15.05.11



Gratis-Comic-Tag 2011.

Letztes Jahr fand das in der Comicwelt von Karstadt statt. In ihrem Bestreben, das Warenhaus in der Mitte der Königsstraße zu Grunde zu richten, wurde Comicwelt aufgelöst und zu einer Abteilung des Kaufhauses gemacht. Eine der vielen Fehlentscheidungen, die Karstadt getroffen hat, um möglichst viele Kunden zu vertreiben.

Diesmal nahm Hugendubel sich der Comicfans an.

Angekündigt war die Ausgabe für 11 bis 18 Uhr - so lange der Vorrat reicht.

Aufgrund der Erfahrung vom letzten Jahr ging ich diesmal frühzeitig in die Stadt. Ich kam 20 nach 10 bei Hugendubel an - und wurde mit zwei Überraschungen konfrontiert:

1. Die Ausgabe hatte bereits begonnen.
2. Rund die Hälfte der Titel war bereits vergriffen.

Schwach, liebe Leute von Hugendubel. Wirklich schwach. Auf Terminangaben sollte man sich verlassen können.

Und nur weil die Comicabteilung kaum mehr als zwei oder drei Regalmeter umfaßt, sollte man das Medium nicht abschreiben.

Ich würde mich nicht wundern, wenn um elf Uhr alles bereits vergriffen war.


Auffällig war, dass die meisten Comicinteressierten Erwachsene waren (im Gegensatz zum letzten Mal). Ich vermute, dass das an der vorgezogenen Ausgabezeit lag.


Donald Duck und die Simpsons müssen recht schnell vergriffen gewesen sein. Thor auch. Von Green Lantern erhielt ich das letzte Heft.

Was lernen wir daraus? Disneyfiguren ziehen noch immer. Es schadet auch nicht, wenn die Eltern die Serien bereits kannten (Die Schlümpfe und Bill und Boule waren ebenfalls vergriffen). Die Simpsons und Thor profitieren von ihrer (derzeitigen) Präsenz in den Medien. In einem Monat wäre Green Lantern wohl vor Thor vergriffen gewesen.

Zu meiner großen Überraschung gab es Perry - Unser Mann im All. Dessen letztes Heft liegt so lange zurück, dass ich die Hoffnung schon aufgegeben hatte. Nächste Woche schau ich mal, ob ich - wie angekündigt - das neue Heft am Bahnhofskiosk finde.


Grundsätzlich halte ich den Gratis-Comic-Tag für eine gute Einrichtung. Aber macht es wirklich Sinn, wenn die Hefte so schnell vergriffen sind? Macht es wirklich Sinn, wenn man sich bei der Auswahl beschränken muß? Durch die Hefte sollen Leser neugierig, sollen Leser zu Käufern gemacht werden. Ich denke, die Verlage sollten größere Auflagen einplanen und pro Interessent sollten deutlich mehr als drei oder vier Hefte eingeplant werden - andernfalls wird das Ziel verfehlt.