weniger als 5 Seiten abgehandelt und zeigt damit recht deutlich eines der Probleme von Kneifel. Ideen, die es verdient gehabt hätten, ausführlich und alle Charaktere abdeckend erzählt zu werden müssen rasch abgehakt werden, um McLane nicht in den Hintergrund treten zu lassen. Kneifels Ideen hätten für mehr als 41 Romane gereicht, wenn er sich die Zeit genommen hätte (hätte nehmen können), sie richtig auszuarbeiten.


Natürlich ist es Cliff, der auf die Idee kommt, dass die Raumpiraten von einer beweglichen Basis operieren. Er selbst vermutet einen Mond, kann ihn aber nicht finden. Schließlich ist im Bericht eines zur Unterstützungsflotte gehörenden Schiffs die Rede von einem Kometen, der nicht untersucht wurde. Natürlich passen auf den alle Vermutungen von McLane und tatsächlich kommen die Orion und die Begleitschiffe gerade rechtzeitig, um den nächsten Start des Piratenschiffs zu sehen.

McLane geht mit einigen Mitgliedern seiner Crew (darunter auch Mario, damit die Kernmannschaft nicht ganz in Vergessenheit gerät) auf den Kometen hinunter und schafft es, in das Innere vorzudringen, ohne vorher entdeckt zu werden, obwohl ein Sensor nach dem anderen ausgeschaltet wird.




Während die Räumlichkeiten erkundet werden, kehrt das Schiff der Piraten zurück - und dann geht alles ganz schnell und den erahnbaren Gang.




Man kann geteilter Meinung sein, über die Idee, Raumpiraten einzuführen. Das ist so klischeebehaftet, dass es wohl irgendwann unvermeidbar war. Kneifel hat in seinem Roman so viele Ideen versammelt, dass es bei ordentlicher Ausarbeitung und unter Berücksichtigung aller Figuren, für die der Leser sich interessiert entweder für mehrere Bücher oder für ein deutliches umfangreicheres gereicht hätte.

Durch die Produktionszwänge kratzt er nur an der Oberfläche - was wirklich schade ist.




Die Bildunterschrift lautet: "Cliff McLane - Leiter des Multi-Intelligenzen-Teams"

Quatsch! Das ist Wamsler - und damit auch nicht der titelgebende Raumpirat.

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Hans Kneifel

Der Königspfad

Moewig (1970)

Orion 31
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Die Orion-Crew als Bauinspektoren. Warum versucht jemand ein wichtiges Bauprojekt zum Scheitern zu bringen?


Viel habe ich vor 20 Jahren nicht über den Roman geschrieben. Meine letzte Lektüre lag da auch rund 20 Jahre zurück.

Tatsächlich ist das wieder mal ein Cliff McLane Roman. Diesmal fängt er damit an, dass Cliff an der Adria Urlaub macht - allein. Ishmee ist ... weg. Keine Ahnung, was mit ihr ist. Im weiteren Verlauf ist die Rede davon, Cliff sei ein Junggeselle.

Mitten in der schönsten Langeweile wird McLane vom Chef des Büros für Extraterrestrische Angelegenheiten kontaktiert. Auf dem Planeten Wenatchee laufen die Dinge nicht so rund wie sie sollten. McLane wird gebeten sich dort mal umzuschauen. Vielleicht kannt er ja erkennen, warum die Pioniere nicht die Leistung bringen, die von ihnen erwartet wird.

Bevor McLane zu einem Briefing nach Australien reist, lernt er noch eine junge Frau kennen, die Expertin für Geologie ist und natürlich gleich mitgenommen wird.

Auf dem Planeten angekommen, zeigen Cliff McLane und seine Begleiter den Pionieren gleich mal, wie deren Arbeit auszusehen hat ... und entdecken Reste eine untergegangenen Zivilisation ...


Kneifel zerstört munter weiter die Struktur aus der Fernsehserie. Diesmal darf Atan nicht mitfliegen (Mario und Helga spielen - zumindest in der ersten Hälfte - keine Rolle, Hasso ist nur Stichwortgeber. Selbst Ishmee ist inzwischen aussortiert worden, um Cliff für die Geologin interessanter zu machen.

Warum muss das BEA die Orion beauftragen? Haben die kein eigenes, Personal für solche Dinge?

In der Kneifel ausgezwungenen Kürze macht das alles nicht viel Sinn. Schade.
Auf dem einzigen Kontinent des Planeten kommt es zu einem Vulkanausbruch, durch den eine Insel aus dem Meer auftaucht, auf der weitere Spuren einer untergegangen Zivilisation gefunden werden.

