H
Heinz Haber

15. Mai 1913 (Mannheim) -
13. Februar 1990 (Hamburg)
Haber war mir einerseits aus dem Fernsehen bekannt, wo er (der selbst anerkannter Wissenschaftler war) eine populärwissenschaftliche Sendung nach der anderen moderierte (als den letzte Überlebende dieser Spezies muß man wohl Joachim Bublath bezeichnen, der aber selbst in seinen besten Momenten den alten Herren nicht das Wasser reichen kann), andererseits aus der im Wissenschafts- und SF-Bereich gutbestückten Bibliothek meines Vetters.

Während meiner Ausbildung zum Kellner (nur einer meiner Berufe), durfte ich Herrn Haber an der Hotelbar bedienen. Seine gut geschriebenen und lesbaren Bücher kamen erst später in meine Bibliothek.

Brüder im All

Brüder im All (1970)
Rowohlt (1972)

Kann es Leben außerhalb der Erde geben? Die bereits von Gene Roddenberry bejahte Frage vertieft Haber in diesem Buch.
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Der Stoff der Schöpfung

Der Stoff der Schöpfung (1966)
Rowohlt (1968)

Haber führt in die Geheimnisse der Materie und der Energie ein.
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Stirbt unser blauer Planet?

Stirbt unser blauer Planet? (1973)
Rowohlt (1975)
Buch zur Fernsehserie

Haber beschäftigt sich mit Naturgeschichte und Naturgesetzen.
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Sebastian Haffner

Raimund Pretzel
* 27. Dezember 1907 (Berlin); † 2. Januar 1999 (Berlin)

Anmerkungen zu Hitler

Anmerkungen zu Hitler (1978)
Kindler (1978)

Sebastian Haffner: Anmerkungen zu Hitler
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Keine Biographie, eher eine Sammlung von Essays zum Thema Hitler.

Ich habe viel über Hitler gelesen und gesehen. Daß ich dieses Buch so spät für mich entdeckt habe, ärgert mich selbst.

Aus unserer heutigen Sicht (heute im 21 Jahrhundert noch mehr als in den siebziger oder achtziger Jahren) ist fast unverständlich, warum die Deutschen der Zwischenkriegszeit derart fasziniert von dieser eigentlich lächerlichen Figur waren. Das Problem ist: die Zeiten haben sich geändert, wir sind (zumindest die Mehrheit der Deutschen) aufgeklärter als unsere Vorfahren. Wir sind skeptischer gegenüber Einflüsterungen. Haffner gelingt es, Hitler aus seiner Zeit heraus zu schildern. Er macht klar, warum man dem Rattenfänger folgte - und warum er letztendlich an sich selbst (und natürlich an den Alliierten) scheitern mußte.

Ein lesenswertes Buch, das ich jedem Geschichtsinteressierten nur wärmstens empfehlen kann.
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Geschichte eines Deutschen

Geschichte eines Deutschen (1939/2000)
DVA (2001)
Geschrieben im Jahr 1939, wurde das Buch erst im Jahr 2000 - nach Haffners Tod veröffentlicht.

Das Buch steht seit Wochen an Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste. Verdientermaßen.

Ich habe bisher noch nicht viel von Haffner gelesen, obwohl sein Name mir seit Ewigkeiten bekannt ist. Warum hat er dieses Manuskript nicht veröffentlicht? Das wird wohl ein Rätsel bleiben, das Buch liefert jedenfalls keinen Hinweis.

Hervorragend beobachtet, von einem Zeitzeugen geschrieben, während das deutsche Unglück noch anhielt.

Das Buch stützt meine eigenen Erfahrungen: Egal wie groß die geschichtlichen Ereignisse im Moment sind, heisst das nicht, das man als Einzelperson sofort davon betroffen ist.

Ich habe nichts von der Terroristenjagd in den 70er Jahren mitbekommen, keine Schlacht zwischen Hausbesetzern und Polizisten erlebt - und ich bin auch niemand der von der Ausländerhatz der Kohlschen CDU/CSU-Regierung direkt betroffen ist. Aber früher oder später hat das alles doch auch Einfluss auf mein Leben gehabt (als Bartträger im Zug über eine Grenze fahren war jahrelang ein Spießrutenlaufen, in den Innenstädten erlebt man seit Jahren mehr oder (meist) minder freundliche Kontrollen von Polizisten an ausländisch aussehenden Mitbürgern).

