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Ota Hofmann

Die Besucher

Návstevníci (1983)
VGS (1986)
10.04.1928 (Prag) - 17.05.1989
Ota Hofmann hat in erster Linie für Film und Fernsehen gearbeitet. Seine bekannteste Figur ist Pan Tau.

Ota Hofmann - Die Besucher
Der Zentraldenker gibt an, die Erde sei in Gefahr. Akademiker Philipp ist davon überzeugt, dass nur ein verschwundenes Schulheft des späteren Nobelpreisträgers Adam Bernau die Lösung für das Problem enthält. Daher reist er mit einer kleinen Gruppe in das Jahr 1984.

Das Buch zu einer überaus gelungenen Fernsehserie.

Leider vertieft das Buch die Geschehnisse im Fernsehen nicht - sondern kürzt sie. Dadurch wird es ziemlich überflüssig und enttäuschend. Ob das an der Bearbeitung der Übersetzung liegt oder bereits ein Problem des Originals darstellt, entzieht sich meiner Kenntnis.
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Homer

Odysee

Goldmann (1960)
um 800 v. Chr.

Vieles aus der Geschichte ist inzwischen Allgemeingut. Unzählige Verfilmungen, die meisten (darunter auch die von Harryhausen) sind kaum das Material wert, auf dem sie festgehalten wurden, haben dazu beigetragen, dass auch der bierseligste Fernsehzuschauer von Odysseus, von Troja und dem hölzernen Pferd gehört hat.

In den siebziger Jahren (es könnten auch die achtziger Jahre gewesen sein), gab es eine Sendereihe mit dem Titel "Unterwegs mit Odysseus" in der die Reisen nachvollzogen wurden, unterbrochen von kruden Zeichentrickfilmen, die Homers Gesänge verbildlichten.
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Richard Hooker

M*A*S*H

M*A*S*H (1968)
Heyne (1986)

Dr. Richard Hornberger
1924 (Hightstown) - 04.11.97 (Portland)
Der Autor: Vergessen. Das Buch: Vergessen. Der Film: Ein Klassiker. Die Fernsehserie: Ein Klassiker.

Das Buch ist - wie der Film - bitterböse, gleichzeitig aber auch witzig, wobei einem manches Mal das Lachen im Hals steckenbleibt. Die Fernsehserie führt in Deutschland eher ein Schattendasein - obwohl sie durchaus zu empfehlen ist. Wo der Film brutal und direkt ist, deutet die Fernsehserie nur an und ist dadurch um so erfolgreicher.

Als die Rolle des Radar O'Reilleys aus der Serie herausgeschrieben wurde, war es der Anfang vom Ende.

Übrigens: Ein Großteil der M*A*S*H-Besatzung (sowohl aus dem Film als auch aus der Serie) war in einer Folge von Diagnosis: Murder zu Besuch. Aber wie viel zu oft, hat man beim Synchronisieren gepennt. Alle Darsteller bekamen neue Stimmen, was viel vom Spaß nahm.
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Richard Hooker & William E. Butterworth

M*A*S*H goes to Hollywood

M*A*S*H goes to Hollywood (1976)
Sphere (1977)

William Edmund Butterworth III
* 10.11.1929 (Newark)

Der Koreakrieg ist vorüber. Hawkeye und Trapper John sind Ärzte in Maine, mit seltsamen Freunden in aller Welt.

Ein wirrer, völlig unkomischer Roman.
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Anthony Hope

The Prisoner of Zenda

The Prisoner of Zenda (1894)
Fabbri Publishing Ltd. (1990)

Sir Anthony Hope Hawkins
09.02.1863 (London) - 08.07.1933 (Walton-on-the-Hill, Surrey)
Hope hat etliche Bücher geschrieben, aber an den Erfolg von The Prisoner of Zenda reichte keines heran.

Anthony Hope: The Prisoner of Zenda
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Rudolf Rassedyll ist ein adliger Nichtstuer. Intelligent - ja. Sportlich - ja. Aber ohne jeden Ehrgeiz.

Anders als die meisten seiner Familie hat er eine lange Nase und rote Haare, was darauf zurückzuführen ist, dass eine seiner Vorfahrinnen eine Affäre mit dem damaligen Herrscher von Ruritannien hatte. Dort steht die Krönung des neuen Königs bevor. Rassendyll beschließt der Krönung beizuwohnen.

Zufälligerweise lernt er vor der Krönung den zukünftigen König kennen - der wie ein Zwillingsbruder aussieht. Das kommt dann gerade recht, als es dem eifersüchtigen Bruder des zukünftigen Königs gelingt, seinen Bruder auszuschalten ...

Man kann mit Recht behaupten, dass es Hope gelungen ist, ein neues Subgenre des Abenteuerromans zu schaffen: die ruritanische Romanze.

Das Thema selbst wurde immer und immer wieder neu aufgegriffen. Abgesehen von Verfilmungen des Stoffes, bildet die (leicht abgewandelte) Geschichte auch eines der Hauptkapitel in Das große Rennen rund um die Welt/The great race (1965).