Außerdem tauchen immer mehr riesige, affenartige Wesen auf, die jeden mit irgendwelchem Zeug bewerfen, den sie auf dem sogenannten Königspfad entdecken.

Schließlich entdeckt die Crew der Orion eine Art Tempel, in dem sie Statuen finden, die furchtbare Folterungen darstellen ...
Affenartige Wesen - und trotzdem war man vorher sicher, dass der Planet nicht von höheren Tieren bevölkert wird. Sehr merkwürdig.

Abgesehen davon, dass diese Wesen wohl die Nachfahren der ehemals hochstehenden Zivilisation sein werden, habe ich im Moment keine Vorstellung, worauf das alles hinauslaufen könnte.
Kneifel hätte nun untersuchen können, ws es mit der uralten Zivilisation auf sich hat. Warum stellt die Folterbilder dar? Warum ist sie untergegangen. Statt dessen konzentriert er sich (leider) auf die Affenmenschen - und eine Idee, die schon bei Tarzan ausgelutscht wirkt. Die Frauen werden entführt und sollen getötet werde. Natürlich gelingt es, sie gerade noch rechtzeitig zu befreien und danach festzustellen, dass die Affenmenschen so wenig intelligent sind, dass es schon erstaunlich ist, warum sie die Frauen erst getötet haben um sie erst später zu töten - ein Widerspruch, der aber weder Hauptfigur noch Autor aufzufallen scheint.
Überhaupt: Frauen in Kneifels Orion-Romanen.

Dass Tamara eine eigenständige Person war, haben wir sicher nicht Kneifel sondern nur der TV-Serie zu verdanken (die darin ihrer Zeit weiiiiit voraus war). Egal wie gut ausgebildet eine Frau ist, bei Kneifel kümmern sich immer die Frauen um das Kaffeekochen und Essenmachen (es sei denn, es ist gerade keine Frau in der Nähe). Damals vielleicht nicht außergewöhnlich, heute fällt das recht unangenehm auf.
Insgesamt ist das einer der schwächeren Romane der Serie.
Die Bildunterschrift lautet: "Ein neues Projekt für die ORION-Crew - Cliff McLane als Baumeister auf dem Planeten der Überraschungen"



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Hans Kneifel

Die träumende Erde

Moewig (1970)

Orion 32
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Immer mehr Menschen benehmen sich wie Rauschgiftsüchtige. Oberst Villa erkennt die Gefahr und gibt McLane einen neuen, gefährlichen Auftrag.


Cliff ist zurück auf der Erde. Er schippert wieder auf der Adria herum. Als er Vorräte auffrischen will, stellt er fest, dass alle Personen des Versorgungsposten betäubt sind. Nachdem er das der Polizei gemeldet hat, erfährt er, dass es seit einigen Wochen immer häufiger sogenannte Träumer auffallen, Opfer einer Rauschgiftkrise. Manche nehmen es freiwillig, andere werden Opfer von außerirdischen Libellen.

Villa, der es nicht für nötig befunden hat, Cliff gleich nach dessen Rückkehr zu informieren, ist stinksauer, dass Cliff sich erst so spät meldet.

Die Orion erhält den Auftrag, den Planeten aufzusuchen, von dem die Libellen stammen ...


Warum importiert die Erde Tiere eines anderen Planeten? Hat man aus dem Import von Tieren auf einen anderen Kontinent denn nichts gelernt?

Mit der seuchenartigen Ausbreitung des Rauschgiftproblems ist Kneifel erstaunlich aktuell (ich schreibe das 2021). Natürlich sind alle zuversichtlich, sofort ein Gegenmittel zu haben, wenn erstmal klar ist, wodurch die Lethargie und die Sucht tatsächlich ausgelöst werden. (Curevac sollte uns daran erinnern, dass Biontech und Moderna nicht nur das Ergebnis hervorragender Forschung sind - sondern auch das Ergebnis von sehr viel Glück.)


Diesmal ist die Besatzung der Orion wieder vollzählig - wovon man aber nichts merkt, da Kneifel kaum mehr als Name-dropping betreibt.

Ishmee ist endgültig Geschichte. Sie hat sich mit einem Brief verabschiedet, den sie bei Villa deponiert hat (und nicht etwa in Cliffs Wohnung).

Dafür taucht mit Arlene eine Frau auf, die schon mal eine Rolle in Cliffs Leben gespielt hat.

An dem Raguer hat Kneifel ganz offensichtlich einen Narren gefressen, denn auch erst ist wieder mit an Bord.