Das Buch von Haffner sei wirklich jedem ans Herz gelegt. Bedauerlich, dass er seinen Erfolg nicht mehr erleben durfte.
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Preußen ohne Legende

Preußen ohne Legende (1979)
Goldmann (1982)
Bildteil von Ulrich Weyland (ca. 50 Prozent des Buchumfangs).

Sebastian Haffner: Preußen ohne Legende
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Vorneweg: Das Buch reicht nicht an Haffners Bücher zum Dritten Reich heran.

Andererseits bringt Haffner es fertig das Werden und Sterben eines Kunststaates zu schildern. Einzelereignisse streift er nur im Vorübergehend, schildert dafür immer wieder die großen Zusammenhänge. Über die Menschen erfährt man wenig, über ihre Beweggründe, über ihre Zeit sehr viel.

Kein Buch für Historiker. Kein Buch fürs Nebenherlesen. Ein Buch das Aufmerksamkeit und einiges an Vorwissen erfordert.

Der Bildteil ist großartig, zerreißt aber den Text, weil Bild auf Bild auf Bild folgt. Vielleicht macht es die Hardcoverausgabe dem Leser einfacher zwischen Text und Bild zu unterscheiden (etwa durch unterschiedliche Papierarten).

Kein einfaches Buch, aber eines das sich lohnt.
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Der Selbstmord des Deutschen Reiches

Der Selbstmord des Deutschen Reiches (1970)
Scherz (1970)

Sebastian Haffner: Der Selbstmord des Deutschen Reiches
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Dieses Buch taucht in der Auflistung der Haffnerschen Schriften bei Wikipedia nicht auf.

Das wundert mich nicht.

Es ist gut geschrieben und es enthält viele Dinge, über die es sich lohnt, nachzudenken.

Aber Haffner verfolgt hier einen Gedankenansatz, mit dem er ziemlich alleinsteht.

Daß Hitler keinen Krieg gegen England wollte, darf wohl als gesichert angesehen werden, daß aber Hitler als er erkannte, daß der Krieg nicht mehr zu gewinnen war, unbedingt England und die USA dazu bringen wollte, Deutschland als Waffe gegen die Sowjetunion einzusetzen, daß die Westbindung unter Adenauer als Fortsetzung der hitlerschen Politik anzusehen ist, die letztlich erst mit dem Bau der Mauer endet - das erscheint mir doch etwas gewagt.

Auch wenn Haffner damit einen Weg beschreitet, dem man mehrheitlich wohl nicht folgen wird, so wird er dadurch zum Chronisten der Bundesrepublik zu Beginn der Brandtschen Kanzlerschaft. Die Leistungen Brandts werden dadurch auch für die Nachgeborenen einordenbar - und in ihrer ganzen Größe spürbar.


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Ronald M. Hahn (Herausgeber)

Die Tage sind gezählt

Die Tage sind gezählt (1980)
Anthologie mit niederländischen und belgischen SF-Geschichten.

Mehr von Roland M. Hahn: Heyne Filmbibliothek 73 und 189.

Erwähnenswert erscheinen mit folgende Autoren:

Harry Mulisch: Alter Ego (Gelijkenis - 1974)
Manuel van Loggem: Die Sexpuppen (Paarpoopen - 1974). - Wurde mir vor allem als Autor von SF-Hörspielen bekannt.
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Dashiell Hammett

27. Mai 1894 - 10. Januar 1961

Der Malteser Falke

The Maltese Falcon (1930)
Goldmann (ca. 1973)
Brigid O'Shauhnessy wird von Gangster verfolgt. In Ihrer Not wendet sie sich an... nein, nicht an Dixon Hill... sie wendet sich an Sam Spade. Stunden später wird dessen Partner Miles Archer erschossen ...

Ein Roman, der Massstäbe gesetzt hat. Ganz anders als die Whodunnits, die ich so schätze. Ein literarischer Krimi, wie uns heute viel zu viele langweilen (was dieser hier nicht tut).

-zigfach verfilmt. Am besten mit Humphrey Bogart (leider auf Deutsch von dem großen Arnold Marquis synchronisiert - Joachim Kemmer wurde erst später zu Bogarts Synchronsprecher).
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The thin man

The thin man (1934)
Vintage Books (1972)
Hammett: The thin man
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Nick Charles, ein ehemaliger Detektiv wird über alte Bekannte in einen Mordfall hineingezogen, in dem er kaum ermittelt, aber heftig hin und hergeschubst wird.