Im Bereich Comics fallen mir auf Anhieb Geschichten um Micky Maus, um Superman und um Batman ein, die Variationen der Geschichte liefern - nicht nur einmal, sondern in etlichen Fassungen.

Ich finde den Roman ganz erstaunlich. Zum einen wird der Fehltritt erwähnt, ohne die Vorfahrin zu verurteilen (es hilft natürlich, dass ihr Mann vor der Geburt des Kindes starb), zum anderen beginnt Rudolf ein Verhältnis mit der Verlobten seines Doppelgängers (sie küssen sich. Ob sie miteinander schlafen? Wahrscheinlich nicht).

Aber auf der Gegnerseite gibt es Rupert von Hentzau, mit dem Rassendyll zwar immer wieder in heftige Kämpfe verwickelt wird, zu dem er sich aber auch hingezogen fühlt (ganz so wie es über hundert Jahre später Rey mit Kylo Ren geht). Für mich hat das einen homoerotischen Unterton. Unterstützt wird der Eindruck dadurch, dass von Hentzau am Ende entkommt.

Ein Buch, das man in seinen Grundzügen kennt. Die Details machen es auch heute noch lesenswert.


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Robert West Howard (Herausgeber)

Der wilde Westen

This is the west (1968)
Heyne (1964)

1908 - 1988
Howard war ein anerkannter Experte für den amerikanischen Westen.

25 Autoren (von denen mir keiner außerhalb dieses Buches begegnet ist, daher verzichte ich auf eine Auflistung) berichten über den Wurzeln des modernen Amerikas - den Wilden Westen.
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Victor Hugo

Der Glöckner von Notre Dame

Notre-Dame de Paris (1831)
Kaiser (2000)
26. Februar 1802 - 22. Mai 1885
Dieser Roman ist gilt als Urvater der noch heute gültigen Roman-Struktur.


Ein Roman um die Liebe.

Claude Frollo (der Priester) liebt Esmeralda.
Esmeralda liebt Phöbus.
Peter Gringoire (der Dichter) liebt Esmeralda.
Quasimodo liebt Esmeralda.
Phöbus liebt nur sich selbst.
Paquette Chantefleur (die Klausnerin, die in den Filmen gern weggelassen wird) liebt ihre von Zigeunern entführte Tochter.

Ein Roman um den Tod.

Claude Frollo versucht Phöbus zu töten. Quasimodo tötet Claude und Johann Frollo und den König der Gauner.
Esmeraldas Liebe zu Phöbus ist der Grund für ihren Tod.

Die Hauptfigur des Romans ist... nicht Quasimodo. Die Hauptfiguren sind Esmeralda und Claude Frollo, der durchaus seine guten Seiten hat. Er hat Quasimodo als Sohn angenommen, er hat seinen jüngeren Bruder aufgezogen, er hat Peter Gringoire unterrichtet. Frollo ist ein weiser Mann, der in einem anderen Zeitalter bewundert worden wäre, in jenen dunklen Tagen (1482) aber gefürchtet wird. Trotz seines Wissens kann er mit dem plötzlichen Sturm der Gefühle nicht umgehen, den Esmeralda in ihm auslöst.

Esmeralda ist eine faszinierend schöne Frau, voller Anmut und Gefühl (sie rettet Peter Gringoire das Leben), aber auch voller unschuldiger Dummheit. Sie verfällt dem eitlen Phöbus, einem Mann, der Frauen nur als Sexobjekte betrachtet.

Und Quasimodo? Hugo gibt an, Quasimodo sei ca. 18 Jahre alt und nicht nur ein Buckliger, sondern auch ein Zwerg. Er taucht nur kurz auf. Am Anfang, als Narrenkönig, dann als vermeintlicher Angreifer von Esmeralda (wofür er an den Pranger gestellt wird), später als ihr Retter, der sich mit allen Gaunern der Stadt anlegt - und schließlich als ihr Rächer, als er durchschaut, dass sein Ziehvater schuld am Tod der geliebten Frau ist.

Quasimodo? Eine Nebenfigur, kaum mehr. Aber eine, die sich nachhaltig ins Gedächtnis eingräbt.

Das Buch wurde zigfach verfilmt. Nur eine Verfilumg ist werkgetreu. Es ist - wen wird es wundern? - der Film mit Charles Laughton. Anthony Quinn ist zu alt und zu groß, der Disney-Quasimodo viel zu sympathisch (auch wenn der Film an sich nicht schlecht ist).

Das Buch ist sehr spannend (auch wenn man die Filme kennt), man merkt der Sprache kaum an, dass es fast zweihundert Jahre alt ist.

Ach ja, einen witzigen Satz gibt es, den man dieser Tragödie kaum zugetraut hätte: Phöbus de Chateaupers nahm ein tragisches Ende; er heiratete Fleur-de-Lys de Gondelaurier.
Mail an Ralf H.