Fortsetzung von
Imperium.
Der Roman behandelt die Zeit von Ciceros Konsulat bis zu seiner Flucht aus Rom.
Caesar wird immer mehr zum Gegenspieler Ciceros. Mir drängt sich der Verdacht auf, daß Harris in Caesar einen Vorgänger Hitlers sieht. Vieles, was er in Zusammenhang mit dem Römer beschreibt, findet man auch in Hitlers Werdegang.
Es ist eine Tatsache, daß (der reale) Caesar die Republik beendet und das Kaiserreich installiert hat. Die Frage stellt sich allerdings für mich, ob das zum Nachteil des Reiches war oder nicht. Für die Welt an sich, dürfte es keinen Unterschied gemacht haben, ob eine funktionierende Republik oder ein Kaiser das Sagen hatte.
Aber funktionierte die Republik noch?
Ohne Caesar sähe die Welt heute wohl anders aus. Man lebte damals nicht friedlich miteinander. Wenn man etwas wollte, was der Nachbar hatte, nahm man es sich. Und römische Senatoren waren wohl mehr sich selbst als ihrem Land verpflichtet. Der Zusammenbruch des römischen Reichs war unvermeidlich - weil jedes Reich früher oder später kollabiert - oder von außen niedergezwungen wird.
Harris' Verdienst ist es, daß man Cicero, Caesar, Pompeius als Menschen sieht. Menschen mit Stärken und Schwächen - und das vieles, was dem Historiker klar ist, dem Laien verständlich gemacht wird.
Wieder einmal eine hervorragende Arbeit von Harris. Nicht nachvollziehbar ist für mich, warum man in Deutschland den Originaltitel (Lustrum = ein alle fünf Jahre stattfindendes Sühneopfer) nicht beibehielt. Warum man ihn in den USA opferte (dort erscheint der Roman als Conspirata) ist völlig klar. Lustrum hätte die prüden Amerikaner an Sinneslust denken lassen.
Continuation from
Imperium.
The novel treats the time of Cicero's consulate up to his flight from Rome.
Caesar becomes more and more the opponent of Cicero.
It is a fact that (real) Caesar has finished the republic and has installed the empire. However, the question is: was it to the disadvantage of the empire or not. For the world in itself, it might have made no difference whether it was a functioning republic or reigned by an emperor.
However, did the republic still function?
Without Caesar the world would look quite different. At his time one did not live peacefully with each other. If you wanted something what the neighbour had, you took it. And Roman senators were probably obliged to themselves - than their country. The breakdown of the Roman empire was inevitable - because every empire collapses sooner or later.
Harris lets us see Cicero, Caesar, Pompeius as people. People with strengths and weaknesses.
Once again an excellent work by Harris.