Ach ja, wer kennt Sie nicht: Nick und Nora Charles plus Asta. Das reiche, dem Alkohol zusprechende Pärchen, das immer in spannende Geschichten verwickelt wird.

Hier ist die Vorlage. Der einzige Roman um Familie Charles und gleichzeitig der letzte Roman von Agent-X9-Co-Erfinder Dashiell Hammett. Dauerhaft ins Gedächtnis eingegraben haben sich die Figuren durch die Filme mit William Powell und Myrna Loy in das kollektive Gedächtnis eingeprägt.

Hammett hatte sich in eine Ecke geschrieben, aus der er nicht mehr herauskam, über 25 Jahre nicht - und deshalb gab es keine weiteren Romane von ihm. Für mich eine schauderhafte Vorstellung.
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Erik Fosnes Hansen

Choral am Ende der Reise

Salme ved reisens slutt (1990)
Bertelsmann (1990)

* 06.06.1965 (New York)

Erik Fosnes Hansen - Choral am Ende der Reise
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Das Buch ist mit Preisen überschüttet worden. Verdient. Und doch: warum eigentlich?

Hansen schildert das Leben von Mitgliedern der Titanic-Bordkapelle.

Das war's dann auch schon.

Warum ein Buch über die Titanic-Musiker, wenn es sich nicht um die (reale) Gruppe um Wallace Hartley handelt?

Die Titanic spielt in diesem Buch kaum eine Rolle. Ja, die Mitglieder der Kapelle treffen sich dort. Aber mehr als Musizieren (und schließlich sterben), machen sie an Bord nicht.

Hansen schlachtet den Mythos aus, um mehr Leser zu erhalten. Das ist alles.

Ein Ärgernis.

Noch dazu ein schlecht geschriebenes - am Anfang. Am liebsten hätte ich auf den ersten Seiten meinen roten Stift zur Hand genommen und den ganzen Text korrigiert.

Ein schlechtes Buch.

Ein Buch, daß die Vorgeschichten der erfundenen Musiker in epischer Breite erzählt. Ein Buch, das in diesen Vorgeschichten seine wahren Stärken hat. Die Vorgeschichten hätten auch ohne den aufgepropften Mythos Titanic bestehen können. Die Vorgeschichten steuern nicht auf ein Endziel hin. Sie sind spannend, interessant (und deutlich besser geschrieben als der Anfang des Buches).

Ein Buch, das aus unabhängigen Episoden besteht, da die Personen nie wirklich miteinander interagieren.

Ein Buch, das unter Vorspiegelung falscher Tatsachen daher kommt - und das überhaupt nicht nötig hat.

Ein Buch.

Ein Ärgernis.

Und doch preiswürdig.
Mehr zum Thema

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William Harrington

Columbo: Tod des Verführers

Columbo: The game show killer (1996)
Bastei (1998)
Basiert auf der Fernsehserie von Richard Levinson & William Link.

Ein Rechtsanwalt überzeugt das Nummerngirl einer Quizshow davon, dass ein weltbekannter, aber abgetakelter Schauspieler für den Tod der gemeinsamen, unehelichen Tochter verantwortlich ist. Er schmiedet einen Plan, der ihm einen Gläubiger vom Halse schafft, sie wird zu seinem Werkzeug.

Ein kurzweiliger, aber kaum über Jerry-Cotton-Niveau hinausreichender Roman, in dem Columbo recht gut getroffen ist.
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Robert Harris

Robert A. Harris & Michael S. Lasky

Alfred Hitchcock und seine Filme

The films of Alfred Hitchcock (1976)
Goldmann (1979)

Robert A. Harris ist Filmhistoriker und hat sich als Restaurator einen Namen gemacht.

Robert A. Harris & Michael S. Lasky: Alfred Hitchcock und seine Filme
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Eine Auflistung der Filme, mit nicht endenwollenden Inhaltsangaben, aber wenig bis gar keine Hintergrundinformationen, großformatigen Fotos (wenige davon nicht direkt aus dem Film), wie bei solchen Büchern üblich fehlen für Deutschland wichtige Angaben zur Synchronisation und zu Kürzungen - aber da erwarte ich wohl für ein Buch aus dieser Zeit etwas zuviel.
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Walter Harris

Die weiße Ratte

To catch a rat (1976)
Bastei (1978)
Buch zur TV-Serie.