Um auf dem Heimatplaneten der Libellen in eine Bucht zu gelangen, in der sich als Hippies bezeichnete Leute aufhalten, muss eine mehrtägige Reise durch einen Dschungel unternommen werden, da eine Landung mit einer Lancet dort nicht möglich sei.

Mal abgesehen davon, dass ständig die Lancet für planetare Flüge verwendet werden muss: Warum kann man nicht einfach in die Bucht fliegen und während die Lancet schwebt aussteigen?

Für mich wird hier ein Handlungsstrang erzwungen, der nicht sein müsste.


Bei den "Hippies" läuft die Geschichte fast ohne Spannung ab. Zwar wird Cliff von einer der Libellen gebissen, aber es stellt sich recht schnell heraus, dass die "Hippies" nicht so blöd sind, wie zuerst gedacht. Sie verfügen über ein Mittel, dass Träume abrupt verkürzen und Nebenwirkungen beseitigen kann. Einziger Haken an der Sache: Das Mittel ist der Saft einer Frucht, der schon nach einer Stunde seine Wirksamkeit verliert.


Die Lösung des Problems besteht darin, den Saft sofort nach der Ernte schockzufrosten. Das Verfahren wurde zwar schon Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt, das erste tiefgekühlte Gemüse kam 1930 in den USA auf den Markt. Als Kneifel den Roman geschrieben hat, war tiefgekühltes Gemüse bei uns sicher noch nicht so alltäglich wie heute.


Da es doch recht aufwändig wäre, ein Medikament durch das Weltall zu transportieren, lässt Kneifel recht schnell eine Produktion im Labor anstelle der Saftproduktion treten. Damals sicher SF, heute vielleicht nicht alltäglich, aber durchaus im Bereich des möglichen, wie wir alle durch BionTech gelernt haben.


Sicher nicht der beste Roman der Reihe, aber durchaus mit interessanten Aspekten.


Die Bildunterschrift lautet: "Die ORION-Crew in Port Nirwana - Cliff McLane im Kampf gegen die Epidemie der Träume "



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Hans Kneifel

Wikinger der Sterne

Moewig (1970)

Orion 34
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Ein gigantisches Sternenschiff soll in die unerforschten Weiten des Weltraums vorstoßen. Die Orion-Crew wird mit von der Partie sein.

Der Anfang vom Ende.


Eigentlich wäre dem vor zwanzig Jahren Gesagten kaum etwas hinzuzufügen.

Natürlich soll die Orion-Besatzung an Bord des gigantischen Schiffes sein. Aber alle Teilnehmer sollen verschiedenen Test unterzogen werden, um zu sehen, wie sie auf Extremsituationen reagieren. Dazu wird ihr Gedächtnis blockiert und sie werden in ein anderes Leben gestoßen.

Der erste Test findet in einer Wikinger-Umgebung statt ...


Heute weiß man, dass Kneifel ausgebrannt war. Das merkt man, denn warum sonst sollte er sich immer weiter von den Wurzeln entfernen. Die Leser erwarten ja nicht irgendeinen Roman von Kneifel, sondern Abenteuer der aus dem Fernsehen bekannten Crew. Diese Erwartung erfüllte Kneifel mal mehr, mal weniger gut. Hier stößt er die Leser völlig vor den Kopf.

Was die Orion-Crew in ihrer Wikinger-Phase erleben ist völlig bedeutungslos, denn es besteht keinerlei Verbindung zu ihrem seitherigen Leben.

Kneifel schafft es, den Figuren Namen zu geben, die den Leser wissen lassen, wer wer ist. Kliffr kann nur Cliff sein, Adwan nur Atan usw. Aber mehr ist da nicht.

Kliffr lebt mit einer Sigrun zusammen. Das ist eine Frau, die neu hinzugekommen ist und später auch keine Rolle mehr spielen wird. Aber ... Die beiden leben als Mann und Frau zusammen. Für ein Experiment muss eine Frau Sex mit einem Mann ertragen, den sie sich nicht selbst ausgesucht hat. Klar, Sex gibt es bei Kneifel nicht, sein McLane ist keuscher als es Kirk jemals war. Aber das hätte wiedermal der interessante Teil der Geschichte sein können, der Kneifel jedoch völlig entgeht.


Wenn man diesen Roman (und den folgenden) nicht liest, hat man nichts verpasst. Danach ist die Taschenbuchreihe eh vorbei.