Walter Harris: Die Weiße Ratte
Ein in der DDR stationierter britischer Agent, arbeitet als "Die Weiße Ratte"tatsächlich für die Gegenseite, heuert einen anderen britischen Agenten als Doppelagent an, lässt einen dritten Agenten scheinbar ermorden, der aber nach einigen Jahren von einer Amnesie geheilt wird und sich auf die Jagd nach der Ratte.

Wahrscheinlich habe ich "The new Avengers" irgendwann gesehen. Erinnerungen daran sind aber nicht vorhanden. Steed spielt im Buch, das auf Folge 7 aus Season 1 basiert, bestenfalls eine Nebenrolle und scheint mir auch nicht besonders gut getroffen.

Harris schreibt lesbar, aber wenig aufregend. Alles ist kurz, kurz, kurz und sehr schnell. Echte Spannung kommt an keiner Stelle auf.



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Christopher Hart

Comiczeichnen leichtgemacht - Helden und Schurken

How to Draw Comic Book Heroes and Villains (1995)
Taschen (1998)

Hart: Comiczeichnen leicht gemacht
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Hart scheint der Oberguru der "How to draw"-Bücher zu sein. Sein Buch ist ein Ratgeber für Jugendliche, die sich für das Thema interessieren. Er streift einige Themen nur kurz (Perspektive), lässt aber viel Platz für Illustrationen. Das ist der große Vorteil und leider auch der große Nachteil des Buches.

Gray Morrow und Frank Springer sind Meister ihres Faches. Sie wissen was sie tun. Die von ihnen beigesteuerten Bilder sind hervorragend. Wirklich.

Leider stammt der größte Teil der Illustrationen von Frank McLaughlin. Und mit ihm hatte ich schon immer ein Problem, seit er in den siebziger Jahren Nachfolger von Dick Giordano als Inker von z.B: Irv Novick wurde. Einige der von ihm gelieferten Seiten sind hervorragend - und zwar immer dann, wenn man erkennt, daß er viel von Dick Giordano gelernt hat. Aber viel zu viele seiner ganzseitigen Illustrationen sind einfach nur ... schlecht. Aber wahrscheinlich liegt das wie immer bei Kunst, im Auge des Betrachters.

Taugt das Buch etwas?

Ich weiß nicht so recht. Mir selbst hat es nichts Neues aufgezeigt, aber mit Mitte fünfzig gehöre ich sicher nicht zur Zielgruppe des Bandes.


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Susanne Hart

Abenteuer mit Daktari

Life with Daktari (1969)
Buchgemeinschaft (1970)

Hart: Abenteuer mit Daktari
Ein Buch das ich in meiner Jugend immer wieder gelesen habe. Sehr eindrucksvoll schildert Hart das Leben eines Tierarztes in Afrika. Bei diesem Titel versteht es sich fast von selbst, daß die Harts die Vorlage für die Fernsehserie Daktari lieferten.
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Hugo Hartung

Ich denke oft an Piroschka

Ich denke oft an Piroschka (1954)
Ullstein (2002)
* 17. September 1902 (Netzschkau/Vogtland) - † 02. Mai 1972 (München)

Hartung: Ich denke oft an Piroschka
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Auf einer Ungarnreise verliebt sich der Student Andreas zunächst in die bereits verlobte Greta, dann verliebt sich die junge Piroschka in ihn.

Der Name des Ortes ist unaussprechlich, meine Hochachtung für Gustav Knuth ist bei jeder Erwähnung gestiegen. Sagen Sie dreimal schnell hintereinander Hódmezovásárhelykutasipuszta und Sie wissen was ich meine.

Das Buch dürfte (unverdientermaßen) heute fast unbekannt sein, der Film ist umso bekannter. Ein Juwel unter den deutschen Filmen der 1950er.
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Simon Hawke

Batman: Im Fadenkreuz

Batman: To stalk a spectre (1991)
Goldmann (1992)
*1951

Pseudonym von
Nicholas V. Yermakov

Siehe auch unter Star Trek.
Basiert mehr auf den Filmen denn auf der Comicserie.

Ein Heckenschütze terrorisiert Gotham City ...

War ganz nett.
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Stephen Hawking

Eine kurze Geschichte der Zeit

A brief history of the time (1988)
Rowohlt (1998)

Ein sehr gut lesbares, verständliches Buch - was bei dieser Materie nicht selbstverständlich ist. Hawking, der ja kaum mehr ist, als ein Gehirn, das auf einen Rollstuhl geschnallt wurde, beweisst eindrucksvoll, dass es letztendlich nicht auf den Körper ankommt, sondern nur auf den Geist.
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