Die Bildunterschrift lautet: "Die ORION-Crew im Training - die große Expedition ins Unbekannte wird vorbereitet. "



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Hans Kneifel

Der Todesmarsch

Moewig (1970)

Orion 35
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Das Training ist für alle obligatorisch. Um seine Eignung zu testen, wird McLane zum Anführer einer Beduinengruppe.


Unbedeutend und eigentlich auch langweilig, da man weiß, dass keine der handelnden Personen bei diesen Test zu Schaden kommt. Der einzige Spaß für den Leser besteht darin, zu erraten, wer hinter welchem arabischen Namen versteckt wurde. Die immer wiede eingestreuten Kommentare der Beobachter lassen an den sehr viel später entstandenen Film "Forrest Gump" denken.


Die Serie endet mitten in dem Zyklus (was für mich nicht nachvollziehbar ist. Man hätte die Serie ohne Probleme mit Band 33 enden lassen können. So hat man nur die letzten verbliebenen Fans verärgert.


Erst 1972 wurde die Reihe im Rahmen von Terra Astra neu aufgelegt und der Zyklus dann auch abgeschlossen. Besser wurde dadurch nichts.


Die Bildunterschrift lautet: "Cliff McLane unter Nomaden - nur wer den Wüstentest besteht darf zu den Sternen fliegen ..."



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Jörg Kastner

Das große Raumschiff Orion Fanbuch.

Goldmann (1991)

Kastner: Das große Raumschiff Orion Fanbuch
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Fundiert und interessant. Gehört in den Bücherschrank jedes Orion-Fans.

Ich vermisse nur die Hinweise auf die Synchronisation. Synchronisation bei einer deutschen Serie? Natürlich, denn in Nebenrollen waren einige Franzosen zu sehen. Wussten Sie z.B. dass Reinhard Glemnitz nicht nur Pipo spielte, sondern auch eine andere Rolle sprach?


Soweit meine Bemerkung von 2001 zu dem Buch, das nächstes Jahr (also 2021) 30 Jahre alt wird. Wie die Zeit vergeht.

Bei nochmaliger Lektüre verschiebt sich die Beurteilung des Buches etwas - was natürlich auch der Zeit geschuldet ist. Noch immer fehlt für mich das Kapitel Synchronisation - auch in Hinblick darauf, dass Schönherr, Pflug, Völz und Beckhaus ja als Synchronsprecher gearbeitet haben. Auch ein Kapitel Orion / Star Trek wäre unter diesem Aspekt möglich.

Lange Beschreibungen der Fernsehfolgen nehmen viele Seiten ein - und sind heute recht überflüssig. Damals war die Serie noch nicht auf DVD erschienen und von Streaming war noch nicht mal zu träumen.

Das Kritiker-Bashing ist nicht unberechtigt, scheint mit aber häufig auf "Ihr habt ja keine Ahnung" hinauszulaufen.

Was ich vermisse, sind Anekdoten von den Dreharbeiten. Wenn man ähnliche Bücher über Star Trek liest, erfährt man auch immer, was hinter den Kulissen geschehen ist. Wenn ich das vorliegende Buch lese, habe ich das Gefühl, dass alle Darsteller sich getroffen haben, man schimpft etwas über die Kostüme, aber abends geht man wieder heim und nach 19 Wochen ist die Sache einfach erledigt.

Tatsächlich?

Für etliche Darsteller kam nach Orion nichts mehr, was im Gedächtnis geblieben wäre. Pflug meinte, sie wäre auf die Rolle als Emanze festgelegt gewesen, obwohl sie doch gar keine gewesen sei. Tatsächlich?

Ich vermisse in dem Buch, direkte Gespräche des Autors mit den damals noch lebenden Darstellern. Orion war damals in Programmkinos erfolgreich, es ging auch (das im Buch erwähnte Gerücht) es könne zu einer Wiederbelebung kommen.

Letztlich, so scheint es mir, sammelt Kastner nur Dinge, die man auch anderweitig in Erfahrung hätte bringen können (was durchaus löblich war), ohne selbst etwas beizusteuern.

Inzwischen sind fast alle der damals Beteiligten Personen tot (mit Ausnahme von Friedrich Georg Beckhaus - der dieses Jahr 93 wird - und hoffentlich noch lange lebt). Die Chancen, die sich Kastner boten, wird kein anderer Autor jemals wieder haben.

Die Bebilderung ist ganz okay, beschränkt sich aber auf Szenenfotos. Gibt es keine Fotos, die während der Produktion entstanden?

Ein Buch von einem Fan für Fans, das heute etwas unbefriedigend wirkt.


Mail an Ralf H.